Tegernseer Speisenbuch (Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch))
Klopierenmueß (Trockenfruchtmus)
Moderne Übersetzung
Klopierenmus: ein guter großer Napf voll mit Klopieren, 3 Becher Wein, 5 Semmeln, 4 Brote, Gewürz.
Zutaten
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| klopiren | Dörrbirnen oder gemischtes Dörrobst | 300 g | Wochenmarkt, Bio-Laden, Online-Handel | - |
| 3 trinkel wein | Weißwein | 250 ml | - | - |
| 5 semel, 4 prot | geröstetes Weißbrot/Semmel | 3 Scheiben | - | - |
| gewürz | Zimt und Gewürze nach Geschmack | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein sättigendes Dörrobst-Mus für den letzten Gang - verwandt mit dem heutigen Kletzenmus und dem Hutzelbrot-Mus. Es steht in der klösterlichen Dörrobst-Reihe neben den Birnen-, Apfel- und Feigenmusen (teg-025, teg-002).
Das unsichere Wort. Klopiren ist lexikalisch nicht gesichert. Aus dem Kontext - es wird genau wie die übrigen Dörrobst-Muse behandelt - ist am ehesten gedörrtes Obst gemeint, wahrscheinlich Kletzen (Dörrbirnen). Eine andere Dörrobst- oder Beerensorte lässt der Wortlaut offen; deshalb als interpretive_choice geführt.
Würze. Die Quelle nennt nur unspezifisch gewürz. Zimt ist für ein Dörrobst-Mus dieser Epoche naheliegend, aber eine Setzung - die Schwester-Rezepte würzen unterschiedlich (Honig, Pfeffer). Die Süße kommt allein aus dem Dörrobst und dem Wein.
Brot und Menge. Gebunden wird zeittypisch mit geröstetem Brot und Semmel, nicht mit Mehl. Im Original sind es 5 Semmeln und 4 Brote auf einen großen Napf Dörrobst - viel Brot für die Großküche; für den Haushalt wird die Brotmenge bewusst stärker reduziert, damit das Mus nicht zu brotig wird.
Praxis. Etwa 300 g Dörrbirnen (oder gemischtes Dörrobst) mit rund 250 ml Weißwein weich kochen. Mit etwa drei Scheiben geröstetem Weißbrot beziehungsweise Semmel binden und zu einem dicken Mus durch ein Sieb treiben. Mit Zimt abschmecken. Bei trockenem Wein vor dem Servieren probieren - ein Schuss Honig ist period-konform und optional.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/teg-028/
fyndling.de/rezepte/teg-028/