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Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187

Bairischer Sprachraum, Entstehungsort unbekannt (Datierung 1438/39-Mitte 15. Jh. über Hartliebs "Namenmantik", nach Honold); später im Besitz der Grafen Starhemberg von Riedegg (Oberösterreich), Mitte 15. Jh. · Frühneuhochdeutsch (bairisch)

Natürliche Sauce für Rind und Huhn

Moderne Übersetzung

Nimm drei Knoblauchköpfe und mehr Pfeffer als Ingwer. Vermische das und lass es sieden, bis es braun wird. Das ist eine natürliche Sauce, die man bei kaltem Wetter zu Rindfleisch und gebratenem Huhn essen soll.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
drew haubt knoblach Knoblauchköpfe 3 - -
pheffer Pfeffer - - -
Ingwer Ingwer - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine reduzierte, gebräunte Knoblauch-Pfeffer-Sauce zu Rind und gebratenem Huhn - ein Vorläufer heutiger würziger Pfeffersaucen zu Braten. Eine bestimmte moderne Sauce lässt sich daraus nicht direkt ableiten, die Verwandtschaft bleibt strukturell.

Die Flüssigkeit zum Sieden. Der Text nennt keine. Für die Praxis eignet sich Wasser oder eine helle Fleisch- beziehungsweise Geflügelbrühe. Auch das fast wortgleiche Rezept im Regensburger Kochbuch (Cgm 5919, m5919-081) lässt diese Frage offen.

Kein Salbei. Am Ende steht in der Handschrift noch „NYm Saluay" (nimm Salbei). Das gehört nicht zu dieser Sauce, sondern ist der Anfang des nächsten Rezepts, der trockenen Kräutersauce b4-259: Der Schreiber hat ihn vor deren Überschrift gesetzt. W1, das Regensburger Kochbuch und Meister Hans beginnen dieselbe Kräutersauce jeweils mit Salbei, und die Regensburger Fassung dieser Pfeffersauce hat keinen.

Praxis. Drei Knoblauchköpfe grob zerdrücken, mit reichlich Pfeffer und etwas weniger Ingwer vermengen. Mit Wasser oder heller Brühe aufgießen, aufkochen und offen einkochen lassen, bis die Sauce dunkel und sämig ist. Zu Rindfleisch oder gebratenem Huhn servieren.

fyndling.de/rezepte/b4-258/