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Ganze Knoblauchzehen in Wasser und Öl (Aquapatys)

The Forme of Cury · England · 1390

BeilageBeilageLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Höfische KücheHofkücheVeganVegan
Zubereitungszeit15 Min.Portionen2-4 PersonenBuchThe Forme of Cury (~1390)

Schäle den Knoblauch und gib ihn in einen Topf mit Wasser und Öl. Lass es sieden. Gib Safran, Salz und scharfe Gewürze (Powdour Fort) hinzu und reiche es im Ganzen.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
garlec 1 Knolle Knoblauch - -
water 500 ml Wasser Leitung -
oile 2 EL Pflanzenöl - -
safroun 1 Prise Safranfäden Gewürzhandel, Online-Gewürzhandel -
salt Salz nach Geschmack - -
powdour fort 1 TL scharfe Gewürzmischung (Pfeffer, Ingwer, Zimt) Gewürzhandel -

Welches Gericht ist das? Ein denkbar schlichtes Fastengericht: ganze Knoblauchzehen, in Wasser und Öl weichgekocht und gewürzt. Verwandt mit der Knoblauchsauce mha-144 - dort wird der Knoblauch zur Paste verarbeitet, hier bleibt er als ganze, milde Zehe erhalten.

Warum bleibt der Knoblauch mild? Langes Sieden nimmt dem Knoblauch die rohe Schärfe und macht ihn weich und süßlich - so kann man ganze Zehen wie ein Gemüse essen. Das Öl trägt Geschmack und gibt der dünnen Brühe Körper.

Würzung. Safroun färbt golden und gibt Status, powdour fort setzt mit Pfeffer und Ingwer die scharfe Gegenstimme zur Knoblauch-Süße (vgl. Gewürze).

Praxis. Die Zehen einer ganzen Knolle schälen, in etwa 500 ml Wasser mit zwei Esslöffeln Öl, einer Prise Safran und Salz 10-15 Minuten weich köcheln, am Schluss eine kräftige Prise scharfe Gewürzmischung zugeben. Die ganzen Zehen mit etwas Sud anrichten.

Was ist 'powdour fort'?

'Powdour fort' war eine gängige mittelalterliche Gewürzmischung, die für ihre Schärfe bekannt war. Sie bestand typischerweise aus Pfeffer, Ingwer und oft auch Zimt oder Nelken. Du kannst sie selbst mischen oder eine fertige Mischung aus dem Gewürzhandel verwenden.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist hervorragend für die Lagerküche geeignet. Es benötigt nur wenige, leicht transportierbare Zutaten und kann einfach in einem Topf über offenem Feuer zubereitet werden.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einem der ältesten englischen Kochbücher, das um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst wurde. Es bietet einen Einblick in die gehobene Küche des mittelalterlichen Englands.

Was bedeutet 'hool' im Rezept?

'Hool' bedeutet 'im Ganzen' oder 'ungeteilt'. Im Kontext dieses Rezepts ist damit gemeint, die Knoblauchzehen nach dem Kochen nicht weiter zu zerkleinern, sondern sie als ganze Zehen zu servieren.

AQUAPATYS . XX.III Pill garlec and cast it in a pot with water and oile. and seeþ it, do þerto safroun, salt, and powdour fort and dresse it forth hool. Aquapatys. _Aquapates_, Contents. Perhaps named from the water used in it.
Aquapatys

Vom lateinischen aqua (Wasser); ein Gericht, das nach seinem hohen Wasseranteil benannt ist - schon der Originaltext vermutet das.

powdour fort

„Starkes Pulver“ - die scharfe Gewürzmischung der englischen Küche, meist mit Pfeffer und Ingwer (Gegenstück zum milden powdour douce).

hool

im Ganzen - die Zehen bleiben nach dem Kochen ungeteilt auf dem Teller.

Handschrift
The Forme of Cury
Folio
Fol. 40 verso
Sprache
Mittelenglisch
Entstehung
England, 1390

Originalwerk (~1390) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 40 verso, The University of Manchester Library, English MS 7 (John Rylands Library)
Transkription
Project Gutenberg - The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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