The Forme of Cury · England · 1390
Nimm Brot und gekochtes Blut. Mahle es und streiche es mit Essig durch ein Tuch. Gib Ingwerpulver und Pfeffer hinzu. Füge das Fett der Wildente bei. Salze die Sauce, koche sie gut auf und serviere sie.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| brede | Brot (altbacken) | - | - | - |
| blode iboiled | Gekochtes Blut (Ente oder Schwein) | - | Metzger | - |
| Vynegur | Essig (Wein- oder Apfelessig) | - | - | - |
| powdour of gyngur | Ingwerpulver | - | - | - |
| peper | Pfeffer | - | - | - |
| grece of the Maulard | Entenfett | - | Metzger | - |
| salt | Salz | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine schwarze Blutsauce zu gebratener oder gekochter Wildente - ein naher Verwandter der italienischen peperata vom Wild (vgl. mar-005) und der deutschen Schwarzsaucen-/Pfeffer-Tradition. Im Kern ein mittelalterlicher Pfeffer: Blut bindet und färbt, Brot bindet mit, Essig säuert.
blode iboiled (gekochtes Blut) gibt der Sauce ihre tiefdunkle Farbe und einen Teil der Bindung - die zeittypische Schwärzung über Blut, nicht über verbranntes Gebäck wie bei der süddeutschen Variante (vgl. mha-182). Das brede (altbackenes Brot) bindet zusätzlich; gebunden wird also mit Blut und Brot, nicht mit Mehl.
Das drawe it thurgh a cloth (durch ein Tuch streichen) macht die Sauce glatt und entfernt grobe Brocken. Das grece of the Maulard (Entenfett) trägt Geschmack und rundet ab; Maulard ist die Stockente/Wildente.
Praxis. Altbackenes Brot in Essig einweichen, mit gekochtem Blut (Enten- oder leichter erhältliches Schweineblut) im Mörser verarbeiten und durch ein Tuch streichen. Mit Ingwerpulver, Pfeffer, dem ausgebratenen Entenfett und Salz würzen, gut aufkochen lassen (das Blut bindet beim Erhitzen) und heiß zur Ente reichen. Vorsicht: nicht zu stark kochen, sonst gerinnt das Blut grießig.
Frisches Blut ist beim Metzger oft auf Bestellung erhältlich. Schweineblut ist eine gängige und leichter zu beschaffende Alternative zu Entenblut.
Ja. Blut und Brot können vorgekocht und mitgebracht werden. Das Mahlen und Passieren der Zutaten kann auch mit einfachen Mitteln wie einem Mörser und einem feinen Tuch erfolgen.
'Maulard' ist die mittelenglische Bezeichnung für eine Wildente, insbesondere die Stockente.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“. Englisches Kochbuch der Hofköche Richard II. (~1390). Etwa 196 Rezepte der höfischen Küche Englands. Nah verwandt mit dem Ménagier de Paris - beide reflektieren die internationalisierte Küche des Spätmittelalters.
Wildente, besonders die Stockente.
Gekochtes Blut - färbt schwarz und bindet die Sauce; bindet beim Aufkochen weiter ab.
Durch ein Tuch streichen/passieren - macht die Sauce glatt und höfisch-fein.
Entenfett, das beim Garen austritt; trägt Geschmack und rundet die Sauce ab.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| brede | bread Q7802 |
| Vynegur | vinegar Q41354 |
| powdour of gyngur | ginger Q15046077 |
| peper | pepper Q3143131 |
| salt | table salt Q11254 |
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.