The Forme of Cury · England · 1390
Nimm gute Kräuter und zerstoße sie fein. Vermische die Kräuter mit Mehl, Wasser, etwas Hefe und Salz zu einem Teig. Erhitze Öl in einer Pfanne oder einem Topf und frittiere die Fladen darin goldbraun. Serviere sie anschließend mit klarem Honig.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gode erbys | gemischte Kräuter (z.B. Petersilie, Salbei, Minze) | 100 g | - | - |
| flour | Weizenmehl (Typ 405 oder 550) | 200 g | - | - |
| water | Wasser | 200 ml | Leitung | - |
| a lytel zest | frische Hefe oder 2 g Trockenhefe | 5 g | - | - |
| salt | Salz | 1 Prise | - | - |
| oyle | Pflanzenöl zum Frittieren | 500 ml | - | - |
| clere hony | klarer Honig | 100 g | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein Frytour of Erbes - frittierter Kräuter-Ausbackteig aus der Forme of Cury. Ein dünner, mit gehackten Kräutern grün gesprenkelter Hefeteig wird in heißem Öl ausgebacken und mit Honig gegessen. Direkt verwandt mit den italienischen frittelle (siehe mar-170) und letztlich der Urahn jedes Kräuter-Pfannkuchens und herzhaften Krapfens.
Der Schlüsselbegriff ist zest - im Mittelenglischen (auch gist, giste) schlicht 'Hefe', der Bärme aus der Bierbrauerei. Nicht zu verwechseln mit der modernen Bedeutung 'Zitronenschale'. Die kleine Hefemenge lässt den Teig leicht aufgehen, sodass er beim Frittieren luftig wird.
Gode erbys ('gute Kräuter') ist bewusst offen - jede Mischung aromatischer Küchenkräuter passt. Im Kontext der englischen Küche um 1390 typisch: Petersilie, Salbei, Minze, Ysop, Bohnenkraut.
Praxis. Kräuter fein hacken und mit Mehl, Wasser, der Hefe und etwas Salz zu einem dickflüssigen, gerade noch fließenden Teig (Pfannkuchen-Konsistenz) verrühren. 20-30 Min. abgedeckt gehen lassen. Öl in Topf oder tiefer Pfanne auf ca. 170-180 Grad erhitzen, esslöffelweise kleine Fladen hineingeben und goldbraun ausbacken, auf Küchenpapier abtropfen. Warm mit klarem (flüssigem) Honig beträufelt servieren. Ohne Hefe gelingt ein dichterer, eher pfannkuchenartiger Fladen ebenso.
Im Mittelenglischen bezeichnet 'zest' (oder 'geste', 'giste') Hefe, die zum Gären von Teigen verwendet wurde. Es ist nicht mit der modernen Bedeutung von 'Zitronenschale' zu verwechseln.
Ja, hervorragend geeignet. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung (Kräuter hacken, Teig anrühren, frittieren) kann problemlos über offenem Feuer oder auf einem Kocher erfolgen.
'Gode erbys' bedeutet schlicht 'gute Kräuter'. Im Mittelalter wurden oft Petersilie, Salbei, Minze, Majoran oder Thymian verwendet. Wähle frische, aromatische Kräuter nach deinem Geschmack, die gut zusammenpassen.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“. Englisches Kochbuch der Hofköche Richard II. (~1390). Etwa 196 Rezepte der höfischen Küche Englands. Nah verwandt mit dem Ménagier de Paris - beide reflektieren die internationalisierte Küche des Spätmittelalters.
Mittelenglisch für Hefe (auch gist, giste) - der Brauer-Bärme zum Treiben des Teigs. Nicht die moderne 'Zitronenschale'.
'Gute Kräuter' - bewusst offene Angabe für eine Mischung aromatischer Küchenkräuter (Petersilie, Salbei, Minze u.a.).
Klarer, flüssiger Honig zum Beträufeln - im Gegensatz zu kristallisiertem.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| water | water Q283 |
| salt | table salt Q11254 |
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.