The Forme of Cury · England · 1390
PAYN PUFF . XX.IX
Eodem modo fait payn puff. but make it more tendre þe past. and loke þe past be rounde of þe payn puf as a coffyn & a pye. Payn puff. Contents has, _And the pete puant_.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Auf die gleiche Weise bereite den Payn Puff zu, doch mache den Teig zarter. Und achte darauf, dass der Teig des Payn Puff rund ist, wie eine Pastetenform oder eine Torte.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| the past | Teig (aus Mehl, Wasser, Salz und Fett) | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ Eodem modo fait payn puff
Gewählte Lesart: Die lateinische Phrase bedeutet 'Auf die gleiche Weise mache Payn Puff'. Dies verweist auf die Methode der Teigzubereitung, die in einem unmittelbar vorhergehenden Rezept (wahrscheinlich Rezept XX.VIII, 'Crustade Lombard') beschrieben wurde.
⚖ the past
Gewählte Lesart: Das Rezept geht davon aus, dass die grundlegenden Zutaten und die Zubereitung eines Teigs bekannt sind. Für einen mittelalterlichen 'zarten' Teig würden typischerweise Mehl, Wasser, Salz und eine großzügige Menge Fett (Schmalz oder Butter) verwendet.
⚖ coffyn
Gewählte Lesart: Dieser Begriff bezieht sich auf die stabile, oft dickwandige Teighülle einer mittelalterlichen Pastete, die als Behälter für die Füllung diente und nicht immer zum Verzehr bestimmt war.
⚖ Contents has, _And the pete puant_
Gewählte Lesart: Dies ist eine redaktionelle Anmerkung von Samuel Pegge, dem Herausgeber der Ausgabe von 1780. Sie weist darauf hin, dass die Füllung für diesen 'Payn Puff' in einem separaten Rezept mit dem Titel 'Pete Puant' beschrieben wird. 'Pete Puant' (altfranzösisch für 'stinkender Furz' oder 'stinkende Pastete') ist ein humorvoller mittelalterlicher Name für eine stark gewürzte oder riechende Pastete, oft auf Käsebasis.
Ein 'Payn Puff' ist eine Art Pastetenhülle oder -boden. Dieses Rezept beschreibt nur die Zubereitung des Teigs. Die Füllung, die in einem separaten Rezept namens 'Pete Puant' (die 'stinkende Pastete') beschrieben wird, ist hier nicht enthalten. Es handelt sich also um die äußere Hülle einer gefüllten Pastete.
Nein, die Zubereitung eines zarten Teigs von Grund auf erfordert präzise Temperaturen und eine kontrollierte Umgebung, die am Lagerfeuer schwer zu gewährleisten sind. Bereite den Teig oder die fertige Hülle am besten zu Hause vor und bringe sie mit zum Lager.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer Sammlung von Kochrezepten, die um 1390 für die Köche von König Richard II. von England verfasst wurde. Es ist eine der wichtigsten Quellen für die mittelalterliche englische Küche und bietet Einblicke in die höfische Kochkunst des späten 14. Jahrhunderts.
Im mittelalterlichen Kochkontext bezeichnet 'coffyn' (oder 'coffin') die feste, oft dicke Teighülle einer Pastete. Diese Hülle diente primär als Backform und Behälter für die Füllung und war nicht immer dazu gedacht, mitgegessen zu werden, ähnlich einer modernen Auflaufform. Sie war oft so robust, dass sie die Pastete auch ohne Form halten konnte.