The Forme of Cury · England · 1390
Bereite den Payn Puff auf die gleiche Weise zu, mache den Teig aber zarter. Und achte darauf, dass der Teig des Payn Puff rund ist, wie eine Pastetenhülle (Coffyn) oder eine Pastete.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| the past | Teig (aus Mehl, Wasser, Salz und Fett) | - | - |
Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Gericht, sondern ein Teig-Rezept: die Anleitung für die Teighülle eines Payn Puff, einer kleinen gefüllten Hofpastete. Der direkte Nachfahre ist der gedeckte Mürbeteig-Pastetenboden, wie man ihn heute für Quiche, Pasteten oder englische Pies kennt.
Eodem modo - auf welches Rezept verweist es? Die Anweisung knüpft an das unmittelbar vorausgehende Rezept an, die kleine Markpastete Pety Peruaunt (foc-191): dort wird der Teig nur mit Eigelb und ohne Wasser angeschlagen und zur Coffyn geformt. Beim Payn Puff soll derselbe Weg gegangen werden, der Teig aber more tendre (zarter, mürber) geraten - also fettreicher und weniger fest geknetet.
Coffyn. Mittelenglisch für die stehende, oft dickwandige Teighülle einer Pastete. Sie war zugleich Backform und Behälter und wurde nicht immer mitgegessen. Hier dient der Begriff nur als Formvorgabe: der Teig soll rund ausgeformt werden, wie eine Pastetenhülle oder eine pye (Pastete/Torte).
Praxis. Für einen zarten, mürben Teig 250 g Mehl mit reichlich Fett (Butter oder Schmalz, gut die Hälfte des Mehlgewichts) und einigen Eigelb zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, kurz ruhen lassen, dünn rund ausrollen und in eine Form legen. Mit der gewünschten Füllung belegen (z.B. der Markmasse aus foc-191), Deckel auflegen und im Ofen backen. Weil ein gleichmäßig regelbarer Ofen nötig ist, gehört das Backen nicht ans offene Feuer.
Ein 'Payn Puff' ist ein kleines, gefülltes Pastetengebäck. Dieses Rezept beschreibt nur die Zubereitung der zarten Teighülle und verweist für die Vorgehensweise auf das vorangehende Rezept (die Markpastete 'Pety Peruaunt'). Die Füllung selbst ist hier nicht angegeben.
Nur eingeschränkt. Die fertige Teighülle wird mit einer Füllung im Ofen gebacken, wofür ein regelbarer Ofen nötig ist. Bereite den Teig oder die fertige Pastete am besten zu Hause vor und bringe sie mit zum Lager.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer Sammlung von Kochrezepten, die um 1390 für die Köche von König Richard II. von England verfasst wurde. Es ist eine der wichtigsten Quellen für die mittelalterliche englische Küche und bietet Einblicke in die höfische Kochkunst des späten 14. Jahrhunderts.
Im mittelalterlichen Kochkontext bezeichnet 'coffyn' (oder 'coffin') die feste, oft dicke Teighülle einer Pastete. Diese Hülle diente primär als Backform und Behälter für die Füllung und war nicht immer dazu gedacht, mitgegessen zu werden, ähnlich einer modernen Auflaufform.
Name eines kleinen, gefüllten Pastetengebäcks; das Rezept beschreibt nur die zarte Teighülle, nicht die Füllung.
Lateinisch "auf die gleiche Weise" - verweist auf das vorausgehende Rezept Pety Peruaunt (foc-191), dessen Teigbereitung übernommen wird.
Mittelenglisch "zarter, mürber" - der Teig soll fettreicher und weicher als beim Vorgängerrezept ausfallen.
Mittelenglisch für die stabile, oft dickwandige Teighülle einer Pastete; diente als Backform und Behälter und wurde nicht immer mitgegessen.
Pastete oder Torte; hier als Formvergleich für die runde Teighülle.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Eodem modo fait payn puff
Gewählte Lesart: Lateinisch "auf die gleiche Weise wird Payn Puff gemacht". Der Verweis bezieht sich auf die Teigbereitung des unmittelbar vorangehenden Rezepts, der Markpastete Pety Peruaunt (foc-191), wo der Teig nur mit Eigelb und ohne Wasser angeschlagen wird.
And the pete puant
Gewählte Lesart: Dieser kursiv gesetzte Halbsatz stammt nicht aus dem Originaltext, sondern ist eine Lese-Anmerkung des Herausgebers Samuel Pegge (1780) zum Inhaltsverzeichnis. "Pete puant" steht dort als variante Lesart bzw. Verweisform zum Rezeptnamen; eine gesicherte Bedeutung lässt sich daraus nicht ableiten.
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