Kogebog / Libellus de arte coquinaria · Dänemark · 1300
Nimm süße Milch. Schneide die Kruste von Weißbrot so klein wie Würfel. Koche dies in einer Pfanne. Gib dann gut geschlagenes Eigelb hinzu. Dies nennt man Kalijs.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| søt miælk | Süße Milch | - | - | - |
| skorpæn. af huetebrøth | Weißbrotkruste | - | - | Statt Kruste: Weißbrot ohne Rinde |
| æggi blomæ | Eigelb | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein einfacher süßer Milchbrei: gewürfelte Weißbrotkruste wird in süßer Milch gegart und mit Eigelb gebunden. Er steht direkt neben dem hwitmoos aus dem Nachbarrezept (hkb-015) und der breiten Familie der Brot-Milch-Breie im Korpus (men-137, foc-040 „Cawdel Ferry“).
Der Eigenname kalijs wird im Text vergeben („Thæt hetær kalijs“). Das Wort gehört zur europäischen Wortfamilie um coulis/colis - eine durchpassierte, sämige Flüssigspeise, oft für Kranke und Schwache. Im nordischen Gebrauch ist daraus hier ein dicker, gebundener Milchbrei geworden.
Skorpæn af huetebrøth („Weißbrotkruste“): bewusst die Kruste, nicht die Krume - sie gibt im Milchsud etwas mehr Biss und Karamellnote. Æggi blomæ („Eierblume“) ist die altnordische Bezeichnung für das Eigelb; die „Blume“ meint den gelben Kern, nicht eine Zutat.
Praxis. Weißbrotkruste in kleine Würfel schneiden (ca. erbsen- bis bohnengroß). In einer Pfanne mit etwa 400 ml süßer Milch bei kleiner Hitze köcheln, bis die Würfel weich sind und die Milch andickt. Pfanne von der starken Hitze nehmen, 2-3 gut verschlagene Eigelbe einrühren und nur noch unter Rühren binden lassen - nicht mehr aufkochen, sonst gerinnt das Ei. Sofort servieren.
Der Titel bedeutet ‚Über die Speise, die Kalijs genannt wird‘. Es ist eine lateinische Rubrik, die den folgenden altdänischen Rezepttext einleitet.
Nein, dieses Rezept ist nicht ideal für die Lagerküche, da es frische Milch und Eier verwendet, die durchgehende Kühlung benötigen und bei sommerlichen Temperaturen schnell verderben können.
Kalijs ist ein mittelalterlicher dänischer Milchbrei, der aus süßer Milch, Weißbrotkrusten und Eigelb zubereitet wird. Er hat eine sämige Konsistenz und ist eine einfache, nahrhafte Speise, die als süßer Abschluss oder sättigende Zwischenmahlzeit dienen konnte.
Dieses Rezept stammt aus dem Kogebog (Harpestreng-Handschrift NKS 66) (Dänemark). Älteste erhaltene nordeuropäische Rezeptsammlung (~1300). Überliefert in der Harpestreng-Handschrift (NKS 66, 8vo, Det Kongelige Bibliotek Kopenhagen). ~25 Rezepte: höfische Saucen, Geflügel, Fisch, Süßspeisen - mit Safran, Kardamom und Nelken als Fernhandelsgewürzen. Altdänischer Text mit lateinischen Rubriken.
Eigenname der Speise; gehört zur Wortfamilie um coulis/colis (durchpassierte, sämige Speise), hier ein dicker Milch-Brot-Brei.
Wörtlich „Eierblume“, altnordische Bezeichnung für das Eigelb (die gelbe „Blüte“ des Eis).
Die Kruste des Weißbrots (bewusst die Rinde, nicht die Krume).
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| æggi blomæ | yolk Q16336079 |
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Stand dieser Fassung: 21.06.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.