Libro de Arte Coquinaria (Libro de arte coquinaria)
Saubohnen-Frittata mit Obst und Kräutern
Moderne Übersetzung
Nimm Saubohnen, Salbei, Zwiebel, Feigen und Äpfel, wie oben erwähnt, und auch andere gute Kräuter, und vermische alles miteinander. Brate es in der Pfanne mit Öl. Bereite daraus eine Frittata zu, und wenn sie gar ist, nimm sie heraus und bestreue sie mit guten Gewürzen.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| fava | 200 g Saubohnen (frisch oder TK) | - | - |
| salvia | Salbei | - | - |
| cipolla | 1 Zwiebel | - | - |
| fiche | 2-3 Feigen | - | - |
| pomi | 1 Apfel | - | - |
| altre bone herbe | nach Geschmack: Petersilie, Minze, Majoran | - | - |
| olio | 3 EL Pflanzenöl | - | - |
| fanne una frittata (implied) | 3-4 Eier | - | - |
| bone spetie | 1 TL Gewürzmischung (z.B. Pfeffer, Ingwer, Zimt) | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Bauernspeise im feinen Gewand: eine Frittata - die italienische Verwandte des Omeletts und der spanischen Tortilla - mit Saubohnen, Zwiebel, Salbei und süßer Trockenfrucht. Wer eine kräuterstämmige Bohnen-Tortilla kennt, ist nah dran. Martino reicht das Gericht hier als zweite Verwertung der Bohnen-Frucht-Mischung aus dem vorangehenden Püree-Rezept (mar-056) nach.
Como è ditto di sopra. Der Verweis ‚wie oben erwähnt‘ ist kein Geheimnis: Im Rezept davor (Fava menata, mar-056) kocht Martino die Saubohnen weich, stößt sie im Mörser, schwitzt eine fein geschnittene Zwiebel in Öl an und gibt klein geschnittenen Salbei und Feigen oder Äpfel dazu. Genau diese Mischung ist hier gemeint. Wer mar-056 schon gemacht hat, hat die Basis fertig; sonst bereitet man die Zutaten frisch in der Pfanne vor.
Die Frittata. Anders als beim französischen Omelett wird eine Frittata nicht gewendet und nicht gefaltet - sie gart langsam und flach durch, bis sie gestockt ist (vgl. Martinos eigenes Frittata-Grundrezept mar-183, das ausdrücklich warnt, sie ‚weder zu wenden noch zu stark zu kochen‘). Die verschlagenen Eier binden Bohnen, Zwiebel und Frucht zu einem Kuchen, den man als Ganzes stürzt oder in Stücke schneidet.
Süß-herzhaft. Feigen oder Apfel bringen Süße und Säure an die erdigen Bohnen - dieselbe Agrodolce-Logik, die mittelalterliche Köche so gern bedienten. Das abschließende Bestreuen mit bone spetie (guten Gewürzen, typisch Pfeffer, Ingwer, Zimt) rundet die Süße mit Wärme ab.
Praxis. 200 g Saubohnen (frisch, TK oder eingeweicht und gekocht) garen, grob zerdrücken. 1 Zwiebel fein würfeln und in 3 EL Öl glasig braten, 6-8 Salbeiblätter und 2-3 entsteinte Trockenfeigen (oder einen geschälten, gewürfelten Apfel) klein geschnitten zugeben, kurz mitschwitzen. Bohnen unterrühren, mit weiteren Kräutern (Petersilie, Minze, Majoran) abschmecken. 3-4 verquirlte Eier darüber, bei mittlerer Hitze flach und ohne Rühren stocken lassen (8-12 Min.), Pfanne ggf. kurz abdecken oder unter den Grill für die Oberseite. Heiß stürzen, mit der Gewürzmischung bestreuen. Wer es vegan-fastentauglich will, lässt die Eier weg und brät die Mischung als gewürzte Bohnen-Frucht-Pfanne durch - dann ist es im Kern wieder mar-056.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mar-058/
fyndling.de/rezepte/mar-058/