Libro de Arte Coquinaria (Libro de arte coquinaria)
Gebratene Hirsecreme
Moderne Übersetzung
Nimm die Hirse, gut gestoßen und sehr gut gewaschen, sodass sie weiß und sauber ist, und koche sie in guter Ziegen- oder Kuhmilch. Achte darauf, dass sie dickflüssig und gut durchgekocht ist. Nimm ein wenig feines Mehl und zwei Eiweiße, und verrühre sie zusammen mit dem besagten Mehl. Wem die Eier nicht zusagen, der kann das Mehl auch mit Milch verrühren. Gib die verrührte Mischung zur Hirse, rühre sie sehr gut mit dem Löffel um und lasse sie noch ein wenig kochen. Füge guten Zucker hinzu, rühre erneut und vermische alles sehr gut. Dann nimm diese Masse auf ein großes Schneidebrett, verteile und verstreiche sie, wie du es mit der Füllung einer Torte tun würdest, und lasse sie erkalten. Wenn du sie dann bei Tisch schneiden willst, mache große oder kleine Scheiben, wie es dir gefällt, und brate sie in der Pfanne mit gutem Schmalz. Wende sie einige Male und koche sie, bis sie unten und oben ein wenig Farbe angenommen haben. Nimm sie Stück für Stück heraus und lege sie auf den Teller, bestreue sie mit Zucker und Rosenwasser. Ähnlich kannst du es in der Fastenzeit zubereiten, indem du Mandelmilch anstelle der oben genannten Milch verwendest und es in gutem Öl brätst. Ebenso kannst du Reis auf diese beiden oben genannten Arten zubereiten.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| lo meglio pisto lavato molto bene, che sia biancho et netto | 200 g Hirse (fein gestoßen) | - | - |
| bono lacte di capra, o di vaccha | 500 ml Ziegen- oder Kuhmilch | - | - |
| un pocho di fiore di farina | 2 EL Weizenmehl (Type 405) | - | - |
| doi bianchi d'ova | 2 Eiweiße | - | - |
| bon zuccharo | 50 g Zucker | - | - |
| bono structo | 50 g Schweineschmalz | - | Pflanzenöl (für Fastenzeit) |
| zuccharo | 2 EL Zucker (zum Bestreuen) | - | - |
| acqua rosata | 1 EL Rosenwasser | Reformhaus, Online-Gewürzhandel | - |
| lacte de amandole | 500 ml Mandelmilch (für Fastenzeit) | - | - |
| bono olio | 50 g Pflanzenöl (für Fastenzeit) | - | - |
| riso | 200 g Reis (alternativ zur Hirse) | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine süße Hirse-Creme, die zu einem festen Pudding eingekocht, kalt geschnitten und dann in Scheiben goldbraun gebraten wird - ein naher Verwandter der gebratenen Grieß- und Reis-Schnitten, die quer durch die spätmittelalterliche Süßküche reichen (vgl. Mandel-Húsce in Schmalz gebacken sev-253, gebratene Reis/Hirse-Speisen sev-050). Das Verfahren entspricht im Kern dem, was wir heute als gebratene Grießschnitte kennen.
Martino kocht meglio pisto (gestoßene Hirse) in Ziegen- oder Kuhmilch zu einem dicken Brei, bindet mit etwas fiore di farina (feinem Mehl) und Eiweiß nach, süßt mit Zucker und streicht die Masse zum Erkalten flach aus - al modo che farresti il pieno d'una torta (wie die Füllung einer Torte). Die erkaltete, geschnittene Masse wird in structo (Schmalz) gebraten und mit Zucker und acqua rosata (Rosenwasser) bestreut.
Das Rezept ist bewusst flexibel: In der Fastenzeit (quadragesimale) tritt Mandelmilch an die Stelle der Tiermilch und Öl an die des Schmalzes; ebenso lässt sich Reis statt Hirse verwenden.
Praxis. Fein gemahlene Hirse in Milch zu einem dicken, gut durchgekochten Brei kochen. Mehl mit zwei Eiweiß (oder, wer keine Eier mag, mit etwas Milch) glattrühren, unter den Brei ziehen, kurz mitkochen und mit Zucker süßen. Die Masse fingerdick auf einem Brett ausstreichen und vollständig erkalten lassen. In Scheiben schneiden und in reichlich Schmalz (fastentauglich: Pflanzenöl) von beiden Seiten goldbraun braten. Mit Zucker und Rosenwasser bestreut servieren.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mar-136/
fyndling.de/rezepte/mar-136/