Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají · Prag, Böhmen · 1535
Mandlová húsce.
Vezmi mandlové mléko a vař dobře, a míšej s cukrem dobře, vlož pak na rub a polož doch mezi ně a učiň těsto z bílé mouky a rozšiř válkem, vložiž vařených mandlův na to, a obeřiž pak húsci, peciž ji v pánvi v sádle.
Čeněk Zíbrt, Staročeské umění kuchařské (1927), Zlatý fond SME — Kap. 26–27: Pavel Severin z Kapí hory
🏕 Lagerküche-Tipp: Die Zubereitung des Teiges und der Füllung ist am Lager möglich. Zum Backen benötigst du eine Pfanne und ausreichend Schmalz.
Nimm Mandelmilch und koche sie gut, dann mische sie gut mit Zucker. Bereite einen Teig aus weißem Mehl zu und rolle ihn mit einem Nudelholz dünn aus. Verteile die gekochte Mandelmilch-Zucker-Mischung auf einer Hälfte des ausgerollten Teiges. Lege dann die gekochten Mandeln darauf. Klappe die andere Hälfte des Teiges darüber, sodass die Füllung bedeckt ist. Schneide die Húsce [in die gewünschte Form, z.B. Quadrate oder Dreiecke]. Backe sie in einer Pfanne in Schmalz goldbraun.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| mandlové mléko | 500 ml Mandelmilch | — | — |
| cukrem | 100 g Zucker | — | — |
| bílé mouky | 300 g Weizenmehl (Type 405) | — | — |
| vařených mandlův | 100 g gekochte Mandeln (gehackt) | — | — |
| sádle | 200 g Schweineschmalz | Metzger, Supermarkt | Pflanzenöl (z.B. Rapsöl) |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ vlož pak na rub a polož doch mezi ně
Gewählte Lesart: Diese Passage wurde als Anweisung interpretiert, die vorbereitete Mandelmilch-Zucker-Mischung als Füllung auf eine Hälfte des ausgerollten Teiges zu geben und dann die andere Teighälfte darüberzuklappen, um die Füllung zu umschließen.
Andere mögliche Lesart:
‚Húsce' ist ein traditionelles böhmisches Gebäck, das oft als gefüllter Fladen oder Krapfen zubereitet wird. Der Name leitet sich vom tschechischen Wort für Gans (husa) ab, da es manchmal in dieser Form gebacken wurde oder eine ähnliche Konsistenz hatte.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Zubereitung des Teiges und der Füllung ist mit einfachen Mitteln möglich. Zum Backen benötigst du lediglich eine Pfanne und ausreichend Schmalz, was über offenem Feuer oder auf einem Kocher gut funktioniert.
Dieses Rezept stammt aus dem ‚Böhmischen Kochbuch — Kuchařství o rozličných krměch', verfasst von Pavel Severin z Kapí Hory und 1535 in Prag gedruckt. Es ist das älteste erhaltene gedruckte tschechische Kochbuch und bietet Einblicke in die frühneuzeitliche böhmische Küche.
Die genaue Bedeutung von ‚na rub' (wörtlich ‚auf die Rückseite' oder ‚auf eine Unterlage') und ‚doch' ist in diesem frühneuzeitlichen tschechischen Kontext nicht eindeutig. Wir haben ‚na rub' als Anweisung zur Teigbearbeitung interpretiert und ‚doch' als Hinweis auf die Füllung oder eine weitere Teigschicht. Im Wesentlichen geht es darum, die Mandelmilch-Zucker-Mischung und die Mandeln zwischen zwei Teigschichten zu legen.