Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465
Frictelle piene di vento.
Togli del fiore di farina et d'acqua di sale et del zuccaro; distemperarai questa farina facendone una pasta che non sia troppo dura, et falla sottile a modo di far lasagne; et distesa la ditta pasta sopra ad una tavola, con una forma de ligno tonda overo con un bicchiero la tagliarai frigendola in bono oglio. Et guarda non ti vinisse bucata in niun loco, et a questo modo si gonfiaranno le frittelle, che pareranno piene, et seranno vote.
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966)
🏕 Lagerküche-Tipp: Du benötigst eine Möglichkeit zum Frittieren über offenem Feuer oder einem Kohlebecken und ausreichend Öl. Der Teig lässt sich gut vorbereiten und transportieren.
Nimm feines Weizenmehl, Salzwasser und Zucker. Verrühre das Mehl mit dem Salzwasser und dem Zucker zu einem Teig, der nicht zu hart ist, und rolle ihn dünn aus, wie man es für Lasagne tut. Den Teig auf einer Arbeitsfläche ausgebreitet, schneide ihn mit einer runden Holzform oder einem Glas aus. Frittiere die Teiglinge anschließend in gutem Öl. Achte darauf, dass der Teig an keiner Stelle durchlöchert wird. Auf diese Weise werden sich die Frittellen aufblähen, sodass sie gefüllt erscheinen, aber tatsächlich leer sein werden.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| del fiore di farina | Feines Weizenmehl | — | — |
| d'acqua di sale | Wasser | Leitung | — |
| d'acqua di sale | Salz | — | — |
| del zuccaro | Zucker | — | — |
| bono oglio | Pflanzenöl zum Frittieren | — | — |
Der Name bedeutet wörtlich ‚Windfrittellen‘ oder ‚Frittellen, gefüllt mit Wind‘. Es ist ein humorvoller Hinweis darauf, dass die Frittellen beim Frittieren hohl werden und sich aufblähen, sodass sie gefüllt aussehen, aber tatsächlich leer sind.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Du benötigst lediglich eine Möglichkeit zum Frittieren über offenem Feuer oder einem Kohlebecken und ausreichend Öl. Der Teig lässt sich auch gut vorbereiten und transportieren.
Dieses Rezept stammt aus dem ‚Libro de Arte Coquinaria‘, einem der bedeutendsten Kochbücher des 15. Jahrhunderts, verfasst um 1465 von Maestro Martino da Como, einem berühmten Koch aus Norditalien. Es spiegelt die gehobene Küche der Renaissance wider.
‚Fiore di farina‘ bedeutet wörtlich ‚Blütenmehl‘ und bezeichnet das feinste, hellste Weizenmehl, das durch mehrfaches Mahlen und Sieben gewonnen wurde. Es entspricht in etwa unserem heutigen Weizenmehl Type 405 oder 550.