Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Pour faire eaue rose vermeille, prenez une fiole de voirre et l'emplez a moictié de bonne eaue rose, et l'autre moictié emplez de roses vermeilles: c'est assavoir de pampes de jeunes roses dont le bout de la pampe qui est blanc sera coupé, et laissier ix jours ou solail, et les nuys aussi, et puis coulez.
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Um rotes Rosenwasser herzustellen, nehmt eine Glasflasche und füllt sie zur Hälfte mit gutem Rosenwasser. Die andere Hälfte füllt mit roten Rosenblättern. Dies sind die Blütenblätter junger Rosen, deren weißes Ende abgeschnitten werden soll. Lasst die Flasche neun Tage lang in der Sonne stehen, auch nachts. Danach seiht das Rosenwasser ab.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| une fiole de voirre | 1 Glasflasche | — | — |
| bonne eaue rose | Gutes Rosenwasser | Apotheke / Supermarkt | — |
| roses vermeilles: c'est assavoir de pampes de jeunes roses dont le bout de la pampe qui est blanc sera coupé | Rote Rosenblätter (von jungen Rosen, das weiße Ende abgeschnitten) | Garten / Wochenmarkt | — |
Achte darauf, ungespritzte Rosen aus dem eigenen Garten, von einem Bio-Bauern oder vom Wochenmarkt zu verwenden. Rosen aus dem Blumenhandel sind oft chemisch behandelt und nicht für den Verzehr geeignet.
Nein, dieses Rezept ist nicht für die direkte Zubereitung am Lager geeignet, da es neun Tage zum Ziehen benötigt. Bereite das Rosenwasser zu Hause vor und bringe es fertig mit.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem umfangreichen Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet detaillierte Einblicke in die bürgerliche Küche und Haushaltsführung des späten Mittelalters.
Rosenwasser war im Mittelalter ein vielseitiges Produkt. Es wurde zum Aromatisieren von Speisen und Getränken, als Parfüm, zur Körperpflege (z.B. Händewaschen) und in der Medizin eingesetzt. Die rote Farbe deutet auf eine zusätzliche ästhetische oder symbolische Funktion hin.