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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Mit Weichselsauce gefüllte Oblaten, an den Rändern in gelben Weinteig getaucht

Moderne Übersetzung

Nimm Weichselsauce und streiche sie auf eine Oblate. Lege eine andere Oblate darüber und schneide sie klein oder groß.

Mache einen Teig an mit Wein und Mehl, färbe ihn ein wenig gelb. Tauche die Ränder in den Teig, damit die Oblaten beieinander bleiben. Wirf sie in heiße Butter und verbrenne sie nicht.

Gib sie warm auf den Tisch und bestreue sie mit weißem Zucker.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Weichselsalsen Weichselsalsen - - -
Oblat Oblat - Supermarkt (Backregal) -
Wein Wein - - -
Mehl Mehl - - -
gelb gelb - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -
heisse Butter heisse Butter - - -
weissem Zucker weissem Zucker - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Zwei Oblaten mit Weichselsauce dazwischen, in Stücke geschnitten, nur an den Rändern in einen leicht gelben Teig aus Wein und Mehl getaucht und in heißer Butter ausgebacken, dann warm mit weißem Zucker bestreut. Dasselbe Verfahren steht im Kapitel noch einmal mit Apfelfüllung (rum-1673) und mit Mandelfüllung (rum-1674).

Die Füllung. Rumpolt setzt die Weichselsauce als fertig voraus; sein eigenes Rezept dafür (rum-1558) kocht sie dick ein. Für die Oblaten muss sie streichfähig dick sein, eine dünne, mit Wein gelöste Tunke weicht die Blätter durch. Darum erst kurz vor dem Backen füllen.

Die Ränder in den Teig. „Stoß die oͤrter in den Teig“ heißt: die Schnittränder der gefüllten Stücke in den Teig tauchen. Der Teig klebt die beiden Oblaten zusammen und schließt die Füllung ein, das sagt Rumpolt selbst: „daß die Oblat beyeinander bleiben“. Die Mitte bleibt frei.

Der gelbe Teig. Gelb heißt bei Rumpolt ohne andere Angabe: mit Safran, hier nur „ein wenig“. Mengen nennt er nicht. Praktisch bewährt sich ein dickflüssiger Teig wie für Pfannkuchen, der am Oblatenrand haften bleibt.

Ausbacken. Rumpolt backt in heißer Butter und warnt: „verbrenn es nicht“. Butter bräunt früh, die Hitze also mäßig halten und die Stücke nur so lange backen, bis der Teigrand fest ist. Wer sicherer arbeiten will, nimmt Butterschmalz oder Öl bei mittlerer Hitze; Rumpolt sagt Butter.

Praxis. Mengen, Teigdicke und Zeiten nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung und setzt die fertige Weichselsauce voraus. Den Zucker erst beim Auftragen darüberstreuen.

fyndling.de/rezepte/rum-1655/