Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Zucker-Hobelschnitten, weiß, mit Zimt oder violett mit Turnasol
Moderne Übersetzung
Du kannst es auch so aus lauter Zucker machen: weiß, oder mit Zimt, oder violett mit Turnasol.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| lauter Zucker | lauter Zucker | - | Supermarkt | - |
| Zimmet | Zimt | - | Supermarkt (Gewürzregal) | - |
| Turnasol | Turnasol | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Zeile, die an die vorangehende Nummer anschließt. Wir lesen das „es“ als die Hobelschnitten (rum-1717): Dort endet Rumpolt mit „Also macht man die Hobelschnitten von Mandeln“, hier fährt er fort, man könne es „auch also von lauter Zucker“ machen. Die drei Farben weiß, Zimt und violett stehen genauso bei den Zucker-Holhippen (rum-1712); dass Rumpolt diese meint, ist die zweite mögliche Lesart.
Woraus besteht die Zuckermasse? Das sagt die Zeile nicht. „Lauter Zucker“ heißt bei Rumpolt nur: Zucker statt Mandeln. Bei den Zucker-Piscoten (rum-1711) bindet er den Zucker mit Eiweiß, bei den Zucker-Holhippen (rum-1712) mit Tragant, den er in Rosenwasser einweicht. Welche Bindung hier gemeint ist, bleibt offen.
Zimt und Turnasol. Bei den Zucker-Holhippen stößt Rumpolt den Zimt mit dem Zucker, „so wirt es braun“. Turnasol weicht er dort in Rosenwasser ein, und die Masse wird violett. Mengen nennt er an keiner der Stellen.
Praxis. Die Arbeitsschritte stehen bei den Mandel-Hobelschnitten (rum-1717); statt der Mandelmasse nimmt man eine Zuckermasse, wie sie bei den Zucker-Piscoten oder den Zucker-Holhippen beschrieben ist. Mengen, Ofenhitze und Trockenzeit nennt Rumpolt hier nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1718/
fyndling.de/rezepte/rum-1718/