Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Du kannst es auch so aus lauter Zucker machen: weiß, oder mit Zimt, oder violett mit Turnasol.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| lauter Zucker | lauter Zucker | - | Supermarkt | - |
| Zimmet | Zimt | - | Supermarkt (Gewürzregal) | - |
| Turnasol | Turnasol | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine Zeile, die an die vorangehende Nummer anschließt. Wir lesen das „es“ als die Hobelschnitten (rum-1717): Dort endet Rumpolt mit „Also macht man die Hobelschnitten von Mandeln“, hier fährt er fort, man könne es „auch also von lauter Zucker“ machen. Die drei Farben weiß, Zimt und violett stehen genauso bei den Zucker-Holhippen (rum-1712); dass Rumpolt diese meint, ist die zweite mögliche Lesart.
Woraus besteht die Zuckermasse? Das sagt die Zeile nicht. „Lauter Zucker“ heißt bei Rumpolt nur: Zucker statt Mandeln. Bei den Zucker-Piscoten (rum-1711) bindet er den Zucker mit Eiweiß, bei den Zucker-Holhippen (rum-1712) mit Tragant, den er in Rosenwasser einweicht. Welche Bindung hier gemeint ist, bleibt offen.
Zimt und Turnasol. Bei den Zucker-Holhippen stößt Rumpolt den Zimt mit dem Zucker, „so wirt es braun“. Turnasol weicht er dort in Rosenwasser ein, und die Masse wird violett. Mengen nennt er an keiner der Stellen.
Praxis. Die Arbeitsschritte stehen bei den Mandel-Hobelschnitten (rum-1717); statt der Mandelmasse nimmt man eine Zuckermasse, wie sie bei den Zucker-Piscoten oder den Zucker-Holhippen beschrieben ist. Mengen, Ofenhitze und Trockenzeit nennt Rumpolt hier nicht.
Rumpolt nennt es nicht. Nach der Stellung im Buch sind es die Hobelschnitten der vorangehenden Nummer (rum-1717), die dort aus Mandeln gemacht werden. Die drei Farben kennt man von den Zucker-Holhippen (rum-1712), deshalb ist auch dieser Bezug möglich.
Nein. Es hat keine eigene Anleitung, und gefärbtes Zuckerwerk mit Turnasol ist ein Kunststück, keine Lagerküche.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Ein Färbemittel, das bei Rumpolt violett färbt: Bei den Zucker-Holhippen (rum-1712) und den Holhippen aus Teig (rum-1713) weicht er es in Rosenwasser ein und färbt damit Zuckermasse und Teig violett, in rum-0960 eine Brühe. Häufig wird Turnsol der Färberpflanze Chrozophora tinctoria zugeschrieben; einen Wörterbuchbeleg für diese Zuordnung haben wir nicht gefunden.
Violett. Rumpolt gebraucht das Wort mehrfach, etwa für die Zucker-Holhippen (rum-1712) und die violette Brühe (rum-0960).
„Lauter“ heißt hier „rein, nur“: Die Masse besteht aus Zucker statt aus Mandeln. Dieselbe Wendung gebraucht Rumpolt für die Zucker-Piscoten (rum-1711), die er mit Eiweiß bindet.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Zimmet | cinnamon Q28165 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Du kansts auch also
Gewählte Lesart: Das „es“ meint die Hobelschnitten der vorangehenden Nummer (rum-1717). Dort schließt Rumpolt mit „Also macht man die Hobelschnitten von Mandeln“, hier folgt unmittelbar „Du kansts auch also von lauter Zucker machen“: Mandeln und lauter Zucker stehen sich als die beiden Massen gegenüber, Form und Trocknung bleiben gleich.
Andere mögliche Lesart:
Turnasol
Gewählte Lesart: Ein violett färbendes Färbemittel. Die Bedeutung ergibt sich aus Rumpolts Gebrauch: Mit Turnasol werden Zuckermasse (rum-1712), Teig (rum-1713) und Brühe (rum-0960) „Violfarb“.
Andere mögliche Lesart:
mit Zimmet
Gewählte Lesart: Der Text sagt nur „mit Zimt“, eine Farbe nennt er nicht; so steht es auch in der Übersetzung.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.