Im Viewer öffnen Translate

Hecht-Sülze in klarer Brühe

Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají · Prag, Böhmen · 1535

🐟 Hauptspeise · Fisch ⚠ Viel Interpretationsspielraum Mittel
⏱ 90 Min.👥 4–6 Personen📖 Böhmisches Kochbuch — Kuchařství o rozličných krměch (~1535)

Historische Illustration

Hecht-Sülze in klarer Brühe — Originalseite aus Böhmisches Kochbuch — Kuchařství o rozličných krměch
Taccuino Sanitatis, Casanatense (ca. 1390)

Transkription (Frühneuzeitliches Tschechisch)

Huspenina v čisté jiše.

Udělaj všecko k ní obyčejem, kromě štiky, aby roztáhal, potom sekaj na kusy, i potuž u víně, aby mohl kuoži s ní obrati. Potom daj do octa kuože, ať povrou dobře a proceď skrze hartuch a daj do něho štiku a uvař na místo, koření dáš, jako i svrchu, a též rúchu a potom můžeš jísti.

Čeněk Zíbrt, Staročeské umění kuchařské (1927), Zlatý fond SME — Kap. 26–27: Pavel Severin z Kapí hory

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Bereite alles für die Sülze wie gewohnt vor, außer den Hecht. Lasse den Hecht gar ziehen, damit er weich wird. Schneide ihn dann in Stücke und schmore ihn in Wein, damit du die Haut leicht abziehen kannst. Gib anschließend die abgezogene Haut in Essig und lasse sie gut kochen. Seihe die Flüssigkeit durch ein feines Tuch ab. Gib den Hecht in diese Flüssigkeit und koche ihn darin gar. Würze mit Gewürzen, wie oben (in anderen Rezepten) beschrieben, und füge die Gallerte hinzu. Danach kannst du die Sülze genießen.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
štiky 1 ganzer Hecht Fischhändler, gut sortierter Supermarkt
víně 200 ml Weißwein (trocken)
octa 100 ml Weinessig
koření 1 TL Pfeffer (gemahlen)
koření 1/2 TL Ingwer (gemahlen)
koření 1 Prise Safranfäden Apotheke, gut sortierter Supermarkt
koření 1/4 TL Nelken (gemahlen)
sůl Salz
voda Wasser Leitung

Anmerkungen

Huspenina
Sülze, Aspik
jiše
Brühe, Sud
hartuch
Grobes Leinentuch oder Passiertuch
rúchu
Gallerte, gelatinöse Flüssigkeit

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

roztáhal

Gewählte Lesart: ‚gar ziehen lassen' (poach/simmer until tender)

Andere mögliche Lesart:

  • ausbreiten/ausdehnen — Das Verb ‚roztáhnout' bedeutet wörtlich ‚ausdehnen' oder ‚strecken'. Im Kochkontext könnte es bedeuten, den Fisch zu entspannen oder vorzubereiten, um die Haut leichter zu entfernen.

koření dáš, jako i svrchu

Gewählte Lesart: Würze mit Gewürzen, wie oben (in anderen Rezepten) beschrieben

Andere mögliche Lesart:

  • Würze mit Gewürzen, wie sie bereits im Rezept genannt wurden — Obwohl in diesem spezifischen Rezept keine Gewürze zuvor genannt wurden, könnte ‚svrchu' sich auf eine allgemeine Gewürzmischung beziehen, die in früheren Rezepten des Kochbuchs detailliert beschrieben wurde.

rúchu

Gewählte Lesart: Gallerte / gelatinöse Flüssigkeit

Andere mögliche Lesart:

  • Brühe / Sud — Das Wort ‚roucho' bedeutet wörtlich ‚Gewand' oder ‚Kleid'. Im kulinarischen Kontext ist es ein ‚falscher Freund' und bezieht sich hier auf die durch das Kochen der Haut gewonnene gelatinöse Substanz, die zum Gelieren der Sülze dient. Eine direkte Übersetzung als ‚Brühe' würde die spezifische Funktion der Gelierung nicht ausreichend hervorheben.

Häufige Fragen

Welche Gewürze soll ich verwenden, da das Rezept keine genaue Angabe macht?

Das Rezept verweist auf eine allgemeine Gewürzmischung, die in anderen Teilen des Kochbuchs beschrieben sein mag. Typische Gewürze für Fischgerichte dieser Zeit waren Pfeffer, Ingwer, Safran und Nelken. Würze nach eigenem Geschmack.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht ideal für die Lagerküche. Die Sülze benötigt eine längere Kühlzeit, um fest zu werden, was am Lager nur schwer zu gewährleisten ist. Zudem erfordert die Zubereitung mehrere Schritte, die eine gut ausgestattete Küche erleichtern. Zuhause vorbereiten.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Böhmischen Kochbuch — Kuchařství o rozličných krměch' von Pavel Severin z Kapí Hory, gedruckt um 1535 in Prag. Es ist eines der ältesten erhaltenen gedruckten Kochbücher in tschechischer Sprache und bietet Einblicke in die frühneuzeitliche böhmische Küche.

Was bedeutet 'rúchu' in diesem Rezept?

Das Wort ‚rúchu' (modern tschechisch ‚roucho') bedeutet wörtlich ‚Gewand' oder ‚Kleid'. Im kulinarischen Kontext ist es ein ‚falscher Freund' und bezieht sich hier auf die durch das Kochen der Hechthaut gewonnene gelatinöse Substanz, die zum Gelieren der Sülze dient. Es ist die Gallerte, die die Sülze fest werden lässt.

← Alle Rezepte