Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají · Prag, Böhmen · 1535
Zerstoße den rohen Mohn im Mörser. Löse ihn mit lauwarmem Wasser auf und koche ihn langsam über sanfter Glut. Passiere die Mischung durch ein Sieb und süße sie mit Honig. Gib Zimt, Ingwer, Pfeffer und Safran hinzu. Tunke Brotscheiben in diesen Sud und brate sie langsam in einer Pfanne mit Pflanzenöl oder Mohnöl.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Mák syrový | 200 g Mohn (ungemahlen) | - | - |
| vlažnú vodú | 500 ml Wasser (lauwarm) | Leitung | - |
| strdí | 100 g Honig | - | - |
| skořici | 1 TL Zimt (gemahlen) | - | - |
| zázvor | 1/2 TL Ingwer (gemahlen) | - | - |
| pepř | 1/4 TL Pfeffer (gemahlen) | - | - |
| šafrán | 1 Prise Safranfäden | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| topenky | Weißbrot | - | - |
| oleje dřevěnného, aneb makového | 100 ml Pflanzenöl (geschmacksneutral) | - | Mohnöl (Reformhaus, Bio-Laden) |
Der im Rezept genannte Mörser ist ein großer Fleischmörser, der zum Zerstoßen von Zutaten wie Mohn oder Fleisch zu einer feinen Paste diente. Für dieses Rezept kannst du den Mohn auch in einer Küchenmaschine oder einem Blender fein mahlen. Alternativ kannst du bereits gemahlenen Mohn verwenden, um Zeit zu sparen.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Zubereitung über offener Glut in einer Pfanne ist problemlos möglich. Den Mohn kannst du bereits gemahlen mitbringen, und die Brotscheiben lassen sich frisch oder altbacken verwenden.
Dieses Rezept stammt aus dem „Böhmischen Kochbuch, Kuchařství o rozličných krměch“ von Pavel Severin z Kapí Hory, das um 1535 in Prag veröffentlicht wurde. Es ist das älteste erhaltene gedruckte tschechische Kochbuch und bietet Einblicke in die frühneuzeitliche böhmische Küche.
‚Bába' ist im Tschechischen ein traditioneller Name für eine Art süßen Kuchen oder Auflauf, oft aus Hefeteig oder Grieß. In diesem Rezept bezeichnet es eine Süßspeise, bei der Brotscheiben in einen gewürzten Mohnsud getunkt und anschließend gebraten werden, ähnlich einem Arme-Ritter-Gericht mit Mohn.
Der Begriff ‚dřevěnný olej' (Holzöl) ist nicht eindeutig. Es könnte sich um ein allgemeines Pflanzenöl handeln, das aus Bäumen oder Pflanzen gewonnen wird. Für ein süßes Gericht empfiehlt sich ein geschmacksneutrales Pflanzenöl wie Raps- oder Sonnenblumenöl. Wenn du experimentieren möchtest, kannst du auch Walnuss- oder Haselnussöl verwenden, die einen feinen nussigen Geschmack beisteuern. Leinöl wäre historisch plausibel, hat aber einen sehr starken Eigengeschmack.
Mohnbrei oder Mohnmus.
Ein traditioneller Name für einen süßen Kuchen, hier wohl eine Art Mohn-Fritter oder -Auflauf, da Brotscheiben darin getunkt und gebraten werden.
Alttschechische Bezeichnung für Honig, oft roher Honig oder Wabenhonig.
Wörtlich ‚Getoastetes' oder ‚Gebratenes', hier Brotscheiben.
Wörtlich ‚Holzöl', eine Bezeichnung für pflanzliches Öl, das aus Bäumen oder Pflanzen gewonnen wird, im Gegensatz zu tierischem Fett. Mögliche Interpretationen sind Leinöl, Walnussöl oder ein allgemeines, geschmacksneutrales Pflanzenöl.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Kaše maková, též bába
Gewählte Lesart: Die Bezeichnung ‚Mohn-Bába' für ein süßes Gericht, das durch das Tunken und Braten von Brotscheiben in einem Mohnsud entsteht.
Andere mögliche Lesart:
dřevěnného oleje
Gewählte Lesart: Pflanzenöl (geschmacksneutral). Dies ist die praktischste Interpretation für ein süßes Gericht, da es sich um eine allgemeine Bezeichnung für pflanzliches Öl handeln könnte, das nicht den Geschmack des Gerichts dominiert.
Andere mögliche Lesarten:
Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.
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