Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent · Frankreich · 1300
Pastes de connis quant sont vieulx doiuent estre mys par pieces. & les
ieunes entiers & du lart menu hache dessus & pour espices clou /
gingembre graine & poiure.
Pichon & Vicaire 1892 (kritische Edition), Project Gutenberg #26567
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Für Kaninchenpasteten: Wenn die Kaninchen alt sind, zerteile sie in Stücke. Junge Kaninchen verwende ganz. Hacke Speck fein und gib ihn darüber. Würze mit Nelken, Ingwer, Paradieskörnern und Pfeffer.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| connis quant sont vieulx | Altes Kaninchenfleisch | Metzger / Wildhändler | Zuchtkanninchen |
| les ieunes entiers | Junges Kaninchenfleisch | Metzger / Wildhändler | Zuchtkanninchen |
| lart menu hache | Fein gehackter Speck | Metzger | — |
| clou | Nelken | — | — |
| gingembre | Ingwer | — | — |
| graine | Paradieskörner | Online (z.B. Gewürzhändler) | Schwarzer Pfeffer mit einem Hauch Kardamom |
| poiure | Pfeffer | — | — |
Paradieskörner (Aframomum melegueta) sind ein pfeffrig-kardamomartiges Gewürz, das im Mittelalter häufig verwendet wurde. Sie sind heute in gut sortierten Gewürzläden oder online bei spezialisierten Händlern erhältlich. Als Alternative kannst du schwarzen Pfeffer mit einer Prise Kardamom verwenden.
Nein, dieses Rezept ist nicht für die Zubereitung direkt am Lager geeignet. Pasteten erfordern einen Backofen und die rohe Füllung mit Fleisch und Speck benötigt eine durchgehende Kühlung, die im Lager meist nicht gegeben ist. Bereite die Pastete zuhause vor.
Dieses Rezept stammt aus dem berühmten französischen Kochbuch „Le Viandier de Taillevent“, das um 1300 entstand und im 14. Jahrhundert mehrfach überarbeitet wurde. Es ist eine der wichtigsten Quellen für die höfische Küche des mittelalterlichen Frankreichs.
Mittelalterliche Pasteten waren oft große, aufwendige Gerichte, die aus einer Füllung (Fleisch, Fisch, Geflügel oder Gemüse) und einem Teigmantel bestanden. Der Teig diente dabei nicht nur als Hülle, sondern auch als Konservierungsmittel. Sie waren beliebte Speisen bei Festmahlen und konnten auch kalt serviert werden.