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Von guten und edlen Speisen (Wel ende edelike spijse) (Wel ende edelike spijse)

Gent, Flandern, ~1475 · Mittelniederländisch (2. Hälfte 15. Jh.)

Gebratene Schleie mit Pfeffer

Moderne Übersetzung

Nimm die Schleie und tauche sie in warmes Wasser. Lasse sie darin, bis sich die Haut leicht abziehen lässt. Dann öffne den Fisch der Länge nach in der Mitte und klappe ihn flach auf wie eine Speckseite. Brate die Schleie und gib Butter und Pfeffer hinzu, oder verwende stattdessen anderes Schmalz.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Tincken Schleie - Fischhändler, gut sortierter Supermarkt Karpfenfilet oder Forelle
warmen borne Warmes Wasser - Leitung -
bueter Butter - - -
peper Pfeffer - - -
ander smout Schmalz - - Pflanzenöl

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine schlicht in Butter gebratene Schleie, gewürzt mit Pfeffer - ein direktes Schleien-Bratrezept der flämischen Küche. Im Korpus stehen daneben die englische foc-116 (Schleien in Cynee-Sauce) und die französische men-172 (Schleie auf dreierlei Art), beide ebenfalls Schleien-Gerichte.

Erst häuten, dann aufklappen. Die Schleie ist ein besonders schleimiger, fest behäuteter Fisch. Darum wird sie zuerst in warmem Wasser überbrüht (scoudse in warmen borne), bis sich die Haut abziehen lässt. Anschließend wird der Fisch der Länge nach aufgeschnitten und flach aufgeklappt - ‚wie eine Speckseite‘ (ghelijc eenen bake), also breit ausgelegt, damit er gleichmäßig in der Pfanne brät.

Praxis. Schleie kurz in warmem (nicht kochendem) Wasser brühen, Haut abziehen, ausnehmen. Den Fisch längs aufschneiden und flach aufklappen. In Butter (alternativ Schmalz) von beiden Seiten goldbraun braten, kräftig mit Pfeffer würzen. Wer keine Schleie bekommt, nimmt Karpfenfilet oder Forelle.

fyndling.de/rezepte/wes-051/