Schedelsche Weltchronik · Blatt 94

Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 94, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 94, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das funft alter 300px Sibilla tiburtina die fuernamste weissagin. aigentlich Albumea genant hat in welschem land geschynen. vnd vil dings fuekundet. vnd nach dem sie Tiburre der statt bey dem gestadt Amonis des fluss als ein goettin geeret wardt. darumb wardt sie Tiburtina genant. vnd im strudel desselben wassers ir pildnus ein buoch in der hand haltende gefunden. Augustus octauianus (dem die Roemer goettliche ere erboten) hat dise Sibilla rates gefragt vnd sie im. als sie drey tag gefastet het gesagt von dem zaichen des gerichtz. vnd von befeuochtigung des ertreichs mit dem schwaiß. vnd wie der kueftig konig auß den himel komen vnd ein wasserfluss des fewrs vnd schwefels auß dem himel fallen wurdt mit lengerer meynung. in. xxvij. versen begriffen. daran die hawbtbuochstaben (als sant Augustin spricht) die meynung hielten. Jhesus cristus gottes sun ein haylmacher. als sie das gesagt het do thet sich in angesiht Octauiani der himel auff vnd fiel ein großer schein auff ine. vnd er sahe im himel ein vberschoebe iunckfrawen auff eim altar steend vnd ein kindlein tragend vnd hoeret alßpald ein stymm sprechende. Diser alter ist des suns gottes. vnd als nw Augustus in seiner schlaffkamer dz also hoeret vnd sahe do fiel er auff das ertreich vnnd bettet got an. darumb wolt sich Augustus nit mer einen got nennen laßen. An demselben end ist darnach zu gedechtnus diss dings ein tempel vnder dem tittel der heiligen iunckfrawen Marie in Ara celi gepawt worden. da dann die brueder sand Franciscen ordens yetzo wonen. Die andern beschreiben sie nit alt mit rotem klaid vnd rawhem fel auff der achseln mitt fliegendem har die schrifft in irer hand haltende. Cristus wirdt in Bethleem geporn vnd in Nazaret verkuendet werden. die weil Thaurus der fridsam stifter der rueoe regiret. O selig ist die muter der prust ine sewgen werden. Wunderzaichen warden in der gepurt Cristi gesehen. Ein oelprunn (als Eutropius vnd ander bezeuegen) hat zu Rom ihenßhalb der Tiber auß der erden den gantzen tag gefloßen. verkuendende die gnad Cristi allen voelkern gegeben sein. An demselben tag ist auch einguldiner cirkel vmb die sunnen erschinnen. so ist die sawl romuli vnd der tempel des frids gefallen. 150px Publius ouidius naso der hohberuembt poet hat diser zeit zu Rom gereichßnet vnd vil geschriben. vnnd auß Sulmone der Brucianischen statt vrsprung gehabt. vnd erstlich zu Athenis die poetrey vnd darnach die philozophey gar wol gelernet. vnd nachfolgend bey dem keyser Augusto mit leben vnd gerichte großen glawben erlangt. aber er wardt lang darnach im. l. iar seins alters von demselben Augusto in die inseln Pontum verschickt. sein leben was gleich der leichtfertigkeit wie sein geticht. Zu letst im. liiij. iar seins alters vnd im fuenften iar Tiberij des keisers starb er. 150px Titus liuius von Padua ein großer fuerst der kriechischem vnd latainischen geschihtbeschreiber ist. xvi iar vor der zukunft Cristi zu rom achtper gewesen. von dem schreibt sant Jheronimus auß den worten Plinij das ettlich edel lewt von verren gegenten gein Rom nit von Rom wegen sunder disen wunderwirdigen man in seinen milchfließenden schrifften beschawen. Diser liuius wardt von Augusto mit eren vnd reichthuemern gegabt dann er was also ein vberfleissiger erspeher der historien das er hundert vnd zehen historien buecher beschriben hat derselben buecher haben wir einen großen teil (auß vbel stand der zeit) verlorn. Er lebet. lxxx. iar vnd starb im vierden iar des keiserthumbs Tiberij zu Padua vnd ist daselbst begraben vnd sein grab nochmals in sandt Justine kirchen vorawgen. 150px Valerius maximus ein roemischer naturlicher maister vnd ein treffenlicher huebscher redner ist im. xv. iar vor der zukunft Cristi zu Rom achtper vnd dem keiser Augusto gar lieb gewesen. vnd hat vnder anderm newn buecher in clarer vnd scheinlicher art. von gedechtnus wirdigen reden vnd geschihten der mann die bey den roemern vnd kriechischen hohachtpar warnn gemacht. vnd sunst auch von lob der tugent vnd scheltung der laster geschriben. vnd vnder anderm gesagt. der goettlich zorn wandert mit langksammen gang zu rachssale seinselbs vnd vergleicht den verzug der straff mit schwerheit. 150px Solinus der treffenlich geschiht beschreiber vnd redner ist zu disen zeiten (als wir auß seinen buechern abnemen muegen) beruembt gewesen dann er machet ein gar guot buoch dz er von dem wunderperlichen dingen der werlt nennet vnd augusto octauiano zu rom zugeaignet. darinn er die werlt entworffen vnd die gelegenheit vnd vil orter der stett gemessen hat. Blat XCIIII der werlt 150px Strabo der beschreiber der geschichten vnd gelegenhait der erden. auch ein naturlicher maister vnd außleger der geticht Homeri des poeten auß Creta oder Candia pirtig. ist (als ettliche sagen) zu disen zeiten hohberuembt gewesen als wir auß seinen buechern erfinden. vnd nach dem er fast hohgelert vnd in erkantnus großer ding der erfarnst gehalten wardt hat er vnder andernn anzaigungen seiner tugent. xvij. huebscher buecher von beschreibung der werlt gemacht. vnd darinn die vnderlaßnen oder versawmten oder auß alter vergeßnen oerter der werlt beym nagel angezaigt. vnd fleißigclich verzaihent. die voelcker. nacion. geschihten. berg. meer vnd ire riefier vnd gegent clerlich fuer vnsere awgen gesetzt. Er het seinen vrsprung auß mueterlicher linien von dem pluot Mitridatis des konigs. 150px Anna ein hebreisch weib ein tochter ysachar des iuden ward Joachim dem heiligsten mann von irem geschlecht zu der ee gegeben. Dise Anna hat als sie lang vnperhaftig gewesen was nach vil gepettes vnnd zehern. auch fuergesandter englischer verkuendung die tochter Mariaz ein kuenftige gottes gepererin geporn. vnd pald nach absterben Joachim irs mans sich einem andern mann mit namen Cleophe vermehelt. Derselb Cleophas hat die vorgenanten Mariaz sein stiefftocher Joseph dem mann vereelichet. vnd Mariam sein tochter Apheo dem mann vertrwtet. auß der sind geporn Jocobus alphei Simon chananeus vnnd Judas thadeus. Dise Anna hat sich nach absterben Cleophe irs andern mans zum dritten mal nach dem gesetz Moysi einem mann Salome genant verheyrat. vnnd bey demselben die dritten tochter Mariam salome erobert die darnach Zebedeo vermehelt Jacobum den groessern vnnd Johannem den euangelisten gepare. Dise Anna het ein schwester mit namen ysmeria. auß der ist geporn Elizabet die muter Johannis des tawffers. als nw anna alle zeit irs lebens in den gepoten vnd wegen des hernn gewandert het do ruoet sie vol der tag in dem hernn 150px Zacharias der hebreisch man ein briester vnd prophet des herrnn. sant Johansen des tawffers vater. ein ebenpild gantzer heiligkeit hat sich mit Elizabeth der iunckfrawen Marie muter schwester vermehelt. die warnn bede an vnschuld. guettigkeit vnd gnad fast heilig. als sie nw langzeit vnperhaftig gewesen warnn vnd Elizabeth yetzo ir alter erraichet het vnd sich ire weipliche recht hetten geendet. do wardt der herr durch ir gebette bewegt also das er inen zu lest den sun Johannem den tawffer gaben. dann als zacharias sich nach der ordnung des briesterlichen ambts geprauchet vnd das opffer anzuendet vnd allain in dem tempel wesende auff der rechten hannd des altars einen engel sahe do erschrak. vnnd der engel sprach. Foerchte dich nit dein weib wird in dem nachfolgenden iar dir einen sun gepern vnd vil werden sich frewen in seiner gepurt vnd er wirdt groß vor dem herrnn. wein vnd alles truncken machends getranck wirdt er nit trincken. do sprach Zacharias. ich bin yetzo alt vnd mein weib ist fuergegangen in iren tagen. der engel antwurtet. du wirdst stumm solang bis dise ding erfuellt werden. als nw Zacharias auß dem tempel gieng vnnd nit reden mocht. do verstuonden die lewt das er ein gesiht gesehen het. also gieng Zacharias in sein haws vnd pald empfieng Elizabeth. vnnd vor scham enthielt sie sich fuenff monat verborgenlich. In dem sechsten monat wanderet Maria die iunckfraw vnnd muter des herrnn. die von dem heiligen geist geschwengert was zu Elizabeth sie zegruessen. vnd do Elizabeth des gruss Marie empfande do frolocket das vnsprechend kind vor freueden in muter leib. darnach hat Elizabet einen sun geporn vnd sich habenir nachpawrn vnd verwandten mit ir gefreueet. Als amm achten tag das kind beschnitten solt werden. do schrib sein vater. Joahannes ist sein namen. vnd sein mund wardt alßpald geoffnet vnnd er weyssagt sprechende. Gebenedeyet ist der herr got israhel etc. Zu letst ist er in aller heiligkeit als ein prophet gestorben. 150px Maria die allerseligst vnd hohgelobist gottes gepererin vnd ewig iunckfraw auß der wurtzel Jesse entsprungen ist in dem. xxviij. iar des keyserthummbs Augusti in Nazaretht der statt Juda. auß Joachim irm vater vnd Anna irer muter geporn. Diss was ein außerlesenstes vnd allermenigclichs awgen wunderperlichs iunckfrewlein. als die muter sie entwenet het wardt sie in dem dritten iar irs alters (nach geluebdnus) zu dem dienst des tempels mit andern iunckfrawen ergeben. vnd gleicherweis als sie wider den gewoenlichen lawff der iugent lernung andere ire gepilnn in adel vnnd schoene vbertroffen. also hat sie auch die lernung vnd beschaidenheit heiligs lebens von iugent auff auß ebenpild vnd lesen gelernet. also auch das sie in kuertz an heiligkeit vnd vbung geistlichs lebens vnd auch an demuot in goetlichen vnd menschlichen dingen andern heiligen iunckfrawen vnuergleichlich wardt. darumb hat got sie außerwelet zu einer muter der meschwerdung seins suns. vnd do sie das dreyzehend iar irs alters erfuellet het wardt sie auß schickung goetlichs rates dem Joseph von irem geslecht vermehelt. als pald nach solcher vermehlung ist der engel Gabriel gein Nazareth zu ir komen vnd mit großem liecht scheynende in die schlaffkamer der iunckfrawen ereerbietlich eingegangen. vnd hat sie gegruesset mit den wortten. Biß gegruesset vol gnaden der herr mit dir. vnd sprach verrer. Du hast gnad gefunden bey dem herrnn. nym war du wirdst empfahen vnd geperen einen sun vnd seinen namen haißen Jhesus. Darzu antwurtet Maria. Nym war ein diern des herrnn mir bescheh nach deinem wort. vnnd alßpald ist das wort fleisch worden. Vnlang darnach hat Maria ir muomen Elizabeth haimgesucht. ist drey monat bey ir bliben vnd hat daselbst gesungen dz wundersamm gesang magnificat. Großmacht mein sel dem herrnn. als nw Johannes geporn wz do keret Maria yetzo schwanger wider zu haws. do Joseph ir man sie also schwanger sein erlernet setzet er im fuer sie haimlich zeuerlaßen. aber dieweil er (als matheus setzt) dz also gedacht do mananet ine der engel durch einen trawm bezeuegende wz in ir empfangen wer dz wer von dem heiligen gaist. Die andern vbung vnd wuerckung des lebens der allerseiligsten iunckfrawen Marie bis zu dem leyden irs suns mag man auß dem ewangelio zusamen lesen. ---- ’

Moderne Übersetzung

Das fünfte Zeitalter. Die Sibylla Tiburtina, die vornehmste Weissagerin, eigentlich Albumea genannt, ist im welschen Land erschienen und hat vieles verkündet. Und nachdem sie in Tibur, der Stadt am Gestade des Flusses Anio, als eine Göttin verehrt wurde, darum wurde sie Tiburtina genannt. Und im Strudel desselben Wassers wurde ihr Bildnis, ein Buch in der Hand haltend, gefunden. Augustus Octavianus (dem die Römer göttliche Ehre erwiesen) hat diese Sibylla um Rat gefragt, und sie hat ihm, nachdem sie drei Tage gefastet hatte, vom Zeichen des Gerichts, von der Befeuchtung der Erde mit dem Schweiß und wie der künftige König aus dem Himmel kommen und ein Wasserfluss aus Feuer und Schwefel aus dem Himmel fallen wird, mit längerer Bedeutung, in 27 Versen begriffen, gesagt. Darin hielten die Hauptbuchstaben (wie der heilige Augustinus spricht) die Bedeutung: Jesus Christus, Gottes Sohn, ein Heilmacher. Als sie das gesagt hatte, da tat sich im Angesicht Octavians der Himmel auf und ein großer Schein fiel auf ihn. Und er sah im Himmel eine überschöne Jungfrau auf einem Altar stehend und ein Kindlein tragend und hörte alsbald eine Stimme sprechend: „Dieser Altar ist des Sohnes Gottes.“ Und als nun Augustus in seiner Schlafkammer dies so hörte und sah, da fiel er auf die Erde und betete Gott an. Darum wollte sich Augustus nicht mehr einen Gott nennen lassen. An demselben Ort ist danach zum Gedächtnis dieses Dings ein Tempel unter dem Titel der heiligen Jungfrau Maria in Ara Coeli gebaut worden, wo dann die Brüder des heiligen Franziskus-Ordens jetzt wohnen. Die anderen beschreiben sie nicht alt, mit rotem Kleid und rauem Fell auf den Achseln, mit fliegendem Haar, die Schrift in ihrer Hand haltend: „Christus wird in Bethlehem geboren und in Nazareth verkündet werden, die Weile Taurus, der friedsame Stifter der Ruhe, regiert. O selig ist die Mutter, deren Brust ihn säugen wird.“ Wunderzeichen wurden bei der Geburt Christi gesehen. Ein Ölbrunnen (wie Eutropius und andere bezeugen) hat zu Rom jenseits des Tibers aus der Erde den ganzen Tag geflossen, verkündend, dass die Gnade Christi allen Völkern gegeben sei. An demselben Tag ist auch ein goldener Zirkel um die Sonne erschienen; so ist die Säule des Romulus und der Tempel des Friedens gefallen. Publius Ovidius Naso, der hochberühmte Poet, hat zu dieser Zeit in Rom gewirkt und viel geschrieben und hatte seinen Ursprung aus Sulmo, der brucianischen Stadt. Und erstlich hat er in Athen die Poesie und danach die Philosophie sehr gut gelernt. Und nachfolgend hat er beim Kaiser Augustus durch seine Lebensführung und sein Urteilsvermögen großes Ansehen erlangt. Aber er wurde lange danach, im 50. Jahr seines Alters, von demselben Augustus in die Region Pontus verschickt. Sein Leben war gleich der Leichtfertigkeit wie sein Gedicht. Zuletzt, im 54. Jahr seines Alters und im fünften Jahr des Kaisers Tiberius, starb er. Titus Livius von Padua, ein großer Meister der griechischen und lateinischen Geschichtsschreiber, ist 16 Jahre vor der Ankunft Christi in Rom angesehen gewesen. Von ihm schreibt der heilige Hieronymus aus den Worten Plinius', dass etliche edle Leute aus fernen Gegenden nach Rom kamen, nicht Roms wegen, sondern um diesen wunderwürdigen Mann in seinen milchfließenden Schriften zu betrachten. Dieser Livius wurde von Augustus mit Ehren und Reichtümern beschenkt, denn er war ein so überfleißiger Erforscher der Historien, dass er hundert und zehn Historienbücher beschrieben hat; von denselben Büchern haben wir einen großen Teil (aufgrund des schlechten Zustands der Zeit) verloren. Er lebte 80 Jahre und starb im vierten Jahr des Kaisertums Tiberius in Padua und ist daselbst begraben, und sein Grab ist nochmals in der Kirche der heiligen Justina vor Augen. Valerius Maximus, ein römischer Gelehrter und ein trefflicher, schöner Redner, ist im 15. Jahr vor der Ankunft Christi in Rom angesehen und dem Kaiser Augustus sehr lieb gewesen. Und hat unter anderem neun Bücher in klarer und anschaulicher Art von den denkwürdigen Reden und Geschichten der Männer, die bei den Römern und Griechen hochachtbar waren, verfasst. Und sonst auch vom Lob der Tugend und der Schelte der Laster geschrieben. Und unter anderem gesagt: „Der göttliche Zorn wandert mit langsamem Gang zur Rache seiner selbst“ und vergleicht den Verzug der Strafe mit Schwere. Solinus, der treffliche Geschichtsschreiber und Redner, ist zu diesen Zeiten (wie wir aus seinen Büchern entnehmen können) berühmt gewesen, denn er machte ein sehr gutes Buch, das er „Von den wunderbaren Dingen der Welt“ nennt und Augustus Octavianus in Rom zueignete. Darin hat er die Welt entworfen und die Lage und viele Orte der Städte vermessen. Blatt 94 der Welt. Strabon, der Beschreiber der Geschichten und Gegebenheiten der Erde, auch ein Naturforscher und Ausleger der Gedichte Homers, des Poeten, aus Kreta oder Candia gebürtig, ist (wie etliche sagen) zu diesen Zeiten hochberühmt gewesen, wie wir aus seinen Büchern erfahren. Und nachdem er fast hochgelehrt und in der Erkenntnis großer Dinge der Erfahrenste gehalten wurde, hat er unter anderen Zeugnissen seiner Tugend 17 schöne Bücher von der Beschreibung der Welt verfasst. Und darin hat er die unterlassenen oder versäumten oder aus Alter vergessenen Orte der Welt genauestens aufgezeigt und fleißig verzeichnet: die Völker, Nationen, Geschichten, Berge, Meere und ihre Flüsse und Gegenden klar vor unsere Augen gesetzt. Er hatte seinen Ursprung aus mütterlicher Linie vom Blut Mithridates' des Königs. Anna, ein hebräisches Weib, eine Tochter Isachars des Juden, wurde Joachim, dem heiligsten Mann aus ihrem Geschlecht, zur Ehe gegeben. Diese Anna hat, als sie lange unfruchtbar gewesen war, nach vielen Gebeten und Tränen, auch nach vorausgesandter englischer Verkündigung, die Tochter Maria, eine künftige Gottesgebärerin, geboren. Und bald nach dem Absterben Joachims, ihres Mannes, vermählte sie sich einem anderen Mann mit Namen Kleophas. Derselbe Kleophas hat die vorgenannte Maria, seine Stieftochter, Josef dem Mann verehelicht. Und Maria, seine Tochter, Apheo dem Mann anvertraut. Aus der sind geboren Jakobus Alphaei, Simon Kananäus und Judas Thaddäus. Diese Anna hat sich nach dem Absterben Kleophas', ihres zweiten Mannes, zum dritten Mal nach dem Gesetz Moses einem Mann namens Salome verheiratet. Und bei demselben die dritte Tochter Maria Salome erworben, die danach Zebedäus vermählt, Jakobus den Größeren und Johannes den Evangelisten gebar. Diese Anna hatte eine Schwester mit Namen Ismeria, aus der ist Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers, geboren. Als nun Anna alle Zeit ihres Lebens in den Geboten und Wegen des Herrn gewandert hatte, da ruhte sie, voll der Tage, im Herrn. Zacharias, der hebräische Mann, ein Priester und Prophet des Herrn, Vater des heiligen Johannes des Täufers, ein Ebenbild ganzer Heiligkeit, hat sich mit Elisabeth, der Schwester der Mutter der Jungfrau Maria, vermählt. Die waren beide an Unschuld, Güte und Gnade fast heilig. Als sie nun lange Zeit unfruchtbar gewesen waren und Elisabeth jetzt ihr Alter erreicht hatte und sich ihre weiblichen Rechte geendet hatten, da wurde der Herr durch ihre Gebete bewegt, sodass er ihnen zuletzt den Sohn Johannes den Täufer gab. Denn als Zacharias...

Anmerkungen

funft alter
Frühneuhochdeutsch für 'fünftes Zeitalter'
Sibilla tiburtina
Sibylla Tiburtina, eine antike Prophetin
weissagin
Frühneuhochdeutsch für 'Weissagerin', Prophetin
Albumea
Ein anderer Name für die Sibylla Tiburtina
welschem land
Historische Bezeichnung für Italien
geschynen
Frühneuhochdeutsch für 'erschienen'
fuekundet
Frühneuhochdeutsch für 'verkündet'
Tiburre
Tibur, antike Stadt in Latium, heute Tivoli
gestadt
Veraltet für 'Ufer', 'Gestade'
Amonis des fluss
Anio, Fluss in Latium, Nebenfluss des Tiber
pildnus
Frühneuhochdeutsch für 'Bildnis'
Augustus octauianus
Augustus Octavianus, erster römischer Kaiser
rates gefragt
Frühneuhochdeutsch für 'um Rat gefragt'
zaichen des gerichtz
Frühneuhochdeutsch für 'Zeichen des Gerichts'
befeuochtigung des ertreichs mit dem schwaiß
Frühneuhochdeutsch für 'Befeuchtung der Erde mit dem Schweiß', eine metaphorische Beschreibung, oft auf das Blut Christi bezogen
kueftig konig
Frühneuhochdeutsch für 'künftiger König'
xxvij.
Römische Zahl für 27
hawbtbuochstaben
Frühneuhochdeutsch für 'Hauptbuchstaben', hier Akrostichon gemeint
sant Augustin
Heiliger Augustinus, Kirchenvater
Jhesus cristus gottes sun ein haylmacher
Jesus Christus, Gottes Sohn, ein Heilmacher (oft als Akrostichon IESUS CHRISTUS DEI FILIUS SALVATOR interpretiert)
haylmacher
Veraltet für 'Heiland', 'Erlöser'
angesiht
Frühneuhochdeutsch für 'Angesicht'
vberschoebe
Frühneuhochdeutsch für 'überschön', sehr schön
alßpald
Veraltet für 'alsbald', sofort
schlaffkamer
Frühneuhochdeutsch für 'Schlafkammer'
ertreich
Veraltet für 'Erde', 'Erdboden'
gedechtnus diss dings
Frühneuhochdeutsch für 'Gedächtnis dieses Dings', zur Erinnerung an dieses Ereignis
in Ara celi
Lateinisch: 'auf dem Altar des Himmels', bezieht sich auf die Basilika Santa Maria in Aracoeli in Rom
sand Franciscen ordens
Orden des heiligen Franziskus, Franziskanerorden
yetzo
Frühneuhochdeutsch für 'jetzt'
klaid
Frühneuhochdeutsch für 'Kleid'
rawhem fel
Frühneuhochdeutsch für 'rauem Fell'
achseln
Schultern
Cristus
Frühneuhochdeutsch für 'Christus'
Bethleem
Bethlehem, biblischer Ort
Nazaret
Nazareth, biblischer Ort
verkuendet
Frühneuhochdeutsch für 'verkündet'
die weil
Veraltet für 'während'
Thaurus
Taurus, hier als 'friedsamer Stifter der Ruhe' bezeichnet, möglicherweise eine symbolische Figur für eine Friedenszeit (Pax Romana) oder ein historischer römischer Konsul/Feldherr namens Taurus
rueoe
Frühneuhochdeutsch für 'Ruhe'
muter
Frühneuhochdeutsch für 'Mutter'
prust
Frühneuhochdeutsch für 'Brust'
sewgen
Frühneuhochdeutsch für 'säugen'
Wunderzaichen
Frühneuhochdeutsch für 'Wunderzeichen'
gepurt
Frühneuhochdeutsch für 'Geburt'
oelprunn
Frühneuhochdeutsch für 'Ölbrunnen'
Eutropius
Eutropius, römischer Historiker des 4. Jahrhunderts n. Chr.
bezeuegen
Frühneuhochdeutsch für 'bezeugen'
Rom
Rom, Stadt
ihenßhalb der Tiber
Frühneuhochdeutsch für 'jenseits des Tibers', bezieht sich auf das Viertel Trastevere in Rom
gnad
Frühneuhochdeutsch für 'Gnade'
voelkern
Frühneuhochdeutsch für 'Völkern'
einguldiner cirkel vmb die sunnen
Frühneuhochdeutsch für 'ein goldener Zirkel um die Sonne', ein Halo oder Sonnenring
sawl romuli
Säule des Romulus, ein antikes Monument in Rom
tempel des frids
Tempel des Friedens (Templum Pacis), ein antiker Tempel in Rom
Publius ouidius naso
Publius Ovidius Naso, römischer Dichter
hohberuembt
Frühneuhochdeutsch für 'hochberühmt'
gereichßnet
Frühneuhochdeutsch für 'gewirkt', 'gearbeitet'
Sulmone der Brucianischen statt
Sulmo (heute Sulmona), eine Stadt in den Abruzzen. 'Brucianisch' bezieht sich auf Bruttium (heute Kalabrien), was geografisch ungenau ist.
vrsprung gehabt
Frühneuhochdeutsch für 'Ursprung gehabt', abstammen
Athenis
Athen, Stadt
poetrey
Frühneuhochdeutsch für 'Poesie'
philozophey
Frühneuhochdeutsch für 'Philosophie'
gar wol
Frühneuhochdeutsch für 'sehr gut'
keyser Augusto
Kaiser Augustus
leben vnd gerichte
Frühneuhochdeutsch für 'Lebensführung und Urteilsvermögen'
glawben
Frühneuhochdeutsch für 'Glauben', hier 'Ansehen', 'Vertrauen'
l.
Römische Zahl für 50
Pontum
Pontus, eine Region am Schwarzen Meer. Ovid wurde nach Tomis (heute Constanța) verbannt, einer Stadt in dieser Region, nicht auf eine Insel.
geticht
Frühneuhochdeutsch für 'Gedicht'
liiij.
Römische Zahl für 54
Tiberij des keisers
Tiberius, römischer Kaiser
Titus liuius
Titus Livius, römischer Geschichtsschreiber
Padua
Padua, Stadt in Italien
fuerst
Frühneuhochdeutsch für 'Fürst', hier im Sinne von 'Meister', 'führende Persönlichkeit'
kriechischem vnd latainischen
Frühneuhochdeutsch für 'griechischen und lateinischen'
geschihtbeschreiber
Frühneuhochdeutsch für 'Geschichtsschreiber'
xvi iar
Römische Zahl für 16 Jahre
zukunft Cristi
Frühneuhochdeutsch für 'Ankunft Christi'
achtper
Veraltet für 'angesehen', 'geehrt'
sant Jheronimus
Heiliger Hieronymus, Kirchenvater
Plinij
Plinius (wahrscheinlich Plinius der Ältere, römischer Gelehrter)
ettlich edel lewt
Frühneuhochdeutsch für 'etliche edle Leute'
gein Rom
Frühneuhochdeutsch für 'nach Rom'
wunderwirdigen
Veraltet für 'wunderwürdig', bewundernswert
milchfließenden schrifften
Metapher für eloquente, fließende, reiche Schriften
beschawen
Veraltet für 'betrachten', 'bewundern'
eren vnd reichthuemern gegabt
Frühneuhochdeutsch für 'mit Ehren und Reichtümern beschenkt'
vberfleissiger erspeher der historien
Frühneuhochdeutsch für 'überfleißiger Erforscher der Historien'
auß vbel stand der zeit
Frühneuhochdeutsch für 'aufgrund des schlechten Zustands der Zeit', d.h. durch die Wirren der Zeit
lxxx.
Römische Zahl für 80
iiij.
Römische Zahl für 4
keiserthumbs Tiberij
Frühneuhochdeutsch für 'Kaisertum Tiberius'
daselbst
Veraltet für 'dort', 'an demselben Ort'
sandt Justine kirchen
Kirche der heiligen Justina (Basilica di Santa Giustina in Padua)
vorawgen
Frühneuhochdeutsch für 'vor Augen', sichtbar
Valerius maximus
Valerius Maximus, römischer Schriftsteller
roemischer naturlicher maister
Frühneuhochdeutsch für 'römischer Gelehrter', 'Naturphilosoph'
treffenlicher huebscher redner
Frühneuhochdeutsch für 'trefflicher, schöner Redner', ausgezeichneter Redner
xv.
Römische Zahl für 15
vnder anderm
Frühneuhochdeutsch für 'unter anderem'
newn buecher
Frühneuhochdeutsch für 'neun Bücher'
clarer vnd scheinlicher art
Frühneuhochdeutsch für 'klarer und anschaulicher Art'
gedechtnus wirdigen reden vnd geschihten
Frühneuhochdeutsch für 'denkwürdigen Reden und Geschichten'
hohachtpar warnn
Frühneuhochdeutsch für 'hochachtbar waren'
sunst
Frühneuhochdeutsch für 'sonst'
lob der tugent
Frühneuhochdeutsch für 'Lob der Tugend'
scheltung der laster
Frühneuhochdeutsch für 'Schelte der Laster', Verurteilung der Laster
goettlich zorn
Frühneuhochdeutsch für 'göttlicher Zorn'
langksammen gang
Frühneuhochdeutsch für 'langsamem Gang'
rachssale seinselbs
Frühneuhochdeutsch für 'Rache seiner selbst'
verzug der straff mit schwerheit
Frühneuhochdeutsch für 'Verzug der Strafe mit Schwere', die Schwere der verzögerten Strafe
Solinus
Solinus, römischer Schriftsteller des 3. Jahrhunderts n. Chr.
treffenlich
Veraltet für 'trefflich', ausgezeichnet
abnemen muegen
Frühneuhochdeutsch für 'entnehmen können'
beruembt
Frühneuhochdeutsch für 'berühmt'
wunderperlichen dingen der werlt
Frühneuhochdeutsch für 'wunderbaren Dingen der Welt'
zugeaignet
Frühneuhochdeutsch für 'zugeeignet', gewidmet
werlt entworffen
Frühneuhochdeutsch für 'Welt entworfen', hier 'beschrieben', 'dargestellt'
gelegenheit
Frühneuhochdeutsch für 'Lage', 'Beschaffenheit'
gemessen
Frühneuhochdeutsch für 'vermessen', 'beschrieben'
XCIIII
Römische Zahl für 94
Strabo
Strabon, griechischer Geograph und Historiker
gelegenhait der erden
Frühneuhochdeutsch für 'Gegebenheiten der Erde'
naturlicher maister
Frühneuhochdeutsch für 'Naturforscher', 'Naturphilosoph'
außleger der geticht Homeri des poeten
Frühneuhochdeutsch für 'Ausleger der Gedichte Homers, des Poeten'
Homeri
Homer, antiker griechischer Dichter
Creta oder Candia
Kreta oder Candia (Candia ist ein alter Name für Heraklion oder die Insel Kreta selbst)
pirtig
Frühneuhochdeutsch für 'gebürtig'
erfinden
Frühneuhochdeutsch für 'erfahren', 'entdecken'
hohgelert
Frühneuhochdeutsch für 'hochgelehrt'
erkantnus großer ding der erfarnst gehalten wardt
Frühneuhochdeutsch für 'in der Erkenntnis großer Dinge der Erfahrenste gehalten wurde'
anzaigungen seiner tugent
Frühneuhochdeutsch für 'Zeugnissen seiner Tugend'
xvij.
Römische Zahl für 17
huebscher buecher
Frühneuhochdeutsch für 'schöne Bücher'
vnderlaßnen oder versawmten
Frühneuhochdeutsch für 'unterlassenen oder versäumten'
vergeßnen oerter
Frühneuhochdeutsch für 'vergessenen Orte'
beym nagel angezaigt
Frühneuhochdeutsche Redewendung für 'genauestens aufgezeigt', 'präzise dargestellt'
fleißigclich verzaihent
Frühneuhochdeutsch für 'fleißig verzeichnet'
voelcker
Frühneuhochdeutsch für 'Völker'
nacion
Frühneuhochdeutsch für 'Nationen'
geschihten
Frühneuhochdeutsch für 'Geschichten'
meer
Frühneuhochdeutsch für 'Meere'
ire riefier
Frühneuhochdeutsch für 'ihre Flüsse'
gegent
Frühneuhochdeutsch für 'Gegenden'
clerlich fuer vnsere awgen gesetzt
Frühneuhochdeutsch für 'klar vor unsere Augen gesetzt'
pluot Mitridatis des konigs
Frühneuhochdeutsch für 'Blut Mithridates' des Königs' (Mithridates VI. Eupator, König von Pontus)
Anna
Anna, biblische Figur, Mutter Marias
hebreisch weib
Frühneuhochdeutsch für 'hebräisches Weib'
ysachar des iuden
Isachar, biblischer Name, hier als Vater Annas genannt
Joachim
Joachim, biblische Figur, Vater Marias
zu der ee gegeben
Frühneuhochdeutsch für 'zur Ehe gegeben'
vnperhaftig
Veraltet für 'unfruchtbar'
vil gepettes vnnd zehern
Frühneuhochdeutsch für 'vielen Gebeten und Tränen'
fuergesandter englischer verkuendung
Frühneuhochdeutsch für 'vorausgesandter englischer Verkündigung', bezieht sich auf die Verkündigung an Anna
Mariaz
Maria, biblische Figur, Mutter Jesu
kuenftige gottes gepererin
Frühneuhochdeutsch für 'künftige Gottesgebärerin' (Theotokos)
pald
Frühneuhochdeutsch für 'bald'
absterben Joachim irs mans
Frühneuhochdeutsch für 'Absterben Joachims, ihres Mannes'
Cleophe
Kleophas, biblische Figur, oft mit Klopas identifiziert
vermehelt
Frühneuhochdeutsch für 'vermählt'
stiefftocher
Frühneuhochdeutsch für 'Stieftochter'
Joseph dem mann
Josef, biblische Figur, Ehemann Marias
vereelichet
Frühneuhochdeutsch für 'verehelicht'
Apheo dem mann
Apheo, wahrscheinlich Alphaeus, biblische Figur, Vater des Jakobus des Jüngeren
vertrwtet
Frühneuhochdeutsch für 'anvertraut', 'verlobt'
Jocobus alphei
Lateinisch für 'Jakobus, Sohn des Alphaeus' (Jakobus der Jüngere, biblische Figur)
Simon chananeus
Lateinisch für 'Simon der Kananäer' (Simon Zelotes, biblische Figur)
Judas thadeus
Lateinisch für 'Judas Thaddäus' (biblische Figur)
gesetz Moysi
Frühneuhochdeutsch für 'Gesetz Moses', mosaisches Gesetz
Salome genant
Salome, hier als männlicher Name verwendet, was ungewöhnlich ist; möglicherweise eine andere Tradition oder ein Schreibfehler
verheyrat
Frühneuhochdeutsch für 'verheiratet'
Mariam salome
Lateinisch für 'Maria Salome', biblische Figur
erobert
Frühneuhochdeutsch für 'erworben', 'bekommen', hier im Sinne von 'geboren'
Zebedeo
Zebedäus, biblische Figur, Vater von Jakobus und Johannes
Jacobum den groessern
Lateinisch für 'Jakobus den Größeren' (biblische Figur)
Johannem den euangelisten
Lateinisch für 'Johannes den Evangelisten' (biblische Figur)
gepare
Frühneuhochdeutsch für 'gebar'
ysmeria
Ismeria, traditioneller Name für die Schwester der Anna und Mutter der Elisabeth, nicht in der Bibel erwähnt
Elizabet
Elisabeth, biblische Figur, Mutter Johannes des Täufers
muter Johannis des tawffers
Frühneuhochdeutsch für 'Mutter Johannes des Täufers' (Johannes der Täufer, biblische Figur)
gepoten vnd wegen des hernn
Frühneuhochdeutsch für 'Geboten und Wegen des Herrn'
ruoet sie vol der tag in dem hernn
Frühneuhochdeutsche Redewendung für 'sie starb friedlich im Herrn', 'sie vollendete ihr Leben'
Zacharias
Zacharias, biblische Figur, Vater Johannes des Täufers
hebreisch man
Frühneuhochdeutsch für 'hebräischer Mann'
briester vnd prophet
Frühneuhochdeutsch für 'Priester und Prophet'
sant Johansen des tawffers vater
Frühneuhochdeutsch für 'Vater des heiligen Johannes des Täufers'
ebenpild gantzer heiligkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Ebenbild ganzer Heiligkeit', Inbegriff der Heiligkeit
Elizabeth der iunckfrawen Marie muter schwester
Elisabeth, die Schwester der Mutter der Jungfrau Maria (d.h. Elisabeth ist die Schwester Annas, Marias Mutter, was sie zur Tante Marias machen würde. Dies ist eine von mehreren genealogischen Traditionen).
warnn
Frühneuhochdeutsch für 'waren'
vnschuld
Frühneuhochdeutsch für 'Unschuld'
guettigkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Güte'
gnad
Frühneuhochdeutsch für 'Gnade'
fast heilig
Frühneuhochdeutsch für 'sehr heilig'
langzeit
Frühneuhochdeutsch für 'lange Zeit'
vnperhaftig
Veraltet für 'unfruchtbar'
erraichet het
Frühneuhochdeutsch für 'erreicht hatte'
weipliche recht hetten geendet
Frühneuhochdeutsch für 'ihre weiblichen Rechte geendet hatten', Euphemismus für das Ende der Fruchtbarkeit (Menopause)
gebette bewegt
Frühneuhochdeutsch für 'Gebete bewegt'
zu lest
Frühneuhochdeutsch für 'zuletzt'
gaben
Frühneuhochdeutsch für 'gab'