Schedelsche Weltchronik · Blatt 124

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 124, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 124, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter Die zehend verfolgung wider die cristen menschen nach Nerone wardt von Veturio dem hawbtman der ritterschaft zu disen zeiten erwecket. vnd auß gehaiße Diocleciani vnd Maximiani durch alle teil der werlt verhengt. Dioclecianus hat im orient vnd Maximianus im nidergang die kirchen zuerwueesten vn die christen zepeynigen vnd zeertoedten gepotten. Dise verfolgung was die lenger vnd grawsamer vnder den andern allen. dann die heilig schriften warden verprennt. vnd welcher in burgermaisterlicher oeberkeit sich einen christen bekennet der wardt abgesetzt vnd als erelos geachtet. welche knecht dann in cristenlichem stannd verharreten die mochten nit freyheit erlangen. die christenliche rittere warden gezwungen aintweders den abgoettern zeopffern oder ir ritterschaft vnd auch das leben zeuerließen mit aufgesetztem gepote des kaisers am marckt. das getorft einer zerprechen, dem ward sein hawt abgestrayft vnd mit darein gegoßem essich vnd saltz so lang gepeinigt bis nichtz dann das leben vberblib. Disen bestettigten Dorotheus vnd Gorgonius die beruembten man. In denselben tagen kome in der koenigclichen behawsung der statt Nicomedia ein fewer auß. do maynet der kaiser auß falschem argkwon dz solche von den cristen beschehen wer darumb schaffet er vil cristen zeerschlagen vnd vil lebendig in das fewr zewerffen vnd solche wueetende grawsamkeit wardt nit allain in Mitilena Siria Affrica Thebaide vnd Egypten. sunder auch in der ebne Palestine vnd Titi geuebet. also das kein geschlecht der peinigung an den cristen gesparet wardt vnnd (als Damasus setzt) in. xxx. tagen. xvijm. menschen beder geschlecht mit marter bekroenet worden sind. on die die in die inseln verschickt. oder ertze. oder sand zegraben. oder stayn zehawen gezwungen worden. der dannn schier ein vnentliche anzal was. Zu letst eroffnet got die awgen vnd bedrange Dioclecianum dohin das er vomm reich ab stunde. So wardt Maximianus mit mancherlay seueche vnd vnsinnigkeit seins gemueets also geengst das er sichselbs zu letst ertoedtet. left right Adauctus der roemer ein fast christenlich heilig mann empfieng zu phrigia die marter. als er die statt daselbst bekeret hat. do hieße Dioclecianus die gantz verprennen. darumb das die burger den abgoettern nit opffern wolten. Diser Adauctus wardt nach außgrabung seiner awgen zu letst mit enthawbtung zu martrer gemacht. Alexander der gestreng ritter. einer auß der schar Theborum hat zu diser zeit als er zu Bergomo in der statt den cristenlichen namen bestendigclich geprediget. nach vnzalichen daselbst geuebten tugenten in abschneidung seins hawbts die marter erlich volbracht dess leichnam begruebe Grata ein heilige wittibin auff iren grund vnd poden. daselbst wardt ein loeblicher tempel der nach vorhanden ist gepawet Barbara die edelst iunckfraw. auß der statt Nicomedia geporn wardt von irem vater von irer großen schoene wegen in einen hohen thurn gesetzt besorgende sie wuerd ein cristin. aber auß vnd errichtung des hailigen gaists petet sie als ein cristin den got des himels an. der vater wolt sie toedten vor dem verbarge sie sich. Als sie aber gefunden wardt do wardt sie fuer den richter gefuert mit ruoten geslagen mit fueßen aufgehenckt vnd mit abschneidung irer pruest vnd prennung der fackln vnd nach vnzallichen peinigungen zu letst von irs vaters henden enthawbtet amm vierden tag des monats decembris. vnd das fewer vom himel steygende verprennet den vater zu puluer. Anastasia eins edeln roemers tochter vnd eins mechtigen mans weib ein cristin vnd vberin der werck der barmhertzigkeit gegen den cristen. wardt in diser aufruor von Publio irem mann begriffen. lang in fancknus gehelligt. vnd darnach enthawbtet. Simphorianus Claudius Nicostratus vnd Simplicius die hohberuembten mann haben in diser zeit zu rom gelidden. die warden erstlich in kercker gelegt. darnach mit scorpionen gehawen. vnnd zu letst auß gehaiß Diocleciani in das meer gestuertzt. amm. xxviij. tag octobris. Crispinus vnd Crispinianus die beruembten mann in diser verfolgung erstlich gepeinigt. warden zu letst anthawbtet amm. xxv. tag des monats octobris. Blat CXXIIII der werlt left Mauricius vnd Exuperius. Candidus vnd Victor mit Innocencio die fuernemsten der schar Thebeorum sin diser zeit auß gescheft des kaisers Maximiam in Gallia bey der statt Seduno mit. vim. vic. vnd. lxvi. menschen von Cristo wegen gemartert vnd mit der martrerkron erlich begabt worden. Dise martrer sind suß den orientischen gegenten vnnd auß einer edeln statt Egyptier land bey dem fluss Nilo gelegen komen. vnd von dem bischof zu Jherusalem getawft worden. vnd nach dem dise menner in kriegßsachen vnnd hendeln gestreng vnd geuebt. vdn an tugenten edel vnd im glawben nach edler warnn. do warden sie Maximiano zu hilff in Galliam gefordert. Als aber Manimianus sie wider die cristen gesendet het mit befehlhe den abgoettern zeopffern. vnd sie aber das nit thun wolten das schaffet er sie an mancherlay enden mit mancherlay marter zeertoedten vnd alweg den zehenden zeenthawbten. Maricius ir heerfuerer bestettiget die andern im glawben. die legten ir waffen hin vnd opfferten sich willigclich auff. right Vincencius der leuit ein vndueberwintlichster hailigster man auß Hispania sant Sixts des babsts iunger dem hailigen martrer Laurencio an kunst vnd tugenten gantz enlich. von gepurt fast edel vnd hohgelert hat mit Valerio dem heiligen bischoff der statt Lesar auguste fast pittere marter von Daciano dem verweser erduldet. vnd nach harter peinigung. fangknus. bekettung. helligung vnd hungerung an allen glidern des leichnams toedliche quelung erlidden. darnach wardt er an einem schnelgalgen außgedenet vnd daran hangend mit vil wunden verletzet. nachfolgend vomm schnelgalgen genomen vnd vber glueende koln auff einen rost gelegt darauf mit eyßnin kreueln zerrissen vnd saltz darein gestrewet. darnach in einen kercker gelegt mit fueßen in einen stock geschloßen vnd on allen menschlichen trost gelossen. aber doch durch den engel gottes von den panden erledigt vnd mit großem liecht vmbscheinet. do sprach Dicianus wir sind vberwunden. vnd auff das er inen mer peynigen moecht do hieß er ine haylen. aber er starb pald eins costlichen tods vnd gabe seinen gaist auff gein himel. left Agnes die hohberuembt iunckfraw hohwirdiger gedechtnus ein Roemerin. xiij. iar alt. schoens antlitzs wardt (als sie von der schuol herwider kam) von des verwesers sun geliebet. aber sie sprach ich bin mit lieb fuerkomen gein dem dess muter ein iunckfraw ist. darumb wardt sie gefangen vnd eintweders der goettin Veste zeopffern oder sin in die gespilschaft gemainer frawen zebegeben angesunnen. aber do sie das alles verachtet wardt sie also nackend in ein gemain frawenhaws zeziehen vomm verweser geschaffet. aber doch von got dem herren mit dicken locken als mit klaidern vmbdecket. vnnd (als sie hinein kome) mit eim weyssen klaid von dem engel gottes gezieret. dess verwundert sich menigclicher vnnd der sun des verweser wardt ersteckt. aber Agnes pate darnach fuer ine vnd er wardt wider lebendig. darnach wardt sie nach vil bedroung. erschrecken vnd schlagen in dz fewr geworffen vnd doch nicht verletzet. sunder zu letst mit eim schwert durch iren hals gestochen vnd also zu der marterkron gebracht am. xxi. tag ianuarij. in der nacht erschine sie iren elternn mit großer schar der iunckfrawen sprechende. Allerlibsten eltern ir solt nit mich als ein todte bewaynen. sunder mit mir frolocken. dann ich bin dem im himel vertreuetet. den ich auff erden mit gantzer meynung geliebet hab. right Ciriacus der diacon mitsambt Largo vnnd Smaragdo auch mit andern. xx. hat diser zeit gelidden der dann Artemiam die tochter Diocleciani vomm teuefel erlediget vnnd auch Jobiam die tochter des konigs Persarum. Maximianus hieß diesen Ciriacum außfueren vnd sein hawbt mit heißem pech gegißen. vnd darnach disen Ciriacum mit Smarag do vnd andern. xx. enthawbten zu Rom am achten tag Augusti. left Gervasius vnd Prothasius gebruidere von Mayland des heiligen martrers Vitalis suene eins mals miteinander geporn. haben diser zeit zu Mayland die marter gelidden. vnd dauor nach absterben irer eltern allen iren erbteil vmb gottes willen den armen gegeben. vnd sich lange iar in guoten wercken geuebet. Astasius der verweser der statt wolt in einen streit ziehen. dem sagten die briester der abgoetter wo er Geruasium vnd Prothasium nit zwuenge den abgoettern zeopffern. so kunde er nicht obsigen. Aber sie widerten sich also zeopffern. darumb wardt Geruasius mit plewzaynen zu todt geslagen. vnd Prothasius mit kolben geplewet vnd zu letst enthawbtet. Derselben martrer leichnam warden nach vil iaren durch sand Ambrosium auß goetlicher offenbarung also vnuerseret gefunden als weren sie desselben tags gestorben:

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Die zehnte Verfolgung gegen die Christen wurde nach Nero von Veturius, dem Hauptmann der Ritterschaft zu dieser Zeit, erweckt und auf Geheiß Diokletians und Maximians durch alle Teile der Welt verhängt. Diokletian hatte im Orient und Maximian im Okzident befohlen, die Kirchen zu verwüsten und die Christen zu peinigen und zu töten. Diese Verfolgung war länger und grausamer als alle anderen, denn die Heiligen Schriften wurden verbrannt, und wer sich in bürgermeisterlicher Obrigkeit als Christ bekannte, der wurde abgesetzt und als ehrlos geachtet. Welche Knechte dann im christlichen Stand verharrten, die konnten keine Freiheit erlangen. Die christlichen Ritter wurden gezwungen, entweder den Abgöttern zu opfern oder ihre Ritterwürde und auch das Leben zu verlieren, mit aufgesetztem Gebot des Kaisers am Markt. Wer es wagte, dieses zu zerbrechen, dem wurde die Haut abgestreift und mit darein gegossenem Essig und Salz so lange gepeinigt, bis nichts als das Leben übrig blieb. Diesen bestärkten Dorotheus und Gorgonius, die berühmten Männer. In denselben Tagen brach in der königlichen Behausung der Stadt Nikomedia ein Feuer aus. Da meinte der Kaiser aus falschem Argwohn, dass solches von den Christen geschehen sei; darum ließ er viele Christen erschlagen und viele lebendig in das Feuer werfen. Und solche wütende Grausamkeit wurde nicht allein in Mytilene, Syrien, Afrika, Thebais und Ägypten, sondern auch in der Ebene Palästinas und Tyrus geübt, sodass kein Geschlecht der Peinigung an den Christen gespart wurde. Und (wie Damasus berichtet) sind in 30 Tagen 17.000 Menschen beiderlei Geschlechts mit Marter gekrönt worden, ohne diejenigen, die auf die Inseln verschickt oder gezwungen wurden, Erze oder Sand zu graben oder Steine zu hauen, deren Anzahl schier unendlich war. Zuletzt öffnete Gott die Augen und bedrängte Diokletian dahin, dass er vom Reich abdankte. So wurde Maximian mit mancherlei Siechtum und Wahnsinn seines Gemüts so geängstigt, dass er sich selbst zuletzt tötete. Adauctus, der Römer, ein sehr christlicher, heiliger Mann, empfing in Phrygien die Marter, als er die Stadt daselbst bekehrt hatte. Da ließ Diokletian die ganze Stadt verbrennen, darum, weil die Bürger den Abgöttern nicht opfern wollten. Dieser Adauctus wurde nach dem Ausstechen seiner Augen zuletzt durch Enthauptung zum Märtyrer gemacht. Alexander, der gestrenge Ritter, einer aus der Thebäischen Legion, hat zu dieser Zeit, als er zu Bergamo in der Stadt den christlichen Namen beständig gepredigt hatte, nach unzähligen daselbst geübten Tugenden durch die Abschneidung seines Hauptes die Marter ehrenvoll vollbracht. Dessen Leichnam begrub Grata, eine heilige Witwe, auf ihrem Grund und Boden. Daselbst wurde ein lobenswerter Tempel gebaut, der noch vorhanden ist. Barbara, die edelste Jungfrau, aus der Stadt Nikomedia geboren, wurde von ihrem Vater wegen ihrer großen Schönheit in einen hohen Turm gesetzt, besorgend, sie würde eine Christin. Aber durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes betete sie als Christin den Gott des Himmels an. Der Vater wollte sie töten; zuvor verbarg sie sich. Als sie aber gefunden wurde, da wurde sie vor den Richter geführt, mit Ruten geschlagen, an den Füßen aufgehängt und mit Abschneidung ihrer Brüste und dem Brennen der Fackeln und nach unzähligen Peinigungen zuletzt von ihres Vaters Händen enthauptet am vierten Tag des Monats Dezember. Und das Feuer, vom Himmel steigend, verbrannte den Vater zu Pulver. Anastasia, Tochter eines edlen Römers und Weib eines mächtigen Mannes, eine Christin und Aufseherin der Werke der Barmherzigkeit gegen die Christen, wurde in dieser Aufruhr von Publius, ihrem Mann, ergriffen, lange in Gefangenschaft gehalten und gequält und darnach enthauptet. Symphorianus, Claudius, Nicostratus und Simplicius, die hochberühmten Männer, haben in dieser Zeit zu Rom gelitten. Die wurden erstlich in Kerker gelegt, darnach mit Skorpionen geschlagen und zuletzt auf Geheiß Diokletians in das Meer gestürzt am 28. Tag Oktober. Crispinus und Crispinianus, die berühmten Männer, in dieser Verfolgung erstlich gepeinigt, wurden zuletzt enthauptet am 25. Tag des Monats Oktober. Blatt 124 der Weltchronik. Mauritius und Exuperius, Candidus und Victor mit Innocentius, die vornehmsten der Thebäischen Legion, sind zu dieser Zeit auf Befehl des Kaisers Maximian in Gallien bei der Stadt Sedunum mit 6666 Menschen um Christi willen gemartert und mit der Märtyrerkrone ehrenvoll begabt worden. Diese Märtyrer sind aus den orientalischen Gegenden und aus einer edlen Stadt im Ägyptenland, beim Fluss Nil gelegen, gekommen und von dem Bischof zu Jerusalem getauft worden. Und nachdem diese Männer in Kriegssachen und Handlungen streng und geübt und an Tugenden edel und im Glauben noch edler waren, da wurden sie Maximian zur Hilfe nach Gallien gefordert. Als aber Maximian sie wider die Christen gesendet hatte mit dem Befehl, den Abgöttern zu opfern, und sie aber das nicht tun wollten, da ließ er sie an mancherlei Orten mit mancherlei Marter töten und immer den Zehnten enthaupten. Mauritius, ihr Heerführer, bestärkte die anderen im Glauben. Die legten ihre Waffen hin und opferten sich williglich auf. Vinzenz der Diakon, ein unüberwindlichster, heiligster Mann aus Hispanien, des heiligen Papstes Sixtus' Jünger, dem heiligen Märtyrer Laurentius an Kunst und Tugenden ganz ähnlich, von Geburt fast edel und hochgelehrt, hat mit Valerius, dem heiligen Bischof der Stadt Caesaraugusta, fast bittere Marter von Dacian, dem Statthalter, erduldet. Und nach harter Peinigung, Gefangenschaft, Bekettung, Quälung und Hunger an allen Gliedern des Leichnams tödliche Qual erlitten. Darnach wurde er an einem Schnellgalgen ausgedehnt und daran hängend mit vielen Wunden verletzt. Nachfolgend vom Schnellgalgen genommen und über glühende Kohlen auf einen Rost gelegt, darauf mit eisernen Krallen zerrissen und Salz darein gestreut. Darnach in einen Kerker gelegt, mit Füßen in einen Stock geschlossen und ohne allen menschlichen Trost gelassen. Aber doch durch den Engel Gottes von den Banden befreit und mit großem Licht umschienen. Da sprach Dacian: „Wir sind überwunden.“ Und auf dass er ihn mehr peinigen möchte, da hieß er ihn heilen. Aber er starb bald eines kostbaren Todes und gab seinen Geist auf gen Himmel. Agnes, die hochberühmte Jungfrau hochwürdiger Gedächtnis, eine Römerin, 13 Jahre alt, schönen Antlitzes, wurde (als sie von der Schule wiederkam) von des Statthalters Sohn geliebt. Aber sie sprach: „Ich bin mit Liebe demjenigen zuvorgekommen, dessen Mutter eine Jungfrau ist.“ Darum wurde sie gefangen und entweder der Göttin Vesta zu opfern oder sich in die Gesellschaft gemeiner Frauen zu begeben, angesonnen. Aber da sie das alles verachtete, wurde sie nackend in ein gemeines Frauenhaus zu ziehen vom Statthalter befohlen. Aber doch von Gott dem Herrn mit dicken Locken wie mit Kleidern umdeckt. Und (als sie hineinkam) mit einem weißen Kleid von dem Engel Gottes geziert. Dessen verwunderte sich jedermann, und der Sohn des Statthalters wurde erstickt. Aber Agnes betete darnach für ihn, und er wurde

Anmerkungen

Das sechst alter
Das sechste Zeitalter (historische Epochengliederung)
zehend
zehnte
Veturio
Veturius, römischer Offizier, der die zehnte Christenverfolgung einleitete
hawbtman der ritterschaft
Hauptmann der Ritterschaft, militärischer Befehlshaber
Diocleciani
Diokletian, römischer Kaiser (284–305 n. Chr.), Initiator der größten Christenverfolgung
Maximiani
Maximian, römischer Kaiser (286–305 n. Chr.), Mitregent Diokletians
nidergang
Okzident, Abendland
burgermaisterlicher oeberkeit
bürgerliche Obrigkeit, Magistrat
erelos
ehrlos, rechtlos
abgoettern
Götzen, Idole
das getorft einer zerbrechen
wer es wagte, es zu zerbrechen
Dorotheus
Dorotheus von Nikomedia, christlicher Märtyrer
Gorgonius
Gorgonius von Nikomedia, christlicher Märtyrer
Nicomedia
Nikomedia, antike Stadt in Kleinasien, Hauptstadt Bithyniens, zeitweise Residenzstadt Diokletians
Mitilena
Mytilene, antike Stadt auf der Insel Lesbos
Siria
Syrien, antike römische Provinz
Affrica
Africa, antike römische Provinz (heutiges Tunesien und Teile Libyens)
Thebaide
Thebais, antike Region in Oberägypten
Egypten
Ägypten, antike römische Provinz
Palestine
Palästina, antike Region im Nahen Osten
Titi
Tyrus (Tyros), antike phönizische Stadt, heute im Libanon
Damasus
Damasus I., Papst (366–384 n. Chr.)
xxx.
römisch für 30
xvijm.
römisch für 17.000
ab stunde
abdankte
seueche
Siechtum, Krankheit
Adauctus
Adauctus, römischer Märtyrer
phrigia
Phrygien, antike Landschaft in Kleinasien
Alexander
Alexander von Bergamo, römischer Soldat und Märtyrer
schar Theborum
Thebäische Legion, legendäre römische Legion, die aus Christen bestanden haben soll und in Gallien massakriert wurde
Bergomo
Bergamo, Stadt in Norditalien
Grata
Grata von Bergamo, heilige Witwe, die den Leichnam des hl. Alexander bestattete
Barbara
Barbara von Nikomedia, christliche Jungfrau und Märtyrerin
decembris
lateinisch für Dezember
Anastasia
Anastasia von Sirmium, christliche Märtyrerin
vberin
Aufseherin, Verwalterin
Publio
Publius, Ehemann der hl. Anastasia
gehelligt
gequält, gefoltert (oder auch 'gehalten' im Sinne von 'eingesperrt')
Simphorianus
Symphorianus, christlicher Märtyrer
Claudius
Claudius, christlicher Märtyrer
Nicostratus
Nicostratus, christlicher Märtyrer
Simplicius
Simplicius, christlicher Märtyrer
rom
Rom, Hauptstadt des Römischen Reiches
scorpionen
Skorpione, hier als Folterinstrument (eine Art Peitsche mit Metallstücken)
xxviij.
römisch für 28
octobris
lateinisch für Oktober
Crispinus
Crispinus, christlicher Märtyrer
Crispinianus
Crispinianus, christlicher Märtyrer
xxv.
römisch für 25
Blat CXXIIII der werlt
Blatt 124 der Schedelschen Weltchronik
Mauricius
Mauritius, Anführer der Thebäischen Legion
Exuperius
Exuperius, Offizier der Thebäischen Legion
Candidus
Candidus, Offizier der Thebäischen Legion
Victor
Victor, Offizier der Thebäischen Legion
Innocencio
Innocentius, Offizier der Thebäischen Legion
fuernemsten
vornehmsten
Maximiam
Maximian, römischer Kaiser (286–305 n. Chr.)
Gallia
Gallien, antike Region, die das heutige Frankreich, Belgien und Teile der Schweiz umfasste
Seduno
Sedunum, antiker Name für Sion (Sitten) in der heutigen Schweiz
vim. vic. vnd. lxvi.
6666, die überlieferte Zahl der Märtyrer der Thebäischen Legion
Nilo
Nil, Fluss in Ägypten
Jherusalem
Jerusalem, heilige Stadt
hendeln
Handlungen, Geschäfte
heerfuerer
Heerführer
Vincencius der leuit
Vinzenz von Saragossa, Diakon und Märtyrer (lat. 'levita' = Diakon)
Hispania
Hispanien, antike Bezeichnung für die Iberische Halbinsel (Spanien und Portugal)
sant Sixts des babsts
Sixtus II., Papst (257–258 n. Chr.)
Laurencio
Laurentius von Rom, Diakon und Märtyrer
enlich
ähnlich
Valerio
Valerius von Saragossa, Bischof von Caesaraugusta
Lesar auguste
Caesaraugusta, antiker Name für Saragossa in Spanien
Daciano
Dacian, römischer Statthalter in Hispanien
verweser
Statthalter, Verwalter
helligung
Quälung, Folter
schnelgalgen
Schnellgalgen, Streckbank, ein Folterinstrument
eyßnin kreueln
eiserne Krallen, ein Folterinstrument
Dicianus
Dacian, römischer Statthalter (siehe Daciano)
costlichen tods
ehrenvollen, kostbaren Todes (Märtyrertod)
Agnes
Agnes von Rom, christliche Jungfrau und Märtyrerin
xiij.
römisch für 13
ich bin mit lieb fuerkomen gein dem dess muter ein iunckfraw ist
Ich bin mit Liebe demjenigen zuvorgekommen, dessen Mutter eine Jungfrau ist (d.h. Christus)
Veste
Vesta, römische Göttin des Herdfeuers
gespilschaft gemainer frawen
Gesellschaft gemeiner Frauen, Prostituierten
ersteckt
erstickt