Schedelsche Weltchronik · Blatt 227

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 227, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 227, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter Orden der ritter Jhesu cristi DIsen newen orden Jhesu cristi hat babst Johannes der .xxii. auffgesetzt. also das die bruedel desselben ordens vnder cristo in Portugalia wider die sarracen vnd vnglawbigen. die allenthalben die cristen betrueeben vnd beschedigen ritterschaft pflegen vnd treyben solten. Das hawbt diss ordens ist in der statt Marino des siluensischen bistthumbs. alda er dann dz oberst hawß geordnet. vnd disen rittern alle gueeter der templarier mit verwilligung des koenigs Portugalie zu kreftiger aufenthaltung diss ordens zugeaygnet hat. der oeberst diss ordens ist der abbt des Alcohasianischen closters cistercier ordens des Vlixbonensischen bistthumbs der dann befelhe vnd gewalt hat solche rittere zebeschreiben zesetzen vnd zeentsetzen. CLementinarum das gaistlich rechtbuoch also genant hat diser zeit babst Johannes der. xxii. bestetigt vnd in alle hohe schuol gesendet. vnd allen doctoren in denselben schuolen gepoten dasselb buoch offenlich zelesen. dann sein vorfarn babst Clemens hielt (als hieuor gemeldt ist) zu vienna mit. iiic. prelaten ein concili. darinn macher er vil vnd mancherlay satzung vnd ordnung den stand der gaistlichen antreffende dieselben satzung vnd ordnung ließ babst Johannes in ein einigs buoch verfaßen vnd nach demselben Clemente das buch clementinarum nennen mit bestettigung desselben auß babstlichem gewalt. Die .xxi. zwaiung oder scisma. PEtrus corbariensis parfuoßer ordens ward in disem iar wider babst Johannem auß gehaiße oder verguennen kaiser Ludwigs zu eim babst auffgeworffen vnd Nicolaus der fuenft genant. vnd wz ein pewrischer mensch vnd het ein iungs weib die wolt ime des nit verguennen. Er wardt vom kaiser vnd von andern als ein warer statthalter Cristi geeret. Dem hiengen vil mißtetiger vnd seins gleichen abtruenniger verurtailter vnd leichtfertiger lewte an. vnd vil auß inen empfiengen von ime cardinelische. bischofliche vnd briesterlich wirdigkeit. die richteten sich in solcher hohmueetigkeit auff das sie babst Johannem offenlich einen ketzer nennten. Vnd nach dem er ein hawbt vnd schuetzer der ketzerey Fratricellorum was so vnderstuond er sich die teuefellische schuol derselben irrung nach vermuegen zemeren. dann dieselben ketzer sprachen zu bedeckung irer boßheit. das cristus vnd sein iungere also arm gewesen weren das sie nichtz sunders noch gemains gehabt hetten. aber dise irrung ward von hohgelerten lewten der heilligen schrift als ketzerlich erkannt vnnd vom babst verdambt. Zu letst wardt diser Petrus von Bonifacio pisano gefangen vnd zu dem babst gein Auion gefueert da begeret er gnad vnnd vergebung. doch wardt er zu buoß drey iar gekerckert vnd starb darinn. Austustinus von ancono AVgustinus von ancono augustiner ordens an weißheit der lere vnd fruemmkeit des lebens ein loeblich man hat diser zeit gelebt vnd auß klarheit seins schriftlichen wissens alle lerer seiner zeit in weißheit vnnd verstentnuß der heilligen schrift vbertroffen. Vnd nicht allain das new testament von dem ewangelio Mathei anfahende gar scharpff vnd subtillich erklert. sunder auch sunst vil erlewterung vnd zu außlegung der heilligen schrift begriffen als dann den gelerten wol kuendig ist. Albertus von Padua ALbertus von Padua auch einer desselben ordens. sancti Egidii von rom iunger gar ein hohgelerter lerer der heilligen schrift ist diser zeit als ein fuerst der prediger gehalten gewest. Vnnd nach dem er also hoh mit schriftlicher weißheit begnadet wz so hat er gar vil schoener loeblicher nuetzlicher lere vnd predig dem volck vnnd auch der pfafheit zu vnderrichtung gemacht. vnd auch die fuenff bueecher moysi vnnd alle epistel Pauli declarirt vnd außgelegt. BOnauentura auch von Padua desselben ordens ein general vnd der roemischen kirchen ein cardinal ist diser zeit von seiner lere vnd schriftlicher kunst wegen in großer achtperkeit gewesen. Vnd nach dem er ein ernstlicher beschirmer kirchlicher freyheit wider die tyrannen was so wardt er von dem carrarienschen herrn erschoßen vnd also mit marter bekroenet. der werlt Blat CCXXVII Sant Rochus ROchus auß dem land narbona ein beichtiger cristi ist bey dem pessulanischen berg auß der statt Agathopolis ettwen genant. von einer freyen muoter. vnd von Johanne seinem vater eim herren derselben statt geporn. vnd als er das. xii. iar erraichet do fieng er an sich gar weniger speys vnd getranck zegeprauchen. vnnd nach absterben seiner eltern sein große erbschaft den armen außzetailn sich der herrschung zeentschlagen vnd seinem vetter die vetterlichen stettlein zebefelhen. dem nach kome er alle ding verlassende in kuortzem klaid mit eim huot taschen vnd stabe auß gallia in welsche land als ein pilgram. Als er nw vil stett vnd schier alles galliam zwischen dem lampardischen gepirg vnd dem brittannischen meer wesende vnnd mit der pestilentz bekuemmerte durchschwaift vnnd vil menschen mit dem zaichen des creuetzs gesund gemacht het do kome er darnach gein Placentz alda herrschet die pestilentz. also gieng er in das spital daselbst vnd bracht alle krancken darinn zu gesundheit Zu erst wardt auc er nach goetlicher fueruerkuendung mit eim scharpffen fieber vnd mit eim pfeil der pestilentz durch das lingk payn geschoßen also das er vor schmertzen vnd prennen kein ruoe finden mocht. darumb wardt er auß der statt vertriben vnd kroche in einen wald da bey. alda erlanget er gesuntheit von got. darnach zohe er wider in Galliam darinn waren krieg vnd auffruor. vnnd als er in ein stettlein das er seim vetter gegeben het komen was do wardt er als wer er ein speher oder verkuntschafter angetastet. in einen kercker geworffen vnd fuenff iar mit großer seiner gedult vnd gestrengigkeit vnbekant von seim vetter darinn enthalten. wie der ander roemisch Alexius. Nach außgang soelcher fuenff iar. als nach der gepurt cristi. M.ccc.xxvii. empfienng er die heilligen sacrament vnnd verschied in cristo in dem. xxxii. iar seins alters mit vorgethannem gepett zu gott. Welche menschen hinfuero seinen namen aurueften das dieselben vor der pestilentz beschirmt werden solten. als dann solchs ein tafel neben ime gefunden in sahriften anzaiget. Als nw das an den fuersten seinen vetter gelanget vnd ererkennet das diser seins bruders sun Rochus gewesen wer. do schaffet er wainende den heilligen leichnam mit großem geprengk zebestatten. vnd pawet ein kirchen darinn Rochus vil iar an wunderzaichen geschynen hat. Als die verdienstnus diss heilligen mans den walhen nochmals verborgen was do kome zu letst in dem iar des herren. M.cccc.xiiii. der namen Rochi auß teuetschem in welsche lannd. darumb das er die statt Costnitz (alda dann deßmals ein concili gehalten wardt) von einer großen pestilenntz erlediget. Diss heilligen manns leichnam wardt in dem iar des herren. M.cccc.lxxxv. verstollens gein Venedig gebracht vnd ime ein pawe eins tempels mit großer kostung angefengt daselbst wirdt er mit großer ere gehalten. Johannes andree JOhannes andree von Bononia der rechten ein hohgelert man. vnnd sunderlich des babstlichen rechtens ein vberfließender prunn hat diser zeit gereichßnet vnnd auß wolschicklichkeit seiner vernunft vnd auß erleuechter verstentnus der schrifft beyden gaistlichen babstlichen rechten. zu außlegung vnd erklerung derselben auch sunst schoene loebliche ding den gelerten wissend geschriben. aber er starb am pestilentz zu bononia nach der gepurt cristi. M.ccc.xlviii. iar. Cynus pisteriensis auß dem edeln geschlecht symbaldorum geporn des vorgenanten Johannis andree gar gehaymer. ein fast hohachperer treffenlicher lerer der werltlichen recht hat diser zeit auch nicht wenig nutzlicher schriften zu verstentnus vnd erklerung der werltlichen recht begriffen vnd gemacht. OLdradus de laude ein iunger des doctors Dini vnd Johannis andree gehaymer vnd dienstlicher hat diser zeit in lere der werltlichen kaiserlichen recht vnnd in guotsyttigem leben gereichßnet vnnd vil erklerung derselben recht vnd auch vil treffenlicher ratschlege hinder ime gelaßen. JOhannes calderini ein burger zu Bononia ein sunderlicher sun vnnd iunger Johannis andree schrifftlicher weißheit vnd loeblichs lebens ein beruembt man hat diser zeit mit lesen. disputiren vnnd schreiben das gaistlich babstlich recht scheinperlich erleuechtet vnd auch vil loeblicher tapffrer ratschleg beschriben. Johannes de monte villa JOhannes mandena oder de monte villa ein namhaftiger doctor der ertzney. vnd ein ritter auß Engelland puertig hat einen großen tail des vmbkraiss der erden pilgramßweyse durchwandert vnnd vil wunderwirdigs dings sunderlich in asia vnd india erfarn vnd in mancherlay gezuenge beschriben. vnd sein leben diser zeit geendet. FRanciscus maronis parfuoßer ordens ein hohgelert man der heilligen schrifft hat diser zeit vil schriften zu cristenlicher gaistlichkeit gehoerende gemacht vnd gedechtnus wirdige erklerung in den bueechern der helligen schrift gethan. MIchael von cesena ein general parfuoßer ordens hat vber Ezechielem vnd vber das buoch der hohen synn huebsch geschriben. Er wardt von babst Johanne in einer irrung verargkwonet vnd deßhalb des generalambts entsetzet. Aber er entschuldiget sich mit schriften vnd vrsachen vnd schrib darumb vil wide babst Johannem.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Der Orden der Ritter Jesu Christi. Diesen neuen Orden Jesu Christi hat Papst Johannes XXII. aufgesetzt, sodass die Brüder desselben Ordens unter Christus in Portugal gegen die Sarazenen und Ungläubigen, die überall die Christen betrüben und beschädigen, Ritterschaft pflegen und treiben sollten. Das Haupt dieses Ordens ist in der Stadt Marino des Bistums Silves, wo er dann das oberste Haus geordnet und diesen Rittern alle Güter der Templer mit Verwilligung des Königs von Portugal zur kräftigen Aufrechterhaltung dieses Ordens zugeeignet hat. Der Oberste dieses Ordens ist der Abt des Klosters Alcobaça des Zisterzienserordens des Bistums Lissabon, der dann Befehl und Gewalt hat, solche Ritter zu beschreiben, zu setzen und zu entsetzen. Die Clementinarum, das geistliche Rechtsbuch, so genannt, hat dieser Zeit Papst Johannes XXII. bestätigt und in alle hohen Schulen gesendet und allen Doktoren in denselben Schulen geboten, dasselbe Buch öffentlich zu lesen. Denn sein Vorfahr, Papst Clemens, hielt (wie hiervor gemeldet ist) zu Vienne mit 300 Prälaten ein Konzil. Darin machte er viel und mancherlei Satzungen und Ordnungen, den Stand der Geistlichen betreffend. Dieselben Satzungen und Ordnungen ließ Papst Johannes in ein einziges Buch verfassen und nach demselben Clemens das Buch Clementinarum nennen, mit Bestätigung desselben aus päpstlichem Gewalt. Die 21. Zwietracht oder das Schisma. Petrus von Corbara des Barfüßerordens ward in diesem Jahr wider Papst Johannes auf Geheiß oder Vergunst Kaiser Ludwigs zu einem Papst aufgeworfen und Nikolaus der Fünfte genannt. Und er war ein bäuerlicher Mensch und hatte ein junges Weib, die wollte ihm dessen nicht vergunnen. Er ward vom Kaiser und von anderen als ein wahrer Statthalter Christi geehrt. Ihm hingen viele Missetäter und seinesgleichen, abtrünnige, verurteilte und leichtfertige Leute an. Und viele aus ihnen empfingen von ihm kardinalische, bischöfliche und priesterliche Würdigkeit. Die richteten sich in solcher Hochmütigkeit auf, dass sie Papst Johannes öffentlich einen Ketzer nannten. Und nachdem er ein Haupt und Schützer der Ketzerei der Fraticelli war, so unterstand er sich, die teuflische Schule derselben Irrung nach Vermögen zu mehren. Denn dieselben Ketzer sprachen zur Bedeckung ihrer Bosheit, dass Christus und seine Jünger also arm gewesen wären, dass sie nichts Besonderes noch Gemeinsames gehabt hätten. Aber diese Irrung ward von hochgelehrten Leuten der Heiligen Schrift als ketzerisch erkannt und vom Papst verdammt. Zuletzt ward dieser Petrus von Bonifatius von Pisa gefangen und zu dem Papst gen Avignon geführt, da begehrte er Gnade und Vergebung. Doch ward er zur Buße drei Jahre gekerkert und starb darin. Augustinus von Ancona. Augustinus von Ancona des Augustinerordens, an Weisheit der Lehre und Frömmigkeit des Lebens ein löblicher Mann, hat dieser Zeit gelebt und aus Klarheit seines schriftlichen Wissens alle Lehrer seiner Zeit in Weisheit und Verständnis der Heiligen Schrift übertroffen. Und nicht allein das Neue Testament, vom Evangelium Matthäi anfangend, gar scharf und subtil erklärt, sondern auch sonst viele Erläuterungen und zur Auslegung der Heiligen Schrift begriffen, als dann den Gelehrten wohl kundig ist. Albertus von Padua. Albertus von Padua, auch einer desselben Ordens, ein Jünger des Heiligen Ägidius von Rom, gar ein hochgelehrter Lehrer der Heiligen Schrift, ist dieser Zeit als ein Fürst der Prediger gehalten gewesen. Und nachdem er also hoch mit schriftlicher Weisheit begnadet war, so hat er gar viele schöne, löbliche, nützliche Lehren und Predigten dem Volk und auch der Priesterschaft zur Unterrichtung gemacht. Und auch die fünf Bücher Mose und alle Episteln Pauli deklariert und ausgelegt. Bonaventura auch von Padua. Bonaventura auch von Padua, desselben Ordens ein General und der römischen Kirche ein Kardinal, ist dieser Zeit von seiner Lehre und schriftlicher Kunst wegen in großer Achtbarkeit gewesen. Und nachdem er ein ernstlicher Beschirmer kirchlicher Freiheit wider die Tyrannen war, so ward er von dem Herrn von Carrara erschossen und also mit Marter gekrönt. Der Welt, Blatt 227: Sankt Rochus. Rochus aus dem Land Narbonne, ein Bekenner Christi, ist bei dem Pessulanischen Berg, aus der Stadt, etwann Agathopolis genannt, von einer freien Mutter und von Johannes, seinem Vater, einem Herrn derselben Stadt, geboren. Und als er das zwölfte Jahr erreichte, da fing er an, sich gar weniger Speise und Getränk zu gebrauchen. Und nach Absterben seiner Eltern seine große Erbschaft den Armen auszuteilen, sich der Herrschaft zu entschlagen und seinem Onkel die väterlichen Städtlein zu befehlen. Demnach kam er, alle Dinge verlassend, in kurzem Kleid mit einem Hut, Tasche und Stab aus Gallien in welsche Lande als ein Pilger. Als er nun viele Städte und schier ganz Gallien, zwischen dem lombardischen Gebirge und dem britischen Meer liegend und mit der Pestilenz bekümmert, durchstreift und viele Menschen mit dem Zeichen des Kreuzes gesund gemacht hatte, da kam er darnach gen Piacenza, allda herrschte die Pestilenz. Also ging er in das Spital daselbst und brachte alle Kranken darin zu Gesundheit. Zuerst ward auch er nach göttlicher Vorverkündung mit einem scharfen Fieber und mit einem Pfeil der Pestilenz durch das linke Bein geschossen, also dass er vor Schmerzen und Brennen keine Ruhe finden mochte. Darum ward er aus der Stadt vertrieben und kroch in einen Wald dabei. Allda erlangte er Gesundheit von Gott. Darnach zog er wieder in Gallien, darin waren Krieg und Aufruhr. Und als er in ein Städtlein, das er seinem Onkel gegeben hatte, gekommen war, da ward er, als wäre er ein Späher oder Verkunftschafter, angetastet, in einen Kerker geworfen und fünf Jahre mit großer seiner Geduld und Gestrenge, unbekannt von seinem Onkel, darin enthalten, wie der andere römische Alexius. Nach Ausgang solcher fünf Jahre, als nach der Geburt Christi 1327, empfing er die heiligen Sakramente und verschied in Christus in dem 32. Jahr seines Alters mit vorgetanem Gebet zu Gott. Welche Menschen hinfort seinen Namen anriefen, dass dieselben vor der Pestilenz beschirmt werden sollten, als dann solches eine Tafel neben ihm gefunden in Schriften anzeigte. Als nun das an den Fürsten, seinen Onkel, gelangte und er erkannte, dass dieser seines Bruders Sohn Rochus gewesen war, da schaffte er weinend den heiligen Leichnam mit großem Gepränge zu bestatten und baute eine Kirche, darin Rochus viele Jahre an Wunderzeichen geschienen hat. Als die Verdienstlichkeit dieses heiligen Mannes den Welschen nochmals verborgen war, da kam zuletzt in dem Jahr des Herrn 1414 der Name Rochi aus deutschem in welsche Lande, darum dass er die Stadt Konstanz (alda dann desmals ein Konzil gehalten ward) von einer großen Pestilenz erledigte. Dieses heiligen Mannes Leichnam ward in dem Jahr des Herrn 1485 verstohlen gen Venedig gebracht und ihm ein Bau eines Tempels mit großer Kostung angefangen; daselbst wird er mit großer Ehre gehalten. Johannes Andreae von Bologna. Johannes Andreae von Bologna, der Rechte ein hochgelehrter Mann und sonderlich des päpstlichen Rechts ein

Anmerkungen

Johannes der .xxii.
Papst Johannes XXII. (historische Person, römische Zahl)
Portugalia
Portugal (historischer Ortsname)
sarracen
Sarazenen (historische Bezeichnung für Muslime)
Marino
Marino (Ort, wahrscheinlich im Bistum Silves, Portugal)
siluensischen bistthumbs
Bistum Silves (historischer Ortsname, Portugal)
templarier
Templer (historischer Ritterorden)
Alcohasianischen closters
Kloster Alcobaça (historischer Ortsname, Portugal)
cistercier ordens
Zisterzienserorden (historischer Orden)
Vlixbonensischen bistthumbs
Bistum Lissabon (historischer Ortsname, Portugal)
CLementinarum
Clementinarum (lat. Name einer Sammlung päpstlicher Dekretalen)
hohe schuol
Universität (historische Bezeichnung für eine Hochschule)
babst Clemens
Papst Clemens (historische Person, hier Clemens V.)
vienna
Vienne (Ort in Frankreich, wo das Konzil von Vienne stattfand)
.iiic.
römisch für 300
concili
Konzil (historische Kirchenversammlung)
.xxi.
römisch für 21
zwaiung oder scisma
Zwietracht oder Schisma (historischer Begriff für Kirchenspaltung)
PEtrus corbariensis
Petrus von Corbara (historische Person, Gegenpapst Nikolaus V.)
parfuoßer ordens
Barfüßerordens (historische Bezeichnung für den Franziskanerorden)
kaiser Ludwigs
Kaiser Ludwig (historische Person, Ludwig IV. der Bayer)
Nicolaus der fuenft
Nikolaus V. (historische Person, Gegenpapst)
pewrischer mensch vnd het ein iungs weib die wolt ime des nit verguennen
bäuerlicher Mensch und hatte ein junges Weib, die wollte ihm dessen nicht vergunnen (ungewöhnliche Beschreibung für einen Papst, die auf Ungeeignetheit oder einen Skandal hindeutet)
Fratricellorum
Fraticelli (lat. Name einer häretischen Gruppe)
Bonifacio pisano
Bonifatius von Pisa (historische Person)
Auion
Avignon (Ort in Frankreich)
AVgustinus von ancono
Augustinus von Ancona (historische Person)
augustiner ordens
Augustinerorden (historischer Orden)
ewangelio Mathei
Evangelium Matthäi (biblische Referenz)
ALbertus von Padua
Albertus von Padua (historische Person)
sancti Egidii von rom
Heiliger Ägidius von Rom (historische Person, Heiliger)
fuenff bueecher moysi
Fünf Bücher Mose (biblische Referenz, Pentateuch)
epistel Pauli
Episteln Pauli (biblische Referenz)
BOnauentura auch von Padua
Bonaventura von Padua (historische Person)
carrarienschen herrn
Herr von Carrara (historische Familie/Herrscher in Padua)
CCXXVII
römisch für 227
Sant Rochus
Sankt Rochus (historische Person, Heiliger)
narbona
Narbonne (Ort in Frankreich)
pessulanischen berg
Pessulanischer Berg (geografische Bezeichnung, wahrscheinlich bei Montpellier)
Agathopolis
Agathopolis (Ort, antiker Name für Agde, Frankreich)
.xii. iar
römisch für 12 Jahre
vetter
Onkel (frühneuhochdeutsch für Onkel)
gallia
Gallien (historische Region, Frankreich)
welsche land
italienische Lande (historische Bezeichnung für Italien)
lampardischen gepirg
lombardisches Gebirge (wahrscheinlich die Alpen in der Lombardei)
brittannischen meer
britisches Meer (historische Bezeichnung, wahrscheinlich Ärmelkanal oder Atlantikküste)
Placentz
Piacenza (Ort in Italien)
lingk payn
linkes Bein (frühneuhochdeutsch für 'linkes Bein')
Alexius
Alexius (historische/legendäre Figur, Heiliger Alexius)
M.ccc.xxvii.
römisch für 1327
.xxxii. iar
römisch für 32 Jahre
geprengk
Gepränge, Zeremonie (frühneuhochdeutsch für 'Pomp')
walhen
Welsche, Italiener (historische Bezeichnung für romanischsprachige Völker, hier speziell Italiener)
M.cccc.xiiii.
römisch für 1414
teuetschem
deutschem (frühneuhochdeutsch für 'deutsch')
Costnitz
Konstanz (Ort in Deutschland)
M.cccc.lxxxv.
römisch für 1485
Venedig
Venedig (Ort in Italien)
JOhannes andree von Bononia
Johannes Andreae von Bologna (historische Person)
Bononia
Bologna (Ort in Italien)
der rechten
der Rechte (historische Bezeichnung für Rechtswissenschaften)
babstlichen rechtens
päpstlichen Rechts (historische Bezeichnung für Kirchenrecht)