Das Buch von guter Speise (Daz buoch von guoter spîse)
Herzhafter Fleischfladen mit Käse
Moderne Übersetzung
Ein Fladen, gemacht aus Lendenfleisch. Reibe ein Viertel Pfund Käse hinein und gib genügend Eier dazu. Mache es fett mit Speck und streiche es auf ein Teigblatt. Klauen oder Kalbsfüße werden darunter gemischt und die Füllung daraufgesetzt. Dies wird auch eine Pastete genannt, die aus guten Hühnern gemacht wird.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| fleische von lumbel | 500 g Lendenfleisch (Rind oder Schwein) | Metzger | - |
| ein vierteil kes | 125 g Hartkäse | Supermarkt | - |
| eyer genuoc | 2-3 Eier | - | - |
| specke | 100 g gewürfelten Speck | Metzger | - |
| ein blat gemacht von teyge | 250-300 g Mürbeteig oder Pastetenteig | Supermarkt | Blätterteig |
| clawen oder kalbz fuezze | 2 gekochte Schweinefüße oder 1 gekochter Kalbsfuß | Metzger | Gelatine (für die Bindung, aber nicht für die Textur) |
| Salz | - | - | |
| Pfeffer | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein deftiger, gebackener Fleisch-Fladen bzw. eine Pastete: Lendenfleisch mit Käse, Eiern und Speck auf einem Teigboden, der zusätzlich eine Schicht aus Schweine- oder Kalbsfüßen trägt. Es schließt die kleine Fladen-Reihe des Buchs von guter Speise ab (bgs-086, bgs-087, bgs-088) - alle nach dem Muster Fleisch + geriebener Käse + Ei auf Teig gebacken. Der Schlusssatz, dies werde auch ein bastede von guoten huenren (eine Pastete aus guten Hühnern) genannt, ist ein typischer assoziativer Verweis auf eine verwandte Pastetenform - im selben Buch findet sich mit bgs-092 tatsächlich eine mit Huhn gefüllte Variante derselben Fladenform.
Die Füße als Bindung. clawen oder kalbz fuezze drunder geworren - mhd. geworren (zu werren, vgl. nhd. „verworren“) heißt hier „darunter gemischt/eingearbeitet“, nicht „gekocht“; wie die Füße selbst zubereitet wurden, sagt der Text nicht. Die mhd. fuoz meint im Kochkontext die unteren Beinabschnitte mit Knöchel und Sehnen (dt. Eisbein/Beinscheibe), nicht die Hufe - lange gegart geben sie viel Gelatine ab und machen den Boden saftig und bindig, dasselbe Prinzip wie bei Sülzen und Pastetenböden.
Praxis. Da rohe Füße in der kurzen Backzeit eines Fladens nicht durchgaren, empfiehlt es sich, Schweine- oder Kalbsfüße vorab weich zu kochen und als erste Schicht auf den ausgerollten Teig zu verteilen - der Text selbst beschreibt nur das Ergebnis, nicht diesen Vorbereitungsschritt. Für die Füllung Lendenfleisch (Richtwert 500 g) mit geriebenem Hartkäse (ein vierteil, ca. 125 g), 2-3 Eiern und reichlich Speck (machz veizt mit specke, 100-150 g) mischen und auf die Füße-Schicht streichen. Mit robustem Mürbe- oder Pastetenteig im Ofen backen, bis die Füllung gestockt ist.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/bgs-089/
fyndling.de/rezepte/bgs-089/