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The Forme of Cury

England, ~1390 · Mittelenglisch

Erbsen nach deutscher Art

Moderne Übersetzung

Nimm weiße Erbsen, wasche sie und koche sie lange. Nimm sie heraus und seihe sie durch ein Tuch. Wasche sie in kaltem Wasser, bis sich die Schalen lösen. Gib die Erbsen in einen Topf und decke ihn so zu, dass kein Dampf entweicht. Koche sie sehr gut. Gib dann gute Mandelmilch hinzu, eine Portion Reismehl, Ingwerpulver, Safran und Salz.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
white pesoun getrocknete weiße Erbsen 500 g - -
colde water zum Waschen und Kochen Wasser - Leitung -
gode mylke of allmandes Mandelmilch 500 ml - -
a pertye of flour of Rys Reismehl 50 g - -
powdour gynger Ingwerpulver 1 TL - -
safroun Safranfäden 1 Prise Bio-Laden, Online-Gewürzhandel -
salt nach Geschmack Salz - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine feinere, gebundene Variante des Erbsenpürees - hier mit Mandelmilch statt Öl und mit Reismehl angedickt. Der Beiname of Almayne ("nach deutscher Art") verweist auf eine als deutsch geltende Zubereitung. Eng verwandt mit dem schlichten foc-068 sowie mit men-031 (Ménagier) und teg-004 (Tegernsee).

Til the hulles go off - der eigentliche Kniff: Nach dem langen Kochen werden die Erbsen in kaltem Wasser gewaschen, bis sich die Schalen (hulles) lösen. Das geschälte Erbsenmark gibt die cremige, helle Konsistenz, die das Gericht von einem rustikalen Brei abhebt.

Couere þat no breth go out - das dichte Zudecken hält den Dampf (breth) im Topf und gart die geschälten Erbsen schonend gar, ohne dass sie austrocknen.

Praxis. 500 g weiße Schälerbsen einweichen, lange weich kochen, dann in kaltem Wasser durchwaschen und die gelösten Schalen abschöpfen. Zurück in den Topf, fest zugedeckt fertig garen. 500 ml Mandelmilch einrühren, mit etwa 50 g Reismehl binden, mit Ingwer, einer Prise Safran und Salz würzen. Ergibt eine sämige, milde Fasten-Beilage.

Zwei Traditionen derselben Grundtechnik. Der deutsche Zwilling saw-040 (Sabina Welserin, Augsburg 1553) siebt Erbsen nach demselben Grundprinzip - gekocht und durch ein Tuch bzw. Sieb getrieben, mit Safran und Ingwer gewürzt -, schlägt aber eine andere Richtung ein: dort ist die Mandelmilch nur ein Vergleichsbild für die Sieb-Technik, keine tatsächliche Zutat, dafür kommen Zimt und Zucker dazu, und das Mus wird kalt als süße Fastentags-Nachspeise serviert statt wie hier gesalzen, mit Reismehl gebunden und vermutlich warm aufgetragen. Zwei Antworten auf dieselbe Grundtechnik - eine herzhaft-gebunden, eine süß-kalt.

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