Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)
Sauer gewordenes Bier mit Salz und Asche behandeln
Moderne Übersetzung
Wenn ein Bier sauer geworden wäre, auf dem Bottich oder anderswo.
Nimm ein oder zwei Handvoll Salz, ebenso viel Asche und ein Maß oder drei Wasser, rühre es untereinander und verspunde es gut, sonst liefe alles heraus, und lass es so ausbrausen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Bier | Bier, sauer geworden, im Bottich oder anderswo | - | - | - |
| ein oder zwo hand voll Saltz | ein oder zwei Handvoll Salz | - | - | - |
| ſo viel aſchen | ebenso viel Asche | - | - | - |
| ein maß oder dꝛey waſſer | ein Maß oder drei Wasser | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein Mittel für Bier, das sauer geworden ist, ob noch im Bottich oder schon anderswo. Der Text nennt Salz, Asche und Wasser in groben Spannen, das Verrühren, das feste Verspunden und das Ausbrausen. Wie viel Bier, welche Asche, wie lange und woran man das Ende erkennt, sagt er nicht.
Bottich oder Fass. Ein Bottich ist ein offenes Gefäß; verspunden lässt sich eigentlich nur ein Fass. Das „oder sonst“ der Überschrift lässt beides zu, Coler schreibt an der Stelle „oder sonsten im Fasse“. Rumpolt setzt statt des Verspundens „ein tuch mit ein spundt“ davor (rum-2011).
Asche. Welche Asche, sagt Rasch hier nicht. In anderen Biermitteln nennt er sie: Buchenasche (ras-132), Birkenasche (ras-138), Beifuß- und Buchenasche (ras-139).
Verspunden und Ausbrausen. Das Verspunden begründet Rasch selbst: sonst liefe alles heraus. Heutige Einordnung: Asche ist alkalisch und kann einen Teil der Säure abstumpfen, dabei wird Kohlensäure frei; auch Salz lässt in kohlensäurehaltigem Bier Schaum aufsteigen. Die Säuerung selbst wird dadurch nicht rückgängig gemacht, und Salz- und Aschegeschmack kommen hinzu.
Praxis. Nachstellen nur als Versuch an einem ohnehin verdorbenen Bier, nicht zum Trinken. Ein fest verspundetes Gefäß mit aufbrausendem Inhalt steht unter Druck, der Spund kann herausfliegen; heute würde man den Spund erst setzen, wenn das Brausen nachlässt (modern). Asche ist keine Lebensmittelzutat, und Asche aus behandeltem Holz, Kohle oder Briketts enthält Schadstoffe.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ras-124/
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