Zweites Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das drit alter hewbter. vnd yedes hawbt ein guldine lucern. also das der letst kopff imm hoehsten einer yeden roern wesende ein stuel der lucern was. auch warnn siben gießfaß auß gold da mit man das oele in die lucern goße. Es warnnauch scheer auß gold vorhanden damit man die zachen rainiget vnd außloeschet vnd die verprunnen putzen der zachen abrawmet. vnd denn das uebrich des zachens zu der anzuendung prauchet. vnd die gefaß waren auch vol wassers. das die hingeworffen putzen keinen rauch machten. aber alles sein gewicht mit seinen gefaßen het ein pfund golds doch die hebreyschen sprechen einen zentner golds. Nymant wayßt volkomenlich dz gewicht. wiewol ein groß gewicht golds zu volbringung eins soelchen grossen wercks gepirt het. vnnd es was gesetzt gein mittemtag gegen dem tisch nit gestracks sunder seytlingen. center Blat XXXIII der werlt Der herr gepote auch einen altar der gantzen opffer zemachen von Sethim holtz. derselb altar was vieregket fuenff elnpogen lang vnd praitt vnd dreyer hoh vnd hol gleich wie die archen. on ein deck. die wend waren hueltzein. vnd innen vnd außen mit erinen plechen bedeckt das sie mochten geprennet werden. sein poden was erin wie der archen poden. darauff wardt das fewr gemacht das durch das fenster an der seytten des aufgangs eingelegt ward. in den vier oberen winckelnn waren außen vier wider gekruembte hoerner vnd daran vier ketten mit ringen gehenckt. daran hieng ein erines roestlein in gestalt eins netzs geformt bis zu dem mittel des altars hinab steygende darauff leget man die ding die zu wolgesmack dem herren verprennet warden. Aber bey den vndern wincklnn waren vier erine ring daran tet man die stangen von Sethim holtz mit ere bedecket den altare damit zetragen. center Der herr stund auch bey Moysen sprechend. das er die heilligen briesterschafft seinem bruder Aaron geben solt mit anzeigung wie die briesterlich kleidung gemacht solten werden. Es waren vier klaider gemeine allen auch den mindern briestern. als ein leynin hembd. ein rock von weyß leynin tuch zwifach durchauß. ein guertlschier vier finger prait mit huebscher mancherlay gestalt. vnd ein hawben in die hoehe oben gespitzt. Darueber beklaidet sich der hoehst briester mit aignen kleidern. Das erst was ein iacinctischer rock in dess vnderm samen warnn gloecklein vnnd margramoeppfl eingeweben. Das ander was superhumerale. ein schulterkleid. on erml. hinnab bis auff die lennd also das es uebergeguertet werden mocht mit mancherlay zierheit. Das drit ein zwifachs vieregkets rational. vnd darinn. xij. koestlich stein. Das vierdt ein guertl von fuenff farben. Des fuenfft ein iacinctische hawben auff dem hawbt. ob der von bisso weyß leynen tuch gemacht. vnnd das sechste ein guldeins plech als ein halber monde geformt. darinn der groß gottes namen Thetragramaton geschriben stund. vnnd darnach gealtst als ein kron die ueber die stirnn von einem ore zu dem andern raichet. center Der herr redet abermals zu moysen. du solt auch machen ein erins gyeßfaß mit seinem fuoß. das was zwischen dem tabernackl vnd altar des opffers. darinn mit dem darein gegossen wasser die briester ire hend vnd fueß wuschen wenn sie die heilligen kleyder zum opffer anthon vnd in den tabernackl vnd darauß geen wolten. als Aaron vnd sein suen gethan hetten. tragende von dem pluet der geopfferten hostien fuer die suend des volcks. vnd wenn sie zu dem altar giengen das sie darauff den wolriechenden gesmack opfferten. das was gemacht von den spiegeln der weiber die bey dem eingang des tabernackl wachten. dieselben spiegl waren im vmbkrais der oberen leysten herumb gesetzt. darinn sich die briester besehen mochten ob sie amm angesicht oder kleide einiche mackel abzewaschen hetten.
Der Leuchter hatte drei Hauptteile, und jedes Ende trug eine goldene Leuchte, sodass der letzte Kopf, am höchsten Punkt jeder Röhre [jedes Arms] befindlich, ein Sockel für die Leuchte war. Auch waren sieben Gießgefäße aus Gold vorhanden, womit man das Öl in die Leuchten goss. Es waren auch Scheren aus Gold vorhanden, womit man die Dochte reinigte und auslöschte und die verbrannten Reste der Dochte entfernte und dann den Rest des Dochtes zur Anzündung benutzte. Und die Gefäße waren auch voll Wassers, damit die hingeworfenen Docht-Reste keinen Rauch machten. Aber sein gesamtes Gewicht mit seinen Gefäßen betrug ein Pfund Gold, doch die Hebräer sprechen von einem Zentner Gold. Niemand weiß vollkommen das genaue Gewicht, wiewohl ein großes Gewicht Gold zur Vollendung eines solch großen Werkes nötig gewesen wäre. Und es war gegen Mittag, gegenüber dem Tisch, nicht gerade, sondern seitlich aufgestellt. Der Herr gebot auch, einen Altar für die Ganzopfer aus Akazienholz zu machen. Derselbe Altar war viereckig, fünf Ellen lang und breit und drei Ellen hoch und hohl, gleich wie die Lade, jedoch ohne Deckel. Die Wände waren hölzern und innen und außen mit ehernen Blechen bedeckt, damit darauf geopfert werden konnte. Sein Boden war ehern, wie der Boden der Lade. Darauf wurde das Feuer gemacht, das durch das Fenster an der Seite des Aufgangs eingelegt wurde. In den vier oberen Winkeln waren außen vier wieder gekrümmte Hörner, und daran hingen vier Ketten mit Ringen. Daran hing ein ehernes Rost, in Gestalt eines Netzes geformt, bis zur Mitte des Altars hinabsteigend; darauf legte man die Dinge, die dem Herrn zum Wohlgeschmack verbrannt wurden. Aber bei den unteren Winkeln waren vier eherne Ringe; daran befestigte man die Stangen aus Akazienholz, mit Erz bedeckt, um den Altar damit zu tragen. Der Herr stand auch bei Mose und sprach, dass er die heilige Priesterschaft seinem Bruder Aaron geben sollte, mit Anweisung, wie die priesterliche Kleidung gemacht werden sollte. Es waren vier Kleider, die allen, auch den niederen Priestern, gemeinsam waren: ein leinenes Hemd, ein Rock aus weißem Leinentuch, doppelt durchgehend, eine Gürtelschärpe von vier Fingern Breite mit hübscher, mannigfaltiger Gestalt, und eine Haube, die oben spitz zulief. Darüber bekleidete sich der Hohepriester mit eigenen Kleidern. Das erste war ein hyazinthfarbener Rock, in dessen unterem Saum Glöckchen und Granatäpfel eingewebt waren. Das zweite war das Superhumerale, ein Schulterkleid ohne Ärmel, hinab bis auf die Lenden, sodass es mit mannigfaltiger Zierheit übergegürtet werden konnte. Das dritte war ein zweifaches, viereckiges Rationale, und darin zwölf kostbare Steine. Das vierte ein Gürtel von fünf Farben. Das fünfte war eine hyazinthfarbene Haube auf dem Haupt, die aus Byssus, weißem Leinentuch, gefertigt war. Und das sechste ein goldenes Blech, als ein halber Mond geformt, darin der große Gottesname Tetragrammaton geschrieben stand, und danach geformt wie eine Krone, die über die Stirn von einem Ohr zum anderen reichte. Der Herr redete abermals zu Mose: Du sollst auch ein ehernes Waschbecken mit seinem Fuß machen; das war zwischen dem Tabernakel und dem Altar des Opfers. Darin wuschen die Priester mit dem hineingegossenen Wasser ihre Hände und Füße, wenn sie die heiligen Kleider zum Opfer anzogen und in den Tabernakel hinein- und herausgehen wollten, wie Aaron und seine Söhne getan hatten, tragend vom Blut der geopferten Hostien für die Sünden des Volkes. Und wenn sie zu dem Altar gingen, damit sie darauf den wohlriechenden Geruch opferten. Das war gemacht von den Spiegeln der Frauen, die beim Eingang des Tabernakels wachten. Dieselben Spiegel waren im Umkreis der oberen Leisten ringsum eingesetzt, darin sich die Priester besehen konnten, ob sie am Angesicht oder am Kleide irgendeinen Makel abzuwaschen hätten.