Schedelsche Weltchronik · Blatt 41

Zweites Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 41, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 41, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das drit alter left Dise vier in der Linien der bischoff gesetzt sind nit hoehst briester oder bischoff gewest. sunder Sadoch ist von ine abgestigen vnd durch Salomonen in die bischofflichen wirdigkeit gesetzt worde. nach vorbeschehner absetzung yathar von seiner briesterschaft. der dann von der linien ythamar der letst gewest ist. Iepte ein vnelicher fuerst der moerder wardt von den Galaaitern ein fuerer oder hawbtman des heers gemacht zestreytten wider die Ammoniter. Also schicket Jepte erstlich sein potschaft zu dem koenig Amon mit anzeigung vnd vnderrichtung der vrsachen waruemb er vnpillich sich vnderstuende der land die den israheliten von got verlihen vnd gegeben wernn. aber der koenig amon wolt den Jepte nit hoeren. Als nw Jepte gelobet het was im zu erst von seinem haws entgegen koeme so er mit sig vnd ueberwindung seiner veind wideranhayms kerte das er dasselb opffern wolt. do zohe er hin wider die amoniter vnd bestritte sie. do er nw widerkeret vnd im sein tochter noch ein iunckfraw mit der pawgken entgegen geloffen was. auff das er dann sein geluebd hielte so opffert er sie handlende als ei thor mit dem geluebd. vnd als ein vnguetiger mit erfuellung desselben. vnd Jepte was der sibend richter israhel. vnd richtet. vi. iar. Darnach richtet der acht richter abesson von Bethleem. vij. iar. vnd het. xxx. suen vnd so vil toechter. Darnach abialon der ix. richter. x. iar. vnnd nach im abdon. viij. iar. vnnd het. xl. suen. vnnd was der. x. richter. Carthago die hohberuembtist stat in affrica het irn namen von eim stattlein Cartha genant. vnd wardt erstlich von Didone Beli des koenigs tyriorum tochter gepawet. lxxiij. iar vor ee dann rom gezymmet wardt. vnd dauor hieß sie Birsa das souil ist als ochsenhawt. dann dieselb Didon kawffet zu erpawung derselben stat von dem konig Hiarba souil erdreichs als mit eins styrs hawt bedeckt mocht werden. als Virgilius sagt. dieselben hawt ließ sie zu den schmalsten riemlein schneiden. vnd also damit ein grosse weyt einfahen. douon die stat irn namen nach solcher hawt empfienge. vnnd doch darnach Carthago genant wardt. Cicero schreibt dz dieselb stat nach einer weibs person die carthago hieß. benambt sey. Plinius spricht dise stat sey den roemern. c. xx. iar widerstrebig gewesen vnd offt zerstoert vnd offt wider aufgericht worden. Dise loebliche stat ist auch auß alter irs vrsprungs vnd an grosse vnd clarheit vor allen steten affrice vnd hispanie beruembt. In irer ersten erstorung hat Scipio der iunger dieselben stat sechs tag vnnd nacht aneinander gestuermt vnd doch zu letst zu ergebung bedrangt. also das sie begerten das doch die die dem tod des kriegs ueberbliben weren knechts weys dienen mochten Vnd in denselben krieg sollen. xxvm. weiber vnd. xxxm. mann tod bliben sein. aber Hasdrubal ir konig warffe sein weib. sichselbs. vnd seine kinder enmitten in die pruenst. die. xvi. tag aneinander weeret. vnd ein solcher iamer (als Liuius schreibt gesehen) wardt dz auch die feind zu erbermbdlichez mitleyden bewegt warden. vnd also wardt deßmals Carthago in dem vic. lxviij. iar nach irer erpawung mit allen irenn mawrstein außgetilgt. Darnach ueber xxij. iar schuoffen die romer dieß stat wideraufzerichten. do das geschahe do wurden vil romischer burger daselbsthin gefuert. aber in kurtzer zeit stigen auß dem perg Ethna fewrin flammen dauon wardt die stat mit warmer aschen außgeprant. Daruemb zu erstattung vnd widerlegung solchs schadens ließe sie der romisch ratt. x. iar zolfrey. Sie hat auch zu zeiten vil beswerde der gottier getragen. Zu letst ist sie in den gewalt der Maurorum komen vnd bißher ein konigliche stat gewesen. vnd nach irs lannds gezuenge Tunicium genannt worden. center Blat XLI der werlt left right Saul der erst koenig der Juden ein sun Cis. auß dem geslecht Beniamin wardt imm. xij. iar Samuelis vom herren zu koenig erwelt. vnd regiret mit Samuele. xxvi. iar. vnnd wiewol er von anfang ein guter man was. yedoch wardt er darnach ein verschmeher gottes gepot. auß einem koenig ein tyrann vnd vndertrucker seiner vnderthanen. Zu letst da er nach vil verfolgung die er dem Dauid tet wider die Palestiner auff dem berg Gelboe des lands Sirie streyte do wardt sein heer ernider gelegt. vnnd auch er swerlich verwundet. vnnd ist williglich in ein ploß schwert gefallen vnd gestorben das sahe sein weppner vnnd ertodtet sichselbs. Als Dauid sich fuer Saul stellet vnd Jonathas des sauls sun daselbst gegenwertig was do machet er mit dauid ein grosse freuentschaft. also das er ime alle seine klaider hieß anthun. do aber Saul vnd Dauid mit dem volck gein Jherusalem mit syg abstigen. vnnd ine die iunckfrawlein mit gesang entgegen komen sprechende. Saul hat geslagen tausent. vnd Dauid. xm. do wardt Saul auß neyd traurig besorgende dz koenigreich moecht an Dauid gelangen. daruemb als dauid einstags vor dem saul auff der harpffen spilet. so suchet saul den dauid mit einer lantzen oder speer zedurchstechen. Aber darnach machet er ine einen hawbtman ueber die weppner vnd verhieße ime sein tochter Michol zu einem weib zegeben wenn er im hundert beschneydung der Philistiner brechte. vnd saul maynet dauid solt also von den philisteyern ertoedtet werden aber dauid verwilliget vnd bracht. ijc. beschneydung vnd toedtet die in einen gerechten krieg. dann sie waren veind des volcks israhel. Nw versoenet Jonathas den dauid mit saule. doch als dauid darnach die philisteyer mit grosser plag erniderlegt do wolt saul den dauid abermals ertoedten mit der lantzen. aber dauid entwiche dem stich vnnd flohe in sein haws. do schicket saul sein diener den dauid zefahen vnd zetoedten. aber Michol sein weib ließe ine durch ein fenster ab. vnd do saul erfaren het dz dauid bey Samuele in aioth wer do sendet er vil vnd mancherlay kuntschafter zu dreyen malen den dauid zefahen. als sie nw komen vnd die weyssagendn mit Samuele vnnd Dauid funden. do weyssagten auch sie mit ine got lobende. Zu letst kome auch Saul dahin vnd weyssaget mit inen sichselbs nackend außziehende. In dem richterambt Abeson Abyalon vnd Abdon ist die zeit fridsam gewest vnd nichts mercklichs gehandelt in israhel. Doch merck dz die. lxx. außleger nichts von disem Abyalon. noch von der zeit on richter setzen sunder dieselben zeit dem Josue zurechnen. der kein sundere zeit hat nach hebreyscher warheit. vnd also solt du gleichhellig machen die rechnung der iar nach ir iglichem sunst wirdst du irren. Do Vlixes (als Augustinus vnd Boecius schreiben) von dem troyanischen krieg widerkeret do fuer er. x. iar irr auff dem meer vnd kome amm ende welscher land gegen Sicilia mit einem einigen schiff in ein innseln darinn wonet Circis die swartz koensterin gar ein schoene fraw. die man der sunnen tochter hieß. dieselb machet durch ire kunst vnnd gespenst ein getranck mit dem sie nach irem gefallen alle die. die es truncken von menschlicher natur in vihische gestalt verwandelt. nw raichet sie dasselb getranck dem gesellen vlixis vnd verwandelte also einen in ein wilds schwein. disen in einen leoben. den andern in einen hirschen. aber mercurius het Vlixi gegeben ein pluemen die dienet wider solch gespenst vnd zawberey. vnnd so sie ime nit schaden mocht do zwunge er sie mit bloßem schwert sein gesellen zu iren vorigen wesen zebringenn. Solinus schreibt. Diser Vlixes habe die statt Vlixbonam in Hispania gepawen. vnd die nach im also genant.

Moderne Übersetzung

Das dritte Zeitalter. Diese vier, die in der Linie der Bischöfe eingesetzt sind, waren keine Hohenpriester oder Bischöfe, sondern Zadok ist von ihnen abgestammt und durch Salomo in die bischöfliche Würde eingesetzt worden, nach der zuvor geschehenen Absetzung Jathars von seinem Priesteramt, der dann der Letzte aus der Linie Ithamar gewesen ist. Jephtha, ein unehelicher Fürst und Mörder, wurde von den Gileaditern zum Führer oder Hauptmann des Heeres gemacht, um gegen die Ammoniter zu streiten. So schickte Jephtha zuerst seine Botschaft zum König der Ammoniter mit Anzeige und Unterrichtung der Gründe, warum dieser sich unbillig der Länder unterstand, die den Israeliten von Gott verliehen und gegeben waren. Aber der König der Ammoniter wollte Jephtha nicht hören. Als nun Jephtha gelobt hatte, das, was ihm zuerst von seinem Haus entgegenkäme, wenn er mit Sieg und Überwindung seiner Feinde heimkehrte, das wolle er opfern. Da zog er hin gegen die Ammoniter und bekämpfte sie. Als er nun zurückkehrte und ihm seine Tochter, noch eine Jungfrau, mit der Pauke entgegengelaufen war. Damit er dann sein Gelübde hielte, opferte er sie, handelnd wie ein Tor mit dem Gelübde und wie ein Ungütiger mit dessen Erfüllung. Und Jephtha war der siebte Richter Israels und richtete sechs Jahre. Danach richtete der achte Richter Ibzan von Bethlehem sieben Jahre und hatte dreißig Söhne und ebenso viele Töchter. Danach Elon, der neunte Richter, zehn Jahre, und nach ihm Abdon, acht Jahre, und hatte vierzig Söhne und war der zehnte Richter. Karthago, die hochberühmteste Stadt in Afrika, hatte ihren Namen von einem Städtchen namens Cartha und wurde zuerst von Dido, der Tochter Bels, des Königs der Tyrier, erbaut, dreiundsiebzig Jahre bevor Rom gegründet wurde. Und davor hieß sie Byrsa, das so viel ist wie Ochsenhaut. Denn dieselbe Dido kaufte zum Bau derselben Stadt von König Hiarbas so viel Erdreich, als mit einer Stierhaut bedeckt werden konnte. Wie Vergil sagt: Dieselbe Haut ließ sie zu den schmalsten Riemchen schneiden und so damit eine große Weite einfassen, davon die Stadt ihren Namen nach solcher Haut empfing und doch danach Karthago genannt wurde. Cicero schreibt, dass dieselbe Stadt nach einer weiblichen Person, die Karthago hieß, benannt sei. Plinius spricht, diese Stadt sei den Römern hundertzwanzig Jahre widerstrebig gewesen und oft zerstört und oft wieder aufgerichtet worden. Diese lobliche Stadt ist auch aufgrund ihres hohen Alters, ihrer Größe und Berühmtheit vor allen Städten Afrikas und Hispaniens berühmt. In ihrer ersten Zerstörung hat Scipio der Jüngere dieselbe Stadt sechs Tage und Nächte aneinander gestürmt und doch zuletzt zur Ergebung bedrängt, so dass sie begehrten, dass doch diejenigen, die dem Tod des Krieges überblieben waren, als Knechte dienen mochten. Und in demselben Krieg sollen fünfundzwanzigtausend Frauen und dreißigtausend Männer tot geblieben sein. Aber Hasdrubal, ihr König, warf sein Weib, sich selbst und seine Kinder inmitten in die Glut, die sechzehn Tage aneinander währte. Und ein solcher Jammer (wie Livius schreibt, gesehen) wurde, dass auch die Feinde zu erbärmlichem Mitleiden bewegt wurden. Und so wurde damals Karthago im 668. Jahr nach ihrer Erbauung mit all ihren Mauersteinen ausgelöscht. Danach, über zweiundzwanzig Jahre, schufen die Römer, diese Stadt wieder aufzurichten. Als das geschah, wurden viele römische Bürger dorthin geführt. Aber in kurzer Zeit stiegen aus dem Berg Ätna feurige Flammen, davon wurde die Stadt mit warmer Asche ausgebrannt. Darum, zur Erstattung und Wiedergutmachung solchen Schadens, ließ sie der römische Rat zehn Jahre zollfrei. Sie hat auch zu Zeiten viel Beschwerde der Goten getragen. Zuletzt ist sie in den Gewalt der Mauren gekommen und bis dahin eine königliche Stadt gewesen und nach der Eigenart ihres Landes Tunis genannt worden. Saul, der erste König der Juden, ein Sohn des Kisch, aus dem Geschlecht Benjamin, wurde im zwölften Jahr Samuels vom Herrn zum König erwählt und regierte mit Samuel sechsundzwanzig Jahre. Und wiewohl er von Anfang an ein guter Mann war, jedoch wurde er danach ein Verächter Gottes Gebot, aus einem König ein Tyrann und Unterdrücker seiner Untertanen. Zuletzt, da er nach viel Verfolgung, die er David antat, gegen die Philister auf dem Berg Gilboa des Landes Syrien stritt, da wurde sein Heer niedergemacht und auch er schwer verwundet und ist willentlich in ein bloßes Schwert gefallen und gestorben. Das sah sein Waffenträger und tötete sich selbst. Als David sich für Saul stellte und Jonathan, Sauls Sohn, daselbst gegenwärtig war, da machte er mit David eine große Freundschaft, so dass er ihm all seine Kleider anziehen ließ. Als aber Saul und David mit dem Volk nach Jerusalem mit Sieg abstiegen und ihnen die Jungfräulein mit Gesang entgegenkamen, sprechend: „Saul hat Tausend geschlagen und David Zehntausend“, da wurde Saul aus Neid traurig, besorgend, das Königreich möchte an David gelangen. Darum, als David eines Tages vor Saul auf der Harfe spielte, so suchte Saul David mit einer Lanze oder einem Speer zu durchstechen. Aber danach machte er ihn zum Hauptmann über die Waffenträger und verhieß ihm, seine Tochter Michal zur Frau zu geben, wenn er ihm hundert Beschneidungen der Philister brächte. Und Saul meinte, David sollte so von den Philistern getötet werden, aber David willigte ein und brachte zweihundert Beschneidungen und tötete diese in einem gerechten Krieg, denn sie waren Feinde des Volkes Israel. Nun versöhnte Jonathan David mit Saul. Doch als David danach die Philister mit großer Plage niedermachte, da wollte Saul David abermals mit der Lanze töten. Aber David wich dem Stich aus und floh in sein Haus. Da schickte Saul seine Diener, David zu fangen und zu töten. Aber Michal, sein Weib, ließ ihn durch ein Fenster hinab. Und als Saul erfahren hatte, dass David bei Samuel in Naioth war, da sendete er vielerlei Kundschafter dreimal, David zu fangen. Als sie nun kamen und die Weissagenden mit Samuel und David fanden, da weissagten auch sie mit ihnen, Gott lobend. Zuletzt kam auch Saul dahin und weissagte mit ihnen, sich selbst nackt ausziehend. Im Richteramt von Ibzan, Elon und Abdon ist die Zeit friedlich gewesen und nichts Merkwürdiges in Israel gehandelt worden. Doch merke, dass die siebzig Ausleger nichts von diesem Elon noch von der Zeit ohne Richter setzen, sondern dieselbe Zeit Josua zurechnen, der keine besondere Zeit hat nach hebräischer Wahrheit. Und so sollst du gleichmäßig die Rechnung der Jahre nach jedem einzelnen machen, sonst wirst du irren. Als Odysseus (wie Augustinus und Boethius schreiben) vom Trojanischen Krieg zurückkehrte, da fuhr er zehn Jahre irrend auf dem Meer und kam am Ende des welschen Landes, gegenüber Sizilien, mit einem einzigen Schiff auf eine Insel, darin wohnte Kirke, die schwarze Künstlerin, eine sehr schöne Frau, die man die Tochter der Sonne hieß. Dieselbe machte durch ihre Kunst und Zauberei einen Trank, mit dem sie nach ihrem Gefallen alle, die es tranken, von menschlicher Natur in viehische Gestalt verwandelte. Nun reichte sie denselben Trank den Gefährten des Odysseus und verwandelte so einen in ein Wildschwein, diesen in einen Löwen, den anderen in e

Anmerkungen

drit alter
Drittes Zeitalter (in der Weltchronik)
left
(hier) beginnt, dauert
hoehst briester
Hohepriester
Sadoch
Zadok (biblische Person)
Salomonen
Salomo (biblische Person)
wirdigkeit
Würde, Amt
vorbeschehner absetzung
zuvor geschehene Absetzung
yathar
Jathar (biblische Person, oft als Abiatar oder Abiathar identifiziert)
briesterschaft
Priesteramt
ythamar
Ithamar (biblische Person)
Iepte
Jephtha (biblischer Richter)
vnelicher fuerst
unehelicher Fürst
moerder
Mörder
Galaaitern
Gileaditer (Bewohner der Region Gilead)
fuerer oder hawbtman
Führer oder Hauptmann
zestreytten
zu streiten, zu kämpfen
Ammoniter
Ammoniter (antikes Volk)
potschaft
Botschaft, Gesandtschaft
koenig Amon
König der Ammoniter
anzeigung vnd vnderrichtung
Anzeige und Unterrichtung, Darlegung
vrsachen
Ursachen, Gründe
waruemb
warum
vnpillich sich vnderstuende
unbillig sich anmaßte, unrechtmäßig beanspruchte
israheliten
Israeliten
verlihen
verliehen
gelobet het
gelobt hatte
entgegen koeme
entgegenkäme
sig vnd ueberwindung
Sieg und Überwindung
veind
Feinde
wideranhayms kerte
heimkehrte
opffern
opfern
bestritte
bekämpfte
iunckfraw
Jungfrau
pawgken
Pauke
geluebd hielte
Gelübde hielte
handlende als ei thor
handelnd wie ein Tor, töricht handelnd
vnguetiger
Ungütiger, Hartherziger
erfuellung desselben
Erfüllung desselben
sibend richter
siebter Richter
vi. iar
6 Jahre
acht richter
achter Richter
abesson
Ibzan (biblischer Richter)
Bethleem
Bethlehem (Ort)
vij. iar
7 Jahre
xxx. suen
30 Söhne
toechter
Töchter
abialon
Elon (biblischer Richter)
ix. richter
neunter Richter
x. iar
10 Jahre
abdon
Abdon (biblischer Richter)
viij. iar
8 Jahre
xl. suen
40 Söhne
x. richter
zehnter Richter
Carthago
Karthago (antike Stadt)
hohberuembtist stat
hochberühmteste Stadt
affrica
Afrika
stattlein Cartha
Städtchen Cartha (vermutlich eine frühere Bezeichnung oder Legende für den Ursprung des Namens Karthago)
Didone
Dido (legendäre Gründerin Karthagos)
Beli
Belus (König von Tyros, Vater der Dido)
koenigs tyriorum
König der Tyrier (Tyros war eine phönizische Stadt)
gepawet
erbaut
lxxiij. iar
73 Jahre
rom gezymmet wardt
Rom erbaut/gegründet wurde
dauor
davor
Birsa
Byrsa (Name der Zitadelle Karthagos, griech. βύρσα = Ochsenhaut)
souil ist als ochsenhawt
so viel ist wie Ochsenhaut
kawffet
kaufte
erpawung
Erbauung
Hiarba
Hiarbas (König der Numider)
erdreichs
Erdreich
styrs hawt
Stierhaut
Virgilius
Vergil (römischer Dichter, Autor der Aeneis)
schmalsten riemlein
schmalsten Riemchen
weyt einfahen
Weite einfassen, umschließen
empfienge
empfing
Cicero
Cicero (römischer Staatsmann und Philosoph)
weibs person
weibliche Person
benambt sey
benannt sei
Plinius
Plinius der Ältere (römischer Gelehrter)
roemern
Römern
c. xx. iar
120 Jahre
widerstrebig
widerstrebig, feindlich
zerstoert
zerstört
aufgericht
aufgerichtet
loebliche stat
lobliche Stadt
vrsprungs
Ursprungs
clarheit
Klarheit, Berühmtheit
hispanie
Hispanien (Iberische Halbinsel)
erstorung
Zerstörung
Scipio der iunger
Scipio der Jüngere (römischer Feldherr, Zerstörer Karthagos)
aneinander gestuermt
aneinander gestürmt, ununterbrochen angegriffen
zu ergebung bedrangt
zur Ergebung, zur Kapitulation bedrängt
begerten
begehrten, forderten
ueberbliben weren
übrig geblieben waren
knechts weys dienen
als Knechte dienen
xxvm. weiber
25.000 Frauen
xxxm. mann
30.000 Männer
Hasdrubal
Hasdrubal (karthagischer Feldherr)
warffe
warf
sichselbs
sich selbst
enmitten in die pruenst
inmitten in die Glut, in den Brand
xvi. tag
16 Tage
weeret
währte
iamer
Jammer
Liuius
Livius (römischer Geschichtsschreiber)
erbermbdlichez mitleyden
erbärmliches Mitleiden
deßmals
damals
vic. lxviij. iar
668. Jahr
mawrstein außgetilgt
Mauersteinen ausgelöscht, dem Erdboden gleichgemacht
xxij. iar
22 Jahre
schuoffen
schufen, beschlossen
wideraufzerichten
wieder aufzurichten
geschahe
geschah
daselbsthin gefuert
dorthin geführt
perg Ethna
Berg Ätna
fewrin flammen
feurige Flammen
ausgeprant
ausgebrannt
Daruemb zu erstattung vnd widerlegung solchs schadens
Darum, zur Erstattung und Wiedergutmachung solchen Schadens
romisch ratt
römischer Rat
x. iar zolfrey
10 Jahre zollfrei
beswerde der gottier getragen
Beschwerde der Goten getragen, unter den Goten gelitten
gewalt der Maurorum
Gewalt der Mauren (Volk in Nordafrika)
bißher
bis dahin, bisher
gezuenge
Eigenart, Beschaffenheit
Tunicium
Tunis (Stadt in Nordafrika)
center Blat XLI der werlt left right
Seitenangabe: Blatt 41 der Weltchronik, mittig, links, rechts (nicht Teil des erzählenden Textes)
Saul
Saul (erster König Israels)
koenig der Juden
König der Juden
Cis
Kisch (Vater Sauls)
Beniamin
Benjamin (einer der zwölf Stämme Israels)
xij. iar Samuelis
im 12. Jahr Samuels (Samuel war Richter und Prophet)
herren
Herrn (Gott)
erwelt
erwählt
regiret
regierte
Samuele
Samuel (biblischer Prophet und Richter)
xxvi. iar
26 Jahre
wiewol
wiewohl, obwohl
yedoch
jedoch
verschmeher gottes gepot
Verächter Gottes Gebot
tyrann
Tyrann
vndertrucker
Unterdrücker
vnderthanen
Untertanen
verfolgung
Verfolgung
Dauid
David (biblischer König)
Palestiner
Philister (antikes Volk)
berg Gelboe
Berg Gilboa (Ort in Israel)
Sirie
Syrien (Region)
streyte
stritt, kämpfte
heer ernider gelegt
Heer niedergemacht, besiegt
swerlich verwundet
schwer verwundet
williglich in ein ploß schwert gefallen
willentlich in ein bloßes Schwert gefallen (Selbstmord)
weppner
Waffenträger
ertodtet sichselbs
tötete sich selbst
Jonathas
Jonathan (Sohn Sauls)
daselbst gegenwertig was
dort anwesend war
freuentschaft
Freundschaft
klaider
Kleider
anthun
anziehen
gein Jherusalem
nach Jerusalem
syg abstigen
mit Sieg abstiegen
iunckfrawlein
Jungfräulein
xm.
10.000
neyd traurig
neidisch traurig
besorgende dz koenigreich moecht an Dauid gelangen
besorgend, dass das Königreich an David gelangen könnte
einstags
eines Tages
harpffen spilet
Harfe spielte
suchet
suchte
lantzen oder speer zedurchstechen
Lanze oder Speer zu durchstechen
hawbtman ueber die weppner
Hauptmann über die Waffenträger
verhieße
verhieß
Michol
Michal (Tochter Sauls, Frau Davids)
beschneydung der Philistiner
Beschneidungen der Philister (hier als Beweis der Tötung)
maynet
meinte
philisteyern
Philistern
ertoedtet werden
getötet werden
verwilliget
willigte ein
ijc. beschneydung
200 Beschneidungen
gerechten krieg
gerechten Krieg
veind
Feinde
versoenet
versöhnte
grosser plag erniderlegt
großer Plage niedermachte, schwer besiegte
abermals ertoedten
abermals töten
entwiche dem stich
wich dem Stich aus
flohe
floh
zefahen vnd zetoedten
zu fangen und zu töten
ließe ine durch ein fenster ab
ließ ihn durch ein Fenster hinab
erfaren het
erfahren hatte
aioth
Naioth (Ort bei Rama)
kuntschafter
Kundschafter, Boten
zu dreyen malen
dreimal
weyssagendn
Weissagenden, Propheten
weyssagten auch sie mit ine got lobende
weissagten auch sie mit ihnen, Gott lobend
weyssaget
weissagte
sichselbs nackend außziehende
sich selbst nackt ausziehend (im Kontext prophetischer Ekstase)
richterambt
Richteramt
mercklichs gehandelt
Merkwürdiges gehandelt, Bemerkenswertes geschehen
merck
merke
lxx. außleger
die siebzig Ausleger (Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments)
sunder
sondern
Josue
Josua (biblische Person)
zurechnen
zurechnen
sundere zeit
besondere Zeit
hebreyscher warheit
hebräischer Wahrheit
gleichhellig machen die rechnung der iar nach ir iglichem sunst wirdst du irren
die Rechnung der Jahre nach jedem einzelnen gleichmäßig machen, sonst wirst du irren
Vlixes
Odysseus (lateinisch Ulysses)
Augustinus
Augustinus (Kirchenvater)
Boecius
Boethius (römischer Philosoph)
troyanischen krieg
Trojanischer Krieg
x. iar
10 Jahre
irr auff dem meer
irrend auf dem Meer
welscher land
welsches Land (hier: Italien)
Sicilia
Sizilien
einigen schiff
einziges Schiff
innseln
Insel
Circis die swartz koensterin
Kirke, die schwarze Künstlerin (Zauberin)
schoene fraw
schöne Frau
sunnen tochter
Tochter der Sonne
gespenst
Zauberei, Spuk
getranck
Trank
nach irem gefallen
nach ihrem Gefallen
vihische gestalt
viehische Gestalt
raichet
reichte
gesellen vlixis
Gefährten des Odysseus
wilds schwein
Wildschwein
leoben
Löwen