Schedelsche Weltchronik · Blatt 42

Zweites Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 42, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 42, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das drit alter left Heli der briester vnd richter het zwen suen. ophin vnd phinees. vnd daruemb aber dz er in zucht vnd straff seiner suene versewmlich wz wardt er von dem herren selbs gestraft. dann do er seiner suen niderlag vnd gefencknus der archen hoeret fiel er von einem seßel zerbrache seinen nagk vnd starb vor schmertzen. lxxxxviij. iar alt Sampson der. xij. vnd letst richter israhel richtet xx. iar. vnd wz vnder den hebreyschen der sterckst. des gepurt wardt manuen seinem vater durch den engel verkuendt. vnd im ein weib auß der stat Thamna gegeben do leget er. xxx. iunglingen ein gleichnus zeerratten fuer die sie durch listige vnderweysung des weibs aufloeseten. der verprennet den veinden ir frucht mit fackln an fuechs schwentz gebunden. vnd fluog tod tausent mann mit eins esels kinpacken. darauß im auch der herr zu labung seins dursts wasser ließ fließen. Zu letst wardt im sein har darinn er sein stercke het auß listigkeit Dalide abgeschniten vnd er von den Philisteyern gefangen vnd seins gesichts berawbt. aber do im sein hare herwider wuchße vnd die sterck darinn wider gegeben wardt hat er die sewln des hawss darinn die fuersten vnd vil volcks waren zusamen geprochen vnd das hawss auff dieselben fuersten gefellt vnd sichselbs vnd. iijm. menschen mit im getoedt. vnd mer menschen todter dann lebendiger vmbracht. vnd er ward begraben in seins vaters grabe right Achitob der sun phinecs wz ein vater achimelechs den sluog Saul mit allen seinen hawss von Dauids wegen. Hely ist nach dem Sampson richter gewesen. vnd darzu auch ein briester. vnd von den wirdigernn ampt ein briester vnd nit ein richter genant worden. dann als die briesterschaft von den suenen Eleazars entwendet wardt hat diser erster von den suenen ythamars diess briesterschaft erlangt. vnnd villeicht selbst (als er richter wardt) auff sich gewenndt. aber er fieng an zerichten vomm außgang auß egypten. iijc. lvi. iar. Imm dritten alter von abraham. viijc. lxi. iar. vnd im iar der werlt. ijm. viijc. viiij. vnnd richtet. xl. iar. Zu dess zeiten beschahe die historien mit Ruth. als hieuor steet. Samuel der heligst prophet des herren. ein briester vnd richter der hebreyschen hat nach Heli dem briester das volck gottes. xl. iar geregirt. vnd ist des manns Helcane vnd Anne seins weibs sun gewest. dann Helcanus het zway weiber Annam vnd Phenennam. Anna was vnfruchtper vnd doch von irm mann mer gelibet. Aber Phenenna was fruchtper daruemb hielt sie annaz schmehlich von irer vnfruchtperkeit wegen. dess betruebet sich anna garfast. gieng in den tempel. tett ein geluebd vnd batte got ir einen sun zegeben. vnnd do sie Heli der briester straffet wie sie als ein trunckne bettet do entschueldiget sie sich demuetiglich mit anzeigung irer bekuemernus. aber der herr hat das gebet Anne erhoert vnd ir einen sun gegeben. Samurelem den propheten. den sie nach der entwenung dem herren in den tabernackl geopffert vnd daselbst zedienen darinn gelaßen hat. der dann von kintheit bis in das alter got dem herren wirdiglich gedienet hat. vnd dannoch als er israhel. xl. iar gerichtet het ist er im andernn iar vor dem abgang Saulis gestorben vnnd von allem israhel als ir aigner vater bewaynet. vnnd sein leichnam in Ramatha begraben worden. Blat XLII der werlt Neapolis ist ein alte vnd hohberuembte stat des lands Campanie. vnd etwen Parthenope genant worden. derselben stat vrsprung vnd alter wirdt durch Titum liuium angezaigt do er also schreibt das Palepolis die statt nit verr gewesen sey von dem ende do yetzo Neapolis ist. vnd das in denselben zweien stetten einerlay volck gewonet hab. vnd die stat Palepolis. die desmals die kriechen in hetten sey von dem roemer Publio plaucio gewonnen. vnd zwischen derselben stat vnd neapolis ein bequemlich ort eingenomen vnd den veinden die geselschaft irer hilff aneinander entweeret worden. Aber ettlich schreiben das dise koenigliche stat von Diomede dem koenig an den gestaten des meers erpawet sey gewesen. die dann den roemern nach dem sie sich inen hab vnderworffen. auch andern fuersten vnd herren alweg trew vnnd glawben gehalten hab. doch spricht Liuius das Neapolis den roemern mit hilff vnd beystand der nolanier ergeben worden sey. doch haben sich darnach die neapolitaner gegen den roemern vnd andern herren alzeit bestendiger trew gepraucht. dann so yezuzeiten die roemer benoetigt vnd die neapolitaner von der roemer veinden. vnd suenderlich auff ein zeit von Hanibale angesucht worden sind. so sind sie alweg auff der roemer seytten bestanden. vnd dise stat darnach alzeit geplueet dieweil der roemisch stand vnder den ratherren vnd kaisern in gantzen wesen bliben ist. also das auß vrsachen soelchs fridlichen wolstands daselbest vil tappfer mann freyung vnd entloesung irer gemuet von den sorgen gesucht. vnd sich zu leichtfertigen fuerwitzigen vnd gayln dingen begeben haben. Swetonius spricht von Nerone als er auß kriechen gein Neapolis komen wer do het er zuerst daselbst die kunst der musica aufgebracht. vnd wer mit weißen pferden durch einen nidergeworffen teyl der mawr eingeritten. Daselbst haben auch schriftweyße mann. nemlich Virgilius. Titus liuius. Oratius vnd ander etwen gewonet. So sind Bonifacius der acht. vnd Johannes der. xxiij. bede bebst von dannen puertig. Aber yetzo von. iijc. iarnn her ist dise stat mit koeniglicher wirdigkeit erleuechtet. vnd mit vil kirchen. vnd großen hohen gemeinen vnd sunderen gepewen vnd hewsern die andern gepewen welscher stett wol zegleichen seyen loeblich vnd herlich gezieret. dann daselbst ist sand Clarencloster von einer heiligen konigin: konig Roberti zu arrogonia gemahel gepawen. das leichtiglich alle cloester welscher land fuertrift. Item ein schoen wolerpawt cartheueser closter zu sannd Mertein genant außerhab der mawr gelegen. Daselbst ist auch ein gschloss oder burg das new castell genant. ain lob vnd gedechtnus wirdigs werck mit seinen newen gepewen vor andern alten gepewen welscher land wol zepreyßen. ich gesweyge der hoehe. dicke. schoene. weyte vnd mancherlay zierde darthuern. mewre. pallast. schlafkamer vnd aller andrer gepew darin. Vesuuius der berg des lands Campanie. der von allem anderm berg ledig ist ligt auff tausent schrit bey diser stat. der ist vol weingarten. oelpawm vnd ettlicher anderer fruchtperer pawmen. vnd vor andern pergen wunderperlich an fruchtperkeit des weins. den sie den kriechyschen wein nennen. derselb berg hat beweilen aschen vnd fuencklein wie den sand uebersichaufgeworffen. also dz sich darauß die felder bis zu dem gippfel der pawmen aufgeschwellet haben. vnd zu den zeiten des kaisers Traiani ist Plinius der ander. der sich diß wunder zesehen darzu nehnet vom prannd verschlickt worden.

Moderne Übersetzung

Das dritte Zeitalter betrifft Eli, den Priester und Richter. Er hatte zwei Söhne, Ophni und Phinees. Und weil er aber in Zucht und Strafe seiner Söhne nachlässig war, wurde er vom Herrn selbst bestraft. Denn als er die Niederlage seiner Söhne und die Gefangennahme der Lade hörte, fiel er von einem Sessel, zerbrach seinen Nacken und starb vor Schmerzen, 98 Jahre alt. Samson, der zwölfte und letzte Richter Israels, richtete 20 Jahre lang und war unter den Hebräern der Stärkste. Dessen Geburt wurde seinem Vater Manue durch den Engel verkündet, und ihm eine Frau aus der Stadt Timna gegeben. Da gab er 30 Jünglingen ein Rätsel auf, das sie durch listige Unterweisung des Weibes lösten. Er verbrannte den Feinden ihre Früchte mit Fackeln, die an Fuchsschwänze gebunden waren, und erschlug tausend Mann mit einem Eselskinnbacken, woraus ihm auch der Herr zur Linderung seines Durstes Wasser fließen ließ. Zuletzt wurde ihm sein Haar, in dem er seine Stärke hatte, durch die List Dalilas abgeschnitten, und er wurde von den Philistern gefangen und seines Gesichts beraubt. Aber als ihm sein Haar wieder wuchs und die Stärke darin wiedergegeben wurde, hat er die Säulen des Hauses, in dem die Fürsten und viel Volk waren, zusammengebrochen und das Haus auf dieselben Fürsten fallen lassen und sich selbst und 3000 Menschen mit ihm getötet, und mehr Menschen im Tod als zu Lebzeiten umgebracht. Und er wurde im Grabe seines Vaters begraben. Achitob, der Sohn des Phinees, war ein Vater Achimelechs, den Saul mit seinem ganzen Haus wegen Davids erschlug. Eli ist nach Samson Richter gewesen und dazu auch ein Priester, und vom würdigeren Amt her ein Priester und nicht ein Richter genannt worden. Denn als die Priesterschaft von den Söhnen Eleazars übergegangen war, hat dieser als erster von den Söhnen Ithmars diese Priesterschaft erlangt und vielleicht selbst (als er Richter wurde) auf sich genommen. Aber er begann zu richten 356 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten, im dritten Zeitalter, 861 Jahre nach Abraham, und im Jahr der Welt 2809, und richtete 40 Jahre lang. Zu dessen Zeiten geschah die Historie mit Ruth, wie zuvor steht. Samuel, der heiligste Prophet des Herrn, ein Priester und Richter der Hebräer, hat nach Eli dem Priester das Volk Gottes 40 Jahre lang regiert und ist der Sohn des Mannes Elkana und seiner Frau Hanna gewesen. Denn Elkana hatte zwei Weiber, Hanna und Peninna. Hanna war unfruchtbar und doch von ihrem Mann mehr geliebt. Aber Peninna war fruchtbar, darum hielt sie Hanna schmälich wegen ihrer Unfruchtbarkeit. Deswegen betrübte sich Hanna sehr, ging in den Tempel, tat ein Gelübde und bat Gott, ihr einen Sohn zu geben. Und als sie Eli der Priester strafte, wie sie als eine Trunkene betete, da entschuldigte sie sich demütiglich mit Anzeigung ihrer Bekümmernis. Aber der Herr hat das Gebet Hannas erhört und ihr einen Sohn gegeben, Samuel den Propheten, den sie nach der Entwöhnung dem Herrn im Tabernakel opferte und daselbst zum Dienen darin gelassen hat, der dann von Kindheit bis ins Alter Gott dem Herrn würdiglich gedient hat. Und dennoch, als er Israel 40 Jahre gerichtet hatte, ist er im zweiten Jahr vor dem Abgang Sauls gestorben und von ganz Israel als ihr eigener Vater beweint, und sein Leichnam in Rama begraben worden. Blatt 42 der Weltchronik. Neapel ist eine alte und hochberühmte Stadt des Landes Kampanien und ehemals Parthenope genannt worden. Der Ursprung und das Alter derselben Stadt wird durch Titus Livius angezeigt, da er also schreibt, dass Palepolis, die Stadt, nicht fern gewesen sei von dem Ort, wo jetzt Neapel ist, und dass in denselben zwei Städten einerlei Volk gewohnt habe. Und die Stadt Palepolis, die damals die Griechen innehatten, sei von dem Römer Publius Plautius gewonnen worden, und zwischen derselben Stadt und Neapel ein bequemer Ort eingenommen und den Feinden die Gemeinschaft ihrer Hilfe voneinander verwehrt worden. Aber etliche schreiben, dass diese königliche Stadt von Diomedes dem König an den Gestaden des Meeres erbaut worden sei, die dann den Römern, nachdem sie sich ihnen unterworfen hatte, auch anderen Fürsten und Herren stets Treue und Glauben gehalten habe. Doch spricht Livius, dass Neapel den Römern mit Hilfe und Beistand der Nolaner ergeben worden sei. Doch haben sich darnach die Neapolitaner gegenüber den Römern und anderen Herren jederzeit beständiger Treue befleißigt. Denn sooft die Römer in Not waren und die Neapolitaner von den Feinden der Römer, und besonders zu einer Zeit von Hannibal, aufgesucht wurden, so sind sie stets auf der Seite der Römer gestanden. Und diese Stadt darnach allzeit geblüht, solange der römische Staat unter den Ratsherren und Kaisern in ganzem Wesen geblieben ist, sodass aus Ursachen solchen friedlichen Wohlstands daselbst viele tapfere Männer Befreiung und Entlastung ihres Gemütes von den Sorgen gesucht und sich zu leichtfertigen, vorwitzigen und ausschweifenden Dingen begeben haben. Suetonius spricht von Nero, als er aus Griechenland nach Neapel gekommen war, da habe er zuerst daselbst die Kunst der Musik aufgebracht und sei mit weißen Pferden durch einen niedergerissenen Teil der Mauer eingeritten. Daselbst haben auch schriftweise Männer, nämlich Vergil, Titus Livius, Horaz und andere ehemals gewohnt. So sind Bonifatius der Achte und Johannes der Dreiundzwanzigste, beide Päpste, von dannen gebürtig. Aber jetzt, seit 300 Jahren, ist diese Stadt mit königlicher Würdigkeit erleuchtet und mit vielen Kirchen und großen, hohen, öffentlichen und privaten Gebäuden und Häusern, die den anderen Gebäuden italienischer Städte wohl zu gleichen seien, löblich und herrlich geziert. Denn daselbst ist das Sankt-Klaren-Kloster von einer heiligen Königin, der Gemahlin König Roberts von Neapel, erbaut, das leichtlich alle Klöster italienischer Länder übertrifft. Item ein schön, wohl erbautes Kartäuserkloster, Sankt Martin genannt, außerhalb der Mauer gelegen. Daselbst ist auch ein Schloss oder eine Burg, das Neue Kastell genannt, ein lob- und gedenkwürdiges Werk mit seinen neuen Gebäuden vor anderen alten Gebäuden italienischer Länder wohl zu preisen. Ich schweige von der Höhe, Dicke, Schönheit, Weite und mancherlei Zierde der Türme, Mauern, Paläste, Schlafgemächer und aller anderer Gebäude darin. Vesuv, der Berg des Landes Kampanien, der von allem anderen Berg frei ist, liegt auf tausend Schritt bei dieser Stadt. Der ist voll Weingärten, Ölbäumen und etlicher anderer fruchtbarer Bäume, und vor anderen Bergen wunderbar an Fruchtbarkeit des Weins, den sie den griechischen Wein nennen. Derselbe Berg hat bisweilen Asche und Funken wie Sand übersich aufgeworfen, sodass sich daraus die Felder bis zum Gipfel der Bäume aufgeschwellt haben. Und zu den Zeiten des Kaisers Trajan ist Plinius der Ältere, der sich diesem Wunder zu sehen näherte, vom Brand verschlungen worden.

Anmerkungen

Heli
Eli, biblischer Hohepriester und Richter Israels.
Ophin
Ophni, biblische Person, Sohn Elis.
Phinees
Phinees, biblische Person, Sohn Elis.
archen
Die Bundeslade, ein heiliger Schrein im Alten Testament.
nagk
Nacken.
lxxxxviij
Römische Zahl für 98.
Sampson
Samson, biblischer Held und Richter Israels, bekannt für seine Stärke.
xij
Römische Zahl für 12.
xx
Römische Zahl für 20.
Manuen
Manue, biblische Person, Vater Samsons.
Thamna
Timna, biblische Stadt.
xxx
Römische Zahl für 30.
kinpacken
Kinnbacken, Kieferknochen.
Dalide
Dalila, biblische Person, Geliebte Samsons.
Philisteyern
Philister, ein antikes Volk im südwestlichen Kanaan.
iijm
Römische Zahl für 3000.
Achitob
Achitob, biblische Person, Sohn des Phinees.
Achimelechs
Achimelech, biblische Person, Hohepriester, Sohn Achitobs.
Saul
Saul, erster König Israels.
Dauids
David, zweiter König Israels.
Eleazars
Eleazar, biblische Person, Sohn Aarons, Hohepriester.
Ythamars
Ithamar, biblische Person, jüngster Sohn Aarons.
iijc. lvi
Römische Zahl für 356.
viijc. lxi
Römische Zahl für 861.
ijm. viijc. viiij
Römische Zahl für 2809.
xl
Römische Zahl für 40.
Ruth
Ruth, biblische Person, Hauptfigur des Buches Ruth.
Samuel
Samuel, biblischer Prophet, Priester und Richter Israels.
Helcane
Elkana, biblische Person, Vater Samuels.
Anne
Hanna, biblische Person, Mutter Samuels.
Phenennam
Peninna, biblische Person, zweite Frau Elkanas.
garfast
Frühneuhochdeutsch für 'sehr schnell', hier im Sinne von 'sehr' oder 'heftig'.
entwenung
Entwöhnung (vom Stillen).
tabernackl
Tabernakel, die Stiftshütte, ein tragbares Heiligtum der Israeliten.
abgang Saulis
Der Tod oder das Ende der Herrschaft Sauls.
Ramatha
Rama, biblische Stadt.
XLII
Römische Zahl für 42.
Neapolis
Neapel, Stadt in Italien.
Campanie
Kampanien, Region in Italien.
Parthenope
Alter Name für Neapel, nach einer Sirene der griechischen Mythologie.
Titum liuium
Titus Livius, römischer Geschichtsschreiber.
Palepolis
Palepolis, eine ältere Siedlung in der Nähe des späteren Neapel.
Publio plaucio
Publius Plautius, römischer Feldherr (wahrscheinlich eine Verwechslung mit Publius Philo, der Palepolis eroberte).
Diomede
Diomedes, Held der griechischen Mythologie, dem die Gründung mehrerer Städte in Italien zugeschrieben wird.
Nolanier
Einwohner von Nola, einer antiken Stadt in Kampanien.
Hanibale
Hannibal, karthagischer Feldherr.
ratherren
Ratsherren, Mitglieder des Stadtrats oder Senats.
gayln
Frühneuhochdeutsch für 'geil', hier im Sinne von 'ausschweifend', 'lüstern', 'leichtfertig'.
Swetonius
Suetonius, römischer Geschichtsschreiber.
Nerone
Nero, römischer Kaiser.
kriechen
Griechenland.
Virgilius
Vergil, römischer Dichter.
Oratius
Horaz, römischer Dichter.
Bonifacius der acht
Bonifatius VIII., Papst von 1294 bis 1303.
Johannes der. xxiij
Johannes XXIII., Gegenpapst von 1410 bis 1415.
iijc
Römische Zahl für 300.
welscher stett / welscher land
Italienischer Städte / italienischer Länder. 'Welsch' war eine alte deutsche Bezeichnung für romanische Völker und Länder, insbesondere Italien und Frankreich.
sand Clarencloster
Kloster Santa Chiara in Neapel.
konig Roberti zu arrogonia gemahel
Gemahlin König Roberts von Neapel (Robert von Anjou), Sancha von Mallorca, die das Kloster Santa Chiara gründete. Die Angabe 'zu Aragonien' ist hier ungenau oder eine Verwechslung.
sannd Mertein
Certosa di San Martino, ein Kartäuserkloster in Neapel.
new castell
Castel Nuovo, eine Festung in Neapel.
gesweyge
Ich schweige (von).
Vesuuius
Vesuv, Vulkan in Kampanien.
tausent schrit
Tausend Schritte, eine alte Maßeinheit, entspricht etwa 750-800 Metern.
beweilen
Bisweilen, manchmal.
fuencklein
Funken.
Traiani
Trajan, römischer Kaiser.
Plinius der ander
Plinius der Ältere (Gaius Plinius Secundus), römischer Gelehrter, der 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs starb. Die Chronik verortet dies fälschlicherweise in die Zeit Kaiser Trajans.