Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das vierd alter left right Benedab ein sun Tabreminon des suns ozion des koenigs Sirie machet Baasa den koenig israhel ein puentnus. nach verprechung derselben puentnus machet er ein andere puentnus mit aza dem konig iuda. als denn betruebten die konig Syrie das reich israhel etc. Benedab der konig Syrie hat sein heer gesamelt vnd xxxij. konig zu helffernn gehabt vnd ist wider Achab den koenig israhel in einen streit komen. vnd der herr hat durch den propheten den syg vnd vberwindung fuerkuendet. das geschahe also vnd die veind flohen. do stercket sich der konig Syrie nach dem iar wideruemb mit eim heer gegen israhel kriegende in den talen. sprechende. dz die goetter der berg goetter israhel weren. daruemb warden sie vormals vberwunden. aber die heer Syrie warden bestritten vnd auß ine hundertausent erslagen. vnd. xvijm. vberbleibende sind in die stat geflohen vnnd von der nidergefalnen der stattmawr verdruckt worden. aber Benedab der koenig Syrie hat sich verporgen vnd potten mit harinen kleid angethan vnd mit aschen auff ire hawbter gestrewt zu achab gesendet vnd barmhertzigkeit begeret. die hat er ime bewisen vnd ine ledig gelassen. darumb hat ine ein prophet in entstelten klaid streflich zu red gehalten vnd ime vnder der gleichnus eins der ymant bey der pen des tods zu bewarung gegeben wer angezeigt. so er den des tods wirdigen Benedab hingelaßen het. das er vnnd das volck israhel fuer ine vergeen wuerden. Azahel der konig Syrie wardt auß erheischung der verschuldung mit heimlichem gericht gottes zu einen konig Syrie gefuerdert die kinder israhel zepeinigen. vber disen waynet Heliseus weyssagende dz er ein kuenftiger konig Syrie sein vnd den von israhel vil vbels thun wurdt der auch von wegen der suend hieu von dem herren in alle erden galaad. gad. ruben vnd manasse gesendet wardt. vnd hat eine grosse plag gethan alle die tag Joathas. Aber Joas sein sun hat durch gunst gottes des herren die stett genomen von der hand Benadad des suns Azahel nach dem todt Azael. Benedad ist der sun Azaelis. aber Joas der Joathas sun der konig israhel name von der hand Benedad die stett die Azahel sein vater auß dem gewalt Joathas im krieg gewonen het. dann Joas erschluge ine zu dreyen malen. Ioiada was ein treffenlicher man der verhindert die Athaliam das sie nit herschet vber iudam vnd setzet den Joas des Jorams sun fuer sie. Diser allein hat nach moysen (als man liset) hundert dreyssig iar gelebt. vnd auß goettlicher anraytzung verfueget das Athalia in des konigs haws ertoedt wardt. Zacharias der sun ioiade wardt zwischen dem altar vnd tempel auß beuelh des koenigs ioas versteinigt darumb das er ine straffet dz er den weg des herren verlaßen het. Baasim der konig Syrie hat iudam zu der zeit achas verwuestet von des wegen hat ine Teglatphalazar zu Damasco belegert. die statt gewonnen ine erslagen vnnd das volck verwendet. Azarias widerstunde bestenndigclich von des gesetzs gottes wegen ozie dem konig iude der do opffernn wolt. etc. left Naboth ein israhelitisch man het einen weingarten bey dem haws des konigs achab Nw ersuchet achab den Naboth ime den weingarten zuuerkauffen. so wolte er eynen garten darauß machen. dess widersetzet sich Naboch. als nw Jezabel das weib achabs ine trawrig darumb gesehen het do troestet sie ine vnnd verfueget das Naboth durch falsch zeuegen angeclagt vnd der gots lesterung beschuldigt vnd also vnschuldigclich versteinigt wardt. vnd do achab gieng den weingarten zeemphahen sendet der herr zu ime den propheten Heliam ime zuuerkuenden die außrewtung sein vnd seins haws von solcher suend wegen. Blat LI der werlt Aquileya (nach vnserm gezueng Agalay genant) der stett des welschen lands ihenßhalb Padua gelegen. weylend die erst vnd mechtigst vnd auch die schoenst ein wenig vom meer gelegen. ist zu vnßeren zeitten schier verlassen. vnd hat zu disen zeitten (als Carinus bezeuegt) von einem Troyaner Equilo genant. der mit andern auß Troya vertriben wardt den anfang irer erpawung genomen vnd von ime den namen behabt. vnd wiewol ettlich briester vnd thumherren. doch in kleiner anzal in einer gezierten vnd schoenen kirchen zu goetlichen dienst geordent. vnd auch ein wenig hyrten vnd vischer alda sind so wonet doch yetzo kein volck daselbst. also das ettwen ein so herrliche stat yetzo kawm ein castel genant werden mag. Daselbst sind die yetzbenant kirch. vnd der patriarchisch hofe. vnnd die mawrn vmb die stat gefuert. vnd ein iunckfrawen closter. vnd die anzeigungen der werck Peponis des patriarchen. Dise statt hat angefangen zeplueen zu der zeit do die Roemer zu erst wider das barbarisch volck an der Thonaw wonende begunden hand anzulegen vnd wiewol der keyser Augustus octauianus den mereren teil der krieg durch sendbotten geuebt hat. yedoch auff dz er ine neher wer so enthielte er sich in diser art. vnd zohe (als Swetonius schreibt) von Rom gein Rauenna Mayland vnd Agaley. vnd Julia rayset mit ime vnd gieng ir ein kind ab. Die Aquileigianer hielten sich an den Roemernn wider die Maximinischen also getrwlich vnd redlich das sie auß den loecken der weiber (do sie an geadernn mangel hetten) strick zum geschoß machten. Das gewerb vnd die hantirung mit orientischer vnd occidentischer ware vnd kaufmanschatz die daselbst zusamen gebracht warden hat dise stat wunderperlich vnd vberschwencklich reich gemacht. dann dieweil dise statt also in wesen stund do was kein ander ort bey dem Adriatischen meer daran die orientischen vnnd occidentischen lewt mit hanttirung kauffen vnd verkauffen irer habe vnd guetter zueinander komen. Als nw dise stat lange zeit in plueenden wesen gestanden was do wardt sie zu letst von dem koenig Attila gantz zerstoeret. aber die innwoner diser stat fluhen gein Venedig vnd mereten der Venediger statt wunderperlicher weiß. Do der heilig ewangelista Marcus von sand Peter gein Alexandriam geschicket wardt vnd die schiff zu Aquileya beraitet do bekeret er die aquileigioner zu dem glauben cristi. vnd sein heiligs euangelium daz er mit seiner hannd geschriben hat wirdt zu Venedig in hoher erwirdigkeit gehalten. Der heilig Hermacoras der auch von sand Marxen predig bekert. vnd von sand Peter zu Aquilegia vnd in allem Venedig zu einem oebersten ratherren gesetzt wardt hat dieselben gegent alle got vnßerm herren gewunnen mit bekerung zu dem cristenlichen glauben. Denselben vnd auch sand Fortunatum erslug der keyser Nero mit einem peyhel. Von Aquilegia was Cromacius an den der gloriwirdig Iheronimus vil geschriben hat. vnd auch sand Ruffinus der briester der in lateinischen vnd kriechischen schriften also erfaren was. das wir seine buecher vnnd außlegung von irer treffenlichkeit vnd ziere wegen vnder allen buechern vnnd schriften der lerer der kirchen nit die mynnsten achten.
Das vierte Zeitalter. Ben-Hadad, ein Sohn Tabrimmons, des Sohnes Hezions, des Königs von Syrien, schloss ein Bündnis mit Baasha, dem König Israels. Nach dem Bruch dieses Bündnisses schloss er ein anderes Bündnis mit Asa, dem König Judas. Dann bedrängten die Könige Syriens das Reich Israel usw. Ben-Hadad, der König von Syrien, hatte sein Heer versammelt und zweiunddreißig Könige als Helfer gehabt und geriet mit Ahab, dem König Israels, in einen Streit. Und der Herr verkündete durch den Propheten den Sieg und den Triumph. Das geschah so, und die Feinde flohen. Da stärkte sich der König von Syrien nach einem Jahr wiederum mit einem Heer, das in den Tälern gegen Israel Krieg führte, und sprach, dass die Götter der Berge die Götter Israels wären, darum seien sie vormals überwunden worden. Aber die Heere Syriens wurden bekämpft und hunderttausend von ihnen erschlagen. Und siebzehntausend Überlebende flohen in die Stadt und wurden von der niedergefallenen Stadtmauer erdrückt. Aber Ben-Hadad, der König von Syrien, hatte sich verborgen und Boten in härenen Kleidern und mit Asche auf ihren Häuptern zu Ahab gesandt und um Barmherzigkeit gebeten. Diese erwies er ihm und ließ ihn frei. Darum stellte ihn ein Prophet in entstellter Kleidung sträflich zur Rede und zeigte ihm unter dem Gleichnis eines Mannes, der jemandem unter Todesstrafe zur Bewahrung gegeben worden war, an, dass, wenn er den des Todes würdigen Ben-Hadad freigelassen hätte, er und das Volk Israel für ihn vergehen würden. Hazael, der König von Syrien, wurde auf Verlangen der Schuld durch ein geheimes Gericht Gottes zu einem König Syriens erhoben, um die Kinder Israels zu peinigen. Über diesen weinte Elisa, weissagend, dass er ein künftiger König Syriens sein und den von Israel viel Übles antun würde, der auch wegen der Sünden hier vom Herrn in alle Länder Gilead, Gad, Ruben und Manasse gesandt wurde. Und er hat eine große Plage getan alle Tage Joahas'. Aber Joasch, sein Sohn, hat durch die Gunst Gottes, des Herrn, die Städte aus der Hand Ben-Hadads, des Sohnes Hazaels, nach dem Tod Hazaels genommen. Ben-Hadad ist der Sohn Hazaels. Aber Joasch, der Sohn Joahas', der König Israels, nahm aus der Hand Ben-Hadads die Städte, die Hazael, sein Vater, aus der Gewalt Joahas' im Krieg gewonnen hatte. Denn Joasch erschlug ihn dreimal. Jojada war ein trefflicher Mann, der Athaliah daran hinderte, über Juda zu herrschen, und Joasch, den Sohn Jorams, an ihre Stelle setzte. Dieser allein hat nach Moses (wie man liest) hundertdreißig Jahre gelebt. Und aus göttlicher Anregung verfügte er, dass Athaliah im Haus des Königs getötet wurde. Zacharias, der Sohn Jojadas, wurde zwischen dem Altar und dem Tempel auf Befehl des Königs Joasch gesteinigt, weil er ihn strafte, dass er den Weg des Herrn verlassen hatte. Rezin, der König von Syrien, verwüstete Juda zur Zeit des Ahas. Deswegen belagerte Tiglath-Pileser ihn in Damaskus, gewann die Stadt, erschlug ihn und verschleppte das Volk. Azariah widerstand beständiglich wegen des Gesetzes Gottes dem König Usija von Juda, der opfern wollte, usw. Naboth, ein israelitischer Mann, hatte einen Weinberg bei dem Haus des Königs Ahab. Nun ersuchte Ahab den Naboth, ihm den Weinberg zu verkaufen, da er einen Garten daraus machen wollte. Dem widersetzte sich Naboth. Als nun Isebel, das Weib Ahabs, ihn traurig darüber gesehen hatte, da tröstete sie ihn und verfügte, dass Naboth durch falsche Zeugen angeklagt und der Gotteslästerung beschuldigt und so unschuldig gesteinigt wurde. Und als Ahab ging, den Weinberg in Besitz zu nehmen, sandte der Herr den Propheten Elia zu ihm, um ihm die Ausrottung seiner und seines Hauses wegen solcher Sünde zu verkünden. Blatt 51 der Weltchronik. Aquileia (in unserer Sprache Agalay genannt), eine der Städte des welschen Landes, jenseits von Padua gelegen, ehemals die erste und mächtigste und auch die schönste, ein wenig vom Meer entfernt gelegen, ist zu unseren Zeiten fast verlassen. Und hat zu diesen Zeiten (wie Carinus bezeugt) von einem Trojaner namens Equilo, der mit anderen aus Troja vertrieben wurde, den Anfang ihrer Erbauung genommen und von ihm den Namen behalten. Und obwohl etliche Priester und Domherren, doch in kleiner Anzahl, in einer gezierten und schönen Kirche zum göttlichen Dienst eingesetzt sind, und auch ein wenig Hirten und Fischer dort sind, so wohnt doch jetzt kein Volk daselbst. So dass eine einst so herrliche Stadt jetzt kaum ein Kastell genannt werden mag. Daselbst sind die jetzt benannte Kirche und der patriarchalische Hof und die Mauern um die Stadt geführt und ein Jungfrauenkloster und die Zeugnisse der Werke Pepos des Patriarchen. Diese Stadt begann zu blühen zu der Zeit, als die Römer zuerst begannen, gegen das barbarische Volk, das an der Donau wohnte, vorzugehen. Und obwohl Kaiser Augustus Octavian den größeren Teil der Kriege durch Gesandte geführt hat, so hielt er sich doch, damit er ihnen näher wäre, in dieser Gegend auf. Und zog (wie Suetonius schreibt) von Rom nach Ravenna, Mailand und Agalay. Und Julia reiste mit ihm und erlitt eine Fehlgeburt. Die Aquileianer hielten sich an die Römer gegen die Maximinischen so getreulich und redlich, dass sie aus den Locken der Frauen (als sie an Sehnen Mangel hatten) Stricke für Geschosse machten. Das Gewerbe und der Handel mit orientalischer und okzidentalischer Ware und Kaufmannsgütern, die daselbst zusammengebracht wurden, hat diese Stadt wunderbarlich und überschwänglich reich gemacht. Denn dieweil diese Stadt also in Blüte stand, da war kein anderer Ort am Adriatischen Meer, an dem die orientalischen und okzidentalischen Leute mit Handel, Kaufen und Verkaufen ihrer Habe und Güter zueinander kamen. Als nun diese Stadt lange Zeit in blühendem Zustand gestanden war, da wurde sie zuletzt von dem König Attila ganz zerstört. Aber die Einwohner dieser Stadt flohen nach Venedig und mehrten die Stadt der Venezianer auf wunderliche Weise. Als der heilige Evangelist Markus von Sankt Peter nach Alexandria geschickt wurde und das Schiff zu Aquileia bereitete, da bekehrte er die Aquileianer zum Glauben Christi. Und sein heiliges Evangelium, das er mit seiner Hand geschrieben hat, wird zu Venedig in hoher Ehrwürdigkeit gehalten. Der heilige Hermagoras, der auch von Sankt Markus' Predigt bekehrt und von Sankt Peter zu Aquileia und in ganz Venedig zu einem obersten Ratsherrn (Bischof) eingesetzt wurde, hat dieselben Gegenden alle Gott unserem Herrn gewonnen mit Bekehrung zum christlichen Glauben. Denselben und auch Sankt Fortunatus erschlug Kaiser Nero mit einem Beil. Von Aquileia war Chromatius, an den der glorwürdige Hieronymus viel geschrieben hat. Und auch Sankt Rufinus, der Priester, der in lateinischen und griechischen Schriften so erfahren war, dass wir seine Bücher und Auslegungen wegen ihrer Trefflichkeit und Zierde unter allen Büchern und Schriften der Lehrer der Kirche nicht die geringsten achten.