Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das vierd alter left Ligurgus wz (als Eusebius schreibt) ein treffenlich hohberuemb man. der den Lacedemoniernn gesetz machet. vnnd wiewol er ein haidnischer man was so hat er doch vast gerechte dem naturlichen vnd goetlichen rechten gleichhellige gesetz gegeben. vnd nichtz geordnet dess er nit selbs vorhin ein ebenpild erzeigt het. Er hat den geprauch des golds vnd silbers. vnd die materien aller laster nit geduldet. vnd grund vnd poden allermenigclichs gleich vnder sie alle geteilt auff dz die vergleichten erbschaften keinen reicher dann den andern macheten. vnd das einichs reichtuemer nit verborgen wern so gepote er offenlich zewirtschaften. Den iuenglingen verhieng er nit mer dann ein klaid ein gantz iar zegeprauchen. vnd wolt dz keiner zierlicher oder huebscher dann der ander hergeen noch auch reichlicher gespeyßt werden solt. Er ordnet auch igliche ding nit vmb gelt. sunder vmb vergleichung de ware zekauffen. vnd die zeittige kinder nit an den marck sunder auff den agker zefueren dz sie ire erste iar nit in vnkeuescheit oder vberfluß. sunder in muee vnd arbait verbrechten. sie solten auch von schlaffens wegen nichtz vnder sich prayten. vnd ir leben an gemueese hinbringen. vnd vor vnd ee in die stett nit komen sie weren dann mann worden. auch setzet er dz die iunckfrawen on zuschetz oder haymsteuer verheyrat solten werden. darumb dz die weiber nit von gelts wegen außerwelt wurden. vnd auch die mann ire ee ernstlicher zwengen so sie mit keinen zawm einichs heyratgelts wurden gepfrengt. Item die groeßist ere solt nit der reichen vnd mechtigen sunder der alten sein. vnd wiewol diese vnd andere dergleichen stuck irn vorigen leichtfertigen sitten widerwertig vnd schwer schine so hielt doch Ligurgus ine fuer das er solche gesetz von Appolline delphico dem abgot dargebracht het. vnd auff das er solchen seinen gesetzen ewige bestendigkeit geben moecht so verpflichtet er sie mit geswornen aid dz sie nichtz von so goetlichen gesetzen verendern solten solang bis er wider anhayms kome. also geparet er als woelt er Appollinen wideruemb rats fragen ob ettwas zu oder von solchen gesetzen zethun wer. aber er gieng hin in die innseln Creta vnnd ellendet alda sein lebtag willigclich. vnd als er sterben solt do schaffet er seine gepayn in ein pleyeins sacklein zuthun. vnd in das meer zewerffen. darumb ob solche gepayn widerum anhayms gebracht wurden das dann die Lacedemonier nit maynen solten sich irer pflicht vnd aid ledig zesein. left right Hieu Josaphats des koenigs iuda sun der. x. koenig israhel von dem kind Helizei gesalbet hat den Joram mit allem haws Achabs geslagen vnd dz haws Baal zerbrochen vnd sein propheten getoedtet. Aber er hat die guldine kelber in Bethel vnd Dan nit gelaßen. daruemb hat azahel der konig Syrie auß gottes sendung vil in israhel erslagen. vnd daselbst starb er do er. xxviij. iar geregiert het. Ysayas der prophet wirdt von sand Iheronimo mer ein euangelist dann ein prophet genant. vnd ist einer von den fuernemlichen vier propheten. vnnd ist zu disen zeiten scheinperlich gewest. Ioathas wardt mit allem volck von dem koenig Syrie Azahel genant gar fast zertriben. vnnd darumb rueffet er got an vnd wardt ein wenig erquickt. Ozee der prophet erster von den. xij. wider die. x. geslecht gesendet wz ein sun Beeri. wiewol man kein prophecey Beeri bey vns hat. Ozee hat geweyssagt zu den zeiten Iheroboams des konigs israhel des suns Joas. derselb ioas hat mitsambt Osia dem koenig iuda. xiiij. iar geregiert. vnd in iuda waren vier koenig. als Ozias Joathas Achaz vnd Ezechias. vnder dem Ozee geweyssagt hat. Ioas hat nach dem wort Helizei die syrier dreymal geslagen vnd die stett von den gewalt Benedab des suns Azahelis genomen vnd wider zu seim reich gebracht. Er hat auch Amasiam gepeynigt vnd nit willigclich sunder gezwungenlich sein hohfart gedemuettigt. vnd zeregieren angefangen in dem xxxvij. iar Joas des koenigs Jude. Iohel der ander prophet von dem. xij. von Juda hat sein kuenftige betruebnus vnd anfechtung fuergekuendet. Ieroboam wz ein gnugstreiperer vnd sighaftig man vnd hat den koenig syrie zertriben. vnd dz reich israhel in den stand darinn es vor wz gewesen widerbracht. vnd darueber auch Damascum nach dem wort Jone des propheten. Merck wie vnstet der stand der reich vnd herrschung sey. israhel ist zertriben vnd bis zu dem letsten gedemuettigt worden. so warden die syrier erhebt. aber yetzo werden sie von den krancken wunderperlich verdrucket. also der. der oben wz ist yetzo vnden. vnnd hinwideruemb der vnden wz der steigt auff dz er darnach wider absteyge. Diß ist dz vmbwaltzend rade diser zeit. darumb ist sich nit zeuerwundern das wenig außerwelten darzu von dem herren aufgenomen werden vnd dz sich die verstendigen vnd besunnen mann dz gescheft vnd handlung solcher vnstetigkeit mit gantzen kreften fleißen zefliehen. Blat LIII der werlt left right Ioas ist (als er siben iar alt was) von Joiada dem bischoff zu eim koenig gesetzt worden vnnd er thet guots alle die tag ioiade. aber nach seinem tod wardt er mit schmaichlerey der gewaltigen gewaichet. vnd sein hertz verbosset bis in sein end. Diser Joas schaffet Zachariam den sun ioiade des hoehsten bischoffs zeuersteynigen zwischen dem tempel vnnd altar. in dem on eins letsten iar seins reichs. Aremulus hat zu den zeitten Joas des konigs iude xix. iar geregirt vnd den gezeueg oder fuerschutz der albanier gelegt zwischen dem berg do yetzo Rom ist vnd er ließe nach ime Julium vnd Auentinum sein suene. Amasias hat nach guoten anfengen ein boeß end gehabt. dz dann layder gemainclich gnug bis auff disen heuetigen tag an den gewaltigen erscheint. er hat vil. auch merklich bewertamptleuete zerbrochen. des vil ebenbild hie sind. diser hat auch angepetet die goetter seyr. Auentinus hat. xxxvij. iar geregirt. vnnd von ime hat der berg Auentinus zu Rom. do er dann begraben ist den namen empfangen. Prothas des benanten auentini sun. des lob der Virgilius in seinen schrifften erhebt hat. xxxiij. iar geregirt vnd nach ime gelasse zwen suen als amulinn vnd Numitorem den vater Rhee der mutter Romuli vnd Remi Das reich iude ist nach dem tod amasie. xiij. iar. on konig gewesen. das muoß man subtilich mercken auß zusamen rechnung der iar der konig israhel vnd in da. dann amasias hat in den andern iar ioas des konigs israhel. vnd Ozias des amasie sun in den. xxvij. iar ieroboams des konigs israhel zeregiren angefangen. dieselb zeit erstrecket sich auff. xli. iar. so denn von denselben die iar amasie abgezogen werden so bleiben. xiij. iar. in denselben was ozias klein vnd nochmals zum reich nit geschickt. Aber die. lxx. außleger vnnd vil ander historien haben diss nicht. doch erfuellen sie es anderßwo. vnd nach solcher gestalt muoß man sie gleichhellig machen oder du wirdst sunst irren der rechnunghalben der iar Amulius hat seinen bruder Numitorem vom reich außgeworffen. vnd Lausum seinen sun ertoedt. vnd Rheam desselben tochter zuenziehen die hoffnung erblichs samens vnder der gestalt einer ere der goettin Vestis zu ewiger iunckfrawschaft ergeben. aber als er siben iar geregirt het do gepar Rhea zwen zwiling. nemlich Rhemum vnd Romulum. darnach wardt amulius von Romulo vnd Rhemo (do sie gewachßen waren) erslagen. vnnd Numitor wider in das reich eingesetzt dann er was ir anherr. Naaman ein fuerst der ritterschaft des kuenigs Syrie wardt außmerckig oder außsetzig vnd wandert mit beuelh brieffen zu dem konig israhel das er gehailet wurde vomm außsatz. als er aber komen was zu dem haws Helizei des propheten. do hieß er ine das er sich sibenmal in dem Jordan solt waschen so wurd er gereynigt. vnnd wiewol er solchs zu erst nit wolt. yedoch auff rat seiner knecht zohe er zu dem iordan. vnd wuosche sich vnd ward vomm außsatz gereinigt. do keret er wider zu Helizeo mit erpietung ime vil zegeben. er wolt aber nichtz nemen. Aber do Naaman hinweck gezogen was kome Giezi der iunger Helizei hinnach zu dem Naaman vnd begeret etwas von ime von Helizei wegen. das bracht er in sein haws. dieselben suend entdecket heliseus. vnd Giezi wardt darumb mit dem außsatz geslagen. left Diss ist Heliseus der prophet der hat mit dem mantel Helie den iordan geteilt. die wasser mit saltz sueß gemacht den. xlij. kindern (die sein spotten. vnd die von den beren zeryßen warden) gefluochet. dreyen konigen. den gantzen heer genuogsam wasser gegeben. der witwen ir oel gefilfeltigt. den sun der sunamiterin wider aufferweckt. die bittern coloquintidas gebessert. dem volck die guotstinen prot gemeret. den naaman gereinigt. den giezi mit seinem geslecht außsetzig gemacht. dz heer Syrie verplendet. die erledigung Samarie vomm hunger vnd belegerung geweissagt. den Azahel zu einem konig syrie vnd den Hieu zu einen konig israhel gesetzt. dem konig Joas drey vberwindung wider die Syrier verheißen. den todten aufgeweckt etc. Numitor wardt wider in das reich eingesetzt. vnnd pald darnach von Romulo erslagen.
Das vierte Zeitalter. Lykurg war (wie Eusebius schreibt) ein hervorragender, hochberühmter Mann, der den Lakedaimoniern Gesetze gab. Und obwohl er ein heidnischer Mann war, so gab er doch sehr gerechte Gesetze, die dem natürlichen und göttlichen Recht gleichkamen. Und nichts ordnete er an, wovon er nicht selbst zuvor ein Vorbild gezeigt hätte. Er duldete den Gebrauch von Gold und Silber und die Ursachen aller Laster nicht. Und Grund und Boden teilte er allen gleichermaßen unter sie alle auf, damit die gleich verteilten Erbschaften keinen reicher als den anderen machten. Und damit Reichtümer nicht verborgen würden, gebot er, öffentlich zu wirtschaften. Den Jünglingen erlaubte er nicht mehr als ein Kleid ein ganzes Jahr zu gebrauchen. Und er wollte, dass keiner zierlicher oder hübscher als der andere einhergehen noch auch reichlicher gespeist werden sollte. Er ordnete auch an, jegliche Dinge nicht um Geld, sondern durch Tauschhandel zu kaufen. Und die jungen Kinder nicht auf den Markt, sondern auf den Acker zu führen, damit sie ihre ersten Jahre nicht in Unkeuschheit oder Überfluss, sondern in Mühsal und Arbeit verbrächten. Sie sollten auch des Schlafens wegen nichts unter sich breiten und ihr Leben von Gemüse ernähren. Und vor und ehe sie in die Städte kommen, es sei denn, sie wären Männer geworden. Auch setzte er fest, dass die Jungfrauen ohne Mitgift oder Heimsteuer verheiratet werden sollten, damit die Frauen nicht des Geldes wegen ausgewählt würden und auch die Männer ihre Ehe ernster führen, wenn sie mit keinem Zwang irgendeines Heiratsgeldes gebunden würden. Ferner sollte die größte Ehre nicht den Reichen und Mächtigen, sondern den Alten zuteilwerden. Und obwohl diese und andere dergleichen Punkte ihren früheren leichtfertigen Sitten zuwider und schwer schienen, so hielt Lykurg ihnen doch vor, dass er solche Gesetze von Appolline delphico, dem Götzen, erhalten hatte. Und damit er solchen seinen Gesetzen ewige Beständigkeit geben möchte, so verpflichtete er sie mit geschworenem Eid, dass sie nichts von so göttlichen Gesetzen ändern sollten, solange bis er wieder heimkäme. So tat er, als wollte er Apollo wiederum um Rat fragen, ob etwas zu oder von solchen Gesetzen zu tun wäre. Aber er ging hin auf die Insel Kreta und verbrachte dort seinen Lebenstag willentlich im Exil. Und als er sterben sollte, da befahl er, seine Gebeine in ein bleiernes Säcklein zu tun und ins Meer zu werfen, damit, falls solche Gebeine wieder heimgebracht würden, die Lakedaimonier nicht meinen sollten, sich ihrer Pflicht und ihres Eides ledig zu sein. Hieu, der Sohn Josaphats, des Königs von Juda, der zehnte König Israels, von dem Kind Elischa gesalbt, hat Joram mit dem ganzen Haus Ahabs erschlagen und das Haus Baals zerbrochen und seine Propheten getötet. Aber er hat die goldenen Kälber in Bethel und Dan nicht gelassen. Darum hat Hasael, der König von Syrien, aus Gottes Sendung viele in Israel erschlagen. Und daselbst starb er, als er 28 Jahre regiert hatte. Jesaja, der Prophet, wird von Sankt Hieronymus mehr ein Evangelist als ein Prophet genannt und ist einer von den vornehmlichen vier Propheten und ist zu diesen Zeiten offenbar gewesen. Joahas wurde mit allem Volk von dem König von Syrien, Hasael genannt, ganz stark vertrieben. Und darum rief er Gott an und wurde ein wenig erquickt. Hosea, der Prophet, der erste von den zwölf, gegen die zehn Geschlechter gesendet, war ein Sohn Beeris, obwohl man keine Prophezeiung Beeris bei uns hat. Hosea hat geweissagt zu den Zeiten Jerobeams, des Königs von Israel, des Sohnes Joas. Derselbe Joas hat mitsamt Usija, dem König von Juda, 14 Jahre regiert. Und in Juda waren vier Könige: Usija, Joahas, Ahas und Hiskia, unter denen Hosea geweissagt hat. Joas hat nach dem Wort Elischas die Syrer dreimal geschlagen und die Städte von der Gewalt Ben-Hadads, des Sohnes Hasaels, genommen und wieder zu seinem Reich gebracht. Er hat auch Amazja gepeinigt und nicht willentlich, sondern gezwungenermaßen seinen Hochmut gedemütigt und zu regieren angefangen im 37. Jahr Joas, des Königs von Juda. Joel, der andere Prophet von den zwölf, von Juda, hat seine künftige Betrübnis und Anfechtung verkündet. Jerobeam war ein genügsamer und sieghafter Mann und hat den König von Syrien vertrieben und das Reich Israel in den Stand, darin es zuvor gewesen war, wiedergebracht und darüber auch Damaskus nach dem Wort Jonas, des Propheten. Merke, wie unbeständig der Stand der Reiche und Herrschaft sei. Israel ist vertrieben und bis zum Letzten gedemütigt worden, so wurden die Syrer erhoben, aber jetzt werden sie von den Schwachen wunderbarerweise unterdrückt. Also der, der oben war, ist jetzt unten, und wiederum der, der unten war, der steigt auf, damit er danach wieder absteige. Dies ist das umwälzende Rad dieser Zeit. Darum ist es sich nicht zu verwundern, dass wenige Auserwählte dazu vom Herrn aufgenommen werden und dass sich die verständigen und besonnenen Männer das Geschäft und die Handlung solcher Unbeständigkeit mit ganzen Kräften befleißigen zu fliehen. Blatt 53 der Welt. Joas ist (als er sieben Jahre alt war) von Jojada, dem Bischof, zu einem König gesetzt worden, und er tat Gutes alle Tage Jojadas. Aber nach seinem Tod wurde er mit Schmeichelei der Mächtigen verführt und sein Herz verhärtete sich bis an sein Ende. Dieser Joas befahl, Sacharja, den Sohn Jojadas, des höchsten Bischofs, zu steinigen zwischen dem Tempel und dem Altar, in dem vorletzten Jahr seines Reiches. Aremulus hat zu den Zeiten Joas, des Königs von Juda, 19 Jahre regiert und die Siedlung oder den Schutz der Albaner gelegt zwischen dem Berg, wo jetzt Rom ist, und er hinterließ nach ihm Julius und Aventinus, seine Söhne. Amazja hat nach guten Anfängen ein böses Ende gehabt, was dann leider gemeinhin genug bis auf diesen heutigen Tag an den Mächtigen erscheint. Er hat viele, auch merklich bewährte Amtleute entmachtet, wovon viele Vorbilder hier sind. Dieser hat auch die Götter von Seïr angebetet. Aventinus hat 37 Jahre regiert und von ihm hat der Berg Aventinus zu Rom, wo er dann begraben ist, den Namen empfangen. Procas, der Sohn des genannten Aventinus, dessen Lob Vergil in seinen Schriften erhebt, hat 33 Jahre regiert und nach ihm zwei Söhne hinterlassen, nämlich Amulius und Numitor, den Vater der Rhea, der Mutter von Romulus und Remus. Das Reich Juda ist nach dem Tod Amazjas 13 Jahre ohne König gewesen. Das muss man genau beachten aus der Zusammenrechnung der Jahre der Könige Israels und Judas. Denn Amazja hat im zweiten Jahr Joas, des Königs von Israel, und Usija, der Sohn Amazjas, im 27. Jahr Jerobeams, des Königs von Israel, zu regieren angefangen. Dieselbe Zeit erstreckt sich auf 41 Jahre. Wenn dann von denselben die Jahre Amazjas abgezogen werden, so bleiben 13 Jahre. In denselben war Usija klein und noch nicht zum Reich geschickt. Aber die Siebzig Ausleger und viele andere Historien haben dies nicht, doch erfüllen sie es anderswo. Und nach solcher Gestalt muss man sie übereinstimmend machen, oder du wirst sonst irren der Rechnung halber der Jahre. Amulius hat seinen Bruder Numitor vom Reich vertrieben und Lausus, seinen Sohn, getötet und Rhea, dessen Tochter, die Hoffnung erblichen Samens zu entziehen unter der Gestalt einer Ehre der Göttin Vesta zu ewiger Jungfräulichkeit.