Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das vierd alter left | left | | Die myndern propheten. Sophonias der. ix. prophet von den. xij. propheten ein sun chus des edelsten mans vnder den hebreyschen hat fueruerkundet die zerstoerung vnd widerpawung iherusalem. Vrias der prophet ward ertoedt vomm konig Jeconia. Abacuck der. x. vnder den xij. propheten vol des gaists der weyssagung bey iudeam in wierden gehalten weissaget wider Nabuchodonosor vnnd babilonem. Diser bracht auch die speyß dem Daniel do er zu babilonia in der leoben gruoben was | | left Baruth ein notari Jheremie des propheten hat ein prophetisch buch gemacht. vnd darinn den trost von der widerfart auß der fencknus fuergekundet. Sarayam hat der nabuchodonosor in reblata mit andernn ratgeben sedechie todgeslagen. | left | | Ieremias der allerheiligst prophet von mutter leib geheyligt. auß briesternn geporn. fieng an dieweil er noch ein kindt. xiij. iar alt was zu der zeit Josie wider iherusalem vnnd den tempel zeweyssagen. vnnd er weyssaget xl. iar. on die iar in den er zu egipten prophetisiret. daselbst wardt er nach vil im bewysenns frefels | | left bey Taphnas von demselben volck verstainigt vnd an demselben ende begraben. vnnd nach dem er die slangen veriaget darumb ward er nach senym tod geeret. Olda die weyssagin wz Sellum des hoehsten briesters weib vnd hat geleuechtet vnd geweissagt dem konig iosie vnd sunderlich die zerstorung iherusalem vnnd die fencknus irs volcks. center Dise sechs alle noch kindere warden mit dem konig Joachim gein babilonia gefangen gefuert. Nabuchodonosor het ein guldine sawl. lx. elnpogen hoh imm feld auffgesetzt vnd alle fuersten der gegent zu weyhung vnd erung derselben sawl gefordert vnd der scherg oder puettel rueffet auß. Ir solt die sawl anbetten. dann wer die nit anbettet der wuerdt in diser stund in den ofen eins prennenden fewrs gesennd werden. Nw betten sie alle an on die gesellen Danielis. daruemb warden sie bey dem konig verclagt. da ward ein ofen sibenfeltig angezuendt darein warden sie gepunden mit irn klaidern geworffen, aber der flamm des fewrs ertoedtet die mann die sie in den ofen ließen. vnd der engl des herren fueret hinein als einen wehenden wind des tawes der sie erquicket. do lobten vnnd benedeyten dise drey kinder mit einem mund got den herren. Josedech der bischoff ein sun Azarie ist als der herr iudam vnd iherusalem durch den gewalt Nabuchodonosor verwendet mit andern gein babiloniam gefangen gefuert. Ettlich sprechen ine Eßdram den schreiber vnnd briester oder villeicht seinen bruder gewesen sein. Blat LVI der werlt left Rhea (sunst auch Ilia genant) Numitoris des koenigs tochter zu diser noch ein iunckfrewlein wardt nach gewaltsamer entsetzung irs vaters vomm reich von Amulio irem vetter vnder die iunckfrawen der goettin des fewrs Vesta genant getan vnd ewige iunckfrawschaft zehalten benoettigt. als sie aber zu volligerm alter komen was vnd mit vnzuechtigen stacheln bewegt wardt do vermischet sie sich in vnloblich vmbfenng eins vnbekanten mans. von dem wardt sie geswengert. also das sie Romulum vnd Rhemum miteinander gepare. daruemb wardt sie auß befelhe Amulij irs vetters lebendig begraben. darnach hieß er auch die zwen zwiling in die Tyber zu Rom werffen. aber nach dem die diener zumm gestadt des fluss von der menig wegen der wasser nit komen mochten do legten sie die zwyling an dz gestadt vnd also mocht auß gepiet Amulij der in den fluss hingeworffen Romulus mit rhemo seinem bruder nit außgeloesscht werden. do nw das wasser eingezogner wardt vnd ein wuelffin das wainen der kinder hoeret verließe sie ire woelflein volget dem waynen der kinder nach vnd muettert die kindlein. dieselben hat darnach einer des koenigs hirt Faustulus genant bey einem pawm gefunden vnd in sein haws haim getragen vnd schier vnder der herden des vihs in grobem pewrischem leben erneret. Etlich maynen dise kind seyen des abgots Martis gewesen. daruemb das sie in dem wald Martis geporn. oder von einer wuelfin (die in dem schutz desselben Martis ist) erneret seyen. do sie nw vnder den hirten aufwuchsen so mereten sie vmb die kraft teglichen streyt. sterck vnd verwuestung. do sie aber zu iren tagen komen haben sie amulum iren vetter den koenig ertoedt. vnd Numitorem iren anheren wider in das reich eingesetzet. derselb wardt aber in dem nachfolgenden iar abgethan. vnd also der namen der Lateinischen oder Albanischen koenig außgeloesscht. do man vnder. xxi. koenigen. vic. xxvij. iar geregiert het. Remus der obgenanten Rhee sun hat in disem iar mitsampt Romulo seinen bruder ein statt do yetzo Rom ist fuergenomen vnd erpawen. vnd dieweil sie nw zwiling brueder vnd gleich erben waren do vnderstunden sie sich durch vogelgesiht mittel zesuchen welcher auß ine regiren vnd der statt nach ime namen geben solt. nw het Remus (der den Auentinischen berg innhielt) zu erst sechs geyern. vnd darnach Romulus (der den Palatinischen berg besasse) zwelff geyernn gesehen. Also maynet Romulus das er als ein obsyger des gesihts der merrernn foegl auch billich ein regirer der statt. vnd dieselb statt nach bedeuetnus der pluotgirigen zu dem rawb gewonten foegl ein streitterin seyen wurdt. nw wardt es angesehe dz ein auffgeworffne schuedt zu beschirmung der newen stat gnuogsam solt sein. Diss belachet vnnd beredet der Rhemus. daruemb wardt er (ettlich sagen auß gehaiss seins bruders. die andern sprechen von Fabio des romuli rittermeister) erslagen. vnd an dem ende begraben da er den fueßstapffen oder das zil der kuenftigen mawr uebertrate. Diss was das erst opffer dardurch er die befestigung diser newen statt mit seinem pluot geweyhet hat. Anfang der Roemer reich Romulus der erst koenig der roemer hat imm. xxi. iar seins alters. vnd imm. iijc. xxiiij. iar des reichs Dauid. als Numitor ertoedt was vnd dz reich der Lateinischen in zerstrewung lage. nit mit kleiner versamelter hand der hirten. mitsampt dem obgenanten Remo seinem bruder an einem vnbewarten erdpodem ein kleine statt gepawt vnd die nach ime rom genennt. vnd daselbst in disem iar (als Eusebius schreibt) zeregirnn anfahende. xxxviij. iar geregiert. Wiewol aber romulus auß zweifelicher gepurt dar komen wz so wz. doch (als plutarcus setzt) sein angeporne art vnd aigenschaft nit knechtlich. sunder sie truog ein koenigliche groeß vnd fruemmkeit vor ir. in ime fuerschyne ein geringfertige natur. vnd ein fast geschickte synnreichigkeit zu den reten vnd zu burgerlicher sytlicher fruemkeit. daruemb kome er zu grosser hoehe der wirdigkeit. Als nw Rom gepawet was do teylet er die. die kreftigs alter erlangten auß in ritterliche rott zu uebung der streit. die uebrige menige hieß er ein volck. darnach schoepffet er rattherren. die hieß er vater. vnd die so auß ine geporn warden Patricios. vnd nach dem aber vorher daselbst gepruch vnd mangl an innwonernn war so ließe er einen wald der nahend dabey was allermeniglichen frey. daselbsthin komen von vil oertern ein grosse anzal menschen. also machet er ein Roemisch volck. Aber allda was ein weiplichen personen ein mercklicher mangl. vnd deßhalb ein sorg der verminderung des volcks. demnach machet Romulus ein gedichtes scheinspil. dar zu komen vil iunckfrawen in der nehe wonende dasselb spil zeschawen. do warden sie von den roemischen gefangen. vnder sie verheyratet vnd also vrsachen vil kriegs. vnd also nw diser allerweisist koenig den stannd der Roemer in mancherlay weise geordnet het vnnd auff ein zeit außerhalb der stat bey einer pfuetschen was do wardt er gehling auß aller menschen gesihte hingezucket.
Das vierte Zeitalter. Die minderen Propheten. Zephanja, der neunte der zwölf Propheten, ein Sohn des Kusch, des edelsten Mannes unter den Hebräern, hat die Zerstörung und den Wiederaufbau Jerusalems vorherverkündet. Der Prophet Urija wurde vom König Jojakim getötet. Habakuk, der zehnte unter den zwölf Propheten, erfüllt vom Geist der Weissagung, in Judäa in Ehren gehalten, weissagte gegen Nebukadnezar und Babylon. Dieser brachte auch Daniel die Speise, als er in Babylon in der Löwengrube war. Baruch, ein Schreiber des Propheten Jeremia, hat ein prophetisches Buch verfasst und darin den Trost der Rückkehr aus der Gefangenschaft verkündet. Seraja wurde von Nebukadnezar in Ribla zusammen mit anderen Ratgebern Zedekias getötet. Jeremia, der allerheiligste Prophet, von Muttersleib an geheiligt, aus Priestern geboren, begann, als er noch ein Kind, dreizehn Jahre alt war, zur Zeit Josias gegen Jerusalem und den Tempel zu weissagen. Und er weissagte vierzig Jahre, ohne die Jahre, in denen er in Ägypten prophezeite. Dort wurde er, nach vielem erwiesenen Frevel, bei Tahpanhes von demselben Volk gesteinigt und an demselben Ort begraben. Und nachdem er die Schlangen vertrieben hatte, wurde er nach seinem Tod geehrt. Hulda, die Prophetin, war die Frau Schallums, des Hohenpriesters, und hat König Josia erleuchtet und geweissagt, und besonders die Zerstörung Jerusalems und die Gefangenschaft ihres Volkes. Diese sechs, alle noch Kinder, wurden mit König Jojakim gefangen nach Babylon geführt. Nebukadnezar hatte eine goldene Säule, sechzig Ellen hoch, im Feld aufgestellt und alle Fürsten der Gegend zur Weihung und Ehrung derselben Säule gefordert. Und der Scharfrichter oder Herold rief aus: „Ihr sollt die Säule anbeten, denn wer sie nicht anbetet, der wird in dieser Stunde in den Ofen eines brennenden Feuers gesandt werden.“ Nun beteten sie alle an, außer den Gefährten Daniels. Darum wurden sie beim König verklagt. Da wurde ein Ofen siebenfach angezündet, darein wurden sie gebunden mit ihren Kleidern geworfen, aber die Flamme des Feuers tötete die Männer, die sie in den Ofen ließen. Und der Engel des Herrn führte hinein wie einen wehenden Tauwind, der sie erquickte. Da lobten und priesen diese drei Kinder mit einem Mund Gott den Herrn. Jozadak, der Hohepriester, ein Sohn Azarjas, wurde, als der Herr Juda und Jerusalem durch die Gewalt Nebukadnezars verwandte, mit anderen gefangen nach Babylon geführt. Etliche sprechen, er sei Esra der Schreiber und Priester oder vielleicht sein Bruder gewesen. Blatt 56 der Weltchronik. Rhea (sonst auch Ilia genannt), Tochter des Königs Numitor, noch ein junges Mädchen zu dieser Zeit, wurde nach gewaltsamer Entsetzung ihres Vaters vom Reich durch Amulius, ihren Onkel, unter die Jungfrauen der Göttin des Feuers, Vesta genannt, getan und zur ewigen Jungfräulichkeit verpflichtet. Als sie aber zu vollerem Alter gekommen war und von unzüchtigen Trieben bewegt wurde, da vermischte sie sich in unrühmliche Umarmung eines unbekannten Mannes. Von diesem wurde sie schwanger, sodass sie Romulus und Remus miteinander gebar. Darum wurde sie auf Befehl Amulius', ihres Onkels, lebendig begraben. Danach hieß er auch die zwei Zwillinge in den Tiber zu Rom werfen. Aber nachdem die Diener zum Ufer des Flusses wegen der Wassermenge nicht kommen konnten, da legten sie die Zwillinge an das Ufer. Und so konnte auf Befehl Amulius', der in den Fluss geworfen, Romulus mit Remus, seinem Bruder, nicht ausgelöscht werden. Als nun das Wasser zurückgegangen war und eine Wölfin das Weinen der Kinder hörte, verließ sie ihre Wölflein, folgte dem Weinen der Kinder nach und säugte die Kindlein. Dieselben hat danach ein Hirte des Königs, namens Faustulus, bei einem Baum gefunden und in sein Haus heimgetragen und fast unter der Herde des Viehs in grobem bäuerlichem Leben ernährt. Etliche meinen, diese Kinder seien des Gottes Mars gewesen, darum, weil sie in dem Wald des Mars geboren oder von einer Wölfin (die im Schutz desselben Mars ist) ernährt seien. Als sie nun unter den Hirten aufwuchsen, da mehrten sie sich an Kraft, täglichem Streit, Stärke und Verwüstung. Als sie aber zu ihren Tagen kamen, haben sie Amulius, ihren Onkel den König, getötet und Numitor, ihren Ahnherrn, wieder in das Reich eingesetzt. Derselbe wurde aber im nachfolgenden Jahr abgesetzt, und so der Name der lateinischen oder albanischen Könige ausgelöscht, nachdem man unter einundzwanzig Königen vierhundertsiebenundzwanzig Jahre regiert hatte. Remus, der Sohn der obgenannten Rhea, hat in diesem Jahr zusammen mit Romulus, seinem Bruder, eine Stadt, wo jetzt Rom ist, in Angriff genommen und erbaut. Und da sie nun Zwillingsbrüder und gleiche Erben waren, da unternahmen sie es, durch Vogelschau Mittel zu suchen, welcher von ihnen regieren und der Stadt nach ihm den Namen geben sollte. Nun hatte Remus (der den Aventinischen Berg innehatte) zuerst sechs Geier gesehen, und danach Romulus (der den Palatinischen Berg besaß) zwölf Geier. Also meinte Romulus, dass er als ein Sieger der Schau der mehreren Vögel auch billig ein Regierer der Stadt, und dieselbe Stadt nach Bedeutung der blutgierigen, an Raub gewohnten Vögel eine Streiterin sein würde. Nun wurde es angesehen, dass ein aufgeworfener Schutt zur Beschirmung der neuen Stadt genügsam sein sollte. Dies belachte und verspottete Remus. Darum wurde er (etliche sagen auf Geheiß seines Bruders, die anderen sprechen von Fabius, Romulus' Reiteroberst) erschlagen und an dem Ort begraben, wo er den Fußstapfen oder das Ziel der künftigen Mauer übertrat. Dies war das erste Opfer, wodurch er die Befestigung dieser neuen Stadt mit seinem Blut geweiht hat. Anfang des Römischen Reiches. Romulus, der erste König der Römer, hat im einundzwanzigsten Jahr seines Alters und im dreihundertvierundzwanzigsten Jahr des Reiches Davids, als Numitor getötet war und das Reich der Lateiner in Zerstreuung lag, nicht mit kleiner, versammelter Hand der Hirten, zusammen mit dem obgenannten Remus, seinem Bruder, auf einem unbewachten Erdboden eine kleine Stadt gebaut und die nach ihm Rom genannt. Und daselbst in diesem Jahr (wie Eusebius schreibt) zu regieren anfangend, achtunddreißig Jahre regiert. Wiewohl aber Romulus aus zweifelhafter Geburt hervorgegangen war, so war doch (wie Plutarch setzt) seine angeborene Art und Eigenschaft nicht knechtisch, sondern sie trug eine königliche Größe und Frömmigkeit vor sich her. In ihm erschien eine bescheidene Natur und eine sehr geschickte Sinnreichigkeit zu den Räten und zu bürgerlicher, sittlicher Frömmigkeit. Darum kam er zu großer Höhe der Würdigkeit. Als nun Rom gebaut war, da teilte er diejenigen, die ein kräftiges Alter erreicht hatten, in eine ritterliche Rotte zur Übung des Streits. Die übrige Menge nannte er ein Volk. Danach schuf er Ratsherren, die nannte er Väter, und die, die aus ihnen geboren wurden, Patrizier. Und nachdem aber vorher daselbst Mangel an Einwohnern war, so ließ er einen Wald, der nahe dabei war, jedermann frei. Dorthin kamen von vielen Orten eine große Anzahl Menschen. So schuf er ein römisches Volk. Aber dort war ein merklicher Mangel an weiblichen Personen.