Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das vierd alter haben. da auch in der ringkmawr sand Endreßen kirchen de pallara besloßen wirdt. die andernn teil sind mit weingarten erfuelt vnd mit hoher mawr vmbgeben. Der berg Celuis genant hat seinen namen von Celio iubennio dem hertzog. der dem Romulo wider den Latinum zu hilff kome empfangen. vnd diser berg wardt der statt zugegeben zu den zeitten do Tullus hostilius die state Albam vmbkeret. vnd darnach daselbst wonet. vnnd machet einen hoff der nach ime hostilia genant wardt. Auff demselben perg hat Vespasianus den tempel Claudij gepawt An demselben ort waren vil goetter hewßer. altar vnnd tempel. der gross fleischbanck. das hol Ciclopis. gemeyne frawen hawßer. die fuenff wachter geselschaft. die pilgram gezeldt. vnd vihstal. in dem mittel seins rugken werden zwu wasserlaytung eins gar hohen gepews gesehen. Aber nw ist diser berg mit cristenlichen kirchen gezieret. An dem ort gegen dem Palatinischen berg ist sand Gregorien closter von ime auff seins vaters grund vnd poden erpawet. darnach sand Johanßen vnd Paulßen kirch. Item das spital Saluatoris. vnd die kirch sancte Marie in dominica. auch sand Stephans kirch. die nachfolgend der babst Simplicius gezieret hat. Item zur lingken hand desselben bergs ligt der vier gekroenten kirch. vnd sand Erasinus closter. das nehest newes gepewes auff disem berg ist ein pilgram herberg Lateranense genant. amm eueßersten ort desselben bergs ist yetzo die kirch Lateranensis also gehaißen. dann sie ist auff des edelsten volcks lateranensier poden erpawet worden. Dise erwirdig kirch behellt die hewbter der apostel. vnd sunst vil heiligthums. ist an gepew vast hoh in der gantzen werlt beruembt. die wardt dem babst Siluestro durch den kayser Constantinum ergeben. vnnd die Constantinisch kirch genant. Gleicherweis als dise kirch der erst stuel der roemischen bischoff gewest ist. also ist sie von ine etwen fast bewonet worden. Nw aber sind die pallast ettwen vmb dieselben kirchen gelegen. zumm merern teyl eingefallen. Auff disem berg siht man die groesseren pforten Neuia genant. vnd das halb zeruedet schawhaws. darauß den spilen amm marck zu gesehen wardt. dz ettliche die wunderpurg nennen. da ist auch des heiligen creuetzs kirch in iherusalem genant von sand helena gepawen an dem ende do die tempel Veneris vnd Cupidinis waren. vnd dabey ein Cartheueser closter. Item auff dem berg exquilinus genant. der der groeßist ist ligt die beruembtst kirch sand Marie der groeßernn genant. an disem perg sind vil Blat LVIII der werlt vnd wunder perliche gepew gewesen. vnd erstlich vomm thurnn der ritterschaft aufwartz werden gesehen. die verfallen gepew der pallacien Constantini des keysers. vnd groß marmorsteinin sewln halbnackennder alter. vnd nit weyt dauon große marmorsteinine pferd mit halbnackenden mannen auß wunderperlichem kunstwerck gemacht. dauon nit weit sind die Dioclecianischen gewelbte gepew fast schoen vnd wunderwirdig. auch andere gepew vil beruembter mann. daselbst was auch ein fleischbanck. so sihet man alda sand veits kirchen. daran stoeßet der sygpogen Galieni. so sind sunst an dem ort vil kirchen vnd andere vnzellige ding vor awgen. Der berg Vininalis genant hat seinen namen vor Joue vimineo. dess gepew alda sind. vnd wiewol an disem berg vil gepew aufgerichtet gewesen sind so werden doch nwmaln nicht suenderliche gefunden. außgenomen drey allerschoenste hewser der gantzen statt. nemlich. M. Crassi Q. Catulli. C. Aquilij. Der berg Quirinalis hat von dem tempel Quirini den namen behabt. Varro der lerer hat dise berg von irer klainhait wegen puehel genennt. Liuius schreibt das Seruius der koenig dise nehsten zwen puehel zu weytrung der stat eingefangen vnd daselbst diss ort zu wirdigkeit zebringen gewonet. vnd die stat mit aufgeschuettem graben vnnd einer mawrnn vmbgeben hab. Rom wirdt besloßen vomm aufgang mit dem angeschutten puehel Tarquini do yetzo ist die kirch sancte Marie in popnlo genant. Item ein wasser das iunckfrewlich genannt durch die hoeler des Quirinalischen bergs fließende geet allein auß dem eueßernn wassernn yetzo in die stat Rom. An dem ort diss bergs ist Campus Marcius zwischen der stat vnd der Tyber der etwen wunderperliche gepew gehabt hat. der noch ettliche anzeigung irer niderfall vorawgen sind. da dann nochmals ein kirch sancte Marie in ecuria genant vorhanden ist. do was der tempel der goettin ysidis. so siht man noch ein außberaytte sewln begangner geschihten. dabey versamlung zu erwelung der roemischen ratherren beschahen. Zu Rom sind zwolff hole wunderwirdige gepew vnd wasser laytung gewest. So liset vnnd sihet man gar vil sigpogen vnder den etwen die Roemischen keyser nach irer ueberwindung der feind in die stat Rom mit freueden gefuert warden. derselben pogen sind aber ettlich zerruedet. ettlich mit niderfall bedeckt. vnn detliche mit newen gepewen vomm gesicht der menschen verruecket.
Das vierte Zeitalter. Dort, wo auch in der Ringmauer die Kirche des heiligen Andreas de Pallara eingeschlossen wird, sind die anderen Teile mit Weingärten erfüllt und mit hoher Mauer umgeben. Der Berg, Celius genannt, hat seinen Namen von Caelius Vibenna, dem Herzog, der Romulus gegen Latinus zu Hilfe kam und aufgenommen wurde. Und dieser Berg wurde der Stadt zugegeben zu den Zeiten, da Tullus Hostilius die Stadt Alba umkehrte und darnach daselbst wohnte und einen Hof machte, der nach ihm Hostilia genannt wurde. Auf demselben Berg hat Vespasian den Tempel des Claudius gebaut. An demselben Ort waren viele Götterhäuser, Altäre und Tempel, der große Fleischbank, das Loch des Zyklopen, gemeine Frauenhäuser, die fünf Wächtergesellschaften, die Pilgerzelte und Viehställe. In der Mitte seines Rückens werden zwei Wasserleitungen eines sehr hohen Gebäudes gesehen. Aber nun ist dieser Berg mit christlichen Kirchen geziert. An dem Ort gegenüber dem Palatinischen Berg ist das Kloster des heiligen Gregor, von ihm auf seines Vaters Grund und Boden erbaut. Darnach die Kirche der heiligen Johannes und Paulus, ferner das Spital des Salvator und die Kirche Santa Maria in Dominica, auch die Kirche des heiligen Stephan, die nachfolgend Papst Simplicius geziert hat. Ferner zur linken Hand desselben Berges liegt die Kirche der Vier Gekrönten und das Kloster des heiligen Erasmus. Das nächste neue Gebäude auf diesem Berg ist eine Pilgerherberge, Lateranense genannt. Am äußersten Ort desselben Berges ist jetzt die Kirche Lateranensis also geheißen, denn sie ist auf dem Boden des edelsten Volkes der Lateraner erbaut worden. Diese ehrwürdige Kirche beherbergt die Häupter der Apostel und sonst viel Heiligtum, ist an Gebäude sehr hoch und in der ganzen Welt berühmt. Sie wurde Papst Silvester durch Kaiser Konstantin übergeben und die Konstantinische Kirche genannt. Gleichermaßen, wie diese Kirche der erste Stuhl der römischen Bischöfe gewesen ist, so ist sie von ihnen einst stark bewohnt worden. Nun aber sind die Paläste, die einst um dieselben Kirchen lagen, zum größeren Teil eingefallen. Auf diesem Berg sieht man die größeren Pforten, Nevia genannt, und das halb zerfallene Schauhaus, von dem aus den Spielen am Markt zugesehen wurde, das etliche die Wunderburg nennen. Da ist auch die Kirche des Heiligen Kreuzes in Jerusalem genannt, von der heiligen Helena gebaut, an dem Ende, wo die Tempel der Venus und des Cupido waren, und dabei ein Kartäuserkloster. Ferner auf dem Berg, Esquilin genannt, der der größte ist, liegt die berühmteste Kirche, Santa Maria der Größeren genannt. An diesem Berg sind viele wunderbare Gebäude gewesen. Und erstlich vom Turm der Ritterschaft aufwärts werden gesehen die verfallenen Gebäude der Paläste Kaiser Konstantins und große marmorsteinene Säulen halbnackter Alter. Und nicht weit davon große marmorsteinene Pferde mit halbnackten Männern, aus wunderbarem Kunstwerk gemacht. Davon nicht weit sind die Diokletianischen gewölbten Gebäude, sehr schön und wunderwürdig, auch andere Gebäude viel berühmter Männer. Daselbst war auch ein Fleischbank. So sieht man allda die Kirche des heiligen Veit. Daran stößt der Siegesbogen des Gallienus. So sind sonst an dem Ort viele Kirchen und andere unzählige Dinge vor Augen. Der Berg, Viminal genannt, hat seinen Namen von Iuppiter Vimineus, dessen Gebäude dort sind. Und wiewohl an diesem Berg viele Gebäude aufgerichtet gewesen sind, so werden doch nunmehr nichts Besonderes gefunden, ausgenommen drei allerschönste Häuser der ganzen Stadt, nämlich die von Marcus Crassus, Quintus Catulus, Gaius Aquilius. Der Berg Quirinal hat von dem Tempel des Quirinus den Namen behalten. Varro, der Lehrer, hat diese Berge wegen ihrer Kleinheit Hügel genannt. Livius schreibt, dass König Servius diese nächsten zwei Hügel zur Erweiterung der Stadt eingefasst und daselbst diesen Ort zur Würdigkeit zu bringen gewohnt und die Stadt mit aufgeschüttetem Graben und einer Mauer umgeben habe. Rom wird vom Aufgang umschlossen mit dem aufgeschütteten Hügel des Tarquinius, wo jetzt die Kirche Santa Maria in Populo genannt ist. Ferner ein Wasser, das jungfräulich genannt, durch die Höhlen des Quirinalischen Berges fließend, geht allein aus den äußeren Wassern jetzt in die Stadt Rom. An dem Ort dieses Berges ist der Campus Martius zwischen der Stadt und dem Tiber, der einst wunderbare Gebäude gehabt hat, von denen noch etliche Anzeichen ihres Verfalls vor Augen sind. Da dann nochmals eine Kirche, Santa Maria in Aquiro genannt, vorhanden ist. Dort war der Tempel der Göttin Isis. So sieht man noch eine ausgebreitete Säule begangener Geschichten. Dabei geschahen Versammlungen zur Erwählung der römischen Ratsherren. Zu Rom sind zwölf hohle, wunderwürdige Gebäude und Wasserleitungen gewesen. So liest und sieht man gar viele Siegesbögen, unter denen einst die römischen Kaiser nach ihrer Überwindung der Feinde in die Stadt Rom mit Freuden geführt wurden. Derselben Bögen sind aber etliche zerfallen, etliche mit Verfall bedeckt und etliche mit neuen Gebäuden vom Gesicht der Menschen verdeckt.