Schedelsche Weltchronik · Blatt 59

Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 59, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 59, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das vierd alter Genua der Ligurier ein herrin vnd konigin (die auch Janua genent wirdt) ist ein hochberuembte stat in welschen landen an dem gestadt des Ligustischen meers gelegen. vnnd von genuo des konigs Saturni sun gepawt. vnd nach ime also genant. Paulus perusinus sagt die statt hab iren namen von Genuino dem gesellen Phetontis. So schreiben andere sie sey von Jano der walhen konig aufgerichtet. vnd nach Troya erweytert. vnnd daselbst desselben Jani pild erstlich zeeren angefangen. Doch setzen ettlich das man vor den zeiten des Affricanischen kriegs kein meldung von dieser stat finde. Aber Liuius spricht das Lucrecio das keyserthumb verzogen worden wer bis dz er die statt Genua die von Magone dem Penier zerprochen wardt wider pawete. nach welchen zeiten sich die roemer der Ligurier vnd Genueser alß irer freuend geprauchen. dann nachdem ine vil volcks vnnd andere zu dem geprauch des kriegs dienstpere ding zugeschickt warden. so erscheint darauß dz es vmb Genua auß natur irs gelegers vnd schifreichen zugangs wolgestanden sey. Der groß keyser Karl vnd sein sun Pipinus ein konig welscher lannd vnd ir nachkomende konig in franckreich haben dise stat bey hundert iaren mit hoher gerechtigkeit vnd guetigkeit wie andere welsche stet geregirt. vnd zu irer pflegnus hertzogen (die man graffen nennt) geordnet. Dise stat ist auch ein kawfthaws derselben gegent aller. vnd hat also ueberschwencklich zugenomen das sie auß erobrung großer macht vnnd kreft an zugang der schiffung vnd an fast hohen gepewen vnd allerlay andernn zierungen nw bißher (außgenomen Venedig) alle ander welsch stett amm meer gelegen fuertrift. vnd in uebung der schiffkrieg also geschickt gewest ist das sie sich vil iar der herrschung des meers gepraucht vnd die moerderey der meerrawber geweret hat. Aber nach dem großen keyser Karl vnnd seinen suenen hat dise stat also große wuetterey geliden das sie auß not frembd herren hat mueßen ueberkomen vnd durch beschwerde burgerlicher inheymischer zwitracht die herrschung vnd gewalt des meers verliernn. dann irer vilfeltigen verwandlung verwundert sich aufgang vnd nidergang. das sie also hilfloße vnd ratloße ist worden. das ir weyt vnd prayt außgegoßne macht schier außgeschöpft ist. wann sie hat die stat Peram gegen Constantinopel gelegen. Mitilenam die innseln. Famagustam die hawbtstat der innseln Ciprie. die innseln Chium auch andere kriechysch innseln vnd stett von den Tuercken vnd andern voelckern ernidergelegt verlorn oder zinsper gemacht. Aber dise stat ist geziert mit den aschen des vorlawffers des herren. vnnd mit den sinaragdischen vnerschetzlichen napff oder schueßeln darinn (als sie halten) der herr Jhesus cristus das osterlamb in dem obent essen mit seinen iungernn genossen hat. 500px Blat LIX der werlt 170px Thales der Asianisch philosophus. der erst auß den siben weysen der kriechyschen lands hat zu diesen zeiten zu Athenis gereichsnet. vnd die syben weysen sind nach ime genant worden. Diser ist der erst vnder den philosophos der sich in der astrologey geuebet vnd finsternus der sunnen fuergekuendet vnd die Geometrey von den egyptiernn gelernet hat. Er ist auch in sachen. burgerlich sytten vnnd wesen antreffende fast guoter rate gewesen. Er hat (als sie sagen) kein weib gehabt. sunder gefragt waruemb er nit eine nem geantwurt. von lieb wegen der kinder. Diser setzet das wasser einen anfang aller ding vnd sprach das die werlt geselet vnd vol teuefel wer. Er soll auch die zeit des iars erfunden. vnd in. iijc. lxv. tag getailt hahen. So hat er von der Astronomey vil ding geschriben vnd in. ijc. versen begriffen. Do ein guldiner tisch vonn vischernn vngeuerlich gefunden wardt. vnd deßhalb ein irrung wes der sein solt entstunde. vnd bey dem abgot Appolline delphico rats wardt gepflegen zezeigen wem solcher tisch zegeben wer. vnd nw Appollo die antwurt gab das der tisch dem gegeben werden solt der andere in weyßheit uebertreffe. do wardt der tisch disem Thaleti gegeben. aber er gab den Bianti vnd Bias Pitacho zu letst kome der tisch an Solonem. der wendet solchen tisch als einen tittel der beruembtisten kluogheit auff den Appollinem. Diser Thales was arm vnd flysse sich der lernung der weyßheit. Item er erkennet durch die astronomey fruchtperkeit kuenftigs iars. vnd als er in einer nacht von eim alten weib auß seim haws zu auschawung des gestirns gefueret wardt do fiele er in ein gruoben. vnd do er das andet. sprach das alt weib zu ime. kanst du das. das dir vor den fueßen ligt nit sehen wie moechst du dann die ding die in den himeln sind erkennen. Er starb. lxxviij. iar alt. 170px Solon der philosophus der ander vnder den siben weysen hat zu Athenis gereichsnet vnd den zu Athenis fast guote gesetz. die die roemer darnach von ine annomen gemacht. vnd vil guottat beweysen vnd sie vil zeit mit seiner kluogheit von dienstperkeit vnd wuetterrey erledigt. vnd ist zu letst nach verwandeltem glueck in egypten gefloehen Diser Solon widerstund in seinem alter dem wueettrich Pisistrato der die Athenier bekuemern wolt. do er gefragt wardt wes er sich doch troestet dz er dem wueettrich so kuenlich widerstuende. antwurtet er. des alters. Item er sprach das die guoten vnd tugenthaftigen mann bey den tyrannen gegleicht wuerden den rechennpfennigen der iglicher zu zeiten meer zu zeiten minder bedeuedet. Item gefragt vonn Creso dem koenig. Wen er fuer selig ansehe. antwurt er. die vnbekanten vnd die menschen der geruechde vnd leuemuot verborgen wer. aber Cresus der koenig zieret sich gar scheinlich vnnd saße mit koeniglicher stoltzheit in seinem thron vnd fraget Solonen ab er ettwas wunderwirdigers dann einen solchen wolgezierten koenig ye gesehen het. antwurt er. hanen, phasan. vnd pfaben sind mit naturlicher vnd tauesentmal beßrer farb vnd pluomen gezieret. Zu disem Soloni der seinen todten sun bewaynet sprach einer er solt nit waynen. dann waynen wer nit nuetz. antwurt Solon. souil mer wayne ich. als vil ich meinen schaden vnwiderbringlicher sih. Item gefragt ob er wolt das die seinen. seinen tod bewaynen solten. do sprach er. darzu hab ich mit vil vleis gearbeit da ich in meinem tod des smertzens vnd clagens der freuend nit an wer. Item er sprach auch das nimant sagen solt das er vntraglichere bitterkeit dann andere lidde. Item vnder andern gesetzen ordnet er. Welcher sein duerfft[]ige elternn nit neret der wer vnruomwirdig. So solten die kinder der. die von gemeins nutzs wegen abgegangen weren offenlich erzogen vnd geleret werden. Ein vormund oder pfleger solt nit bey der waysen muter wonen. noch auch der das vormundschafftambt ueben auff den die habe der gestorben waysen komen wuerd. auch dem ringgraber nit gezimen das zaichen des verkaufften rings zehalten. vnnd welcher einen der nuer ein awg het desselben berawbet der solt seiner beder mangeln. so solt man einen truncken fuersten toedten. Item er saget das wort wer ein pildnus der werck. so wurd das wort besterckt mit sweigen vnd das sweigen gen mir der zeit. Item ein koenig wer ein starker gewalt. so wer das gesetz ein spinnenweb darinn swache ding behingen vnd die schwernn hindurch fuernn vnd die web erprechen. Er starb. lxxx. iarig bey zeiten Sedechie des koenigs 170px Chylon der drit weyße hat zu der zeit Sedechie des koenigs zu Athenis gereichsnet. vnd ist von seiner tieffgegruendten weyßheit wegen der kurtzredner genant worden. Diser wardt daruemb das er geselschafft vnd puendtnus machen solt gein Chorinthum gesennd. vnd als er aber daselbst die hertzogen vnd elternn des volcks imm prett spilende fande so keret er vngeschafft wider anhayms. vnd sprache das er die ere vnd glori der Spatanier mit solcher mackl nit beflecken wolt. dz man sagen solt dz sie mit prett spilern geselschafft gemacht hetten. Item als er gefragt wardt was das glueck wer. do saget er Es wer ein vnwissender artzt. Diser Chylon leret die zungen zamen. voran in wirtschaften. Item den nehsten nit uebelzereden. oder es muest einer hoern das ine betruebet. Item nymant zedroen. dann es wer weibisch. Item eer zu der freuend bekuemernus dan zu irer glueckseligkeit zegeen. Item demuetig hohzeit zemachen. den todten nit uebel zereden. das alter zeeren. seinselbs warnemen. den zornn massigen. vnmuegliche ding nit zebegernn. den vnglueckhaftigen nit zebelachen. Item ein herr solt senftmuettig sein. das ine die vndertanen mer ereten dann foerchten. so solt einer liber schadens dann boeß gewins begeren. dann der schad betrubet ein mal. aber der boeß gewin ewiglich. vnd er lebet. lvi. iar.

Moderne Übersetzung

Das vierte Zeitalter. Genua, eine Herrin und Königin der Ligurier (die auch Janua genannt wird), ist eine hochberühmte Stadt in italienischen Ländern, gelegen an der Küste des Ligurischen Meeres. Und von Genuo, dem Sohn des Königs Saturn, erbaut und nach ihm so genannt. Paulus Perusinus sagt, die Stadt habe ihren Namen von Genuino, dem Gefährten Phaetons. Andere schreiben, sie sei von Janus, dem König der Walchen, errichtet und nach Troja erweitert worden, und daselbst sei desselben Janus' Bildnis zuerst verehrt worden. Doch setzen etliche, dass man vor den Zeiten des Punischen Krieges keine Erwähnung von dieser Stadt finde. Aber Livius spricht, dass Lucretius das Konsulat übertragen worden wäre, bis er die Stadt Genua, die von Mago dem Punier zerstört wurde, wieder aufbaute. Nach welchen Zeiten sich die Römer der Ligurier und Genueser als ihrer Freunde bedienten. Denn nachdem ihnen viel Volk und andere für den Kriegsgebrauch dienliche Dinge zugeschickt wurden, so erscheint daraus, dass es um Genua aufgrund der Natur ihrer Lage und ihres schiffbaren Zugangs gut bestellt war. Der große Kaiser Karl und sein Sohn Pippin, ein König des italienischen Landes, und ihre nachfolgenden Könige in Frankreich haben diese Stadt ungefähr hundert Jahre lang mit hoher Gerechtigkeit und Güte, wie andere italienische Städte, regiert und zu ihrer Verwaltung Herzöge (die man Grafen nennt) eingesetzt. Diese Stadt ist auch ein Handelszentrum der gesamten Gegend und hat so überaus zugenommen, dass sie durch die Eroberung großer Macht und Kräfte, im Zugang der Schifffahrt und an sehr hohen Gebäuden und allerlei anderen Zierungen nun bisher (ausgenommen Venedig) alle anderen am Meer gelegenen italienischen Städte übertrifft und in der Ausübung der Seekriege so geschickt gewesen ist, dass sie sich viele Jahre der Herrschaft des Meeres bedient und die Mordtaten der Seeräuber abgewehrt hat. Aber nach dem großen Kaiser Karl und seinen Söhnen hat diese Stadt so große Gewalt gelitten, dass sie aus Not fremde Herren annehmen musste und durch die Beschwernis bürgerlicher, einheimischer Zwietracht die Herrschaft und Gewalt des Meeres verlor. Denn ihrer vielfältigen Verwandlung verwundert sich Ost und West, dass sie so hilflos und ratlos geworden ist, dass ihre weit und breit ausgegossene Macht schier ausgeschöpft ist. Denn sie hat die Stadt Pera, gegenüber Konstantinopel gelegen, die Insel Mytilene, Famagusta, die Hauptstadt der Insel Zypern, die Insel Chios, auch andere griechische Inseln und Städte von den Türken und anderen Völkern niedergelegt, verloren oder zinsbar gemacht. Aber diese Stadt ist geziert mit den Aschen des Vorläufers des Herrn und mit dem smaragdenen, unschätzbaren Napf oder Schüsseln, darin (wie sie glauben) der Herr Jesus Christus das Osterlamm beim Abendmahl mit seinen Jüngern genossen hat. Thales, der asiatische Philosoph, der erste der sieben Weisen des griechischen Landes, hat zu diesen Zeiten zu Athen gewirkt, und die sieben Weisen sind nach ihm genannt worden. Dieser ist der erste unter den Philosophen, der sich in der Astrologie geübt und Finsternisse der Sonne vorhergesagt und die Geometrie von den Ägyptern gelernt hat. Er ist auch in Sachen, die bürgerliche Sitten und das Gemeinwesen betreffen, ein sehr guter Ratgeber gewesen. Er hat (wie sie sagen) kein Weib gehabt, sondern, gefragt, warum er keine nähme, geantwortet: 'Aus Liebe zu den Kindern.' Dieser setzte das Wasser als Anfang aller Dinge und sprach, dass die Welt beseelt und voller Dämonen wäre. Er soll auch die Zeit des Jahres erfunden und in 365 Tage geteilt haben. So hat er von der Astronomie viele Dinge geschrieben und in 200 Versen begriffen. Als ein goldener Tisch von Fischern zufällig gefunden wurde und deshalb ein Irrtum entstand, wessen dieser sein sollte, und beim Götzenbild Apollon Delphicus Rat eingeholt wurde, wem solcher Tisch zu geben wäre, und nun Apollon die Antwort gab, dass der Tisch dem gegeben werden sollte, der andere an Weisheit übertreffe, da wurde der Tisch diesem Thales gegeben, aber er gab ihn Biant und Bias, Pittakos; zuletzt kam der Tisch an Solon, der wendete solchen Tisch als ein Zeichen der berühmtesten Klugheit auf den Apollon. Dieser Thales war arm und befliss sich der Lehre der Weisheit. Auch erkannte er durch die Astronomie die Fruchtbarkeit des künftigen Jahres, und als er in einer Nacht von einem alten Weib aus seinem Haus zur Anschauung der Gestirne geführt wurde, da fiel er in eine Grube. Und als er das beklagte, sprach das alte Weib zu ihm: 'Kannst du das, was dir vor den Füßen liegt, nicht sehen, wie möchtest du dann die Dinge, die in den Himmeln sind, erkennen?' Er starb 78 Jahre alt. Solon, der Philosoph, der zweite unter den sieben Weisen, hat zu Athen gewirkt und dort sehr gute Gesetze gemacht, die die Römer danach von ihnen annahmen, und viele Wohltaten erwiesen und sie lange Zeit mit seiner Klugheit von Dienstbarkeit und Gewaltherrschaft befreit und ist zuletzt nach gewandeltem Glück nach Ägypten geflohen. Dieser Solon widerstand in seinem Alter dem Wüterich Pisistratos, der die Athener unterdrücken wollte. Als er gefragt wurde, womit er sich doch tröste, dass er dem Wüterich so kühn widerstände, antwortete er: 'Des Alters.' Auch sprach er, dass die guten und tugendhaften Männer bei den Tyrannen den Rechenpfennigen gleich würden, deren jeglicher zu Zeiten mehr, zu Zeiten weniger bedeutete. Auch, gefragt von König Krösus, wen er für selig ansehe, antwortete er: 'Die Unbekannten und die Menschen, denen Ruhm und Leichtsinn verborgen wären.' Aber König Krösus zierte sich gar prächtig und saß mit königlicher Stolzheit auf seinem Thron und fragte Solon, ob er etwas Wunderwürdigeres als einen solchen wohlgezierten König je gesehen hätte. Antwortete er: 'Hähne, Fasane und Pfauen sind mit natürlicher und tausendmal besserer Farbe und Pracht geziert.' Zu diesem Solon, der seinen toten Sohn beweinte, sprach einer, er solle nicht weinen, denn Weinen wäre nicht nützlich. Antwortete Solon: 'So viel mehr weine ich, als ich meinen Schaden unwiederbringlicher sehe.' Auch, gefragt, ob er wollte, dass die Seinen seinen Tod beweinen sollten, da sprach er: 'Dazu habe ich mit viel Fleiß gearbeitet, dass ich in meinem Tod des Schmerzes und Klagens der Freunde nicht entbehre.' Auch sprach er, dass niemand sagen sollte, dass er unerträglichere Bitterkeit als andere litte. Auch ordnete er unter anderen Gesetzen: 'Wer seine dürftigen Eltern nicht nährt, der wäre ehrlos.' So sollten die Kinder derer, die vom Gemeinwohl wegen abgegangen wären, öffentlich erzogen und gelehrt werden. Ein Vormund oder Pfleger sollte nicht bei der Waisenmutter wohnen, noch auch der das Vormundschaftsamt ausüben, auf den das Hab und Gut der verstorbenen Waisen kommen würde. Auch dem Ringgräber sollte es nicht ziemen, das Zeichen des verkauften Rings zu behalten. Und wer einen, der nur ein Auge hätte, desselben beraubte, der sollte seiner beider mangeln. So sollte man einen betrunkenen Fürsten töten. Auch sagte er, das Wort wäre ein Bildnis der Werke; so würde das Wort bestärkt mit Schweigen, und das Schweigen gehört der Zeit. Auch, ein König wäre eine starke Gewalt, so wäre das Gesetz e...

Anmerkungen

vierd alter
viertes Zeitalter
Ligustischen meers
Ligurisches Meer
welschen landen
italienische Länder
Genuo
Genuo, mythologischer Gründer Genuas, Sohn des Saturn
Saturni sun
Sohn des Saturn
Paulus perusinus
Paulus Perusinus, italienischer Humanist und Historiker (ca. 1440–1500)
Phetontis
Phaeton, mythologische Figur, Sohn des Sonnengottes Helios
Jano
Janus, römischer Gott des Anfangs und Endes, der Türen und Tore
walhen konig
König der Walchen/Italiker
pild erstlich zeeren angefangen
Bildnis zuerst verehrt wurde
Affricanischen kriegs
Punischer Krieg (hier wohl der Zweite Punische Krieg, 218–201 v. Chr.)
Liuius
Titus Livius, römischer Geschichtsschreiber (59 v. Chr. – 17 n. Chr.)
Lucrecio
Lucretius, römischer Konsul (vermutlich Lucius Cornelius Scipio Asiaticus, der Genua nach der Zerstörung durch Mago wiederaufbaute)
keyserthumb verzogen worden wer
das Konsulat übertragen worden wäre (Kaiserthum hier im Sinne von höchstem Amt)
Magone dem Penier
Mago Barkas, karthagischer Feldherr, Bruder Hannibals; Punier (Karthager)
schifreichen
schiffbar
groß keyser Karl
Karl der Große, römischer Kaiser (747/748–814)
Pipinus
Pippin, Sohn Karls des Großen, König von Italien (777–810)
hertzogen (die man graffen nennt)
Herzöge, die hier als Grafen bezeichnet werden (Verwaltungsbeamte)
kawfthaws
Handelszentrum, Kaufhaus
aufgang vnd nidergang
Ost und West, die ganze Welt
Peram
Pera, genuesische Handelskolonie gegenüber Konstantinopel (heute Beyoğlu, Istanbul)
Constantinopel
Konstantinopel, Hauptstadt des Byzantinischen Reiches (heute Istanbul)
Mitilenam
Mytilene, Hauptstadt der Insel Lesbos
Famagustam
Famagusta, Hafenstadt auf Zypern
Ciprie
Zypern
Chium
Chios, griechische Insel
vorlawffers des herren
Johannes der Täufer
sinaragdischen vnerschetzlichen napff oder schueßeln
smaragdenen, unschätzbaren Napf oder Schüsseln (gemeint ist der Sacro Catino, ein angebliches Relikt des Letzten Abendmahls in Genua)
LIX.
römisch für 59
Thales
Thales von Milet, griechischer Naturphilosoph, Mathematiker und Astronom (ca. 624–546 v. Chr.)
Asianisch philosophus
Philosoph aus Kleinasien (Milet lag in Ionien, Kleinasien)
siben weysen
Sieben Weisen, eine Gruppe von Philosophen und Staatsmännern des archaischen Griechenlands
astrologey
Astrologie, hier im Sinne von Astronomie
geselet
beseelt
teuefel
Dämonen, Geister
iijc. lxv.
römisch für 365
ijc.
römisch für 200
abgot Appolline delphico
Apollon Delphicus, das Orakel von Delphi
Bianti
Biant von Priene, einer der Sieben Weisen
Bias
Bias von Priene, einer der Sieben Weisen
Pitacho
Pittakos von Mytilene, einer der Sieben Weisen
Solonem
Solon, athenischer Staatsmann und Gesetzgeber, einer der Sieben Weisen (ca. 640–560 v. Chr.)
tittel
Zeichen, Symbol
andet
beklagte
lxxviij.
römisch für 78
wueettrich Pisistrato
Pisistratos, Tyrann von Athen (ca. 607–528 v. Chr.)
rechennpfennigen
Rechenpfennige, Münzen ohne festen Wert, die nur zum Rechnen dienten
Creso dem koenig
Krösus, sagenhaft reicher König von Lydien (reg. ca. 560–546 v. Chr.)
geruechde
Ruhm, Gerücht
leuemuot
Leichtsinn, Übermut
pluomen
Pracht, Schmuck
an wer
entbehre, missen
duerfft[]ige
dürftige, bedürftige
vnruomwirdig
ehrlos, ruhmunwürdig
ringgraber
Ringgräber, Siegelstecher (Handwerker, der Siegelringe anfertigt)
gen mir
gehört mir, ist mein
e...
Der Text bricht hier ab.