Schedelsche Weltchronik · Blatt 62

Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 62, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 62, rechte Seite
📖 Im interaktiven Viewer öffnen

Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

| 150px 150px 150px 150px 150px | Das vierd alter Pherecides ist diser zeit ein beruembter maister von der gepurt ein Syrus. und ein iunger Pittaci des naturlichen maisters vnd sunderlicher vernunft gewesen vnd der erst der vnder den kriechyschen von der natur vnd goetternn geschriben. Auch (als Cicero spricht in dem buoch Tusculanarum questionum) der erst der der selen ewigkeit bekant hat. vnd vil wunderperlicher ding ee dann sie geschehen sein (als Laercius spricht) vorgesagt hat. Spricht Plinius diser sey der erst gewesen der lange rede in kurtz zierlich gepracht habe. vnd ist gewesen ein gepieter Pithagore des meisters vnd hat vil brieff Taleti dem naturlichen maister geschriben. auch der vil von im widerumb empfangen Pytagoras ist zu disen zeiten auff gantzen ertreich der allerberuembtst naturlich meister vnd von gepurt ein Samius. vber die moß schoen vnd wolgeziertes leibs gewesen. vnd er was gelert in der kunst des gesangs. hat die auch in ir art gezogen. auch die kunst des gewichts vnd messens Geometriam zum ersten den kriechen verliehen. Er ist auch angelegen der kunst die do lernet rechnen vnd zelen. die artzney hatt er nit versaumbt. er hielt auch die oppinion das die sele der menschen von eim leib in den andernn leib fuere. vnd wiewol zu den zeiten seins gleichen nit was. so schemet er sich doch weiß gehaißen werden. er nennet sich aber selbist einen liebhaber der weißheit. Do er kam auß Grecia hat er den welschen gesetz gegeben. vnd es was sein ordnung. welcher in sein schuel gieng der solt vor fuenff iaren von philosophischen dingen nit disputirnn. Sein buocher sind (als man sagt) von den Atheniernn verprant. Laertus hat vil seiner lere gedacht der wir hie einer gedencken. vnd spricht. In alle wege sol man abschneiden kranckheyt vom leibe. vnwissenheit von der sele. vnkeuescheit von den lenen. auffruer von der statzwittracht vom haws. vnnd von allen dingen vberfluessigkeit Sopho crexea gotlicher verstentnus ein poetin ist zu disen zeiten gewesen. die hat zumersten erfunden den schlussen zu dem seyttenspil plectrum genant. vnnd was gar einem reichen mann vertrewtet mit dem het sie den sun Dydan. Sie hett etliche lermayde Anagoram. Millesiam Congillam Colophoniam etc. die sie ettlich leyren gesanck oder sussen thone geleret hat vnd ist gar ein edele tichterin gewesen. Ezechiel der prophet ein heiliger mann vnd briester des herren wardt mit konig Joachim gefangen vnd in Babilonia gefurt. der weissagt auch dem iudischen volck zukuenftigs vbel vnd zwangknus. vnd sendet die weissagung von Babilonia in Jheruralez zu dem koenig Sedechiam. wiewol der kuenig der weissagung nicht glawben gabe. in dem dreysigisten iar seins alters vnd in dem fuenften iar seiner gefencknus machet er das buech seiner prophecey vnd weissaget Dan vnd Gad. auch andernn iuden das sie nit mer gein Jherusalem kummen wurden. der ist zu Babilonia ermordt vnd in dem grab Sem des suns Noe begraben. Daniel ein man der begirde vnd hohgepriestert auß dem koeniglichen geschlecht der iuden geporn wardt von Nabuchodonosor dem konig der Caldeyer gefangen. vnd mit dem koenig Joachim in Babilonem gefurt vnd von im ernert. in dem newnten iar Sedechie des konigs zu Jherusalem do der iungling daniel die vnschuldigen Susannam von dem tode erledigt hett ist er mit goetlichem geyst erleuechtet vnnd hatt das erst trawngesiht dem koenig Caldeorum außgelegt. Darumb er in zu einem rentmaister seines reichs erwelet. Do Nabuchodonosor gestorben was vnd Daniel seinem sone Balthasar die geschrifft an der wandt außgelegt. vnd das zil seins lebens verkuendigt het wardt er mit großer ere in der statt vmbgefuert. von Dario dem sone Astyagis auß neyde in leoben gruoben geworffen. darauß erledigt vnd zu groeßernn ernn erhaben. Er hat geschriben das buoch seiner prophecey vnd in zehen gesiht die er gesehen hat getailt. drey vnder Nabuchodonosor. drey vnter Balthasar seinem sone. dz sibend vnd achtend vnter Dario. die letsten zway vnter dem regiment Ciri vnd ward zu letst in der statt Ebathenis begraben. |   | Blat LXII der werlt Bononia ein alte stat. der roemer wonung ist erstlich von den Etruriernn Felsina. darnach von Bois dem Galischen volck Bononia gehaißen. dann dauor was sie der Etrurier ihenßhalb des appenninischen gepirgs erste statt. vnd ist darnach des Boioischen volck hawbtstat gewesen vnd nachfolgend Bononia genant worden. Liuius spricht sie sey von den Roemern besetzt vnd ir grund vnd poden von dem Boioischen volck genomen worden welcher grund vormals der Ertrurier gewesen wer. nach vertreibung der Etrurier haben die roemer. iijm. mann daselbsthin gefuert. mit hilff derselben wardt die stat also gemeret vnd erweyttert das sie zu den zeitten Augusti vnnd ettwieuil keyser der dreyer allerreichsten stet welscher land am obern meer gelegen ayne gewest ist. Aber Swetonius spricht das Octauianus den Bononiernn (darumb das sie ettwen der Anthonier geslechts gewesen weren) die gnad gethan het sich irs teils mit gantzem welschem land zeuerpinden. derselb Swetonius schreibt auch das der keyser Nero für die Bonanier gein den Roemern gebetten hab nach Christi gepurt. viijc. xl. iar zu den zeiten des babsts Sergij (vormals Sewrueessel genant) do Lotharius deßmals keyser Ludwigen seinen sun mit vil volcks gein Rom schicket. do beschwerten ine die Bononier mit vil vnfuog vnd schaden. also das Ludwig sein fuergezogen heer herwider wendet vnd die maß in rachsal an den Bononiernn vbertrate. vnd nach verderbung des lands vnnd erslagung der vnschuldigen auoff der strassen vnd in den doerffernn gefunden. die belegerten vnd gewonnen statt oede machet Darnach imm iar des herren tausent. ijc. lxxi. was dise stat also mechtig das sie die freyen schiffung auff dem adriatischen meer wider die Venediger verhinderte vnd drey iar krieg fueerete. als derselb krieg gestillet wardt do entsprung zwischen den Bononiernn ein vnwill. der die statt also zerruedet hat das not was sie in den gewalt der Roemischen kirchen zekomen. Dise statt ist von den Roemernn mit der yetzigen mawr umbfangen vnd an reichtuemernn geauffet. vnd nach den sie getraid. wein vnd alle andere zu auffenthaltung des lebens nottuerftige ding vberfluessiglich bringt. so ist sie darnach die faist Bononia genant worden. von der zeit Theodosij bis hieher ist die fuertreffenlichst schul aller lere in großem ruom bliben. dann sie ist ein mutter der kunst genant. darumb das alda alle lere geistlicher vnd werltlicher recht. der freyen kunst vnnd heiligen schrifft geuebt werden. Auß diser statt sind vil heiliger vnnd hohgelerter mann entstanden. sunderlich der heilig Petronius bischoff daselbst. der der altveter leben beschriben hat. Item Gwido der archidiacon. Johannes andree vnnd Johannes calderinus die lerer der recht. die vil lobwirdiger schrifft hinder ine geloßen haben.

Moderne Übersetzung

Das vierte Zeitalter. Pherekydes ist zu dieser Zeit ein berühmter Meister, von Geburt ein Syrer, und ein Jünger des Pittakos, des Naturphilosophen und von besonderer Vernunft, und der Erste, der unter den Griechen über die Natur und Götter geschrieben hat. Auch (wie Cicero in dem Buch Tusculanarum quaestionum spricht) der Erste, der die Ewigkeit der Seele erkannt hat und viele wunderbare Dinge, bevor sie geschehen sind (wie Laertius spricht), vorhergesagt hat. Plinius sagt, dieser sei der Erste gewesen, der lange Reden kurz und zierlich gefasst habe, und er war ein Lehrer des Pythagoras, des Meisters, und hat viele Briefe an Thales, den Naturphilosophen, geschrieben, auch der viele von ihm wiederum empfangen hat. Pythagoras ist zu diesen Zeiten auf dem ganzen Erdreich der allerberühmteste Naturphilosoph und von Geburt ein Samier, über die Maßen schön und wohlgestaltet gewesen. Und er war gelehrt in der Kunst des Gesangs, hat diese auch in ihre Art gebracht, auch die Kunst des Gewichts und Messens, Geometriam, zum ersten den Griechen verliehen. Er ist auch der Kunst zugetan, die das Rechnen und Zählen lehrt; die Arzneikunst hat er nicht versäumt. Er vertrat auch die Ansicht, dass die Seele der Menschen von einem Leib in den anderen Leib übergeht. Und obwohl zu den Zeiten seinesgleichen nicht war, so schämte er sich doch, weise genannt zu werden; er nannte sich aber selbst einen Liebhaber der Weisheit. Als er aus Griechenland kam, hat er den Welschen Gesetze gegeben. Und es war seine Regel: Wer in seine Schule ging, der sollte vor fünf Jahren nicht über philosophische Dinge disputieren. Seine Bücher sind (wie man sagt) von den Athenern verbrannt. Laertius hat viele seiner Lehren erwähnt, von denen wir hier eine erwähnen, und spricht: „Auf alle Weise soll man Krankheit vom Leibe abschneiden, Unwissenheit von der Seele, Unkeuschheit von den Lenden, Aufruhr von der Stadt, Zwietracht vom Haus und von allen Dingen Überflüssigkeit.“ Sappho, göttlichen Verständnisses, eine Dichterin, ist zu diesen Zeiten gewesen. Die hat zum ersten den Schlüssel zum Saitenspiel, Plectrum genannt, erfunden und war einem reichen Mann anvertraut, mit dem sie den Sohn Dydan hatte. Sie hatte etliche Lehrmädchen: Anagora, Millesia, Congilla, Colophonia etc., die sie etliche Leiergesänge oder süße Töne gelehrt hat und ist eine sehr edle Dichterin gewesen. Ezechiel, der Prophet, ein heiliger Mann und Priester des Herrn, ward mit König Jojachin gefangen und nach Babylon geführt. Der weissagt auch dem jüdischen Volk zukünftiges Übel und Zwang und sendet die Weissagung von Babylon nach Jerusalem zu dem König Zedekia, wiewohl der König der Weissagung keinen Glauben gab. In dem dreißigsten Jahr seines Alters und in dem fünften Jahr seiner Gefangenschaft machte er das Buch seiner Prophezeiung und weissagt Dan und Gad, auch anderen Juden, dass sie nicht mehr nach Jerusalem kommen würden. Der ist zu Babylon ermordet und in dem Grab Sem, des Sohnes Noahs, begraben. Daniel, ein Mann der Begierde und Hochgepriesterter, aus dem königlichen Geschlecht der Juden geboren, ward von Nebukadnezar, dem König der Chaldäer, gefangen und mit dem König Jojachin nach Babylon geführt und von ihm ernährt. In dem neunten Jahr Zedekias, des Königs zu Jerusalem, als der Jüngling Daniel die unschuldige Susanna vom Tode errettet hatte, ist er mit göttlichem Geist erleuchtet und hat das erste Traumgesicht dem König der Chaldäer ausgelegt. Darum erwählte er ihn zu einem Rentmeister seines Reiches. Als Nebukadnezar gestorben war und Daniel seinem Sohn Belsazar die Schrift an der Wand ausgelegt und das Ziel seines Lebens verkündet hatte, ward er mit großer Ehre in der Stadt umhergeführt. Von Darius, dem Sohn des Astyages, aus Neid in die Löwengrube geworfen, daraus errettet und zu größeren Ehren erhoben. Er hat das Buch seiner Prophezeiung geschrieben und in zehn Gesichte, die er gesehen hat, geteilt: drei unter Nebukadnezar, drei unter Belsazar, seinem Sohn, das siebte und achte unter Darius, die letzten zwei unter der Herrschaft des Kyros, und ward zuletzt in der Stadt Ekbatana begraben. Blatt 62 der Weltchronik. Bologna, eine alte Stadt, der Römer Wohnsitz, ist erstlich von den Etruskern Felsina, darnach von den Boiern, dem gallischen Volk, Bononia genannt. Dann davor war sie die erste Stadt der Etrusker jenseits des Apenninischen Gebirges und ist darnach des Boier-Volkes Hauptstadt gewesen und nachfolgend Bononia genannt worden. Livius spricht, sie sei von den Römern besetzt und ihr Grund und Boden von dem Boier-Volk genommen worden, welcher Grund vormals der Etrusker gewesen wäre. Nach Vertreibung der Etrusker haben die Römer 3000 Mann dorthin geführt. Mit Hilfe derselben ward die Stadt also vermehrt und erweitert, dass sie zu den Zeiten des Augustus und etlicher Kaiser eine der drei allerreichsten Städte des welsch-italienischen Landes am oberen Meer gelegen gewesen ist. Aber Suetonius spricht, dass Octavian den Bolognesern (darum, dass sie etwann dem Geschlecht der Antonier gewesen wären) die Gnade getan hätte, sich ihres Teils mit dem ganzen welsch-italienischen Land zu verbinden. Derselbe Suetonius schreibt auch, dass der Kaiser Nero für die Bologneser bei den Römern gebeten habe. Nach Christi Geburt 840 Jahre, zu den Zeiten des Papstes Sergius (vormals Sewrüßel genannt), als Lothar, damals Kaiser, seinen Sohn Ludwig mit viel Volk nach Rom schickte, da beschwerten ihn die Bologneser mit viel Unfug und Schaden, also dass Ludwig sein vorgezogenes Heer wieder wendete und das Maß der Rache an den Bolognesern überschritt und nach Verderbung des Landes und Erschlagung der Unschuldigen, die auf den Straßen und in den Dörfern gefunden wurden, die belagerte und gewonnene Stadt öde machte. Darnach im Jahr des Herrn 1271 war diese Stadt also mächtig, dass sie die freie Schifffahrt auf dem Adriatischen Meer wider die Venezianer verhinderte und drei Jahre Krieg führte. Als derselbe Krieg gestillt wurde, da entsprang zwischen den Bolognesern ein Zwist, der die Stadt also zerrüttet hat, dass es notwendig war, dass sie in den Gewalt der Römischen Kirche kam. Diese Stadt ist von den Römern mit der jetzigen Mauer umfangen und an Reichtümern gehäuft. Und nachdem sie Getreide, Wein und alle anderen zur Aufrechterhaltung des Lebens notwendigen Dinge überflüssig bringt, so ist sie darnach die „fette Bologna“ genannt worden. Von der Zeit des Theodosius bis hierher ist die vortrefflichste Schule aller Lehren in großem Ruhm geblieben, denn sie ist eine „Mutter der Künste“ genannt, darum, dass allda alle Lehren des geistlichen und weltlichen Rechts, der freien Künste und der Heiligen Schrift geübt werden. Aus dieser Stadt sind viele heilige und hochgelehrte Männer entstanden, sonderlich der heilige Petronius, Bischof daselbst, der das Leben der Altväter beschrieben hat, item Guido der Archidiakon, Johannes Andreae und Johannes Calderinus, die Lehrer des Rechts, die viele lobwürdige Schriften hinter ihnen gelassen haben.

Anmerkungen

Pherecides
Pherekydes von Syros, griechischer Philosoph (ca. 6. Jh. v. Chr.)
Syrus
Syrer, Bewohner von Syros
Pittaci
Pittakos von Mytilene, einer der Sieben Weisen Griechenlands (ca. 7./6. Jh. v. Chr.)
Cicero
Marcus Tullius Cicero, römischer Redner, Schriftsteller und Politiker (106–43 v. Chr.)
Tusculanarum questionum
lat. Tusculanae disputationes – 'Gespräche in Tusculum', philosophisches Werk Ciceros
Laercius
Diogenes Laertius, griechischer Doxograph und Biograph von Philosophen (ca. 3. Jh. n. Chr.)
Plinius
Plinius der Ältere (Gaius Plinius Secundus), römischer Gelehrter und Naturforscher (23–79 n. Chr.)
Pithagore
Pythagoras von Samos, griechischer Philosoph und Mathematiker (ca. 6. Jh. v. Chr.)
Taleti
Thales von Milet, griechischer Philosoph und Mathematiker (ca. 7./6. Jh. v. Chr.)
Samius
Samier, Bewohner der Insel Samos
Geometriam
lat. Geometria – Geometrie
welschen
historische Bezeichnung für romanische Völker, hier: Italiener
Lenden
historisch für den Bereich der Hüften und des Unterleibs, oft im übertragenen Sinne für Sexualität oder Fortpflanzung
Sopho crexea
vermutlich Sappho, berühmte griechische Dichterin (ca. 7./6. Jh. v. Chr.). Die Form 'Sopho crexea' könnte eine Verballhornung oder eine Kombination aus 'Sappho' und 'Sophos' (weise) sein, oder eine andere, weniger bekannte Dichterin.
Plectrum
lat. Plectrum – Plektrum, ein kleines Plättchen zum Zupfen von Saiteninstrumenten
Dydan
ungewöhnlicher Name für einen Sohn; Sappho hatte eine Tochter namens Kleïs
Anagoram, Millesiam, Congillam, Colophoniam
Namen von Lehrmädchen oder Schülerinnen der Dichterin
Ezechiel
Ezechiel, biblischer Prophet (ca. 7./6. Jh. v. Chr.)
Joachim
Jojachin, König von Juda (ca. 6. Jh. v. Chr.), der von Nebukadnezar nach Babylon deportiert wurde
Sedechiam
Zedekia, letzter König von Juda (ca. 6. Jh. v. Chr.)
Dan vnd Gad
Dan und Gad, zwei der zwölf Stämme Israels
Sem des suns Noe
Sem, einer der Söhne Noahs, biblische Figur
Daniel
Daniel, biblischer Prophet (ca. 6. Jh. v. Chr.)
man der begirde
wörtlich 'Mann der Begierde', eine Übersetzung des lateinischen 'vir desideriorum' aus der Vulgata, bedeutet 'hochbegünstigter Mann' oder 'Mann, der sehr geliebt wird'
Nabuchodonosor
Nebukadnezar II., König des neubabylonischen Reiches (ca. 7./6. Jh. v. Chr.)
Caldeyer
Chaldäer, ein semitisches Volk, das im südlichen Mesopotamien lebte und das neubabylonische Reich gründete
Susannam
Susanna, biblische Figur aus dem Buch Daniel (Zusätze zum Buch Daniel), bekannt für ihre unschuldige Rettung durch Daniel
rentmaister
historisch für Verwalter, Schatzmeister oder Finanzbeamter
Balthasar
Belsazar, biblische Figur, letzter König Babylons (ca. 6. Jh. v. Chr.)
Dario dem sone Astyagis
Darius der Meder, biblische Figur, die nach der Eroberung Babylons regierte; Astyages war der letzte König der Meder
Ciri
Kyros II. der Große, Gründer des Perserreiches (ca. 6. Jh. v. Chr.)
Ebathenis
Ekbatana, antike Stadt in Medien, heute Hamadan im Iran
LXII
römisch für 62
Bononia
Bologna, Stadt in Italien
Etruriernn Felsina
Die Etrusker, ein antikes Volk in Etrurien (heutige Toskana), nannten Bologna ursprünglich Felsina
Bois dem Galischen volck
Boier, ein keltischer Stamm, der in Norditalien siedelte
appenninischen gepirgs
Apennin, Gebirgskette in Italien
Liuius
Titus Livius, römischer Geschichtsschreiber (59 v. Chr. – 17 n. Chr.)
iijm.
römisch für 3000 (m für mille)
Augusti
Augustus, erster römischer Kaiser (63 v. Chr. – 14 n. Chr.)
welscher land
italienisches Land
obern meer
das Adriatische Meer
Swetonius
Gaius Suetonius Tranquillus, römischer Schriftsteller und Biograph (ca. 70–140 n. Chr.)
Octauianus
Octavian, später Kaiser Augustus
Anthonier geslechts
Geschlecht der Antonier, eine römische Plebejerfamilie, bekannt durch Marcus Antonius
Nero
Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, römischer Kaiser (37–68 n. Chr.)
viijc. xl.
römisch für 840
babsts Sergij (vormals Sewrueessel genant)
Papst Sergius II. (Amtszeit 844–847), sein Geburtsname war vermutlich 'Sewrüßel' oder eine ähnliche germanisierte Form
Lotharius
Lothar I., Kaiser des Frankenreiches (795–855)
Ludwigen seinen sun
Ludwig II., Sohn Lothars I., später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (825–875)
ijc. lxxi.
römisch für 1271
adriatischen meer
Adriatisches Meer
Venediger
Venezianer, Bewohner von Venedig
faist Bononia
historisch für 'fruchtbares' oder 'reiches Bologna', da 'faist' (fett) auch 'fruchtbar' oder 'wohlhabend' bedeuten konnte
Theodosij
Theodosius I. der Große, römischer Kaiser (347–395 n. Chr.)
Petronius
Heiliger Petronius, Bischof von Bologna (ca. 5. Jh. n. Chr.)
Gwido der archidiacon
Guido, der Archidiakon, möglicherweise Guido de Baysio, Kanonist (gest. 1313)
Johannes andree
Johannes Andreae, berühmter Kanonist aus Bologna (ca. 1270–1348)
Johannes calderinus
Johannes Calderinus, Kanonist aus Bologna (gest. 1365)