Schedelsche Weltchronik · Blatt 63

Viertes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 63, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 63, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

| 130px | Das vierd alter Merodach was der erst konig Babilonie vnd entwych von den fuerstenthum assiriorum. er vnd der konig medorum wurden Assaradon in nichten gehorsame. Darumb nam das reich der assirier abe vnd die koenig Babilonie fiengen an mechtig zuwerden. der hat auch Ezechie vil cleinat zugesandt. Das schachspil (als man sagt) ist von xerse dem heydnischen meister zu straff des tyrannen Euilmerodach der sein lerer vnnd maister gewoenlich ertoettet erfunden. durch welchs spils ergetzlichkeit er von der tyranney abgezogen warde. Der Nabuchodonosor ein konig Babilonie ist fast sighaftig gewesen wann er was ein ruth des zornn gottes zestraffen die suend des volcks. vnd erobert das reich assiriorum. dz von den medeernn zerstoert wz vnd wardt daselbst ein konig. er hat auch darnach. vij. monet bey den wilden thieren gewant. vnd nach siben iaren seiner buß ist er durch fuerpete Danielis in sein erste gestalt wideruemb gewent worden. vil streit hat er nit den an die grenitz stossend (vorauß mit den egyptiernn die er piß an das ende iuedischs lands vberwande) begunnen. Syriam vnder sein gewalt gepracht. Joachim ermordt. Sein nachkomen mit den kleynaten des herren gein Babilonia gefurt. vnd Sedechiam einen ohen Joachim zu einen koenig babilonie geordnet. vnd xl. iar. alt ist er zu Babilonia begraben vnd hat seinen sun einen erben des reichs gelassen. Bisancium (von den kriechyschen also genant) ist ein statt Tracie auff dem meer. die zum ersten die Lacedemonier gepawt haben. dieselbigen ratfragten den abgot Appollinem wo sie ir behawsung hinpawen solten. Er antwort. gegen den plintten vber vnd nennet hie Megarenses dy Calcedoniam pawten die plintten. do sie in Traciam vberschifften vnd die gegent. do darnach Bisancium hingepawt warde besichtigen. als Strabo spricht haben sie reiche lande verlaßen vnd kleine erwelt. Aber als Justinus vnd Eusebius sprechen hat die statt vor der zukunft Cristi. vic. lxiij. iar in grecia gein der gegent der Calcedonier vber an fruchtpar vester statt von Pausama den keiser der Spartanier anfang gehabt. wiewol sie klein wz ist sie von Constantino den großen keiser erweitert vnd Constantinopolis geheißen. von der wir zu seinen zeitten mer lobs schreiben werden. 400px | 120px |   | Blat LXIII der werlt Nabuchodonosor hat Mathaniam ein ohaym Joachim in Jherusalem zu koenig gemacht vnd durch seinen ayde zu ierlichem zins verpunden. seinen namen verwandelt vnd Sedechiam gehaißen. in den. xxi. iar seins alters fieng er an zeregirnn vnd regirt. xi. iar zu Jherusalem. darnach tet er vor got vbel wann er was hohfertig vnd gedacht im anhang zumachen mit dem konig egyptiorum. vnd hielt auch seins aids nicht. wann die falschen propheten hetten in betrogen vnd gesagt. Es wuerden gar schier die Babilonier von egypcijs vertriben. Jheremias der riet im er solt sein hoffnung nit in den menschen sunder in got setzen. In dem. ix. iar seins regiments auß verweisung der egypcier wolt er Caldeis sein verhayssen zins nit geben vnd vermeint sich freyheit zugeprauchen vnd also seinen ayde vbertretten. darumb wardt Nabuchodonosor in grymme bewegt vnd verlegt in mit großen volck vnd mit hunger den zinz zu zalen getzwungen. Zu mitternacht warde die statt geoffnet auß der Sedechias mit den seinen zu dem weg der wuestnus entwaich. im folgten die soldner nach. vnd so sie in des abentz erobert hetten prachten in gepunden fuer den konig Babilonie in Rebiata. Er straft in vmb sein vndanckperkeit so er im das reich verlihen het vnd maynaydig worden wer ließ im sein awgen außprechen mit ketten gepunden in Babiloniam fueren vnd schafft in mit Josedech vnd allem seim gesinde zu toetten. vnd fuert von Jherusalem onzal der menschen in Babiloniam gefangen. Er schaft die stat vnd den tempel zuprechen vnd verprennen. er hat auch das reich Assiriorum das von den Medis zuprochen was erobert. vnd also ist Babilonia aller der reich ein fuerstenthum. Diss ist gewesen ein außgang des reichs der hebreyschen vnd anfang des reichs der Caldeyschen. Caldea das reich Asie stest an Arabiam schlechts vnd ebens wegs. vnd magelt wassers. In dem ist die groß Babilonia ein hawbtstatt gewesen. vnd zu der zeit Sedechie so Astyages der. viij. vnd letst konig Medorum. xxxviij. iar regirt het hat das reich Medorum abgenomen. 400px Jherusalem zerstoerung Die edelst vnd eltist statt Jherusalem ist in mancherlay zeit zu mer mal zerstoert worden. Am ersten von dem koenig Babilonie. do Nabuchodonosor ein kuenig Caldeorum zu der zeit Sedechie mit großer heerßkraft kom in das iudisch land. doselbst mit grosser verherung stett betrang vnd Jherusalem vmblegert. darnach zohe er wider Pharaonem den koenig egypti. do er den in die flucht pracht do schicket er Nabusardo einen fuersten seins heers iherusalem widerumb zebelegernn. vnd daselbst hat er sein geleger acht monat gehabt. do ergaben die iuden sich vnd die statt den Caldeischen. die ertoetten den koenig. mawr vnd thuern legten sie nider. sie verprennten die tempel vnd namen die kleynat des tempels. der dann. lxx. iar oede belaybe vnd durch Cirum warde allererst die gefencknus ledig gezelt. vnd der tempel zu der zeit Darij des konigs Persarum vnd Medoruz wider gepawt. Zum andernn ist sie zerstoert von Asobeo dem koenig egyptiorum. was dann das iudisch landt von Medis Egyptijs vnd Macedonijs erliden hat das erzel ich hie nit. Zum dritten ist sie zerstoert von dem allergrausamsten tyrannen Antiocho epiphane der die statt durch verretterey Meneluy erobert vnd die heiligen statt berawbt duch vnbarmhertzig menschen. die iuden sweynen fleisch zeessen von iren gesetzen abzetretten. vnd den abgot Jouem olimpum anzepetten gedrungen hat Zum vierden von Pompeyo der vberwandt das gantz iudisch land vnd macht im das mit iherusalem zinspar. Vnd Strabo spricht Pompeyus hab an einem sabath der iuden (so sy sich aller arbeit entschlagen die graben gefuelt. laytternn angeworffen vnd die statt gewunnen. Nach dem fachten an zum fuenften Gabinius Scaurus Varus die iudischen stett. sunderlich iherusalem. vnd der groß Herodes vnd Sosius haben sie erobert vnnd als einen marck besessen. Zum sechsten ist sie durch Vespasianum des andern iars seins reichs an dem achten tag des monats Septembris. vnd von seinem sun Tito erobert. in den grunt zerprochen. vnd der tempel erstoert. Sy haben die mawren nider geworffen vnd die greben gefuelt. Dise eroberung haben die Roemer fuer ein groß ruomreichs werck geschatzt. also das sich Titus deßmals des heers. darnach des reichs ein regirer in seinen einzug ob der mawr

Moderne Übersetzung

Das vierte Zeitalter. Merodach war der erste König Babyloniens und löste sich vom Fürstentum der Assyrer. Er und der König der Meder wurden Assaradon in keiner Weise gehorsam. Darum nahm das Reich der Assyrer ab, und die Könige Babyloniens begannen mächtig zu werden. Er hat auch Ezechias viele Kleinode zugesandt. Das Schachspiel (wie man sagt) wurde von Xerxes, dem heidnischen Meister, zur Bestrafung des Tyrannen Evilmerodach erfunden, der seine Lehrer und Meister gewöhnlich tötete. Durch die Ergötzlichkeit dieses Spiels wurde er von der Tyrannei abgezogen. Der Nebukadnezar, ein König Babyloniens, ist sehr sieghaftig gewesen, denn er war eine Rute des Zorns Gottes, um die Sünden des Volkes zu bestrafen. Und eroberte das Reich der Assyrer, das von den Medern zerstört war, und wurde daselbst ein König. Er hat auch danach sieben Monate bei den wilden Tieren geweilt, und nach sieben Jahren seiner Buße ist er durch die Fürbitte Daniels in seine erste Gestalt wieder umgewandelt worden. Viele Streitigkeiten hat er nicht begonnen, außer mit den an die Grenze stoßenden (vor allem mit den Ägyptern, die er bis an das Ende des jüdischen Landes überwand). Syrien unter seine Gewalt gebracht, Jojakim ermordet, seine Nachkommen mit den Kleinoden des Herrn nach Babylonien geführt und Zedekia, einen Onkel Jojakims, zu einem König Babyloniens eingesetzt. Und 40 Jahre alt ist er in Babylonien begraben und hat seinen Sohn als Erben des Reiches hinterlassen. Byzanz (von den Griechen so genannt) ist eine Stadt Thrakiens am Meer, die zuerst die Lakedämonier gebaut haben. Dieselbigen befragten den Abgott Apollon, wo sie ihre Behausung hinbauen sollten. Er antwortete: „Gegenüber den Blinden“, und nennt hier die Megarer, die Chalkedon bauten, die Blinden. Als sie nach Thrakien überschifften und die Gegend, wo danach Byzanz hingebaut wurde, besichtigten, haben sie, wie Strabon spricht, reiche Länder verlassen und kleine erwählt. Aber wie Justinus und Eusebius sprechen, hat die Stadt vor der Ankunft Christi 663 Jahre in Griechenland, gegenüber der Gegend der Chalkedonier, an fruchtbarer, fester Stätte von Pausanias, dem Kaiser der Spartaner, ihren Anfang gehabt. Wiewohl sie klein war, ist sie von Konstantin dem Großen, dem Kaiser, erweitert und Konstantinopel geheißen worden, von der wir zu seinen Zeiten mehr Lob schreiben werden. Blatt 63 der Weltchronik. Nebukadnezar hat Mattanja, einen Onkel Jojakims, in Jerusalem zum König gemacht und ihn durch seinen Eid zu jährlichem Zins verpflichtet, seinen Namen verwandelt und Zedekia geheißen. Im 21. Jahr seines Alters fing er an zu regieren und regierte 11 Jahre in Jerusalem. Danach tat er vor Gott Übel, denn er war hochmütig und gedachte, sich dem König der Ägypter anzuschließen. Und hielt auch seinen Eid nicht, denn die falschen Propheten hatten ihn betrogen und gesagt: „Es würden gar bald die Babylonier von den Ägyptern vertrieben.“ Jeremias riet ihm, er solle seine Hoffnung nicht in die Menschen, sondern in Gott setzen. Im 9. Jahr seines Regiments wollte er, aus Verleitung der Ägypter, den Chaldäern seinen verheißenen Zins nicht geben und vermeinte, sich der Freiheit zu bedienen und so seinen Eid zu übertreten. Darum wurde Nebukadnezar in Grimm bewegt und belagerte ihn mit großem Volk und zwang ihn mit Hunger, den Zins zu zahlen. Zu Mitternacht wurde die Stadt geöffnet, aus der Zedekia mit den Seinen zum Weg der Wüste entwich. Ihm folgten die Söldner nach, und als sie ihn des Abends erobert hatten, brachten sie ihn gebunden vor den König Babyloniens nach Ribla. Er bestrafte ihn um seine Undankbarkeit, da er ihm das Reich verliehen hatte und er meineidig geworden war; ließ ihm seine Augen ausstechen, ihn mit Ketten gebunden nach Babylonien führen und befahl, ihn mit Josedech und all seinem Gesinde zu töten. Und führte von Jerusalem unzählige Menschen gefangen nach Babylonien. Er befahl, die Stadt und den Tempel zu brechen und zu verbrennen. Er hat auch das Reich der Assyrer, das von den Medern zerbrochen war, erobert. Und so ist Babylonien das Fürstentum aller Reiche. Dies ist gewesen ein Ausgang des Reiches der Hebräer und Anfang des Reiches der Chaldäer. Chaldäa, das Reich Asiens, stößt an Arabien, schlichten und ebenen Weges, und mangelt an Wasser. Darin ist das große Babylon eine Hauptstadt gewesen. Und zur Zeit Zedekias, als Astyages, der achte und letzte König der Meder, 38 Jahre regiert hatte, hat das Reich der Meder abgenommen. Zerstörung Jerusalems. Die edelste und älteste Stadt Jerusalem ist zu mancherlei Zeit mehrmals zerstört worden. Zum ersten von dem König Babyloniens, als Nebukadnezar, ein König der Chaldäer, zur Zeit Zedekias mit großer Heereskraft in das jüdische Land kam. Daselbst mit großer Verheerung Städte bedrängte und Jerusalem umlagerte. Danach zog er wider Pharao, den König Ägyptens. Als er diesen in die Flucht brachte, da schickte er Nebusaradan, einen Fürsten seines Heeres, Jerusalem wiederum zu belagern. Und daselbst hat er seine Belagerung acht Monate gehabt. Da ergaben die Juden sich und die Stadt den Chaldäern. Die töteten den König. Mauern und Türme legten sie nieder. Sie verbrannten die Tempel und nahmen die Kleinode des Tempels, der dann 70 Jahre öde blieb und durch Kyros wurde allererst die Gefangenschaft beendet. Und der Tempel zu der Zeit Darius, des Königs der Perser und Meder, wieder gebaut. Zum anderen ist sie zerstört von Asobeo, dem König der Ägypter. Was dann das jüdische Land von Medern, Ägyptern und Makedoniern erlitten hat, das erzähle ich hier nicht. Zum dritten ist sie zerstört von dem allgrausamsten Tyrannen Antiochus Epiphanes, der die Stadt durch Verräterei des Menelaos eroberte und die heilige Stätte beraubte durch unbarmherzige Menschen, die Juden zu Schweinefleisch zu essen, von ihren Gesetzen abzutreten und den Abgott Jupiter Olympius anzubeten gedrungen hat. Zum vierten von Pompeius, der das ganze jüdische Land überwand und es ihm mit Jerusalem zinspflichtig machte. Und Strabon spricht, Pompeius habe an einem Sabbat der Juden (als sie sich aller Arbeit enthielten) die Gräben gefüllt, Leitern angeworfen und die Stadt gewonnen. Nachdem fochten zum fünften Gabinius, Scaurus, Varus die jüdischen Städte, besonders Jerusalem, an. Und der große Herodes und Sosius haben sie erobert und als einen Markt besessen. Zum sechsten ist sie durch Vespasian im zweiten Jahr seines Reiches, am achten Tag des Monats September, und von seinem Sohn Titus erobert, in den Grund zerbrochen und der Tempel zerstört. Sie haben die Mauern niedergeworfen und die Gräben gefüllt. Diese Eroberung haben die Römer für ein großes, ruhmreiches Werk geschätzt, so dass sich Titus damals des Heeres, danach des Reiches ein Regierer, in seinen Einzug über der Mauer ----

Anmerkungen

Merodach
Merodach-Baladan II., König von Babylon
Babilonie
Babylonien
assiriorum
Assyrer
medorum
Meder
Assaradon
Esarhaddon, assyrischer König
Ezechie
Ezechias oder Hiskia, König von Juda
cleinat
Kleinode, Kostbarkeiten
xerse
Xerxes, hier wohl eine legendäre oder verwechselte Angabe zur Erfindung des Schachspiels
heydnischen
heidnischen
Euilmerodach
Evilmerodach oder Amel-Marduk, König von Babylon
gewoenlich ertoettet
gewöhnlich tötete
ergetzlichkeit
Ergötzlichkeit, Vergnügen
Nabuchodonosor
Nebukadnezar II., König von Babylon
sighaftig
sieghaft, siegreich
ruth
Rute, hier im Sinne von 'Werkzeug der Bestrafung'
zornn
Zorn
suend
Sünden
wz
war
vij.
römisch für 7
monet
Monate
gewant
geweilt, verbracht
fuerpete
Fürbitte
Danielis
Daniels, Prophet Daniel
wideruemb gewent
wieder umgewandelt, wiederhergestellt
grenitz stossend
an die Grenze stoßend, angrenzend
vorauß
vor allem
egyptiernn
Ägyptern
iuedischs
jüdisches
Syriam
Syrien
Joachim
Jojakim, König von Juda
gein
nach, gen
Sedechiam
Zedekia, König von Juda
ohen
Oheim, Onkel
xl.
römisch für 40
iar
Jahre
Bisancium
Byzanz
kriechyschen
griechischen
Tracie
Thrakien
Lacedemonier
Lakedämonier, Spartaner
gepawt
gebaut
ratfragten
befragten
abgot
Abgott, Götze
Appollinem
Apollon
behawsung
Behausung, Siedlung
plintten
Blinden
Megarenses
Megarer, Bewohner von Megara
Calcedoniam
Chalkedon, Stadt in Bithynien
Strabo
Strabon, griechischer Geograph und Historiker
Justinus
Marcus Junianus Justinus, römischer Historiker
Eusebius
Eusebius von Caesarea, Kirchenhistoriker
zukunft Cristi
Ankunft Christi
vic. lxiij.
römisch für 663
grecia
Griechenland
Calcedonier
Chalkedonier, Bewohner von Chalkedon
vester statt
fester Stätte, befestigter Ort
Pausama
Pausanias, spartanischer Feldherr
keiser
Kaiser, hier im Sinne von 'Anführer' oder 'Befehlshaber'
Constantino
Konstantin der Große, römischer Kaiser
Constantinopolis
Konstantinopel
mer lobs
mehr Lob
LXIII
römisch für 63
werlt
Welt (hier im Kontext der Schedelschen Weltchronik)
Mathaniam
Mattanja, ursprünglicher Name Zedekias
ohaym
Oheim, Onkel
ayde
Eid
ierlichem zins
jährlichem Zins/Tribut
verpunden
verbunden, verpflichtet
xxi.
römisch für 21
zeregirnn
zu regieren
xi.
römisch für 11
vbel
Übel
hohfertig
hochmütig, hochfahrend
anhang zumachen
Anhang zu machen, sich anzuschließen
egyptiorum
Ägypter
schier
bald
egypcijs
Ägyptern
Jheremias
Jeremias, Prophet
ix.
römisch für 9
verweisung
Verleitung, Anstiftung
Caldeis
Chaldäern
verhayssen zins
verheißenen Zins/Tribut
zugeprauchen
zu gebrauchen, zu bedienen
grymme
Grimm, Zorn
verlegt
belagerte
getzwungen
gezwungen
wuestnus
Wüste
entwaich
entwich, floh
Rebiata
Ribla, Ort in Syrien
undanckperkeit
Undankbarkeit
verlihen
verliehen
maynaydig
meineidig
awgen außprechen
Augen ausstechen
Josedech
Josedech, Hohepriester (hier wohl eine ungenaue Angabe, da Zedekias Söhne getötet wurden)
gesinde
Gesinde, Familie, Gefolge
onzal
unzählig
zuprechen
zu brechen, zu zerstören
verprennen
verbrennen
Medis
Medern
zuprochen
zerbrochen
fuerstenthum
Fürstentum, hier im Sinne von 'Hauptreich' oder 'Vorherrschaft'
außgang
Ausgang, Ende
hebreyschen
hebräischen
Caldeyschen
chaldäischen
Caldea
Chaldäa
Asie
Asien
stest
stößt
Arabiam
Arabien
schlechts vnd ebens wegs
schlichten und ebenen Weges, d.h. flaches Land
magelt
mangelt
hawbtstatt
Hauptstadt
Astyages
Astyages, letzter König der Meder
viij.
römisch für 8
xxxviij.
römisch für 38
eltist
älteste
mancherlay
mancherlei, verschiedene
mer mal
mehrmals
heerßkraft
Heereskraft, große Armee
verherung
Verheerung, Zerstörung
betrang
bedrängte, belagerte
vmblegert
umlagerte
Pharaonem
Pharao
egypti
Ägyptens
Nabusardo
Nebusaradan, Oberster der Leibwache Nebukadnezars
fuersten
Fürsten, hier im Sinne von 'Befehlshaber'
zebelegernn
zu belagern
geleger
Belagerung, Lager
mawr
Mauer
thuern
Türme
lxx.
römisch für 70
oede belaybe
öde blieb
Cirum
Kyros der Große, König von Persien
ledig gezelt
ledig gezählt, beendet, freigegeben
Darij
Darius I., König von Persien
Persarum
Perser
Medoruz
Meder
Asobeo
Asobeo, hier wohl eine ungenaue oder verwechselte Angabe für einen ägyptischen König, der Jerusalem zerstörte (z.B. Pharao Necho II.)
Macedonijs
Makedoniern
erzel
erzähle
Antiocho epiphane
Antiochus IV. Epiphanes, Seleukidenkönig
verretterey
Verräterei
Meneluy
Menelaos, Hohepriester, der Antiochus unterstützte
berawbt
beraubt
vnbarmhertzig
unbarmherzig
sweynen fleisch zeessen
Schweinefleisch zu essen
abzetretten
abzutreten, abzuweichen
Jouem olimpum
Jupiter Olympius, römischer Name für Zeus Olympios, dessen Kultbild Antiochus im Tempel aufstellen ließ
anzepetten
anzubeten
Pompeyo
Gnaeus Pompeius Magnus, römischer Feldherr
zinspar
zinspflichtig, tributpflichtig
sabath
Sabbat
entschlagen
enthielten, enthielten sich
graben gefuelt
Gräben gefüllt
laytternn angeworffen
Leitern angeworfen
fachten an
fochten an, bekämpften
Gabinius
Aulus Gabinius, römischer Prokonsul
Scaurus
Marcus Aemilius Scaurus, römischer Feldherr
Varus
Publius Quinctilius Varus, römischer Statthalter (hier wohl eine spätere Person oder eine Zusammenfassung römischer Feldherren)
sunderlich
besonders
Herodes
Herodes der Große, König von Judäa
Sosius
Gaius Sosius, römischer Feldherr
marck
Markt, hier im Sinne von 'Beute' oder 'Eigentum'
Vespasianum
Vespasian, römischer Kaiser
iars
Jahres
Septembris
September
Tito
Titus, römischer Kaiser
in den grunt zerprochen
in den Grund zerbrochen, völlig zerstört
erstoert
zerstört
ruomreichs
ruhmreiches
regirer
Regierer, Herrscher
einzug ob der mawr
Einzug über der Mauer, Triumphzug (Textabbruch)