Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter 500px Blat LXVII der werlt Nach dem der iuden gefecknus in Babiloniam von Joachim dem koenig iude als hieuor gesagt ist anfang het. ist der goetlich prophet Ezechiel mit Mardocheo dohin gefuert worden. darnach hat Sedechias. xi. iar geregirt. in dem iar ist die stat vnd der tempel zerstoert worden. nachfolgend in dem. xiiij. iare nach der zerstoerung hat Ezechiel das zukuenftig gesiht gehabt. Der tempel als die figur außweißt hat mancherlay wonung wie ein statt gehabt Sein mawren warden als einer statt befestigt. der berg auff den der tempel gepawt. was ettlichermaß niderer gegem mittemtag dann gegen mitternacht. Ein engel stund in dem thor der euessernn mawren. vnd hat geredt vnd gemessen mit metzen. die groeßer warden dann in ander gemeynen dingen. das gantz gepew des tempels was in die weit gefiert. ein teil gantz slecht gegen dem aufgang. der ander gegen dem nidergang. die ander zway teyl gegen der mitternacht vnd mittemtag gesatzt waren. in derselben hoffrayt was dreyerlay mawren. ein ynnere. mittlere vnd euessere. die weiten von der mitteln vnd der ynnernn mawrn hieß ein euessrer vorsal. vnd die ander weitten zwischen der mitteln vnd euessern mawren ein stat gemeins volcks. wann die heyden komen auch auß andacht in den tempel zepetten. Dises gantzen gepews in die vierde was ein teil in die hoehe des bergs auff die ebne. der anderteil auff den abhang des bergs gepawt. welche hoehe mitsampt der eben hie nit figurirt sunder in einer betrahtung angezeigt mag werden. die ding also zuuernemen ist hie die erst figur gesatzt. Darnach gegem auffgang in dem mittel der euessern mawren was ein offenung. x. elenpogen weit. in der was ein thor deßgleich in der andern vnd dritten mawren gegen einander sehende. in der seytten der mawren gegen mitternacht vnd mittentag warnn zwey gleiche thor als die ander figur außweißt Das thor gegem aufgang het staffeln von abhangs wegen des bergs. also das von der statt des gemeynen volcks am aufsteigen zu dem thor. vij. staffeln waren. das vorthor oder vorhoff vor der offnung der mittel mawren het nach der weitten von auffgang piß zu nidergang. v. elenpogen. vnd nach der leng von mitternacht zu mittemtag xv. elenpogen. vnd het auch ein vorgepew auff der offenung der mitteln mawren. vnd gieng von dem teil der indern mawren vber das mittel in den vorsal außwendig bey. viij. elenpogen. vnd die hoeh des vorgepews von dem ertreich auff sein. l. elenpogen. Bey den zwayen hintterthoerlein des thors sein zwen thuernn zu einer zier der pforten. als in pforten der schloss vorstirn genant sein. dir iglicher. lx. elenpogen hoh ist. vnd in der hoeh der thuern sein knopff vnd gleichnus der palmzweid geschnitten. auch bey den thuernen. vi. kamern zu vorthennen gewesen sein. Der dinge thun zwu figur (nach der ersten vnd andern) nachfolgend anzeigen. Die erst nach der schnuer des paws der pforten. vor thors. vorhoffs. kamern vnd vorstirn gelegenhait außweist. Die ander die hoeh der pforten des vorhoffs vnnd vor stirn vom aufgang anzeigt. Das gepew aber auff der porten in dem vorsal hat zwu wonung eine oben. die andern vnten vnd schelhe fenster. Hintter der porten der andern mawren zwischen der mitteln vnd dritten ist ein hoff gewest vnd pflaster geziert vmb den. xxx. schatzkamern gepawt waren. x. gegen der seytten des mittags. die hilten ine c. elenpogen. vnd vier auff einem teil des euessern sals. vnd vier auff dem andernn teil derselbigen pforten. die auch mit sambt der pforten. c. elenpogen inhalten. Die andernn zwue waren bey den kamern der pforten gegen dem aufgang des ynnern sals. eine auff einer. die ander auff der andernn seytten. die in sich hielten mitsampt den kamernn. c. elenpogen. inmassen hernach figurirt vnd zu merer vnterscheit der kamern vnd schatzkamer. sein die schatzkamer rot gewest. Die pforten gegen mitternacht vnd mittemtag sein den pforten gegen dem aufgang gleich gewesen. auch dz anzeigen der pforten vnd vorhoff ist der innernn vnd euessernn mawren ettlichermaß auch gleich gewest. Der eingang in den vorstirn het mancherlay pforten. doselbst wuschen sie die tisch vnd opffer von fleisch das fuer die suenden geopfert solt werden. darnach waren zwue wende auff peden seytten des eingangs. vnd vor den in dem vorgepew zwue sewlen auff peder seytten wie in dem tempel Salomonis gewest ist. Die leng aber der wende des tempels was. c. elenpogen. die hoeh. c. xx. die weit in dem gemewer. xx. elenpogen. die zwue wende hetten. xij. elenpogen. die pfeyler an den wenden hin vnd her. x. elenpogen. die weitten der vorthenne. viij. elenpogen. vnd die wand darumb hat. x. elenpogen. deßgleich auch das pethaws in sich hielt. x. elenpogen. das alles nach der zal macht. lxx. elenpogen nach außweysung Ezechielis. Nachfolgend von inwendig was sanctumsanctorum. das ander teil von inwendig ein tempel (wie in dem tabernackel Moysi das euesser ein tabernackel) genant ist. Die wand die nit vast hoh was vnd nit vber zymmer erleyden mocht teilt sanctum vnd sanctasanctorum. der leng was. xx. elenpogen. Es waren auch sechs abseytten außwenndig an dem tempel gegen dem aufgang. An der seytten gegen mitternacht die vil lennger ist. Deßgleich gegen mittemtag die dieselbigen lenge het warden der abseyten. xxx. Gegen dem aufgang was keine vom eingangs wegen des tempels. warden auch die pfel außerhalb den wenden wie in andernn gepewen zu einer befestigung gesatzt gegen dem nidergang. iij. pfle. zwen an den enden. einer in dem mittel. vnd raichten heran. v. elenpogen. dieselbigen haben an dreyen enden loecher gehabt eins ob dem andern darein trame gelegt warden tafelwerck zetragen also geordent. Das erst von dem ertrich was sechs elpogen vnd deßgleich eins von dem andernn. also warden imm aufsteigen bey der mawer des tempel. xviij. elenpogen. die vntterst wonung des tempels piß auff den ersten tabernackel oder eßlawben ist (als in dem tempel Salomonis) bey den. xxx. elenpogen. also das die wand des tempels die liecht durch die fenster gab on hindernuß bleibt bey. x. elenpogen. Bey den zwayen seitten des tempels gegen mitternacht vnd mittemtag sein zway gepew von der mawer des tempels. xx. elenpogen heran. der iglichet hat der leng. c. vnnd der prayten. l. elenpogen. Dise ding zeuersteen sein drey figur hiuor angezeigt. Die erst gibt anzeigen des gantzen paws hinterteil nach der gruntfest. die ander des tempels hoeh vnd der vorthennen dabey. die drit die hoeh des paws gegen mitternacht vnd mittemtag. die gleich sein angezeigt. Der altar des opffers was auß stuecken gemacht. dz erst bey dem ertrich vnd ein elenpogen hoh vber das ertrich erhaben was genant gruntfest. das ander vmb einen elenpogen eingezogen bey zwayen elenpogen hoh genant was kleine hoele. das drit aber eingezogen in die hoeh bey dem vier elenpogen genant was große hoele. das vierd auch bey den vier elenpogen hoh Ariel genant was. also ist die hoeh des alters von dem ertrich. xi. elenpogen. Es flussen auch wasser inmassen eins lebendigen prunleins von drischeuefel sanctisanctornn herab durch den tempel ein wenig zu der rechten seytten. darnach herab warts zu dem vorgepew des tempels. darnach zu dem vorsal inwendig vom nidergang biß zu dem aufgang. Ettlich vermeynten dz dise Wasser ee dann sie auß dem vorsal geflossen von außwendig in vier fluesse getailt sein. vnd darnach in einen fluss von der pforten des aufgangs der ynnernn mawren komen sein. ettlich verachten die meynung. vnd also sein volbracht die zugehoerung des gepews vnd form des tempels. Nuen volgt hernach ein billiche figur bedeuetende das gantz gepew das vormals in stueckweiß durch figuren angezeigt ist vnd nach der gruntfest alle ding.
Das fünfte Zeitalter der Welt. Nachdem die Gefangenschaft der Juden in Babylon, die von Jojakim, dem König von Juda, wie zuvor gesagt, ihren Anfang nahm, ist der göttliche Prophet Ezechiel mit Mardochai dorthin geführt worden. Danach hat Zedekia elf Jahre regiert. In diesem Jahr ist die Stadt und der Tempel zerstört worden. Nachfolgend, im vierzehnten Jahr nach der Zerstörung, hatte Ezechiel die zukünftige Vision. Der Tempel, wie die Abbildung ausweist, hatte mancherlei Wohnungen wie eine Stadt. Seine Mauern waren wie die einer Stadt befestigt. Der Berg, auf den der Tempel gebaut war, war einigermaßen niedriger gegen Mittag als gegen Mitternacht. Ein Engel stand im Tor der äußeren Mauern und hat geredet und gemessen mit Maßen, die größer waren als bei anderen gewöhnlichen Dingen. Das ganze Gebäude des Tempels war in die Weite geführt, ein Teil ganz eben gegen den Aufgang, der andere gegen den Niedergang, die anderen zwei Teile gegen Mitternacht und Mittag gesetzt waren. In demselben Hofbereich waren dreierlei Mauern: eine innere, mittlere und äußere. Die Weite von der mittleren und der inneren Mauer hieß ein äußerer Vorsaal, und die andere Weite zwischen der mittleren und äußeren Mauer eine Stätte des gemeinen Volkes, denn die Heiden kamen auch aus Andacht in den Tempel zu beten. Dieses ganzen Gebäudes, in die Vierung, war ein Teil in die Höhe des Berges auf die Ebene, der andere Teil auf den Abhang des Berges gebaut, welche Höhe mitsamt der Ebene hier nicht figuriert, sondern in einer Betrachtung angezeigt werden mag. Um die Dinge so zu vernehmen, ist hier die erste Abbildung gesetzt. Danach, gegen Aufgang, in der Mitte der äußeren Mauern, war eine Öffnung, zehn Ellen weit. In der war ein Tor, desgleichen in der anderen und dritten Mauer, einander gegenüberstehend. An den Seiten der Mauern gegen Mitternacht und Mittag waren zwei gleiche Tore, wie die andere Abbildung ausweist. Das Tor gegen Aufgang hatte Stufen wegen des Abhangs des Berges, so dass von der Stätte des gemeinen Volkes beim Aufsteigen zum Tor sieben Stufen waren. Das Vortor oder Vorhof vor der Öffnung der mittleren Mauern hatte nach der Weite von Aufgang bis zu Niedergang fünf Ellen und nach der Länge von Mitternacht zu Mittag fünfzehn Ellen. Und hatte auch ein Vorgebäude auf der Öffnung der mittleren Mauern und ging von dem Teil der inneren Mauern über die Mitte in den Vorsaal, auswendig bei acht Ellen. Und die Höhe des Vorgebäudes vom Erdreich auf seine fünfzig Ellen. Bei den zwei Hintertörlein des Tors sind zwei Türme zu einer Zier der Pforten, wie sie in Pforten der Schlösser 'Vorstirn' genannt werden, der jeglicher sechzig Ellen hoch ist. Und in der Höhe der Türme sind Knöpfe und Abbildungen der Palmzweige geschnitten. Auch bei den Türmen sind sechs Kammern zu Vortennen gewesen. Diese Dinge tun zwei Abbildungen (nach der ersten und zweiten) nachfolgend anzeigen. Die erste weist nach dem Grundriss des Baus der Pforten, Vortors, Vorhofs, Kammern und Vorstirn die Gegebenheit aus. Die andere zeigt die Höhe der Pforten des Vorhofs und der Vorstirn vom Aufgang an. Das Gebäude aber auf der Pforte im Vorsaal hat zwei Wohnungen, eine oben, die andere unten, und schräge Fenster. Hinter der Pforte der anderen Mauern, zwischen der mittleren und dritten, ist ein Hof gewesen und Pflaster geziert, um den dreißig Schatzkammern gebaut waren. Zehn gegen die Seite des Mittags, die hielten in sich hundert Ellen. Und vier auf einem Teil des äußeren Saals und vier auf dem anderen Teil derselben Pforten, die auch mitsamt der Pforte hundert Ellen in sich halten. Die anderen zwei waren bei den Kammern der Pforten gegen den Aufgang des inneren Saals, eine auf einer, die andere auf der anderen Seite, die in sich hielten mitsamt den Kammern hundert Ellen. Inmassen hernach figuriert und zur besseren Unterscheidung der Kammern und Schatzkammern, sind die Schatzkammern rot gewesen. Die Pforten gegen Mitternacht und Mittag sind den Pforten gegen den Aufgang gleich gewesen. Auch die Darstellung der Pforten und des Vorhofs ist der inneren und äußeren Mauern einigermaßen auch gleich gewesen. Der Eingang in die Vorstirn hatte mancherlei Pforten. Daselbst wuschen sie die Tische und Opfer von Fleisch, das für die Sünden geopfert werden sollte. Danach waren zwei Wände auf beiden Seiten des Eingangs und vor diesen, in dem Vorgebäude, zwei Säulen auf beiden Seiten, wie es im Tempel Salomos gewesen ist. Die Länge aber der Wände des Tempels war hundert Ellen, die Höhe hundertzwanzig, die Weite im Gemäuer zwanzig Ellen. Die zwei Wände hatten zwölf Ellen, die Pfeiler an den Wänden hin und her zehn Ellen, die Weiten der Vortennen acht Ellen, und die Wand darum hat zehn Ellen. Desgleichen auch das Bethaus in sich hielt zehn Ellen, das alles nach der Zahl macht siebzig Ellen, nach Ausweisung Ezechiels. Nachfolgend, von innen, war das Sanctum Sanctorum, der andere Teil von innen ein Tempel (wie im Tabernakel des Mose das Äußere ein Tabernakel) genannt ist. Die Wand, die nicht sehr hoch war und nicht über Zimmer hinausgehen konnte, teilte Sanctum und Sancta Sanctorum, der Länge war zwanzig Ellen. Es waren auch sechs Abseiten auswendig an dem Tempel gegen den Aufgang. An der Seite gegen Mitternacht, die viel länger ist. Desgleichen gegen Mittag, die dieselbe Länge hatte, waren der Abseiten dreißig. Gegen dem Aufgang war keine wegen des Eingangs des Tempels. Wurden auch die Pfähle außerhalb der Wände, wie in anderen Gebäuden, zu einer Befestigung gesetzt gegen den Niedergang: drei Pfähle, zwei an den Enden, einer in der Mitte, und reichten heran fünf Ellen. Dieselbigen haben an drei Enden Löcher gehabt, eines über dem anderen, darein Träger gelegt wurden, um Tafelwerk zu tragen, also geordnet. Das erste vom Erdreich war sechs Ellen und desgleichen eines von dem anderen. Also waren im Aufsteigen bei der Mauer des Tempels achtzehn Ellen. Die unterste Wohnung des Tempels bis auf den ersten Tabernakel oder Esslauben ist (als in dem Tempel Salomos) bei dreißig Ellen, so dass die Wand des Tempels, die Licht durch die Fenster gab, ohne Hindernis bleibt bei zehn Ellen. Bei den zwei Seiten des Tempels gegen Mitternacht und Mittag sind zwei Gebäude von der Mauer des Tempels zwanzig Ellen heran, der jeglicher hat der Länge hundert und der Breite fünfzig Ellen. Diese Dinge zu verstehen, sind drei Abbildungen hievor angezeigt. Die erste gibt Anzeige des ganzen Baus Hinterteil nach dem Grundriss, die andere die Höhe des Tempels und der Vortennen dabei, die dritte die Höhe des Baus gegen Mitternacht und Mittag, die gleich sind angezeigt. Der Altar des Opfers war aus Stücken gemacht. Das erste beim Erdreich und eine Elle hoch über das Erdreich erhaben, war genannt Grundfest. Das andere um eine Elle eingezogen, bei zwei Ellen hoch, genannt war 'kleine Höhle'. Das dritte aber eingezogen in die Höhe bei vier Ellen, genannt war 'große Höhle'. Das vierte auch bei vier Ellen hoch, genannt war Ariel. Also ist die Höhe des Altars vom Erdreich elf Ellen. Es flossen auch Wasser inmassen eines lebendigen Brünnleins von der Schwelle des Sanctum Sanctorum herab durch den