Schedelsche Weltchronik · Blatt 76

Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 76, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 76, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das funft alter 100px 100px Iadus der sechst bischoff der iuden besaß das bischoffthumb. l. iar. Er was ein frummer man vnd liebhaber des frids. Als Alexander vber die iuden erzuernet vnd Jherusalem zerstoeren wolt do gienge im diser Jadus in seinen bischoflichen kleidern entgegen. do ließ alexander seinen zorn ab. styge pald vom pferd bettet den namen gottes an vnd eret den bischof Als nw alexander in die statt gegangen wz do bracht man im fuer Danielis prophecey die von ime saget. nach verlessung derselben empfienge er große freued vnd groeßern getrawen wider Darium zefechten. Er verlihe auch den iuden freyung sich irs gesetzs zegeprauchen vnd das sibend iar vnzinßper zesein. Onias Jadi des bischofs sun. vnd der iuden sibend bischoff volget seinen vater im andern iar des reichs ptolomei im bischofthumb nach vnd besaße es. xvij. iar. Zu dess zeiten die gesetz bey den iuden gar wol gehalten vnd die statt Jherusalem in allem frid bewonet wardt. vnd darumb hielten auch die haidnischen konig dieselben statt vnd den tempel in hoher ere mit zierung großer schenck vnd gabe. Anfang des reichs der Syrier Siria ein gegent asie endet sich vomm aufgang an den fluss Eufrates. vomm nidergang an den kleinen meer vnd an egypten. vnd hat von mitternacht Armeniam vnd Caadociam vnd mittemtag Arabiam. Seleucus einer auß den fursten alexandri hat nach ime in Siria das reich behabt aber er wardt außgetrieben von Antogono vnd durch ptolomeum nach absterben antogoni. vnd nach vberwindung Demetrij seins suns wideruemb eingesetzt vnnd regiret darnach. xxxij. iar vnnd fueret mit stetiger arbait bis in das achtzigst iar seins lebens alweg krieg. darinn er zu letst außgelescht wardt. Antigonus Philippi des koenigs sun. vnd alexanders bruder fieng nach ime an in azia zeregirnn vnd regiret. xviij. iar. Diser wz einer vnder den fuersten Alexandri vnd gar ein hohfertig man. darumb vbet er vil krieg. darinn er zu letst erniderlage. vnd Demetrius sein sun durch flucht daruon entrane. Saraballa der vogt oder verweser hat einen vberfluessigen tempel auf dem berg Garizim gepawt vnd Manassen den bruder Jadi zu bischoff daselbst gesetzt. der dann seyn aiden wz. vnd alhie hebt sich an der iuden scisma oder zwayung. dann im hiengen vil an. die wurden verbannet vnd Samartiani genant. vnd dieselb zwayung hat geweret bis zu der zerstoerung des tempels durch die roemer. Antiochus Sother Seleuci des konigs sund der ander konig Sirie regiret. xix iar. von dem sind die nachfolgenden konig Sirie antiochi zugenambt worden Alexander der groß der in der pluee seins alters vnd sygs erloschen ist. darumb bey yederman vnd dem gantzen Babilonia ein traurigs schweigen entstuond hat nach seinem letsten willen zwelff. die er von iugent auff bey im gehabt het zu nachkomen seins reichs geordnet. vnd nach dem aber die zwoelff sich darumb nicht vergleichen mochten. vnd deßhalb schier vnentlich krieg erwuchsen. vnnd Alexanders letster wil seiner außteilung keinen fuergang erlangen kund. also nach vertreibung der andern haben dise vier in der gruenen lini verzeichent nach dr prophecey Daniels die konigreich erlangt. also das Seleucus in Syria. Ptolomeus in Egypto. Pphilippus in Macedonia vnd Anigonus in Assiria regirten. Blat LXXVI der werlt 150px 300px Demas der atheniensisch philosophus reichßnet zur zeit Alexandri. Diser widerstuend alexandro do er die statt Athenas belegert het vnd erobern wolt. vnd widerriete den Atheniernn ime die stattzeuebergeben. do aber alexander die statt erobert do hieng er alexandro an mit freuentlicher erbietung. als aber die Athenier dem alexandro opffernn wolten sprach demas zu ine. Seht das ir nit die erden verlierent dieweil ir des himels wartent. Diss wz sein spruch Wenn ich vomm freuend haisch glihne schuld so entpfellt mir zum gelt sein huld. Quintus curcius der philozophus straffet den alexandrum darumb dz er begeret im goettliche ere zebeweysen. vnnd sprach zu ime. Bist du got so gib vns die gabe der vntoedlichkeit vnd nimme die nit von vns. Bist du aber ein mensch so bedenck dasselb alweg. vnd leg andere ding hin. 150px In disen Tagen als alexande geporn ward do warden die roemer mit seltsamen wunderzeichen erschrecket. dann man sahen die sunnen mit dem mond fechten. so schwitzten die felsen pluot. imm tag erschinen vil monde amm himel. die nacht naiget sich zum mererern teil des tags. so fielen felsen von den wolcken. vnd der hagel schluog die erden siben tag weyt vnd prayt mit eingemengten steynnin vberbleiblingen der schifern oder schalu. Olimpias die muter Alexandri wardt erslagen. die den todt on allen weiplichen schrecken vnerzittert empfienge. Von Philippo vnd seinem reich beschiht in der heiligen schrift nit meldung. sunder von den konigen Egipti vnnd Sirie. dann dieselben sind zu zeiten den iuden vnguenstig zu zeiten guenstig gewesen. auß der vrsach. dann dise konig fachten schier alweg mit den Egyptiern. nw lage israhel in der mitte. wo hin sie sich dann kerten so warden sie bekuemert. vnd Ptolomeus verfolget sie schwerlich. darumb warden sie in den volelckern zerstrewet. Ptolomeus der erst nach Alexandro Egiptisch konig regiret. xl. iar. vnd was ein sun eins ritters Lagi genant. vnd er hat Egiptum Affricam vnd einen großen teil Arabie als einen weiten schein seinen nachkomen gelaßen. also das sein nachfolgende konig zu egypten ptolomei genant worden. Ptolomeus philadelphus der ander konig Egipti regiret. xxxviij. iar Diser was des Ptolomei lagi kleinster sun. dem trate der vater vor seinem todt des reichs ab. vnnd auffet mit solchem ebenbild der guetigkeit die lieb des volcks gein dem iungen vnd nach dem diser Ptolomeus aller kunst der gelertist was vnnd Stratonem den philozohhum zu einem vnderweyser het so richtet er die in allerwerlt namhaftigsten librarey auff. die dann bis zu dem ersten alexandrischen krieg mit den roemern blibe. Diser Ptolomeus hat bey hundert zweyntzigtausent in Egipto dienender iuden des pands irer dienstperkeit entledigt vnd sie wider in Jherusalez gesendet. mitsambt den gefaßen zu den goetlichen dienst gehoerend: Eleazaro dem bischoff fuer die goetlichen schrifft zehaben. die er in dieselben librarey gelegt het. Diß Ptolomei muter hieß Beronica. vnnd sein weib Asinoa. auß der empfieng er Euergetez vnd Beronicam die tochter. die vermehelt er antiocho dem sun Seleuci

Moderne Übersetzung

Das fünfte Zeitalter. Jadus, der sechste Bischof der Juden, besaß das Bischofsamt fünfzig Jahre. Er war ein frommer Mann und Liebhaber des Friedens. Als Alexander über die Juden erzürnt war und Jerusalem zerstören wollte, da ging ihm dieser Jadus in seinen bischöflichen Kleidern entgegen. Da ließ Alexander seinen Zorn ab, stieg bald vom Pferd, betete den Namen Gottes an und ehrte den Bischof. Als nun Alexander in die Stadt gegangen war, da brachte man ihm Daniels Prophezeiung dar, die von ihm sprach. Nach Verlesung derselben empfing er große Freude und größeren Mut, gegen Darius zu fechten. Er verlieh auch den Juden die Freiheit, sich ihres Gesetzes zu gebrauchen und das siebte Jahr zinsfrei zu sein. Onias, Jadus' Sohn und der siebte Bischof der Juden, folgte seinem Vater im zweiten Jahr des Reiches Ptolemäus' im Bischofsamt nach und besaß es siebzehn Jahre. Zu dessen Zeiten wurden die Gesetze bei den Juden sehr gut gehalten und die Stadt Jerusalem in allem Frieden bewohnt. Und darum hielten auch die heidnischen Könige dieselbe Stadt und den Tempel in hoher Ehre mit Zierrat, großen Geschenken und Gaben. Anfang des Reiches der Syrer: Syrien, eine Gegend Asiens, erstreckt sich vom Aufgang (Osten) an den Fluss Euphrat, vom Niedergang (Westen) an das kleine Meer und an Ägypten, und hat von Mitternacht (Norden) Armenien und Kappadokien und von Mittag (Süden) Arabien. Seleukos, einer der Fürsten Alexanders, hatte nach ihm in Syrien das Reich inne, aber er wurde von Antigonos vertrieben und durch Ptolemäus nach dem Tod Antigonos' und nach Überwindung Demetrius', seines Sohnes, wieder eingesetzt und regierte danach zweiunddreißig Jahre und führte mit stetiger Arbeit bis in das achtzigste Jahr seines Lebens stets Krieg, worin er zuletzt ausgelöscht wurde. Antigonos, Philipps, des Königs, Sohn und Alexanders Bruder, begann nach ihm in Asien zu regieren und regierte achtzehn Jahre. Dieser war einer unter den Fürsten Alexanders und ein sehr hochmütiger Mann. Darum führte er viele Kriege, worin er zuletzt unterlag, und Demetrius, sein Sohn, entkam durch Flucht davon. Sanballat, der Vogt oder Verweser, hat einen prächtigen Tempel auf dem Berg Garizim gebaut und Manasse, den Bruder Jadus', dort zum Bischof eingesetzt, der dann sein Eidam war. Und hier beginnt die Schisma oder Spaltung der Juden, denn ihm schlossen sich viele an. Die wurden verbannt und Samaritaner genannt. Und dieselbe Spaltung hat gewährt bis zur Zerstörung des Tempels durch die Römer. Antiochos Soter, Seleukos', des Königs, Sohn und der zweite König Syriens, regierte neunzehn Jahre. Von ihm sind die nachfolgenden Könige Syriens Antiochi genannt worden. Alexander der Große, der in der Blüte seines Alters und Sieges gestorben ist, darum entstand bei jedermann und im ganzen Babylon ein trauriges Schweigen, hat nach seinem letzten Willen zwölf (Männer), die er von Jugend auf bei sich gehabt hatte, zu Nachfolgern seines Reiches bestimmt. Und nachdem aber die zwölf sich darum nicht einigen konnten und deshalb schier unendliche Kriege erwuchsen und Alexanders letzter Wille seiner Aufteilung keinen Fortgang erlangen konnte, also nach Vertreibung der anderen haben diese vier, in der grünen Linie verzeichnet, nach der Prophezeiung Daniels die Königreiche erlangt, sodass Seleukos in Syrien, Ptolemäus in Ägypten, Philippos in Makedonien und Antigonos in Assyrien regierten. Demades, der athenische Redner, rechnete zur Zeit Alexanders. Dieser widerstand Alexander, als er die Stadt Athen belagert hatte und erobern wollte, und riet den Athenern ab, ihm die Stadt zu übergeben. Als aber Alexander die Stadt erobert hatte, da schloss er sich Alexander mit freundlicher Darbietung an. Als aber die Athener dem Alexander opfern wollten, sprach Demades zu ihnen: 'Seht, dass ihr nicht die Erde verliert, während ihr des Himmels wartet.' Dies war sein Spruch: 'Wenn ich vom Freund geliehene Schuld fordere, so entfällt mir zum Geld seine Huld.' Quintus Curtius, der Historiker, tadelte Alexander, darum dass er begehrte, ihm göttliche Ehre zu erweisen, und sprach zu ihm: 'Bist du Gott, so gib uns die Gabe der Unsterblichkeit und nimm sie nicht von uns. Bist du aber ein Mensch, so bedenke dasselbe stets und lege andere Dinge beiseite.' In diesen Tagen, als Alexander geboren wurde, da wurden die Römer mit seltsamen Wunderzeichen erschreckt. Denn man sah die Sonne mit dem Mond fechten, so schwitzten die Felsen Blut, am Tag erschienen viele Monde am Himmel, die Nacht neigte sich zum größeren Teil des Tages, so fielen Felsen von den Wolken, und der Hagel schlug die Erde sieben Tage weit und breit mit eingemengten steinernen Überbleibseln der Schiefer oder Schalen. Olympias, die Mutter Alexanders, wurde erschlagen, die den Tod ohne allen weiblichen Schrecken unerschüttert empfing. Von Philipp und seinem Reich geschieht in der Heiligen Schrift keine Erwähnung, sondern von den Königen Ägyptens und Syriens. Denn dieselben waren zu Zeiten den Juden ungünstig, zu Zeiten günstig gewesen. Aus diesem Grund: denn diese Könige fochten schier stets mit den Ägyptern. Nun lag Israel in der Mitte. Wohin sie sich dann kehrten, so wurden sie bekümmert. Und Ptolemäus verfolgte sie schwerlich. Darum wurden sie in den Völkern zerstreut. Ptolemäus, der erste ägyptische König nach Alexander, regierte vierzig Jahre und war ein Sohn eines Ritters namens Lagos. Und er hat Ägypten, Afrika und einen großen Teil Arabiens als ein weites Reich seinen Nachkommen hinterlassen, sodass seine nachfolgenden Könige in Ägypten Ptolemäer genannt wurden. Ptolemäus Philadelphos, der zweite König Ägyptens, regierte achtunddreißig Jahre. Dieser war des Ptolemäus Lagos' jüngster Sohn, dem der Vater vor seinem Tod das Reich abtrat. Und erweckte mit solchem Ebenbild der Güte die Liebe des Volkes gegenüber dem Jungen, und nachdem dieser Ptolemäus in aller Kunst der Gelehrteste war und Straton, den Philosophen, zu einem Unterweiser hatte, so richtete er die in aller Welt namhaftigste Bibliothek auf, die dann bis zum ersten Alexandrinischen Krieg mit den Römern blieb. Dieser Ptolemäus hat etwa hundertzwanzigtausend in Ägypten dienende Juden des Pfandes ihrer Dienstbarkeit entledigt und sie wieder nach Jerusalem gesendet, mitsamt den Gefäßen, die zum göttlichen Dienst gehörten, an Eleazar, den Bischof, damit er die göttlichen Schriften habe, die er in dieselbe Bibliothek gelegt hatte. Dieses Ptolemäus' Mutter hieß Berenike und sein Weib Arsinoë. Aus ihr empfing er Euergetes und Berenike, die Tochter. Die vermählte er Antiochos, dem Sohn Seleukos'.

Anmerkungen

funft alter
Frühneuhochdeutsch für 'fünftes Zeitalter', eine historische Periodisierung.
Iadus
Jadus (oder Jaddus), ein Hohepriester der Juden zur Zeit Alexanders des Großen.
l. iar.
Römische Zahl 'L' für 50; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'fünfzig Jahre'.
frummer
Frühneuhochdeutsch für 'frommer'.
Alexander
Alexander der Große (356–323 v. Chr.), König von Makedonien.
Jherusalem
Frühneuhochdeutsch für 'Jerusalem'.
pald
Frühneuhochdeutsch für 'bald'.
Danielis prophecey
Die Prophezeiung Daniels, eine biblische Schrift, die oft als Vorhersage der Reiche Alexanders und seiner Nachfolger interpretiert wurde.
verlessung
Frühneuhochdeutsch für 'Verlesung', das Vorlesen.
getrawen
Frühneuhochdeutsch für 'Vertrauen' oder 'Mut'.
Darium
Darius III. (ca. 380–330 v. Chr.), der letzte Großkönig des Achämenidenreiches, den Alexander besiegte.
freyung
Frühneuhochdeutsch für 'Freiheit', 'Privileg' oder 'Befreiung'.
sibend iar vnzinßper
Das siebte Jahr, in dem keine Zinsen oder Abgaben gezahlt werden mussten (Sabbatjahr im jüdischen Gesetz).
Onias
Onias I., jüdischer Hohepriester, Sohn von Jadus.
ptolomei
Ptolemäus I. Soter (ca. 367–283 v. Chr.), einer der Diadochen Alexanders, Gründer der Ptolemäerdynastie in Ägypten.
xvij. iar.
Römische Zahl 'XVII' für 17; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'siebzehn Jahre'.
haidnischen konig
Frühneuhochdeutsch für 'heidnische Könige', d.h. nicht-jüdische Herrscher.
zierung
Frühneuhochdeutsch für 'Zierrat', 'Schmuck' oder 'Ausstattung'.
Siria
Frühneuhochdeutsch für 'Syrien'.
gegent asie
Frühneuhochdeutsch für 'Gegend Asiens'.
aufgang
Frühneuhochdeutsch für 'Osten'.
Eufrates
Frühneuhochdeutsch für 'Euphrat', ein großer Fluss in Vorderasien.
nidergang
Frühneuhochdeutsch für 'Westen'.
kleinen meer
Bezieht sich wahrscheinlich auf das östliche Mittelmeer.
egypten
Frühneuhochdeutsch für 'Ägypten'.
mitternacht
Frühneuhochdeutsch für 'Norden'.
Armeniam
Frühneuhochdeutsch für 'Armenien'.
Caadociam
Frühneuhochdeutsch für 'Kappadokien'.
mittemtag
Frühneuhochdeutsch für 'Süden'.
Arabiam
Frühneuhochdeutsch für 'Arabien'.
Seleucus
Seleukos I. Nikator (ca. 358–281 v. Chr.), einer der Diadochen Alexanders, Gründer des Seleukidenreiches.
fursten alexandri
Frühneuhochdeutsch für 'Fürsten Alexanders', gemeint sind seine Generäle (Diadochen).
behabt
Frühneuhochdeutsch für 'innegehabt', 'besessen'.
Antogono
Antigonos I. Monophthalmos (ca. 382–301 v. Chr.), einer der Diadochen Alexanders.
Demetrij seins suns
Demetrios I. Poliorketes (ca. 337–283 v. Chr.), Sohn des Antigonos I.
xxxij. iar
Römische Zahl 'XXXII' für 32; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'zweiunddreißig Jahre'.
stetiger arbait
Frühneuhochdeutsch für 'stetiger Arbeit' oder 'ständiger Mühe'.
ausgelescht wardt
Frühneuhochdeutsch für 'ausgelöscht wurde', 'getötet wurde'.
Antigonus Philippi des koenigs sun. vnd alexanders bruder
Historisch ungenau. Antigonos I. Monophthalmos war ein General Alexanders, nicht Philipps Sohn oder Alexanders Bruder.
azia
Frühneuhochdeutsch für 'Asien'.
xviij. iar.
Römische Zahl 'XVIII' für 18; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'achtzehn Jahre'.
hohfertig
Frühneuhochdeutsch für 'hochmütig', 'arrogant'.
erniderlage
Frühneuhochdeutsch für 'unterlag', 'wurde besiegt'.
Saraballa
Sanballat, ein samaritischer Statthalter. Die hier genannte Zeitspanne ist jedoch später als der biblische Sanballat zur Zeit Nehemias.
vogt oder verweser
Frühneuhochdeutsch für 'Statthalter', 'Verwalter' oder 'Regent'.
vberfluessigen tempel
Frühneuhochdeutsch für 'prächtigen' oder 'üppigen Tempel'.
Garizim
Berg Garizim, ein heiliger Berg der Samaritaner in Samaria.
Manassen
Manasse, Bruder des Hohepriesters Jadus, der laut Josephus der erste Hohepriester des samaritanischen Tempels auf dem Garizim wurde.
aiden
Frühneuhochdeutsch für 'Eidam', 'Schwiegersohn'.
scisma oder zwayung
Frühneuhochdeutsch für 'Schisma' (Spaltung) oder 'Zweihung' (Trennung), hier die Spaltung zwischen Juden und Samaritanern.
Samartiani
Frühneuhochdeutsch für 'Samaritaner', eine ethnisch-religiöse Gruppe.
roemer
Frühneuhochdeutsch für 'Römer'.
Antiochus Sother
Antiochos I. Soter (ca. 324–261 v. Chr.), zweiter König des Seleukidenreiches, Sohn von Seleukos I.
xix iar.
Römische Zahl 'XIX' für 19; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'neunzehn Jahre'.
zugenambt worden
Frühneuhochdeutsch für 'genannt worden'.
pluee seins alters vnd sygs
Frühneuhochdeutsch für 'Blüte seines Alters und Sieges', d.h. im Höhepunkt seines Lebens und seiner Erfolge.
erloschen ist
Frühneuhochdeutsch für 'gestorben ist'.
Babilonia
Frühneuhochdeutsch für 'Babylon'.
letsten willen zwelff
Sein letzter Wille, zwölf (Männer, gemeint sind seine Generäle/Diadochen) zu bestimmen.
iugent auff
Frühneuhochdeutsch für 'von Jugend auf'.
gruenen lini verzeichent
Bezieht sich auf eine grafische Darstellung oder Markierung im Originaldruck der Schedelschen Weltchronik, die hier nicht sichtbar ist.
prophecy Daniels
Die biblische Prophezeiung Daniels, die die Aufteilung des Reiches Alexanders in vier Nachfolgereiche vorhersagte (Dan 7,6; 8,8).
Syria
Frühneuhochdeutsch für 'Syrien'.
Egypto
Frühneuhochdeutsch für 'Ägypten'.
Pphilippus in Macedonia
Philipp III. Arrhidaios (ca. 359–317 v. Chr.), Halbbruder Alexanders, der nominell König von Makedonien war, während die Macht bei den Generälen lag.
Anigonus in Assiria
Antigonos I. Monophthalmos, der große Teile Kleinasiens kontrollierte, aber nicht spezifisch Assyrien, das später Teil des Seleukidenreiches wurde.
LXXVI
Römische Zahl für 76.
werlt
Frühneuhochdeutsch für 'Welt'.
Demas
Demades (ca. 380–318 v. Chr.), ein athenischer Redner und Staatsmann, nicht primär Philosoph.
atheniensisch philosophus
Frühneuhochdeutsch für 'athenischer Philosoph'. Demades war eher ein Redner/Staatsmann.
reichßnet
Frühneuhochdeutsch für 'rechnete', 'lebte' oder 'wirkte'.
Athenas
Frühneuhochdeutsch für 'Athen'.
widerriete
Frühneuhochdeutsch für 'riet ab'.
hieng er alexandro an
Frühneuhochdeutsch für 'schloss er sich Alexander an'.
freuentlicher erbietung
Frühneuhochdeutsch für 'freundlicher Darbietung' oder 'freundlichem Angebot'.
Seht das ir nit die erden verlierent dieweil ir des himels wartent.
Ein Sprichwort, das davor warnt, irdische Angelegenheiten zu vernachlässigen, während man auf göttliche Hilfe oder Belohnung hofft.
Wenn ich vomm freuend haisch glihne schuld so entpfellt mir zum gelt sein huld.
Ein Sprichwort, das besagt, dass das Fordern von Schulden von einem Freund dazu führen kann, dessen Gunst zu verlieren.
Quintus curcius
Quintus Curtius Rufus, ein römischer Historiker, der eine Geschichte Alexanders des Großen schrieb, nicht primär Philosoph.
philozophus
Frühneuhochdeutsch für 'Philosoph'. Hier ungenau, da Curtius Historiker war.
straffet
Frühneuhochdeutsch für 'tadelte', 'rügte'.
begeret im goettliche ere zebeweysen
Frühneuhochdeutsch für 'begehrte, ihm göttliche Ehre zu erweisen'.
vntoedlichkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Unsterblichkeit'.
seltsamen wunderzeichen
Frühneuhochdeutsch für 'seltsame Wunderzeichen' oder 'ungewöhnliche Omen'.
sunnen mit dem mond fechten
Frühneuhochdeutsch für 'Sonne mit dem Mond fechten', eine Beschreibung einer Sonnenfinsternis oder eines anderen ungewöhnlichen Himmelsereignisses.
schwitzten die felsen pluot
Ein Omen, das 'Blut schwitzende Felsen' beschreibt.
imm tag erschinen vil monde amm himel
Ein Omen, das 'viele Monde am Himmel' beschreibt, möglicherweise eine optische Täuschung oder ein Halo-Phänomen.
nacht naiget sich zum mererern teil des tags
Ein Omen, das eine ungewöhnliche Verschiebung der Tages- und Nachtlänge beschreibt.
schifern oder schalu
Frühneuhochdeutsch für 'Schiefer' oder 'Schalen', hier als Bestandteile eines ungewöhnlichen Hagelschlags.
Olimpias
Olympias (ca. 375–316 v. Chr.), Mutter Alexanders des Großen.
wardt erslagen
Frühneuhochdeutsch für 'wurde erschlagen'.
on allen weiplichen schrecken vnerzittert empfienge
Frühneuhochdeutsch für 'ohne allen weiblichen Schrecken unerschüttert empfing', betont ihre Tapferkeit im Angesicht des Todes.
Philippo
Philipp II. von Makedonien (382–336 v. Chr.), Vater Alexanders des Großen.
heiligen schrift
Die Heilige Schrift, hier die Bibel.
nit meldung
Frühneuhochdeutsch für 'keine Erwähnung'.
sunder
Frühneuhochdeutsch für 'sondern'.
vnguenstig
Frühneuhochdeutsch für 'ungünstig'.
guenstig
Frühneuhochdeutsch für 'günstig'.
vrsach
Frühneuhochdeutsch für 'Ursache', 'Grund'.
fachten schier alweg
Frühneuhochdeutsch für 'fochten schier stets', 'kämpften fast immer'.
Egyptiern
Frühneuhochdeutsch für 'Ägyptern'.
israhel
Frühneuhochdeutsch für 'Israel'.
bekuemert
Frühneuhochdeutsch für 'bekümmert', 'bedrängt'.
verfolget sie schwerlich
Frühneuhochdeutsch für 'verfolgte sie schwer' oder 'grausam'.
volelckern zerstrewet
Frühneuhochdeutsch für 'unter den Völkern zerstreut'.
xl. iar.
Römische Zahl 'XL' für 40; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'vierzig Jahre'.
ritters Lagi genant
Lagos, der Vater von Ptolemäus I. Soter.
Egiptum Affricam vnd einen großen teil Arabie als einen weiten schein
Frühneuhochdeutsch für 'Ägypten, Afrika und einen großen Teil Arabiens als ein weites Reich' oder 'Glanz'.
ptolomei genant worden
Frühneuhochdeutsch für 'Ptolemäer genannt worden', bezieht sich auf die Ptolemäerdynastie.
Ptolomeus philadelphus
Ptolemäus II. Philadelphos (308–246 v. Chr.), zweiter König der Ptolemäerdynastie.
xxxviij. iar
Römische Zahl 'XXXVIII' für 38; 'iar' ist Frühneuhochdeutsch für 'Jahr'. Insgesamt: 'achtunddreißig Jahre'.
Ptolomei lagi kleinster sun
Frühneuhochdeutsch für 'Ptolemäus Lagos' jüngster Sohn', d.h. Ptolemäus II. als jüngster Sohn von Ptolemäus I. (Sohn des Lagos).
dem trate der vater vor seinem todt des reichs ab
Frühneuhochdeutsch für 'dem der Vater vor seinem Tod das Reich abtrat'.
auffet mit solchem ebenbild der guetigkeit die lieb des volcks gein dem iungen
Frühneuhochdeutsch für 'erweckte mit solchem Ebenbild der Güte die Liebe des Volkes gegenüber dem Jungen'.
aller kunst der gelertist was
Frühneuhochdeutsch für 'in aller Kunst der Gelehrteste war'.
Stratonem den philozohhum
Straton von Lampsakos (ca. 335–269 v. Chr.), ein peripatetischer Philosoph und Lehrer von Ptolemäus II.
vnderweyser
Frühneuhochdeutsch für 'Unterweiser', 'Lehrer'.
allerwerlt namhaftigsten librarey
Frühneuhochdeutsch für 'in aller Welt namhaftigste Bibliothek', die Bibliothek von Alexandria.
alexandrischen krieg
Bezieht sich auf den Alexandrinischen Krieg (48–47 v. Chr.), in dem Teile der Bibliothek von Alexandria beschädigt wurden.
hundert zweyntzigtausent in Egipto dienender iuden des pands irer dienstperkeit entledigt
Frühneuhochdeutsch für 'hundertzwanzigtausend in Ägypten dienende Juden des Pfandes ihrer Dienstbarkeit entledigt', d.h. aus ihrer Sklaverei oder Dienstpflicht befreit.
Jherusalez
Frühneuhochdeutsch für 'Jerusalem'.
mitsambt den gefaßen zu den goetlichen dienst gehoerend
Frühneuhochdeutsch für 'mitsamt den Gefäßen, die zum göttlichen Dienst gehörten'.
Eleazaro dem bischoff fuer die goettlichen schrifft zehaben
Eleazar, der Hohepriester in Jerusalem, dem die göttlichen Schriften (die Tora) übergeben wurden, um sie in die Bibliothek von Alexandria zu bringen (Septuaginta-Legende).
Ptolomei muter hieß Beronica
Berenike I., Mutter von Ptolemäus II. Philadelphos.
sein weib Asinoa
Arsinoë I., die erste Frau von Ptolemäus II. Philadelphos und Mutter seiner Kinder.
Euergetez vnd Beronicam die tochter
Ptolemäus III. Euergetes und Berenike Phernophorus, Kinder von Ptolemäus II. und Arsinoë I.
vermehelt er antiocho dem sun Seleuci
Frühneuhochdeutsch für 'vermählte er Antiochos, dem Sohn Seleukos''. Berenike Phernophorus heiratete Antiochos II. Theos, den Sohn von Antiochos I. Soter (und Enkel von Seleukos I.).