Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter 100px 100px Furius camillus bestritte die Veientos. die die roemer. x. iar sere anfachten. aber zu der zeit Fabij haben die Senonischen gallier die roemer. xi. meyl von Rom vberwunden. vnd darnach mit Brenno irem konig gein rom komende den roemischen namen schier gar außgetilgt. vnd die statt eingenomen. vnd mocht auch nichtzt den dz Capitolium beschutzt werden. darnach namen sie tausent pfund golds das sie das capitolium nit belegernn solten. also zohen sie wider ab. den volget Camillus nach. vn sluoge sie also das er das gold das man ine zwaymal gegeben het. vnd auch alle ritterliche zaichen herwiderbracht. vnnd ime wardt nach Romulo die ander ere erboten. Quintius cincinatus wardt imm gew vnd vomm pfluog zu eim dictator angenomen. vnd hat die belegerten statt vonn feynden geledigt. In zeit diser ratherrnn wardt die stat alle zway iar mit schwerer pestilentz bekuemert. daruemb zu vertreibung derselben richteten die obersten schentliche spil auff. also das vmb vertreibung leiplicher kranckheit ein seuchen der selen gesucht wardt. Zu der zeit diser zwayer rathernn sind vil menschen durch roemische weiber mit gift ertoedt. vnnd derselben weiber. iij. lxx. durch ain mayd verraten. vnnd auff bekantnus irer vbeltat mit außtrincken irs gekochten gifts amm leben gestraft worden. Gaius hat nach anfang der statt Rom. iijc. lxxxviij. iar die Gallier ernidergelegt. Marcus hat mit. lxm. roemernn die gallier in die flucht gewendt vnd schwerlich geschlagen. Bey disen publio cornelio vnd Marco curio hat sich geendet der Saminitisch krieg. der het mit vil schlacht der roemer. xlix. iar geweret. das kein feind in welsche land der roemer kraft ye mer gemueedigt het. Decius murena der ratherr wardt imm streit wider die Lateinischen erslagen. aber Manilius triumphiret vnd siget ob. des sun stritte vber der ratthernn beuelhe wider die feind: aber wiewol er ein obsiger der feind wz so wardt er doch vmb sein vngehorsam mit rueten gehawen vnd enthawbtet. Under Dolobella vnd Domicio haben sich die Lucani Brucij Samnites mit den Etrusciernn vnd Senanischen Galliernn wider die roemer in krieg begeben. darinn siben Tribuni. oder rittermaister erslagen. vnnd xviijm. roemischer ritter ermder gelegt warden. do sie aber gein rom ziehen wolten warden sie von cornelio ceno abgetilgt Fabricius der gedechtnus wirdig man wolt sich kein arglistigkeit noch einplassung Pirrhi des konigs wider rom bewegen lassen. auch den teil des reichs den er ime verhieß nit nemen. Darumb sprach Pirrhus diser ist schwerlicher von seiner fruemmkeit dann die sunn von irmm lawff zebringen. darumb ist nit wunder das das roemisch volck mit solchen sytten auß kraft irer ritter obgesigt hat. Papirius dieweil er noch ein kint was vnd eins mals mit seinem vater an der hannd in den roemischen rat lieffe do wardt er vonn seiner muter darnach gefragt was haymlichs er imm ratt gehoert hett. do ertrachtet er ein behende antwurt. vnd sprach. Es wer die frag gewesen. ob besser wer das ein weyb zwen man. oder zway weyber eynen man hetten. do nw die frawen auß vrsachen diser des kinds antwurt ein versamlung hetten vnd das kinde seiner muter frag vnd sein antwurt den rat foerhielte. do wardt das kind in verwunderung seiner gescheidigkeit vomm ratt gelobt. vnd ein gepot gemacht. das kein kind denn diss in den rat gelaßen werden solt. als er aber zu seinen tagen kome do wardt er gar ein streitperer man. 100px 100px 100px 100px Blat LXXVII der werlt Antiochus der ander. des zunamens theos Antiochi deß ersten sun. der drit konig Sirei regiret. xv. iar. vnnd hat erstlich Laodiceam zu eim weib. vnd einen gar schweren krieg mit Philadelpho dem konig Egypti. darnach name er desselben konigs von Egypten tochter Beronicen zu eim gemahel vnd warden also befridet. Anthiochus galericus der drit des namens. vnd der vierdt konig Asie vnd syrie regiret. xx. iar vnd was Anitochi Theos vnd Laodicee seiner ersten frawen sun die irn man mit vergift abtet vnd Beronicen mit irnn kindernn ertoedtet. vnd disen Galericuz irnn sun machet sie fuer den vater regirnn. daruemb verfolget Euergetes syriam. aber Ptolomeus erschluog ine darnach vnd ließ Seleucum vnd Antiochum den großen hinder ime. Iosephus der iud was ein frumer vnd großmuetiger man. der das iudisch volck zu treffenlichen sachen anlaytet. vnd als er zwayunzwentzig iar der zins vnnd tribut syrie Phenicis vnd samarie gepflegen hett. do ließ er Hircanum seinen sun vnd starb. Derselb Hircanus ist ein nachfolgender pfleger der zins vnd tribut Ptolomei gewesen. vnd was von kintheit auff wunderperlicher tugent vnd sinnreichigkeit vnd erzaiget imm. xiij. iar seins alters die kluogheit des gemueets. dann der vater wolt die tugent des iuenglings erlernen vnnd schicket ine on ein aynode zwayer tagrays zesaen mit dreyhundert ioch ochßen. vnd vebarge die zuegel oder schleueche damit man sie anpyndt do erdacht er seinem alter ein zegroße behendigkeit. dann er schluog zehen ioch ochßen vnd taylet das fleisch vnder die hirrten vnnd machet auß den hewten zuegel oder schleueche damit man die ochßen aniochet vnd besaet die erden als imm der vater befolhen het. darumb als er anhayms kom wardt er fast geliebet. Symon des zunamens der gerecht Onye des bischofs sun. der acht bischoff der iuden empfieng nach dem todt seins vaters dz bischofthumb vnd besasß es xvi. iar. Diser ward von wegen seiner geistlichkeit. gerechten regiments vnd beraiter miltigkeit gein seinen burgern der gerecht genennet. Eleazarus der bischoff. symonis des gerechten bruder hat nach absterben seins vaters. vnnd dieweil Onyas seins bruders sun noch ein kint was das bischoffthumb angenomen vnd. xvij. iar beseßen. vnd dem Ptolomeo philadelpho. lxxij. allergelertist mann zu außlegung des gesetz zugeschickt. wiewol nach geprauch der schrifft gewoenlich nuor. lxx. genennt werden. Als nw eleazarus die. lxxij. außleger dem benanten konig auf sein begern auß iherusalem gein alexandria zugesenndt het do warden sie von ime gar gueetig empfangen. vnd do dem konig die rottel des gesetzs gezaigt wardt. darinn die gesetz mit guldin buchstaben geschriben stuonden. do beschlose er ir yeden in ein sundere zelle. vnd sie brachten in. lxxij. tagen dz gesetz auß hebreyscher in kriechische zungen. also einhelligclich. das (als Augustinus bezeuegt) einiche mißhelligkeit der wort oder der maynung darinn nit erschine. dieselben außlegung vberanwurtet Demetrius von den iuden bestetigt dem konig. der forderet die lxxij. fuer ine. saget ine danck schicket sie wider anhayms vnd begabet ir yeden mit dreyen gar guoten stolen vn zwayen pfunden golds. vnd mit einem becher eins pfunds vnd mit einem gantzen wirtschafft gezeueg. Onyas des namens der ander. symonis des gerechten sun. der. xi. bischoff der hebreyschen saße. viiij. iar. vnd was des gemuets klein. vnd des geltz geitzig. vnd er versaget auß lieb des gesetzs. oder eet der geytzigkeit dem Euergeti tributa zegeben. darumb kome das gantz iudisch land schier in große geferlichkeit. aber Josephus vernewet den frid vnder seinen edeln vnd Ptolomeus setzet ine zu eim hertzogen Judee. Dise drey Jason Menelaus vnd Alchimus sind von briesterlichem geslecht gewesen. aber doch nit in die bischoflichen linien zesetzen vod wegen irer geuebten abgoetterey. boßhaftiger werck vnd boeser eingange.
Das fünfte Zeitalter. Furius Camillus bekämpfte die Veienter, die die Römer zehn Jahre lang schwer bedrängten. Doch zur Zeit des Fabius besiegten die Senonischen Gallier die Römer elf Meilen von Rom entfernt. Und danach, mit ihrem König Brennus nach Rom kommend, tilgten sie den römischen Namen beinahe gänzlich aus und nahmen die Stadt ein. Nichts konnte geschützt werden außer dem Kapitol. Danach nahmen sie tausend Pfund Gold, damit sie das Kapitol nicht belagern sollten. So zogen sie wieder ab. Camillus verfolgte sie und schlug sie so, dass er das Gold, das man ihnen zweimal gegeben hatte, und auch alle ritterlichen Zeichen zurückbrachte. Und ihm wurde nach Romulus die zweite Ehre erwiesen. Quintius Cincinnatus wurde im Gewand und vom Pflug weg zum Diktator ernannt und befreite die belagerte Stadt von Feinden. In der Zeit dieser Ratsherren wurde die Stadt alle zwei Jahre von einer schweren Pest heimgesucht. Darum, zu deren Vertreibung, richteten die Obersten schändliche Spiele aus, sodass zur Vertreibung leiblicher Krankheit eine Seuche der Seelen gesucht wurde. Zur Zeit dieser zwei Ratsherren wurden viele Menschen durch römische Frauen mit Gift getötet. Und dreihundertsiebzig dieser Frauen wurden durch eine Magd verraten und auf Bekanntnis ihrer Übeltat mit dem Austrank ihres gekochten Gifts am Leben bestraft. Gaius hat nach Gründung der Stadt Rom, im dreihundertachtundachtzigsten Jahr, die Gallier niedergemacht. Marcus hat mit sechzigtausend Römern die Gallier in die Flucht geschlagen und schwer besiegt. Unter diesen Publius Cornelius und Marcus Curius endete der Samnitische Krieg, der mit vielen Schlachten der Römer neunundvierzig Jahre gewährt hatte, sodass kein Feind im welschen Land die Kraft der Römer je mehr entmutigt hatte. Decius Murena, der Ratsherr, wurde im Streit gegen die Lateiner erschlagen. Aber Manilius triumphierte und siegte. Dessen Sohn stritt über den Befehl der Ratsherren hinaus gegen die Feinde; aber obwohl er ein Sieger der Feinde war, wurde er doch wegen seines Ungehorsams mit Ruten geschlagen und enthauptet. Unter Dolabella und Domitius haben sich die Lukaner, Bruttier und Samniten mit den Etruskern und Senonischen Galliern gegen die Römer in Krieg begeben. Darin wurden sieben Tribunen oder Rittermeister erschlagen und achtzehntausend römische Ritter niedergemacht. Als sie aber nach Rom ziehen wollten, wurden sie von Cornelius Ceno vernichtet. Fabricius, der des Gedächtnisses würdige Mann, wollte sich weder durch Arglist noch durch die Schmeichelei des Königs Pyrrhus gegen Rom bewegen lassen, auch den Teil des Reiches, den er ihm verhieß, nicht nehmen. Darum sprach Pyrrhus: Dieser ist schwerer von seiner Frömmigkeit abzubringen als die Sonne von ihrem Lauf. Darum ist es kein Wunder, dass das römische Volk mit solchen Sitten durch die Kraft seiner Ritter gesiegt hat. Papirius, während er noch ein Kind war und einmal mit seinem Vater an der Hand in den römischen Rat lief, da wurde er von seiner Mutter danach gefragt, was Geheimes er im Rat gehört hätte. Da ersann er eine geschickte Antwort und sprach: Es sei die Frage gewesen, ob es besser wäre, dass eine Frau zwei Männer oder zwei Frauen einen Mann hätten. Als nun die Frauen aufgrund dieser Antwort des Kindes eine Versammlung abhielten und das Kind die Frage seiner Mutter und seine Antwort dem Rat vorenthielt, da wurde das Kind in Bewunderung seiner Klugheit vom Rat gelobt und ein Gebot gemacht, dass kein Kind außer diesem in den Rat gelassen werden sollte. Als er aber zu seinen Tagen kam, da wurde er ein sehr streitbarer Mann. Blatt 77 der Weltchronik. Antiochus der Zweite, mit dem Beinamen Theos, Sohn des Antiochus des Ersten, der dritte König Syriens, regierte fünfzehn Jahre. Und er hatte zuerst Laodike zur Frau und einen sehr schweren Krieg mit Philadelphus, dem König von Ägypten. Danach nahm er die Tochter desselben Königs von Ägypten, Berenike, zur Gemahlin, und so wurden sie befriedet. Antiochus Galerius, der Dritte dieses Namens und der vierte König Asiens und Syriens, regierte zwanzig Jahre und war der Sohn des Antiochus Theos und seiner ersten Frau Laodike, die ihren Mann mit Gift tötete und Berenike mit ihren Kindern ermordete. Und diesen Galerius, ihren Sohn, ließ sie anstelle des Vaters regieren. Darum verfolgte Euergetes Syrien. Aber Ptolemäus erschlug ihn danach und ließ Seleukos und Antiochus den Großen hinter sich. Josephus der Jude war ein frommer und großmütiger Mann, der das jüdische Volk zu trefflichen Dingen anleitete. Und als er zweiundzwanzig Jahre lang die Zinsen und Tribute Syriens, Phöniziens und Samarias verwaltet hatte, da hinterließ er Hyrkanus, seinen Sohn, und starb. Derselbe Hyrkanus war ein nachfolgender Verwalter der Zinsen und Tribute des Ptolemäus. Und er war von Kindheit an von wunderbarer Tugend und Sinnreichheit und zeigte im dreizehnten Jahr seines Alters die Klugheit seines Gemüts. Denn der Vater wollte die Tugend des Jünglings erlernen und schickte ihn ohne eine Begleitung zwei Tagesreisen weit, um mit dreihundert Joch Ochsen zu säen. Und er verbarg die Zügel oder Stricke, womit man sie anbindet. Da ersann er für sein Alter eine zu große Geschicklichkeit: denn er schlug zehn Joch Ochsen und teilte das Fleisch unter die Hirten und machte aus den Häuten Zügel oder Stricke, womit man die Ochsen anjochte und besäte die Erde, wie es ihm der Vater befohlen hatte. Darum, als er heimkam, wurde er sehr geliebt. Simon, mit dem Beinamen der Gerechte, Sohn des Bischofs Onias, der achte Bischof der Juden, empfing nach dem Tod seines Vaters das Bischofsamt und besaß es sechzehn Jahre. Dieser wurde wegen seiner Geistlichkeit, gerechten Regierung und bereiten Milde gegenüber seinen Bürgern der Gerechte genannt. Eleazar, der Bischof, Bruder Simons des Gerechten, hat nach dem Absterben seines Vaters und während Onias, der Sohn seines Bruders, noch ein Kind war, das Bischofsamt angenommen und siebzehn Jahre besessen. Und er schickte dem Ptolemäus Philadelphus zweiundsiebzig allergelehrteste Männer zur Auslegung des Gesetzes, wiewohl nach Gebrauch der Schrift gewöhnlich nur siebzig genannt werden. Als nun Eleazar die zweiundsiebzig Ausleger dem genannten König auf sein Begehren hin von Jerusalem nach Alexandria gesandt hatte, da wurden sie von ihm sehr gütig empfangen. Und als dem König die Rolle des Gesetzes gezeigt wurde, darin die Gesetze mit goldenen Buchstaben geschrieben standen, da schloss er jeden von ihnen in eine besondere Zelle. Und sie brachten in zweiundsiebzig Tagen das Gesetz aus hebräischer in griechische Zunge, so einhellig, dass (wie Augustinus bezeugt) keinerlei Misshelligkeit der Worte oder der Meinung darin erschien. Dieselbe Auslegung übergab Demetrius, von den Juden bestätigt, dem König. Der forderte die zweiundsiebzig vor sich, dankte ihnen, schickte sie wieder heim und beschenkte jeden von ihnen mit drei sehr guten Gewändern und zwei Pfund Gold, und mit einem Becher eines Pfundes und mit einem ganzen Hausrat. Onias der Zweite, Sohn Simons des Gerechten, der elfte Bischof der Hebräer, saß neun Jahre. Und er war von kleinem Gemüt und geizig im Geld. Und er weigerte sich, aus Liebe zum Gesetz oder eher aus Geiz, dem Euergetes Tribute zu geben. Darum kam das ganze jüdische Land beinahe in große Gefahr. Aber Josephus erneuerte den Frieden unter