Schedelsche Weltchronik · Blatt 77

Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 77, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 77, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das funft alter 100px 100px Furius camillus bestritte die Veientos. die die roemer. x. iar sere anfachten. aber zu der zeit Fabij haben die Senonischen gallier die roemer. xi. meyl von Rom vberwunden. vnd darnach mit Brenno irem konig gein rom komende den roemischen namen schier gar außgetilgt. vnd die statt eingenomen. vnd mocht auch nichtzt den dz Capitolium beschutzt werden. darnach namen sie tausent pfund golds das sie das capitolium nit belegernn solten. also zohen sie wider ab. den volget Camillus nach. vn sluoge sie also das er das gold das man ine zwaymal gegeben het. vnd auch alle ritterliche zaichen herwiderbracht. vnnd ime wardt nach Romulo die ander ere erboten. Quintius cincinatus wardt imm gew vnd vomm pfluog zu eim dictator angenomen. vnd hat die belegerten statt vonn feynden geledigt. In zeit diser ratherrnn wardt die stat alle zway iar mit schwerer pestilentz bekuemert. daruemb zu vertreibung derselben richteten die obersten schentliche spil auff. also das vmb vertreibung leiplicher kranckheit ein seuchen der selen gesucht wardt. Zu der zeit diser zwayer rathernn sind vil menschen durch roemische weiber mit gift ertoedt. vnnd derselben weiber. iij. lxx. durch ain mayd verraten. vnnd auff bekantnus irer vbeltat mit außtrincken irs gekochten gifts amm leben gestraft worden. Gaius hat nach anfang der statt Rom. iijc. lxxxviij. iar die Gallier ernidergelegt. Marcus hat mit. lxm. roemernn die gallier in die flucht gewendt vnd schwerlich geschlagen. Bey disen publio cornelio vnd Marco curio hat sich geendet der Saminitisch krieg. der het mit vil schlacht der roemer. xlix. iar geweret. das kein feind in welsche land der roemer kraft ye mer gemueedigt het. Decius murena der ratherr wardt imm streit wider die Lateinischen erslagen. aber Manilius triumphiret vnd siget ob. des sun stritte vber der ratthernn beuelhe wider die feind: aber wiewol er ein obsiger der feind wz so wardt er doch vmb sein vngehorsam mit rueten gehawen vnd enthawbtet. Under Dolobella vnd Domicio haben sich die Lucani Brucij Samnites mit den Etrusciernn vnd Senanischen Galliernn wider die roemer in krieg begeben. darinn siben Tribuni. oder rittermaister erslagen. vnnd xviijm. roemischer ritter ermder gelegt warden. do sie aber gein rom ziehen wolten warden sie von cornelio ceno abgetilgt Fabricius der gedechtnus wirdig man wolt sich kein arglistigkeit noch einplassung Pirrhi des konigs wider rom bewegen lassen. auch den teil des reichs den er ime verhieß nit nemen. Darumb sprach Pirrhus diser ist schwerlicher von seiner fruemmkeit dann die sunn von irmm lawff zebringen. darumb ist nit wunder das das roemisch volck mit solchen sytten auß kraft irer ritter obgesigt hat. Papirius dieweil er noch ein kint was vnd eins mals mit seinem vater an der hannd in den roemischen rat lieffe do wardt er vonn seiner muter darnach gefragt was haymlichs er imm ratt gehoert hett. do ertrachtet er ein behende antwurt. vnd sprach. Es wer die frag gewesen. ob besser wer das ein weyb zwen man. oder zway weyber eynen man hetten. do nw die frawen auß vrsachen diser des kinds antwurt ein versamlung hetten vnd das kinde seiner muter frag vnd sein antwurt den rat foerhielte. do wardt das kind in verwunderung seiner gescheidigkeit vomm ratt gelobt. vnd ein gepot gemacht. das kein kind denn diss in den rat gelaßen werden solt. als er aber zu seinen tagen kome do wardt er gar ein streitperer man. 100px 100px 100px 100px Blat LXXVII der werlt Antiochus der ander. des zunamens theos Antiochi deß ersten sun. der drit konig Sirei regiret. xv. iar. vnnd hat erstlich Laodiceam zu eim weib. vnd einen gar schweren krieg mit Philadelpho dem konig Egypti. darnach name er desselben konigs von Egypten tochter Beronicen zu eim gemahel vnd warden also befridet. Anthiochus galericus der drit des namens. vnd der vierdt konig Asie vnd syrie regiret. xx. iar vnd was Anitochi Theos vnd Laodicee seiner ersten frawen sun die irn man mit vergift abtet vnd Beronicen mit irnn kindernn ertoedtet. vnd disen Galericuz irnn sun machet sie fuer den vater regirnn. daruemb verfolget Euergetes syriam. aber Ptolomeus erschluog ine darnach vnd ließ Seleucum vnd Antiochum den großen hinder ime. Iosephus der iud was ein frumer vnd großmuetiger man. der das iudisch volck zu treffenlichen sachen anlaytet. vnd als er zwayunzwentzig iar der zins vnnd tribut syrie Phenicis vnd samarie gepflegen hett. do ließ er Hircanum seinen sun vnd starb. Derselb Hircanus ist ein nachfolgender pfleger der zins vnd tribut Ptolomei gewesen. vnd was von kintheit auff wunderperlicher tugent vnd sinnreichigkeit vnd erzaiget imm. xiij. iar seins alters die kluogheit des gemueets. dann der vater wolt die tugent des iuenglings erlernen vnnd schicket ine on ein aynode zwayer tagrays zesaen mit dreyhundert ioch ochßen. vnd vebarge die zuegel oder schleueche damit man sie anpyndt do erdacht er seinem alter ein zegroße behendigkeit. dann er schluog zehen ioch ochßen vnd taylet das fleisch vnder die hirrten vnnd machet auß den hewten zuegel oder schleueche damit man die ochßen aniochet vnd besaet die erden als imm der vater befolhen het. darumb als er anhayms kom wardt er fast geliebet. Symon des zunamens der gerecht Onye des bischofs sun. der acht bischoff der iuden empfieng nach dem todt seins vaters dz bischofthumb vnd besasß es xvi. iar. Diser ward von wegen seiner geistlichkeit. gerechten regiments vnd beraiter miltigkeit gein seinen burgern der gerecht genennet. Eleazarus der bischoff. symonis des gerechten bruder hat nach absterben seins vaters. vnnd dieweil Onyas seins bruders sun noch ein kint was das bischoffthumb angenomen vnd. xvij. iar beseßen. vnd dem Ptolomeo philadelpho. lxxij. allergelertist mann zu außlegung des gesetz zugeschickt. wiewol nach geprauch der schrifft gewoenlich nuor. lxx. genennt werden. Als nw eleazarus die. lxxij. außleger dem benanten konig auf sein begern auß iherusalem gein alexandria zugesenndt het do warden sie von ime gar gueetig empfangen. vnd do dem konig die rottel des gesetzs gezaigt wardt. darinn die gesetz mit guldin buchstaben geschriben stuonden. do beschlose er ir yeden in ein sundere zelle. vnd sie brachten in. lxxij. tagen dz gesetz auß hebreyscher in kriechische zungen. also einhelligclich. das (als Augustinus bezeuegt) einiche mißhelligkeit der wort oder der maynung darinn nit erschine. dieselben außlegung vberanwurtet Demetrius von den iuden bestetigt dem konig. der forderet die lxxij. fuer ine. saget ine danck schicket sie wider anhayms vnd begabet ir yeden mit dreyen gar guoten stolen vn zwayen pfunden golds. vnd mit einem becher eins pfunds vnd mit einem gantzen wirtschafft gezeueg. Onyas des namens der ander. symonis des gerechten sun. der. xi. bischoff der hebreyschen saße. viiij. iar. vnd was des gemuets klein. vnd des geltz geitzig. vnd er versaget auß lieb des gesetzs. oder eet der geytzigkeit dem Euergeti tributa zegeben. darumb kome das gantz iudisch land schier in große geferlichkeit. aber Josephus vernewet den frid vnder seinen edeln vnd Ptolomeus setzet ine zu eim hertzogen Judee. Dise drey Jason Menelaus vnd Alchimus sind von briesterlichem geslecht gewesen. aber doch nit in die bischoflichen linien zesetzen vod wegen irer geuebten abgoetterey. boßhaftiger werck vnd boeser eingange.

Moderne Übersetzung

Das fünfte Zeitalter. Furius Camillus bekämpfte die Veienter, die die Römer zehn Jahre lang schwer bedrängten. Doch zur Zeit des Fabius besiegten die Senonischen Gallier die Römer elf Meilen von Rom entfernt. Und danach, mit ihrem König Brennus nach Rom kommend, tilgten sie den römischen Namen beinahe gänzlich aus und nahmen die Stadt ein. Nichts konnte geschützt werden außer dem Kapitol. Danach nahmen sie tausend Pfund Gold, damit sie das Kapitol nicht belagern sollten. So zogen sie wieder ab. Camillus verfolgte sie und schlug sie so, dass er das Gold, das man ihnen zweimal gegeben hatte, und auch alle ritterlichen Zeichen zurückbrachte. Und ihm wurde nach Romulus die zweite Ehre erwiesen. Quintius Cincinnatus wurde im Gewand und vom Pflug weg zum Diktator ernannt und befreite die belagerte Stadt von Feinden. In der Zeit dieser Ratsherren wurde die Stadt alle zwei Jahre von einer schweren Pest heimgesucht. Darum, zu deren Vertreibung, richteten die Obersten schändliche Spiele aus, sodass zur Vertreibung leiblicher Krankheit eine Seuche der Seelen gesucht wurde. Zur Zeit dieser zwei Ratsherren wurden viele Menschen durch römische Frauen mit Gift getötet. Und dreihundertsiebzig dieser Frauen wurden durch eine Magd verraten und auf Bekanntnis ihrer Übeltat mit dem Austrank ihres gekochten Gifts am Leben bestraft. Gaius hat nach Gründung der Stadt Rom, im dreihundertachtundachtzigsten Jahr, die Gallier niedergemacht. Marcus hat mit sechzigtausend Römern die Gallier in die Flucht geschlagen und schwer besiegt. Unter diesen Publius Cornelius und Marcus Curius endete der Samnitische Krieg, der mit vielen Schlachten der Römer neunundvierzig Jahre gewährt hatte, sodass kein Feind im welschen Land die Kraft der Römer je mehr entmutigt hatte. Decius Murena, der Ratsherr, wurde im Streit gegen die Lateiner erschlagen. Aber Manilius triumphierte und siegte. Dessen Sohn stritt über den Befehl der Ratsherren hinaus gegen die Feinde; aber obwohl er ein Sieger der Feinde war, wurde er doch wegen seines Ungehorsams mit Ruten geschlagen und enthauptet. Unter Dolabella und Domitius haben sich die Lukaner, Bruttier und Samniten mit den Etruskern und Senonischen Galliern gegen die Römer in Krieg begeben. Darin wurden sieben Tribunen oder Rittermeister erschlagen und achtzehntausend römische Ritter niedergemacht. Als sie aber nach Rom ziehen wollten, wurden sie von Cornelius Ceno vernichtet. Fabricius, der des Gedächtnisses würdige Mann, wollte sich weder durch Arglist noch durch die Schmeichelei des Königs Pyrrhus gegen Rom bewegen lassen, auch den Teil des Reiches, den er ihm verhieß, nicht nehmen. Darum sprach Pyrrhus: Dieser ist schwerer von seiner Frömmigkeit abzubringen als die Sonne von ihrem Lauf. Darum ist es kein Wunder, dass das römische Volk mit solchen Sitten durch die Kraft seiner Ritter gesiegt hat. Papirius, während er noch ein Kind war und einmal mit seinem Vater an der Hand in den römischen Rat lief, da wurde er von seiner Mutter danach gefragt, was Geheimes er im Rat gehört hätte. Da ersann er eine geschickte Antwort und sprach: Es sei die Frage gewesen, ob es besser wäre, dass eine Frau zwei Männer oder zwei Frauen einen Mann hätten. Als nun die Frauen aufgrund dieser Antwort des Kindes eine Versammlung abhielten und das Kind die Frage seiner Mutter und seine Antwort dem Rat vorenthielt, da wurde das Kind in Bewunderung seiner Klugheit vom Rat gelobt und ein Gebot gemacht, dass kein Kind außer diesem in den Rat gelassen werden sollte. Als er aber zu seinen Tagen kam, da wurde er ein sehr streitbarer Mann. Blatt 77 der Weltchronik. Antiochus der Zweite, mit dem Beinamen Theos, Sohn des Antiochus des Ersten, der dritte König Syriens, regierte fünfzehn Jahre. Und er hatte zuerst Laodike zur Frau und einen sehr schweren Krieg mit Philadelphus, dem König von Ägypten. Danach nahm er die Tochter desselben Königs von Ägypten, Berenike, zur Gemahlin, und so wurden sie befriedet. Antiochus Galerius, der Dritte dieses Namens und der vierte König Asiens und Syriens, regierte zwanzig Jahre und war der Sohn des Antiochus Theos und seiner ersten Frau Laodike, die ihren Mann mit Gift tötete und Berenike mit ihren Kindern ermordete. Und diesen Galerius, ihren Sohn, ließ sie anstelle des Vaters regieren. Darum verfolgte Euergetes Syrien. Aber Ptolemäus erschlug ihn danach und ließ Seleukos und Antiochus den Großen hinter sich. Josephus der Jude war ein frommer und großmütiger Mann, der das jüdische Volk zu trefflichen Dingen anleitete. Und als er zweiundzwanzig Jahre lang die Zinsen und Tribute Syriens, Phöniziens und Samarias verwaltet hatte, da hinterließ er Hyrkanus, seinen Sohn, und starb. Derselbe Hyrkanus war ein nachfolgender Verwalter der Zinsen und Tribute des Ptolemäus. Und er war von Kindheit an von wunderbarer Tugend und Sinnreichheit und zeigte im dreizehnten Jahr seines Alters die Klugheit seines Gemüts. Denn der Vater wollte die Tugend des Jünglings erlernen und schickte ihn ohne eine Begleitung zwei Tagesreisen weit, um mit dreihundert Joch Ochsen zu säen. Und er verbarg die Zügel oder Stricke, womit man sie anbindet. Da ersann er für sein Alter eine zu große Geschicklichkeit: denn er schlug zehn Joch Ochsen und teilte das Fleisch unter die Hirten und machte aus den Häuten Zügel oder Stricke, womit man die Ochsen anjochte und besäte die Erde, wie es ihm der Vater befohlen hatte. Darum, als er heimkam, wurde er sehr geliebt. Simon, mit dem Beinamen der Gerechte, Sohn des Bischofs Onias, der achte Bischof der Juden, empfing nach dem Tod seines Vaters das Bischofsamt und besaß es sechzehn Jahre. Dieser wurde wegen seiner Geistlichkeit, gerechten Regierung und bereiten Milde gegenüber seinen Bürgern der Gerechte genannt. Eleazar, der Bischof, Bruder Simons des Gerechten, hat nach dem Absterben seines Vaters und während Onias, der Sohn seines Bruders, noch ein Kind war, das Bischofsamt angenommen und siebzehn Jahre besessen. Und er schickte dem Ptolemäus Philadelphus zweiundsiebzig allergelehrteste Männer zur Auslegung des Gesetzes, wiewohl nach Gebrauch der Schrift gewöhnlich nur siebzig genannt werden. Als nun Eleazar die zweiundsiebzig Ausleger dem genannten König auf sein Begehren hin von Jerusalem nach Alexandria gesandt hatte, da wurden sie von ihm sehr gütig empfangen. Und als dem König die Rolle des Gesetzes gezeigt wurde, darin die Gesetze mit goldenen Buchstaben geschrieben standen, da schloss er jeden von ihnen in eine besondere Zelle. Und sie brachten in zweiundsiebzig Tagen das Gesetz aus hebräischer in griechische Zunge, so einhellig, dass (wie Augustinus bezeugt) keinerlei Misshelligkeit der Worte oder der Meinung darin erschien. Dieselbe Auslegung übergab Demetrius, von den Juden bestätigt, dem König. Der forderte die zweiundsiebzig vor sich, dankte ihnen, schickte sie wieder heim und beschenkte jeden von ihnen mit drei sehr guten Gewändern und zwei Pfund Gold, und mit einem Becher eines Pfundes und mit einem ganzen Hausrat. Onias der Zweite, Sohn Simons des Gerechten, der elfte Bischof der Hebräer, saß neun Jahre. Und er war von kleinem Gemüt und geizig im Geld. Und er weigerte sich, aus Liebe zum Gesetz oder eher aus Geiz, dem Euergetes Tribute zu geben. Darum kam das ganze jüdische Land beinahe in große Gefahr. Aber Josephus erneuerte den Frieden unter

Anmerkungen

funft alter
Fünftes Zeitalter (Epoche in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichtsschreibung)
Veientos
Veienter (Volk der Etrusker, Bewohner der Stadt Veii)
x.
römisch für 10
anfachten
bedrängten, angriffen
Fabij
Fabius (römischer Familienname, hier wohl Quintus Fabius Ambustus oder ein anderer Fabier der Zeit)
Senonischen gallier
Senonen (gallischer Stamm)
xi.
römisch für 11
meyl
Meile (altes Längenmaß, ca. 7,5 km)
Brenno
Brennus (Anführer der Senonen, der Rom 387 v. Chr. plünderte)
schier
beinahe, fast
Capitolium
Kapitol (einer der sieben Hügel Roms, mit dem wichtigsten Heiligtum)
pfund golds
Pfund Gold (Maßeinheit für Gold, ca. 327 g)
ritterliche zaichen
ritterliche Zeichen (Feldzeichen, Trophäen)
Romulo
Romulus (legendärer Gründer Roms)
Quintius cincinatus
Quintus Cincinnatus (römischer Konsul und Diktator, bekannt für seine Bescheidenheit)
imm gew
im Gewand (gemeint ist: im bürgerlichen Gewand, nicht in Rüstung)
geledigt
befreit
ratherrnn
Ratsherren (Senatoren)
bekuemert
heimgesucht, geplagt
schentliche spil
schändliche Spiele (hier wohl im Sinne von sündhaften, unmoralischen Spielen, die zur Besänftigung der Götter gedacht waren, aber als moralisch verwerflich angesehen wurden)
seuchen der selen
Seuche der Seelen (moralische Verderbnis, Sünde)
iij. lxx.
römisch für 370
mayd
Magd, junge Frau
außtrincken
Austrank (hier: das Trinken des Gifts als Strafe)
iijc. lxxxviij.
römisch für 388
lxm.
römisch für 60.000 (lx = 60, m = 1000)
publio cornelio
Publius Cornelius (hier wohl Publius Cornelius Rufinus, Konsul 290 v. Chr.)
Marco curio
Marcus Curius (hier wohl Manius Curius Dentatus, Konsul 290 v. Chr.)
Saminitisch krieg
Samnitischer Krieg (Kriege zwischen Rom und den Samniten, 343–290 v. Chr.)
xlix.
römisch für 49
welsche land
welsches Land (altdeutscher Name für Italien)
gemueedigt
entmutigt, geschwächt
Decius murena
Decius Murena (hier wohl Publius Decius Mus, der sich im Kampf gegen die Latiner opferte)
Lateinischen
Lateiner (Volk in Latium)
Manilius
Manilius (hier wohl Titus Manlius Imperiosus Torquatus, Konsul 340 v. Chr., bekannt für die Hinrichtung seines Sohnes)
obsiger
Sieger
rueten
Ruten (Strafinstrument, Rutenbündel)
Dolobella
Dolabella (römischer Familienname, hier wohl Gnaeus Cornelius Dolabella)
Domicio
Domitius (römischer Familienname, hier wohl Gnaeus Domitius Calvinus Maximus)
Lucani
Lukaner (Volk in Lukanien, Süditalien)
Brucij
Bruttier (Volk in Bruttium, Süditalien)
Samnites
Samniten (Volk in Samnium, Mittelitalien)
Etrusciernn
Etrusker (Volk in Etrurien, Mittelitalien)
Senanischen Galliernn
Senonen (gallischer Stamm)
Tribuni
Tribunen (römische Beamte oder Militärführer)
rittermaister
Rittermeister (Militärführer, Reiterführer)
xviijm.
römisch für 18.000 (xviij = 18, m = 1000)
cornelio ceno
Cornelius Ceno (hier wohl Lucius Cornelius Scipio Barbatus, Konsul 298 v. Chr.)
abgetilgt
vernichtet, ausgelöscht
Fabricius
Fabricius (hier wohl Gaius Fabricius Luscinus, Konsul 282 und 276 v. Chr., bekannt für seine Integrität gegenüber Pyrrhus)
einplassung
Schmeichelei
Pirrhi
Pyrrhus (König von Epirus, Gegner Roms in den Pyrrhischen Kriegen)
fruemmkeit
Frömmigkeit, Rechtschaffenheit, Tugend
sytten
Sitten, Charakter
obgesigt
gesiegt
Papirius
Papirius (hier wohl Papirius Praetextatus, eine Anekdote über einen jungen Papirius, der ein Geheimnis des Senats bewahrte)
ertrachtet
ersann, überlegte
behende
geschickt, gewandt
foerhielte
vorenthielt
streitperer
streitbarer, kriegerischer
LXXVII
römisch für 77
werlt
Welt (hier: Weltchronik)
Antiochus der ander
Antiochus II. Theos (König des Seleukidenreiches, regierte 261–246 v. Chr.)
zunamens
Beinamen
theos
lat. Theos – Gott (Beiname des Antiochus II.)
Sirei
Syrien
xv.
römisch für 15
Laodiceam
Laodike (Ehefrau des Antiochus II.)
Philadelpho
Philadelphus (hier wohl Ptolemäus II. Philadelphus, König von Ägypten, regierte 285–246 v. Chr.)
Egypti
Ägypten
Beronice
Berenike (Tochter des Ptolemäus II., zweite Frau des Antiochus II.)
gemahel
Gemahlin
galericus
Galerius (hier wohl eine Verwechslung oder vereinfachte Darstellung; der Text beschreibt Ereignisse, die eher Antiochus III. den Großen betreffen, aber mit falschen Elternangaben)
xx.
römisch für 20
abtet
tötete
Euergetes
Euergetes (hier wohl Ptolemäus III. Euergetes, König von Ägypten, regierte 246–222 v. Chr.)
Ptolomeus
Ptolemäus (hier wohl Ptolemäus III. Euergetes)
Seleucum
Seleukos (hier wohl Seleukos II. Kallinikos oder Seleukos III. Keraunos)
Antiochum den großen
Antiochus der Große (Antiochus III., König des Seleukidenreiches, regierte 223–187 v. Chr.)
Iosephus der iud
Josephus der Jude (hier wohl Joseph ben Tobias, ein jüdischer Steuereintreiber im 3. Jh. v. Chr., nicht der Historiker Flavius Josephus)
iudisch volck
jüdisches Volk
zins vnnd tribut
Zinsen und Tribut (Steuern und Abgaben)
Phenicis
Phönizien
samarie
Samaria
gepflegen
verwaltet
Hircanum
Hyrkanus (hier wohl Hyrkanus, Sohn des Joseph ben Tobias, der die Verwaltung der Tribute übernahm)
pfleger
Verwalter
Ptolomei
Ptolemäus (hier wohl Ptolemäus IV. Philopator, König von Ägypten, regierte 222–205 v. Chr.)
xiij.
römisch für 13
aynode
Begleitung, Gesellschaft
tagrays
Tagesreise (Maßeinheit für Entfernung)
ioch ochßen
Joch Ochsen (ein Joch ist ein Gespann von zwei Ochsen; hier 300 Gespanne)
schleueche
Stricke, Riemen
anpyndt
anbindet
erdacht
ersann, überlegte
behendigkeit
Geschicklichkeit
aniochet
anjochte (die Ochsen an das Joch spannte)
anhayms
heim, nach Hause
Symon des zunamens der gerecht
Simon der Gerechte (Hohepriester in Jerusalem, entweder Simon I. oder Simon II.)
Onye
Onias (Hohepriester, Vater Simons des Gerechten)
xvi.
römisch für 16
beraiter miltigkeit
bereite Milde, große Freigiebigkeit
gein
gegenüber
Eleazarus
Eleazar (Hohepriester, Bruder Simons des Gerechten)
absterben
Tod
Onyas
Onias (hier wohl Onias II. oder Onias III., Sohn Simons des Gerechten)
xvij.
römisch für 17
Ptolomeo philadelpho
Ptolemäus Philadelphus (Ptolemäus II. Philadelphus, König von Ägypten)
lxxij.
römisch für 72
gewoenlich nuor
gewöhnlich nur
lxx.
römisch für 70 (Bezug zur Septuaginta, der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel)
rottel
Rolle, Schriftrolle
einhelligclich
einhellig, einstimmig
Augustinus
Augustinus (Kirchenvater Augustinus von Hippo, 354–430 n. Chr.)
mißhelligkeit
Misshelligkeit, Uneinigkeit
hebreyscher
hebräischer
kriechische zungen
griechische Zunge (griechische Sprache)
vberanwurtet
übergab
Demetrius
Demetrius (hier wohl Demetrius von Phaleron, Bibliothekar in Alexandria)
begabet
beschenkte
stolen
Stolen (lange, festliche Gewänder)
wirtschafft gezeueg
Hausrat, Haushaltsgeräte
Onyas des namens der ander
Onias der Zweite (Hohepriester in Jerusalem)
xi.
römisch für 11
hebreyschen
Hebräer
viiij.
römisch für 9
klein
klein (hier: von kleinem Gemüt, engstirnig)
geitzig
geizig
versaget
weigerte sich
eet
eher
geytzigkeit
Geiz
Euergeti
Euergetes (hier wohl Ptolemäus III. Euergetes)
tributa
lat. Tributa – Tribute, Abgaben
iudisch land
jüdisches Land
vernewet
erneuerte