Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter | 100px Seleucus ceraunos der ander ders neamens. der fuenft konig Sirie regieret zway iar vnd machet wider die stett die vvon seinem vater abgetretten waren. ein große schif start die verlore er al´le ein einer vngestuemigkeit. vnd kime mit ploßem leib vnd wenig mitgeserten kuemerlich aßunach solchem schifbruch ward er von Ptolemeo ewergete vberwunden. gein Antiochiam gejagt. daselbst begeret er von antiochio seim bruder hilff. aber antiochus nuor. xiiij. iar alt. vd des reiches vber sein alter begierig entsetzet seinen bruder Seleucum des reichs vnder der gestalt vnd vrsach einen beschutzs. 100px Antiochus der groß vnd Seleucus cereunos gebruedere reguen bede. die wolten das pluot irs vaters vnd Onye. die der konig Egypti Euergetes ertoedt het rechen. darumb furten die ein groß mechtig heer wider Philopatorous. der noch ein kind von vier iarn was. darinn het er mit vil anderen bey ime Philippum den koenig der Macedonier. damit syget ob vnd iaget Scopam denselben kinds heerfuerer. vnd er erobert auch iudeam mit vil andern stetten. vnd nachdem er aber egipten mit waffen nit sahen mocht do vermehelt er listiglicg sein tochter dem Epiphani. das er also als ein freuend in das reich kome aber sein anslag ward gemerckt vnd im vnderbrochen Antiochus der groß genant der sechst konig Sirie regieret. xxxvi. iar. vnd hat Ptolomesi phylometrum bestritten, und auß vberflueßigkeit seiner mechtigkeit vnd reichthuemer sein heer also angeruchtet dz die gemaynen ritter hoßen auß gold machten. Disem vbergabe Hanibal penus die statt Cartaginem auß forcht der roemer die hohinuetigken Antiochi vnd Hanibalis in gedulden.d darumb sickten sie. L. cornelium den ratherren. nd die Scipiones mit namen Nasicm vnd Affricanum als gesandte, vnd vberwunden Hanibalem und bestritten auch Antiochum mit bezwangnus. von den roemern frid zu zebegern. der ward ime verlihen. also das er sich auß Europa vnd Asia ziehen. vnd bey. xx. zu geysel gesatzten personen ierlich. xm. pfund bezalen solt. als aber darnach auß begirde es schatzs ime von den briestern betriegclich verheißen in persidem kome do ward er imm tempel des gluecks von den briestern etoedt. glidsweyß zerschnitten vnd auß dem tempel geworfen Seleucus iners oder philopator der. vii. konig asie vnd Sirie regiret. xii. iar vnd was ein toll vnstinnwitzig vnd boeßhaftig mann. der schicket den holiodorum zeberawben den schatzstock imm tempel. der vnrecht vrteilende durch den engel also gegayselr wars dz er auß fuerbete Onye kawm herwider genase. Die siben fuen machabey warden mit irer muter vnd eleazaro mitsambt vil anderen gemartert die dann vor der menschwerdung des suns gottes vmb des goetlichen gesetz willen biß zum tod swete mater vnd peyn erleydden haben. | | 100px Symon Onye des bischoffs sun der. xij. bischoff der indem saß xij. iar. wz ein frumm man. hat vil preyßlobs imm buoxh Ecclesiastici imm I. capitel. der den tempel zu besserung bracht vnnd die statt erweitert. Diser hailet sein volck vnd erntlediget es von verlust. zu lest starb er vnd ließ Onia seinen sun zu eim nachkomen. Onias der groß ein sun Symonis erlanget dz bischofthumm vnd saß. xbiiij. iar. der von wegen der wueteichey anthiochi do er indeam vndertrucker mit vil inden in Egypten geflohen ist vnd daselbst gepawet hat einen tempel zu gleichnus des in iherusalem. daran er schwerlich en finder, er starb und ließ einen sun noch vnsprechenden. Simon was des Onye sun der nach sens vaters flucht das bischoffthum inhielt. da aber zu letst der fuerst der briester starb ließ er drey suen Onyam. Jesum. vnd Johannum. die zu dreyen fuerstenthumen der briesterschaft komen. Onyas der guetig was ein heiliger man got vnd dem menschen angename. der zu letst von Andronico erslagen wardt aber der konig von diß allergerechtisten menschen tod betruebet hieß Andronicum den todslager fahen. ime sein purpurklaid abziehen vnd ine an den ende des todslags so lang mit ruoten hawen bis er starb. 100px Blat LXXX der werlt Sena die statt yetzo vnder den stetten des lands Ethrurie an krefften vnnd reichthuemern die ander ist an einen garwunnigclichem ort gelegen. vnnd (als policrates schreibt) von den Senonensischen Galliern zu der zeyt Brennij vor der zukunft Cristi. iiijc. lxxxij. iar. als er in welsche land zohe gepawen. inmaßen dann des ein anzeigung gibt das die von sena in beschirmund oder salbung der glider. huebschheit des antlitzs vnd der farb. vnnd auch an sitten den galliern vnd Brittaniern (an den sie iren vrsprung gezogen haben) gleich scheinen vnd geparen. wiewol alter der zeit. einfluss des himels. gelegenheit der geegent vnd mitleben irer nathpawrn. den sie sich mit dem pluot vnd mit den sitten vermischt haben. sie zum groeesseren teyl verwandelt hat. aber nach dem in keinen schriften der alten von diser statt ychtzit gefunden wirdt. auch keinerlay fueßstapffen des alters darinn erscheinen so mag sie vnder den newen stetten gezelet werden. Ettlich woellen sagen Carolus malleus hab dise statt gepawt. aber zu Venedig in dem lobichen closter sant Georgien da alga. das der gloriwirdig babst Eugenius als er die werlt verließ von aigem gelt vaterlicher erbschaft gepawt hat find man ein fast alten buch geschriben. ds babst Johannes der. xviij. auß dem Perusinischen Cluiensischen Arentinischen Fesulanischen Florentinisschen vnd Volateranischen den sechs bistumen. son sechs gemaynen dise statt gepawen. vnd sich Senam. das sechs bedeuedtet genent hab. Dise statt ligt yetzo auff eim puehel schier einer inseln allenthalben als hohe gestadt habende. doch amm oberen ort der statt ist der erdpoden ettlichermaß mit garten vnd gruengewachs gezieret. In diser statt sind fast herrliche gepew vorhanden. als ein schoene hohe schuel. ein marckt ein pforten. vnd konigliche pallast. Ein fasrzierhaftigs goettlich geregierts spital. Dise statt ist auch weit und frey mit thuernen vnd vorweren. vnd auch mit gar gutten sitten angeschiket. auch nit eins groben noch vnhoeflichen volcks. der erdpodem daselbst ist fastkraetfruchtper. vnd alweg nerhaftig vil ochßen. wilderstyer vnd schaff. auch an getraid, wein vnd oele feuchtper. vnd an allerlay fruechten vberfluessig. vnd ligt von Rom achthundert achtail einer meyl. Dise statt hat geahbt das erleuecht gestirnn den heiligenBernhardinum. des heiligthuemer bey der stat Aquila mit manigfeltigen wunderzaichen teglich scheynen. derselb hat allererster sant Franciscen orden zu der obseruanz yetzo also hoh plueet gebracht. Sie ist auch gezierer gewesen mit Hugone dem artzt vnd naturlichen maister. der vor andern seiner zeit nach absterben Jacobie sorliuiensis gelerter vnd erleuechter gehalten ward. Auch mit Fridrichen den rechtweysen. der vil ratsleg imm rechten daselbst gelaßen hat. auch mit Enea siluio dem poeten darnach mit babstlicher wirdigkeit begabten vnd Pius genanten. Daselbst ist auch ettwen von irer treffenlichkeit wegen ein Concilium gewesen. zwischen Vmbronem dem fluss vnd dem see Danaam. oder dem floss Paliam. der auß demselben see koembt sind vil bergige vnd felldige stett. auch die garalt statt Clusium. von der Olinus vil schreibt. die ettwen Carmon hieß. vnd yetzo der statt Sena vnderworffen vndvon ir geauffet ist.
Das fünfte Zeitalter. Seleukos Keraunos, der zweite dieses Namens, der fünfte König Syriens, regierte zwei Jahre und zog gegen die Städte, die von seinem Vater abgetreten waren. Eine große Flotte rüstete er aus, die er alle in einem Ungestüm verlor und kam mit bloßem Leib und wenigen Begleitern kümmerlich davon. Nach solchem Schiffbruch wurde er von Ptolemäus Euergetes überwunden und nach Antiochia gejagt. Dort begehrte er von Antiochos, seinem Bruder, Hilfe. Aber Antiochos, nur vierzehn Jahre alt und des Reiches über sein Alter hinaus begierig, entthronte seinen Bruder Seleukos unter dem Vorwand und der Ursache eines Beschützers. Antiochos der Große und Seleukos Keraunos, die Brüder, regierten beide. Sie wollten das Blut ihres Vaters und des Onias rächen, die der König Ägyptens, Euergetes, getötet hatte. Darum führten sie ein großes, mächtiges Heer gegen Philopator, der noch ein Kind von vier Jahren war. Darin hatte er mit vielen anderen bei sich Philipp, den König der Makedonier. Damit siegten sie und jagten Skopa, den Heerführer desselben Kindes. Und er eroberte auch Judäa mit vielen anderen Städten. Und nachdem er aber Ägypten mit Waffen nicht bezwingen konnte, da vermählte er listiglich seine Tochter dem Epiphanes, damit er so als ein Freund in das Reich käme. Aber sein Anschlag wurde bemerkt und ihm unterbrochen. Antiochos, der Große genannt, der sechste König Syriens, regierte 36 Jahre. Und er hat Ptolemäus Philometor bekämpft, und aus Überfluss seiner Macht und Reichtümer sein Heer so ausgerüstet, dass die gemeinen Ritter Hosen aus Gold machten. Diesem übergab Hannibal Barca die Stadt Karthago aus Furcht vor den Römern, die die Hochmütigkeit Antiochos' und Hannibals erduldeten. Darum schickten sie L. Cornelius, den Ratsherrn, und die Scipionen, nämlich Nasica und Africanus, als Gesandte, und überwanden Hannibal und zwangen auch Antiochos, von den Römern Frieden zu begehren. Der wurde ihm verliehen, sodass er sich aus Europa und Asien zurückziehen und jährlich 20 als Geisel gesetzte Personen sowie 1000 Pfund bezahlen sollte. Als er aber darnach aus Begierde nach einem Schatz, der ihm von den Priestern betrüglich verheißen war, nach Persien kam, da wurde er im Tempel des Glücks von den Priestern getötet, gliedweise zerschnitten und aus dem Tempel geworfen. Seleukos Iners oder Philopator, der siebte König Asiens und Syriens, regierte 12 Jahre und war ein toller, unsinniger und boshafter Mann. Der schickte Heliodor, um den Schatz im Tempel zu rauben. Dieser, unrecht urteilend, wurde durch den Engel so gegeißelt, dass er aus Fürbitte des Onias kaum wieder genas. Die sieben frommen Makkabäer wurden mit ihrer Mutter und Eleazar samt vielen anderen gemartert, die dann vor der Menschwerdung des Sohnes Gottes um des göttlichen Gesetzes willen bis zum Tod schwere Marter und Pein erlitten haben. Simon, der Sohn des Bischofs Onias, der zwölfte Bischof, der in diesem Amt saß, 12 Jahre lang, war ein frommer Mann. Er hat viel Preis und Lob im Buch Ecclesiasticus im ersten Kapitel. Der den Tempel zur Besserung brachte und die Stadt erweiterte. Dieser heilte sein Volk und entledigte es von Verlust. Zuletzt starb er und hinterließ Onias, seinen Sohn, als Nachkommen. Onias der Große, ein Sohn Simons, erlangte das Bistum und saß 14 Jahre. Dieser ist wegen der Wut Antiochos', als er Judäa unterdrückte, mit vielen Juden nach Ägypten geflohen und hat daselbst einen Tempel nach dem Vorbild des in Jerusalem gebaut, woran er schwerlich einen Fehler fand. Er starb und hinterließ einen noch unmündigen Sohn. Simon war der Sohn des Onias, der nach seines Vaters Flucht das Bistum innehatte. Als aber zuletzt der Fürst der Priester starb, hinterließ er drei Söhne: Onias, Jesus und Johannes, die zu drei Fürstentümern der Priesterschaft kamen. Onias der Gütige war ein heiliger Mann, Gott und den Menschen angenehm. Der zuletzt von Andronikos erschlagen wurde. Aber der König, von diesem Tod des allgerechtesten Menschen betrübt, ließ Andronikos, den Totschläger, fangen, ihm sein Purpurkleid abziehen und ihn am Ort des Totschlags so lange mit Ruten hauen, bis er starb. Blatt 80 der Weltchronik. Siena, die Stadt, jetzt unter den Städten des Landes Etrurien an Kräften und Reichtümern die zweite, ist an einem sehr wonnigen Ort gelegen. Und (wie Polykrates schreibt) von den Senonischen Galliern zur Zeit Brennus', 482 Jahre vor der Ankunft Christi, als er in welsche Lande zog, erbaut. Insofern gibt es eine Andeutung, dass die von Siena in der Beschirmung oder Salbung der Glieder, der Hübschheit des Antlitzes und der Farbe, und auch an Sitten den Galliern und Britanniern (von denen sie ihren Ursprung haben) gleich scheinen und sich gebärden. Obwohl das Alter der Zeit, der Einfluss des Himmels, die Lage der Gegend und das Zusammenleben ihrer Nachbarn, mit denen sie sich mit dem Blut und den Sitten vermischt haben, sie zum größeren Teil verwandelt hat. Aber nachdem in keinen Schriften der Alten von dieser Stadt etwas gefunden wird, auch keinerlei Fußstapfen des Alters darin erscheinen, so mag sie unter den neuen Städten gezählt werden. Etliche wollen sagen, Karl Martell habe diese Stadt gebaut. Aber zu Venedig, in dem löblichen Kloster Sankt Georgen, wo, wie man findet, ein sehr altes Buch geschrieben ist, dass der glorwürdige Papst Eugenius, als er die Welt verließ, von eigenem Geld väterlicher Erbschaft gebaut hat, findet man, dass Papst Johannes XVIII. aus den sechs Bistümern Perugien, Chiusi, Arezzo, Fiesole, Florenz und Volterra, also sechs Gemeinden, diese Stadt gebaut und sich Sena, was sechs bedeutet, genannt hat. Diese Stadt liegt jetzt auf einem Hügel, fast wie eine Insel, allenthalben hohe Gestade habend. Doch am oberen Ort der Stadt ist der Erdboden einigermaßen mit Gärten und Grüngewächs geziert. In dieser Stadt sind fast herrliche Gebäude vorhanden, als eine schöne hohe Schule, ein Markt, ein Pforten und königliche Paläste. Ein sehr zierhaftes, göttlich regiertes Spital. Diese Stadt ist auch weit und frei mit Türmen und Vorwerken, und auch mit sehr guten Sitten ausgestattet, auch nicht eines groben noch unhöflichen Volkes. Der Erdboden daselbst ist sehr fruchtbar und immer nahrhaft, viel Ochsen, Wildstiere und Schafe. Auch an Getreide, Wein und Öl feuchtbar und an allerlei Früchten überflüssig. Und liegt von Rom achthundert Achtel einer Meile entfernt. Diese Stadt hat das erleuchtete Gestirn, den heiligen Bernhardin, gehabt, dessen Heiligtümer bei der Stadt Aquila mit mannigfaltigen Wunderzeichen täglich scheinen. Derselbe hat als allererster den Orden des heiligen Franziskus zur Observanz, die jetzt so hoch blüht, gebracht. Sie ist auch geziert gewesen mit Hugo, dem Arzt und natürlichen Meister, der vor anderen seiner Zeit nach dem Absterben des Jacobus Forliviensis als gelehrter und erleuchteter gehalten wurde. Auch mit Friedrich dem Rechtsweisen, der viele Ratschläge im Recht daselbst hinterlassen hat. Auch mit Enea Silvio, dem Poeten, darnach mit päpstlicher Würdigkeit begabten und Pius genannten. Daselbst ist auch etwann von ihrer Trefflichkeit wegen ein Konzil gewesen, zwischen dem Fluss Umbrone und dem See Diana, oder dem Fluss Palia, der aus demselben See kommt, sind viele B...