Schedelsche Weltchronik · Blatt 80

Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 80, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 80, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das funft alter | 100px Seleucus ceraunos der ander ders neamens. der fuenft konig Sirie regieret zway iar vnd machet wider die stett die vvon seinem vater abgetretten waren. ein große schif start die verlore er al´le ein einer vngestuemigkeit. vnd kime mit ploßem leib vnd wenig mitgeserten kuemerlich aßunach solchem schifbruch ward er von Ptolemeo ewergete vberwunden. gein Antiochiam gejagt. daselbst begeret er von antiochio seim bruder hilff. aber antiochus nuor. xiiij. iar alt. vd des reiches vber sein alter begierig entsetzet seinen bruder Seleucum des reichs vnder der gestalt vnd vrsach einen beschutzs. 100px Antiochus der groß vnd Seleucus cereunos gebruedere reguen bede. die wolten das pluot irs vaters vnd Onye. die der konig Egypti Euergetes ertoedt het rechen. darumb furten die ein groß mechtig heer wider Philopatorous. der noch ein kind von vier iarn was. darinn het er mit vil anderen bey ime Philippum den koenig der Macedonier. damit syget ob vnd iaget Scopam denselben kinds heerfuerer. vnd er erobert auch iudeam mit vil andern stetten. vnd nachdem er aber egipten mit waffen nit sahen mocht do vermehelt er listiglicg sein tochter dem Epiphani. das er also als ein freuend in das reich kome aber sein anslag ward gemerckt vnd im vnderbrochen Antiochus der groß genant der sechst konig Sirie regieret. xxxvi. iar. vnd hat Ptolomesi phylometrum bestritten, und auß vberflueßigkeit seiner mechtigkeit vnd reichthuemer sein heer also angeruchtet dz die gemaynen ritter hoßen auß gold machten. Disem vbergabe Hanibal penus die statt Cartaginem auß forcht der roemer die hohinuetigken Antiochi vnd Hanibalis in gedulden.d darumb sickten sie. L. cornelium den ratherren. nd die Scipiones mit namen Nasicm vnd Affricanum als gesandte, vnd vberwunden Hanibalem und bestritten auch Antiochum mit bezwangnus. von den roemern frid zu zebegern. der ward ime verlihen. also das er sich auß Europa vnd Asia ziehen. vnd bey. xx. zu geysel gesatzten personen ierlich. xm. pfund bezalen solt. als aber darnach auß begirde es schatzs ime von den briestern betriegclich verheißen in persidem kome do ward er imm tempel des gluecks von den briestern etoedt. glidsweyß zerschnitten vnd auß dem tempel geworfen Seleucus iners oder philopator der. vii. konig asie vnd Sirie regiret. xii. iar vnd was ein toll vnstinnwitzig vnd boeßhaftig mann. der schicket den holiodorum zeberawben den schatzstock imm tempel. der vnrecht vrteilende durch den engel also gegayselr wars dz er auß fuerbete Onye kawm herwider genase. Die siben fuen machabey warden mit irer muter vnd eleazaro mitsambt vil anderen gemartert die dann vor der menschwerdung des suns gottes vmb des goetlichen gesetz willen biß zum tod swete mater vnd peyn erleydden haben. |  | 100px Symon Onye des bischoffs sun der. xij. bischoff der indem saß xij. iar. wz ein frumm man. hat vil preyßlobs imm buoxh Ecclesiastici imm I. capitel. der den tempel zu besserung bracht vnnd die statt erweitert. Diser hailet sein volck vnd erntlediget es von verlust. zu lest starb er vnd ließ Onia seinen sun zu eim nachkomen. Onias der groß ein sun Symonis erlanget dz bischofthumm vnd saß. xbiiij. iar. der von wegen der wueteichey anthiochi do er indeam vndertrucker mit vil inden in Egypten geflohen ist vnd daselbst gepawet hat einen tempel zu gleichnus des in iherusalem. daran er schwerlich en finder, er starb und ließ einen sun noch vnsprechenden. Simon was des Onye sun der nach sens vaters flucht das bischoffthum inhielt. da aber zu letst der fuerst der briester starb ließ er drey suen Onyam. Jesum. vnd Johannum. die zu dreyen fuerstenthumen der briesterschaft komen. Onyas der guetig was ein heiliger man got vnd dem menschen angename. der zu letst von Andronico erslagen wardt aber der konig von diß allergerechtisten menschen tod betruebet hieß Andronicum den todslager fahen. ime sein purpurklaid abziehen vnd ine an den ende des todslags so lang mit ruoten hawen bis er starb. 100px Blat LXXX der werlt Sena die statt yetzo vnder den stetten des lands Ethrurie an krefften vnnd reichthuemern die ander ist an einen garwunnigclichem ort gelegen. vnnd (als policrates schreibt) von den Senonensischen Galliern zu der zeyt Brennij vor der zukunft Cristi. iiijc. lxxxij. iar. als er in welsche land zohe gepawen. inmaßen dann des ein anzeigung gibt das die von sena in beschirmund oder salbung der glider. huebschheit des antlitzs vnd der farb. vnnd auch an sitten den galliern vnd Brittaniern (an den sie iren vrsprung gezogen haben) gleich scheinen vnd geparen. wiewol alter der zeit. einfluss des himels. gelegenheit der geegent vnd mitleben irer nathpawrn. den sie sich mit dem pluot vnd mit den sitten vermischt haben. sie zum groeesseren teyl verwandelt hat. aber nach dem in keinen schriften der alten von diser statt ychtzit gefunden wirdt. auch keinerlay fueßstapffen des alters darinn erscheinen so mag sie vnder den newen stetten gezelet werden. Ettlich woellen sagen Carolus malleus hab dise statt gepawt. aber zu Venedig in dem lobichen closter sant Georgien da alga. das der gloriwirdig babst Eugenius als er die werlt verließ von aigem gelt vaterlicher erbschaft gepawt hat find man ein fast alten buch geschriben. ds babst Johannes der. xviij. auß dem Perusinischen Cluiensischen Arentinischen Fesulanischen Florentinisschen vnd Volateranischen den sechs bistumen. son sechs gemaynen dise statt gepawen. vnd sich Senam. das sechs bedeuedtet genent hab. Dise statt ligt yetzo auff eim puehel schier einer inseln allenthalben als hohe gestadt habende. doch amm oberen ort der statt ist der erdpoden ettlichermaß mit garten vnd gruengewachs gezieret. In diser statt sind fast herrliche gepew vorhanden. als ein schoene hohe schuel. ein marckt ein pforten. vnd konigliche pallast. Ein fasrzierhaftigs goettlich geregierts spital. Dise statt ist auch weit und frey mit thuernen vnd vorweren. vnd auch mit gar gutten sitten angeschiket. auch nit eins groben noch vnhoeflichen volcks. der erdpodem daselbst ist fastkraetfruchtper. vnd alweg nerhaftig vil ochßen. wilderstyer vnd schaff. auch an getraid, wein vnd oele feuchtper. vnd an allerlay fruechten vberfluessig. vnd ligt von Rom achthundert achtail einer meyl. Dise statt hat geahbt das erleuecht gestirnn den heiligenBernhardinum. des heiligthuemer bey der stat Aquila mit manigfeltigen wunderzaichen teglich scheynen. derselb hat allererster sant Franciscen orden zu der obseruanz yetzo also hoh plueet gebracht. Sie ist auch gezierer gewesen mit Hugone dem artzt vnd naturlichen maister. der vor andern seiner zeit nach absterben Jacobie sorliuiensis gelerter vnd erleuechter gehalten ward. Auch mit Fridrichen den rechtweysen. der vil ratsleg imm rechten daselbst gelaßen hat. auch mit Enea siluio dem poeten darnach mit babstlicher wirdigkeit begabten vnd Pius genanten. Daselbst ist auch ettwen von irer treffenlichkeit wegen ein Concilium gewesen. zwischen Vmbronem dem fluss vnd dem see Danaam. oder dem floss Paliam. der auß demselben see koembt sind vil bergige vnd felldige stett. auch die garalt statt Clusium. von der Olinus vil schreibt. die ettwen Carmon hieß. vnd yetzo der statt Sena vnderworffen vndvon ir geauffet ist.

Moderne Übersetzung

Das fünfte Zeitalter. Seleukos Keraunos, der zweite dieses Namens, der fünfte König Syriens, regierte zwei Jahre und zog gegen die Städte, die von seinem Vater abgetreten waren. Eine große Flotte rüstete er aus, die er alle in einem Ungestüm verlor und kam mit bloßem Leib und wenigen Begleitern kümmerlich davon. Nach solchem Schiffbruch wurde er von Ptolemäus Euergetes überwunden und nach Antiochia gejagt. Dort begehrte er von Antiochos, seinem Bruder, Hilfe. Aber Antiochos, nur vierzehn Jahre alt und des Reiches über sein Alter hinaus begierig, entthronte seinen Bruder Seleukos unter dem Vorwand und der Ursache eines Beschützers. Antiochos der Große und Seleukos Keraunos, die Brüder, regierten beide. Sie wollten das Blut ihres Vaters und des Onias rächen, die der König Ägyptens, Euergetes, getötet hatte. Darum führten sie ein großes, mächtiges Heer gegen Philopator, der noch ein Kind von vier Jahren war. Darin hatte er mit vielen anderen bei sich Philipp, den König der Makedonier. Damit siegten sie und jagten Skopa, den Heerführer desselben Kindes. Und er eroberte auch Judäa mit vielen anderen Städten. Und nachdem er aber Ägypten mit Waffen nicht bezwingen konnte, da vermählte er listiglich seine Tochter dem Epiphanes, damit er so als ein Freund in das Reich käme. Aber sein Anschlag wurde bemerkt und ihm unterbrochen. Antiochos, der Große genannt, der sechste König Syriens, regierte 36 Jahre. Und er hat Ptolemäus Philometor bekämpft, und aus Überfluss seiner Macht und Reichtümer sein Heer so ausgerüstet, dass die gemeinen Ritter Hosen aus Gold machten. Diesem übergab Hannibal Barca die Stadt Karthago aus Furcht vor den Römern, die die Hochmütigkeit Antiochos' und Hannibals erduldeten. Darum schickten sie L. Cornelius, den Ratsherrn, und die Scipionen, nämlich Nasica und Africanus, als Gesandte, und überwanden Hannibal und zwangen auch Antiochos, von den Römern Frieden zu begehren. Der wurde ihm verliehen, sodass er sich aus Europa und Asien zurückziehen und jährlich 20 als Geisel gesetzte Personen sowie 1000 Pfund bezahlen sollte. Als er aber darnach aus Begierde nach einem Schatz, der ihm von den Priestern betrüglich verheißen war, nach Persien kam, da wurde er im Tempel des Glücks von den Priestern getötet, gliedweise zerschnitten und aus dem Tempel geworfen. Seleukos Iners oder Philopator, der siebte König Asiens und Syriens, regierte 12 Jahre und war ein toller, unsinniger und boshafter Mann. Der schickte Heliodor, um den Schatz im Tempel zu rauben. Dieser, unrecht urteilend, wurde durch den Engel so gegeißelt, dass er aus Fürbitte des Onias kaum wieder genas. Die sieben frommen Makkabäer wurden mit ihrer Mutter und Eleazar samt vielen anderen gemartert, die dann vor der Menschwerdung des Sohnes Gottes um des göttlichen Gesetzes willen bis zum Tod schwere Marter und Pein erlitten haben. Simon, der Sohn des Bischofs Onias, der zwölfte Bischof, der in diesem Amt saß, 12 Jahre lang, war ein frommer Mann. Er hat viel Preis und Lob im Buch Ecclesiasticus im ersten Kapitel. Der den Tempel zur Besserung brachte und die Stadt erweiterte. Dieser heilte sein Volk und entledigte es von Verlust. Zuletzt starb er und hinterließ Onias, seinen Sohn, als Nachkommen. Onias der Große, ein Sohn Simons, erlangte das Bistum und saß 14 Jahre. Dieser ist wegen der Wut Antiochos', als er Judäa unterdrückte, mit vielen Juden nach Ägypten geflohen und hat daselbst einen Tempel nach dem Vorbild des in Jerusalem gebaut, woran er schwerlich einen Fehler fand. Er starb und hinterließ einen noch unmündigen Sohn. Simon war der Sohn des Onias, der nach seines Vaters Flucht das Bistum innehatte. Als aber zuletzt der Fürst der Priester starb, hinterließ er drei Söhne: Onias, Jesus und Johannes, die zu drei Fürstentümern der Priesterschaft kamen. Onias der Gütige war ein heiliger Mann, Gott und den Menschen angenehm. Der zuletzt von Andronikos erschlagen wurde. Aber der König, von diesem Tod des allgerechtesten Menschen betrübt, ließ Andronikos, den Totschläger, fangen, ihm sein Purpurkleid abziehen und ihn am Ort des Totschlags so lange mit Ruten hauen, bis er starb. Blatt 80 der Weltchronik. Siena, die Stadt, jetzt unter den Städten des Landes Etrurien an Kräften und Reichtümern die zweite, ist an einem sehr wonnigen Ort gelegen. Und (wie Polykrates schreibt) von den Senonischen Galliern zur Zeit Brennus', 482 Jahre vor der Ankunft Christi, als er in welsche Lande zog, erbaut. Insofern gibt es eine Andeutung, dass die von Siena in der Beschirmung oder Salbung der Glieder, der Hübschheit des Antlitzes und der Farbe, und auch an Sitten den Galliern und Britanniern (von denen sie ihren Ursprung haben) gleich scheinen und sich gebärden. Obwohl das Alter der Zeit, der Einfluss des Himmels, die Lage der Gegend und das Zusammenleben ihrer Nachbarn, mit denen sie sich mit dem Blut und den Sitten vermischt haben, sie zum größeren Teil verwandelt hat. Aber nachdem in keinen Schriften der Alten von dieser Stadt etwas gefunden wird, auch keinerlei Fußstapfen des Alters darin erscheinen, so mag sie unter den neuen Städten gezählt werden. Etliche wollen sagen, Karl Martell habe diese Stadt gebaut. Aber zu Venedig, in dem löblichen Kloster Sankt Georgen, wo, wie man findet, ein sehr altes Buch geschrieben ist, dass der glorwürdige Papst Eugenius, als er die Welt verließ, von eigenem Geld väterlicher Erbschaft gebaut hat, findet man, dass Papst Johannes XVIII. aus den sechs Bistümern Perugien, Chiusi, Arezzo, Fiesole, Florenz und Volterra, also sechs Gemeinden, diese Stadt gebaut und sich Sena, was sechs bedeutet, genannt hat. Diese Stadt liegt jetzt auf einem Hügel, fast wie eine Insel, allenthalben hohe Gestade habend. Doch am oberen Ort der Stadt ist der Erdboden einigermaßen mit Gärten und Grüngewächs geziert. In dieser Stadt sind fast herrliche Gebäude vorhanden, als eine schöne hohe Schule, ein Markt, ein Pforten und königliche Paläste. Ein sehr zierhaftes, göttlich regiertes Spital. Diese Stadt ist auch weit und frei mit Türmen und Vorwerken, und auch mit sehr guten Sitten ausgestattet, auch nicht eines groben noch unhöflichen Volkes. Der Erdboden daselbst ist sehr fruchtbar und immer nahrhaft, viel Ochsen, Wildstiere und Schafe. Auch an Getreide, Wein und Öl feuchtbar und an allerlei Früchten überflüssig. Und liegt von Rom achthundert Achtel einer Meile entfernt. Diese Stadt hat das erleuchtete Gestirn, den heiligen Bernhardin, gehabt, dessen Heiligtümer bei der Stadt Aquila mit mannigfaltigen Wunderzeichen täglich scheinen. Derselbe hat als allererster den Orden des heiligen Franziskus zur Observanz, die jetzt so hoch blüht, gebracht. Sie ist auch geziert gewesen mit Hugo, dem Arzt und natürlichen Meister, der vor anderen seiner Zeit nach dem Absterben des Jacobus Forliviensis als gelehrter und erleuchteter gehalten wurde. Auch mit Friedrich dem Rechtsweisen, der viele Ratschläge im Recht daselbst hinterlassen hat. Auch mit Enea Silvio, dem Poeten, darnach mit päpstlicher Würdigkeit begabten und Pius genannten. Daselbst ist auch etwann von ihrer Trefflichkeit wegen ein Konzil gewesen, zwischen dem Fluss Umbrone und dem See Diana, oder dem Fluss Palia, der aus demselben See kommt, sind viele B...

Anmerkungen

Das funft alter
Das fünfte Zeitalter (historische Epochenbezeichnung in der Weltchronik)
Seleucus ceraunos
Seleukos Keraunos (historische Person, Seleukidenherrscher)
ders neamens
desselben Namens (archaische Formulierung)
Sirie
Syrien (historische Region)
zway iar
zwei Jahre (alte Schreibweise für 'zwei Jahre')
schif start
Flotte (historisches dt. für 'Schiffsflotte')
vngestuemigkeit
Ungestüm, Sturm (historisches dt. für 'Sturm, Ungestüm')
ploßem leib
bloßem Leib (historisches dt. für 'ohne Kleidung, ungeschützt')
mitgeserten
Begleiter (historisches dt. für 'Mitreisende, Begleiter')
kuemerlich aßunach
kümmerlich davon (historisches dt. für 'mit Mühe entkommen')
Ptolemeo ewergete
Ptolemäus III. Euergetes (historische Person, Pharao von Ägypten)
Antiochiam
Antiochia (historische Stadt, Hauptstadt des Seleukidenreiches)
antiochio
Antiochos (historische Person, Seleukidenherrscher)
xiiij. iar
vierzehn Jahre (römische Zahl und alte Schreibweise)
entsetzet
entthronte (historisches dt. für 'absetzen, entmachten')
vnder der gestalt vnd vrsach
unter dem Vorwand und der Ursache (historische Formulierung)
Antiochus der groß
Antiochos III. der Große (historische Person, Seleukidenherrscher)
gebruedere
Brüder (alte Schreibweise)
pluot
Blut (alte Schreibweise)
Onye
Onias (historische Person, Hohepriester in Jerusalem)
Egypti Euergetes
König Ägyptens, Euergetes (Bezug auf Ptolemäus III. Euergetes)
ertoedt
getötet (alte Schreibweise)
Philopatorous
Ptolemäus IV. Philopator (historische Person, Pharao von Ägypten)
vier iarn
vier Jahren (alte Schreibweise)
Philippum den koenig der Macedonier
Philipp V., König der Makedonier (historische Person)
syget ob
siegten (historisches dt. für 'siegreich sein')
Scopam
Skopa (historische Person, Feldherr)
iudeam
Judäa (historische Region)
egiption
Ägypten (alte Schreibweise)
sahen mocht
bezwingen konnte (historisches dt. für 'mit Waffen erreichen/erobern')
vermehelt
vermählte (historisches dt. für 'verheiraten')
Epiphani
Ptolemäus V. Epiphanes (historische Person, Pharao von Ägypten)
freuend
Freund (alte Schreibweise)
anslag
Anschlag, Plan (historisches dt. für 'Plan, Vorhaben')
vnderbrochen
unterbrochen, vereitelt (historisches dt. für 'vereitelt')
xxxvi. iar
36 Jahre (römische Zahl und alte Schreibweise)
Ptolomesi phylometrum
Ptolemäus VI. Philometor (historische Person, Pharao von Ägypten)
vberflueßigkeit
Überfluss (alte Schreibweise)
angeruchtet
ausgerüstet (historisches dt. für 'ausgerüstet, in Stellung gebracht')
gemaynen ritter hoßen auß gold machten
die gemeinen Ritter Hosen aus Gold machten (Redewendung für extremen Reichtum und Prunk)
Hanibal penus
Hannibal Barca (historische Person, karthagischer Feldherr)
Cartaginem
Karthago (historische Stadt)
hohinuetigken
Hochmütigkeit (alte Schreibweise)
L. cornelium den ratherren
Lucius Cornelius, den Ratsherrn (historische Person, römischer Konsul)
Scipiones mit namen Nasicm vnd Affricanum
Scipionen, nämlich Nasica und Africanus (historische Personen, römische Feldherren und Staatsmänner)
bezwangnus
Zwang (historisches dt. für 'Zwang, Nötigung')
xx. zu geysel gesatzten personen
20 als Geisel gesetzte Personen (römische Zahl und alte Formulierung)
xm. pfund
1000 Pfund (römische Zahl M für 1000, 'x' ist hier wohl eine alte Abkürzung für 'tausend')
Europa vnd Asia
Europa und Asien (historische Regionen)
begirde es schatzs
Begierde nach einem Schatz (alte Formulierung)
betriegclich verheißen
betrüglich verheißen (historisches dt. für 'falsch versprochen')
persidem
Persien (historische Region)
tempel des gluecks
Tempel des Glücks (historischer Ort, möglicherweise ein Tempel der Anahita oder einer anderen Gottheit in Persien)
etoedt
getötet (alte Schreibweise)
glidsweyß zerschnitten
gliedweise zerschnitten (historisches dt. für 'in Stücke zerteilt')
Seleucus iners oder philopator
Seleukos IV. Philopator (historische Person, Seleukidenherrscher)
vii. konig
siebter König (römische Zahl)
asie vnd Sirie
Asiens und Syriens (historische Regionen)
xii. iar
12 Jahre (römische Zahl und alte Schreibweise)
toll vnstinnwitzig vnd boeßhaftig
toller, unsinniger und boshafter (historisches dt. für 'verrückt, wahnsinnig und bösartig')
holiodorum
Heliodor (historische Person, Minister Seleukos' IV.)
schatzstock
Schatz, Schatzkammer (historisches dt. für 'Schatzkammer, Schatz')
vnrecht vrteilende
unrecht urteilend (historisches dt. für 'ungerecht handelnd')
gegayselr
gegeißelt (historisches dt. für 'ausgepeitscht')
fuerbete Onye
Fürbitte des Onias (historische Person, Hohepriester)
kawm herwider genase
kaum wieder genas (historisches dt. für 'kaum wieder gesund wurde')
siben fuen machabey
sieben fromme Makkabäer (historische Personen, Märtyrer aus dem 2. Makkabäerbuch)
eleazaro
Eleazar (historische Person, jüdischer Märtyrer)
menschwerdung des suns gottes
Menschwerdung des Sohnes Gottes (theologischer Begriff, Inkarnation Christi)
swete mater vnd peyn erleydden
schwere Marter und Pein erlitten (historisches dt. für 'schwere Qualen und Leiden erduldet')
Symon Onye
Simon Onias (historische Person, Hohepriester)
xij. bischoff
zwölfter Bischof (römische Zahl)
xij. iar
12 Jahre (römische Zahl und alte Schreibweise)
frumm man
frommer Mann (alte Schreibweise)
preyßlobs
Preis und Lob (historisches dt. für 'Ruhm und Anerkennung')
buoxh Ecclesiastici imm I. capitel
Buch Ecclesiasticus im ersten Kapitel (biblisches Buch, Sirach)
hailet
heilte (alte Schreibweise)
erntlediget es von verlust
entledigte es von Verlust (historisches dt. für 'bewahrte es vor Schaden/Verlust')
Onias der groß
Onias III. der Große (historische Person, Hohepriester)
xbiiij. iar
14 Jahre (römische Zahl und alte Schreibweise)
wueteichey anthiochi
Wut Antiochos' (Bezug auf Antiochos IV. Epiphanes)
indeam vndertrucker
Judäa unterdrückte (historische Region und alte Schreibweise)
vil inden
vielen Juden (hier wohl ein Fehler im Original, gemeint sind 'vielen Juden' oder 'vielen Einheimischen')
gepawet hat einen tempel zu gleichnus des in iherusalem
hat einen Tempel nach dem Vorbild des in Jerusalem gebaut (historisches Ereignis, Tempel von Leontopolis)
schwerlich en finder
schwerlich einen Fehler fand (historische Formulierung)
vnsprechenden
unmündigen (historisches dt. für 'noch nicht sprechen könnend, unmündig')
sens vaters flucht
seines Vaters Flucht (alte Schreibweise)
fuerst der briester
Fürst der Priester, Hohepriester (historischer Titel)
drey fuerstenthumen der briesterschaft
drei Fürstentümer der Priesterschaft (historische Ämter)
Onyas der guetig
Onias IV. der Gütige (historische Person, Hohepriester)
Andronico
Andronikos (historische Person, königlicher Beamter)
erslagen
erschlagen (alte Schreibweise)
allergerechtisten menschen
allgerechtesten Menschen (historische Formulierung)
todslager
Totschläger (historisches dt. für 'Mörder')
purpurklaid
Purpurkleid (historisches dt. für 'Gewand aus Purpur, Zeichen königlicher Würde')
ruoten hawen
mit Ruten hauen (historische Bestrafung)
Blat LXXX der werlt
Blatt 80 der Weltchronik (römische Zahl und Bezug zum Werk)
Sena
Siena (historische Stadt in Italien)
Ethrurie
Etrurien (historische Region in Italien)
garwunnigclichem ort
sehr wonnigem Ort (historisches dt. für 'sehr angenehmer, schöner Ort')
policrates
Polykrates (historischer Name, möglicherweise ein Fehler oder eine Verwechslung, da Polykrates von Samos im 6. Jh. v. Chr. lebte und nicht über die Gründung Sienas durch Gallier schrieb. Eventuell ist ein anderer Autor gemeint oder es ist eine ungenaue Quelle.)
Senonensischen Galliern
Senonische Gallier (historischer Volksstamm)
Brennii
Brennus (historische Person, Anführer der Senonen)
zukunft Cristi
Ankunft Christi (historische Zeitangabe)
iiijc. lxxxij. iar
482 Jahre (römische Zahl, 400 + 82)
welsche land
welsche Lande, Italien (historische Bezeichnung für romanischsprachige Gebiete, hier Italien)
beschirmund oder salbung der glider
Beschirmung oder Salbung der Glieder (historische Formulierung, möglicherweise für Körperpflege oder Schutz)
huebschheit des antlitzs vnd der farb
Hübschheit des Antlitzes und der Farbe (historische Formulierung für Aussehen und Teint)
geparen
sich gebärden, verhalten (historisches dt. für 'sich verhalten, auftreten')
einfluss des himels
Einfluss des Himmels (historische Vorstellung von klimatischen oder astrologischen Einflüssen)
geegent
Gegend (alte Schreibweise)
nathpawrn
Nachbarn (alte Schreibweise)
ychtzit
etwas (historisches dt. für 'etwas')
fueßstapffen des alters
Fußstapfen des Alters, Spuren der Antike (historische Formulierung für 'Spuren der Vergangenheit')
Carolus malleus
Karl Martell (historische Person, fränkischer Hausmeier)
lobichen closter sant Georgien
löblichen Kloster Sankt Georgen (historischer Ort, Kloster San Giorgio Maggiore in Venedig)
gloriwirdig babst Eugenius
glorwürdiger Papst Eugenius (historische Person, Papst Eugen IV.)
babst Johannes der. xviij.
Papst Johannes XVIII. (historische Person)
Perusinischen Cluiensischen Arentinischen Fesulanischen Florentinisschen vnd Volateranischen
Perugien, Chiusi, Arezzo, Fiesole, Florenz und Volterra (historische Bistümer/Städte in der Toskana)
Senam. das sechs bedeuedtet
Sena, was sechs bedeutet (lateinisch 'sex' für sechs, Bezug zur Gründung durch sechs Bistümer/Gemeinden)
puehel
Hügel (alte Schreibweise)
gestadt
Gestade, Ufer (historisches dt. für 'Ufer, Anhöhe')
erdpoden
Erdboden (alte Schreibweise)
gruengewachs
Grüngewächs, Pflanzen (historisches dt. für 'Pflanzen, Grünzeug')
gepew
Gebäude (alte Schreibweise)
hohe schuel
hohe Schule, Universität (historisches dt. für 'Universität')
pforten
Pforten, Tore (alte Schreibweise, Plural)
fasrzierhaftigs goettlich geregierts spital
sehr zierhaftes, göttlich regiertes Spital (historische Formulierung für ein gut geführtes, wohlhabendes Krankenhaus)
vorweren
Vorwerke (historisches dt. für 'Befestigungsanlagen vor der Hauptmauer')
angeschiket
ausgestattet (historisches dt. für 'ausgestattet, eingerichtet')
kraetfruchtper
sehr fruchtbar (historisches dt. für 'sehr fruchtbar')
nerhaftig
nahrhaft (alte Schreibweise)
ochßen
Ochsen (alte Schreibweise)
wilderstyer
Wildstiere (alte Schreibweise)
getraid
Getreide (alte Schreibweise)
feuchtper
feuchtbar, ergiebig (historisches dt. für 'ertragreich, feucht')
achthundert achtail einer meyl
achthundert Achtel einer Meile (Maßeinheit, ca. 100 Meilen, da 1 Meile = 8 Achtel. 800 Achtel = 100 Meilen. Eine römische Meile war ca. 1,48 km. Also ca. 148 km.)
erleuecht gestirnn den heiligenBernhardinum
erleuchtetes Gestirn, den heiligen Bernhardin (Metapher für eine herausragende Persönlichkeit, Bernhardin von Siena)
Aquila
Aquila (historische Stadt in Italien, L'Aquila)
sant Franciscen orden zu der obseruanz
Orden des heiligen Franziskus zur Observanz (historische Bewegung innerhalb des Franziskanerordens)
Hugone dem artzt vnd naturlichen maister
Hugo, dem Arzt und natürlichen Meister (historische Person, Hugo von Siena oder Hugo Benzi)
Jacobie sorliuiensis
Jacobus Forliviensis (historische Person, Giacomo da Forlì, berühmter Arzt und Philosoph)
Fridrichen den rechtweysen
Friedrich dem Rechtsweisen (historische Person, möglicherweise Friedrich von Siena)
ratsleg imm rechten
Ratschläge im Recht (historische Formulierung)
Enea siluio dem poeten
Enea Silvio Piccolomini, dem Poeten (historische Person, später Papst Pius II.)
Pius genanten
Pius genannt (Bezug auf Papst Pius II.)
Concilium
Konzil (lat. concilium – Kirchenversammlung)
Vmbronem dem fluss
Fluss Umbrone (Fluss in der Toskana)
see Danaam
See Diana (See in der Toskana, Lago di Diana)
floss Paliam
Fluss Palia (Fluss in der Toskana, Nebenfluss des Ombrone)