Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter Linea der konig SirieAntiochus epiphanes der durchleuechtig / Antiochus sein sun / Demetrius sother Linea cristiMathan der sun Eleazari Antiochus der durchleuechtig genant regiret. xi. iar vnd was ein fastboeßer mensch. vnd ein figur anticristi. do er zu Rome zu geysel in der laistung was vnd seins vaters tod vernam. flohe er heimlich daruon. kome in Siriam. daselbst wardt er von ettlichen stetten aufgenomen. vnd do sein bruder starb regiret er fuer ine. vnd verbote nach verkauffung der briesterschaft erstlich von Jasone vnd darnach von Menelao mit der rate die iuden ine haidnische namen auflegten. opffer imm tempel zu iherusalem zegeschehen. Zu letst als er von Egypten kom hat er auß anlaytung Menelay den tempel berawbt die iuden den abgoettern zeopffern. vnd haidnisch sitten anzenemen bedrangt. vnd den abgot Jouis Olimpi in den tempel gesetzt. die beschneydung verbotten. vnd die beschneidenden ertoedt. vnd die siben brueder mit ir mueter die nit schweinen flaisch eßen wolten mit mancherlay pein gemartert. Zumm iuengsten als er wider iherusalem wolt ziehen fiele er vomm wagen. zerbrache: wardt von den wuermen verzert vnd starb erbermdlich in eim frembden lannd. Antiochus hiebey regiret. ij. iar. was noch ein kind als der vater starb. des vormund in seiner iugend was Lysia vnd als sie ein heer wider die iuden außfueerten warden sie bede vnlang von den iren erslagen von forcht wegen Demetrij des suns Seleuci 250px Demetrius sother der. x. koenig syrie vnd Asie. regiret nach ertoedtung seins stiefsuns. xij. iar. der sun Seleuci ertoedtet antiochum eeupatorem. vnd Lisiaz. vnd setzet Alchimum zu eim bischoff. mit dem bachides gein iherusalez gesandt vil iuden ertoedt. Mathathias der briester ein sun Johannis des suns Symonis wardt in lere vnnd ruom der glori bey den iuden fast geeret. Diser heilig man schluog in seinen zornn die suender vnd het fuenf suen desselben zorns. aber er was nit bischof sunder sein drey suen. Do er starb wardt er in Modin begraben. Judas machabeus der starck man ein sun Mathathie was gar ein gestrenger kreigßman vnd obsiger in israhel vnd ime keiner gleich weder vor noch nach. er ist zu letzt um streit ernider gelegen. vnd hatt vmb das gesetz gottes den tod gelidden. als er des bischoftums drey iar gepflegen het Der tempel wardt von iuda vnd seinen bruedern geraynigt als er drey iar enteret gewesen was. Jonathans der iuden hertzog vnd bischoff regiret das iudisch volck nach iudam. xix. iar vnd was seim bruder Machabeo in tugenten nit vngleich vnd wardt zu letst mit seinen suenen von Triphone betrieglich gefangen vnd erslagen. 100px Aristarcus ein lerer der grmmatica reichßnet zu den zeiten Machabeorum. Gacubus brundusinus. ein geticht beschreiber Ennij des poeten tochter sun reichßnet erstlich zu rom. kom darnach gein Tarentum vnd starb. lxxxx. iariger. Symon der drit sum Mathahie der iuden hertzog vnnd auch bischoff saß acht iar was ein geistlich vnd fast kluog man vnd von iugent auff gar guts wandels. wardt zu letst schentlich ertoedt von seinen aidem. diser symon vnd ionathas die bruder iude erloesten den leib desselben irs bruders nach seiner ertoedtung von den feinden vnd begruoben den im modin. dann ptolomeus luode ine zu einer wirtschaft vnd erschluge ine mit zwayen suenen vnd legte des sunonis weib mit den andern zwaien in fancknus vnd darinn endet sich das erst buch Macheorum. Blat LXXXII der werlt 150px Ptolomeus Euergetes ein sun Philometoris. der sibend egyptisch konig regiret xxviiij. iar. was ein fast boeser vnd grausamer man. dem von seiner grimmzornigkeit wegen sein bruder vnd Cleopatra sein schwester auß forchten dz reich durch botschafter vbergaben. do er nw also das bruederlich reich on einichen krieg erlanget hett wardt er hohmuetig vnd ertoedtet seins bruders sun auß der muter henden vnd erwuerget alle sein guenner. vnd gleicherweiß als er seinen verwandten ein grausam pluotguessiger man was gewesen. also wardt er den roemern die daselbsthin komen zu eim gelachter vnd gespoet. dann er was (als Justinus schreibt) eins vngestalten antlitzs. kurtzs leibs. vnd mit faystem bauch eim großen thier gleich. die selb vngestalt wardt durch die vbersubiligkeit des klaids gemeret. Diser aht kinder auß seiner schwester vnd auß der schwester seins weibs geporn. vnd auch die toechter seiner schwester mit gewalt geschwechet. vnnd irnn suen glid weiß zerteilet. in ein truhen gelegt vnd imm tag siner gepurt vnder der wirtschaft herfuertragen haißen. Ptolomeus phiston oder sother ein sun Euergetis der. viij. konig der egyptier regiret. xvij. iar. Zu disen zeiten kriegten Antiochus tyricenus der sun Demetrij. vnd Antiochus griffi des konigs bruder mit einander. also das yetzo einer vnd denn der ander regiret. vnder solchen todslegischen zwittrachten starb diser Ptolomeus vnd ließ seinem weib das reich. Ptolomeus alexander der. ix. egyptisch konig regiret nach außtreibung seins bruders. x. iar. der was des vorgenanten Ptolomei sother bruder. nach dem Cleopatra die muter mit iren eltern sun. xvij. iar geregiret het do empfieng sie verdrieß ab der mitherrschung irs suns. darumb raytzet sie das volck wider ine vnd zwunge ine in die inseln Ciprum zeellenden. do fordert sie disen Alexandrum irn iuengern sun an statt seins bruders mit ir zeregirnn. aber die wardt darnach von ime abgetan. vnd er deßhalb vomm volck in das ellend vertriben. vnd Ptolomeus sother wider in das reich gefordert. darumb setzet Alexander das roemisch volck zu erben des konigreichs Cyreneorum. das ime sein vater durch ein testament gelaßen het. Ptolomeus sother vnlang dauor von der muter vertriben hat diss iars als alexander von den egyptiernn erslagen wardt dz vaterlich reich widerumb erobert. vnd viij. iar geregirt. Hannibal Hamilcaris des Cathaginensischen hertzogen sun ist imm. xxv. iar seins alters zu einem keyser oder gepieter des Carthaginensischen heers geschoepft worden. dann er hett vor andern heerfuerernn an kluogheit kuenmuetigkeit vnnd raten zu antastung der ferlichkeit den vorpreiße. als er nw hawbtman worden wz. do leget er drey iar alles volck Hispanie mit krieg ernider. daselbsthin setzet er Aßdrubalem seinen bruder zu huot vnd bewarung vnd zohe vber das Pirrensich gepirge vnd als er kome an das gepirge das welsches land von gallia schaidet. darueber nie ymant mit heer dann Hercules gegangen was. do offfnet er die stainigen weg vnnd stett mit verprennung der holtzhawffen vnd mit dareingegoßem essich. also dz ein geladner elephant hindurch komen mocht. da vormals ein einiger mensch nit hingeen kund. aber an demselben ort verfieln vil lewt mit den elephanten imm schnee. Man sagt das diser Hanibal. lxxxm. zu fueß vnd. xxm. zu roß vnd. xxxvij. elephaten in welsche land gefuert hab. dann Hanibal zohe in das Thaurinensisich feld vnd leget nach durchschwaiffung der gantzen ihenßhalb des gepirgs gelgnen gegent. die roemer in dreyen streytten ernider vnnd erobert vil stett. des gleichen tett er auch durch die Ligurischen gegent. darnach zohe er vber da Appenninisch gepirg vnd wardt bey Ethruria do yetzo Florentz ist mit dem seuechen der awgen begriffen. also das er dz recht awg verlore. darnach ersluoge er. C. flammineum den roemer. demnach wardt Fabius maximus von den roemern wider Hanibalem geschickt. der leget seinen heer zeueg in die hoehe des gepirgs vnd an verborgene ort der waldt damit betroge er ine vnnd vberwunde ine mit hilff der Aretiner. vnnd Hannibal hat das gantz welsch lannd. xvi. iar mit mancherlay beschwerden belastigt. nachfolgend heeret er in Apuliam vnnd bekuemert die Roemer bey Camias mit großer niderlag. In demselben streit warden der roemer souil tausent erslagen das Hannibal drey metzen guldiner ringlein die er von der roemischen ritter hennden abzohe gein Carthago sendet. So warden deßmals auch die roemischen rathernn eintweders gefangen oder erslagen. vnd es wer vmb die roemer geschehen gewesen wo Hannibal pald nach dem obsyg gein Rom komen wer. Aber er wardt gezwungen welsche land zerawmen vnd sein vaterland wider Publium Scipionem zebeschirmen. Do die Carthagineenser mit den Roemern frid machten flohe er zu Antiochum dem konig. vnd darnach zu dem konig Bithimie. daselbsthin rayset. T. quintus der roemer wider ine. vnd auff das er aber von den roemern nit gefangen wuerde so vergabe er imeselbs mit vergift. das er nach herrlichen sytten in eim ringlein bey ime truog. vnd starb imm. lxx. iar seins lebens.
Das fünfte Zeitalter. Die Linie der Könige von Syrien: Antiochus Epiphanes, der Durchleuchtige; Antiochus, sein Sohn; Demetrius Soter. Die Linie Christi: Mathan, der Sohn Eleazars. Antiochus, genannt der Durchleuchtige, regierte elf Jahre und war ein sehr böser Mensch und eine Figur des Antichristen. Als er in Rom als Geisel in Haft war und vom Tod seines Vaters erfuhr, floh er heimlich von dort. Er kam nach Syrien, wo er von einigen Städten aufgenommen wurde, und als sein Bruder starb, regierte er an seiner Stelle. Und er verbot, nach dem Verkauf des Priestertums, zuerst durch Jason und danach durch Menelaos, mit dem Rat, den Juden heidnische Namen aufzuerlegen, Opfer im Tempel zu Jerusalem darzubringen. Zuletzt, als er aus Ägypten kam, hat er auf Anstiftung Menelaos' den Tempel beraubt, die Juden bedrängt, den Abgöttern zu opfern und heidnische Sitten anzunehmen. Und er setzte den Abgott Jovis Olympi im Tempel ein, verbot die Beschneidung und tötete die, die sich beschneiden ließen. Und die sieben Brüder mit ihrer Mutter, die kein Schweinefleisch essen wollten, wurden mit mancherlei Pein gemartert. Zuletzt, als er wieder nach Jerusalem ziehen wollte, fiel er vom Wagen, zerbrach sich [die Glieder], wurde von Würmern zerfressen und starb erbärmlich in einem fremden Land. Antiochus [V. Eupator] regierte hierbei zwei Jahre. Er war noch ein Kind, als der Vater starb. Sein Vormund in seiner Jugend war Lysias, und als sie ein Heer gegen die Juden führten, wurden sie beide bald darauf von den Ihren erschlagen, aus Furcht vor Demetrius, dem Sohn des Seleukus. Demetrius Soter, der zehnte König Syriens und Asiens, regierte nach der Tötung seines Stiefsohnes zwölf Jahre. Der Sohn des Seleukus tötete Antiochus Eupator und Lysias und setzte Alkimos als Bischof ein. Mit diesem Bakchides, der nach Jerusalem gesandt wurde, tötete er viele Juden. Mattathias, der Priester, ein Sohn des Johannes, des Sohnes des Simon, wurde in Lehre und Ruhm der Ehre bei den Juden sehr geehrt. Dieser heilige Mann schlug in seinem Zorn die Sünder und hatte fünf Söhne desselben Zorns. Aber er war nicht Bischof, sondern seine drei Söhne. Als er starb, wurde er in Modeïn begraben. Judas Makkabäus, der starke Mann, ein Sohn des Mattathias, war ein sehr strenger Kriegsmann und Sieger in Israel, und ihm war keiner gleich, weder zuvor noch danach. Er ist zuletzt im Streit gefallen und hat um das Gesetz Gottes den Tod erlitten, nachdem er das Bischofsamt drei Jahre lang ausgeübt hatte. Der Tempel wurde von Judas und seinen Brüdern gereinigt, nachdem er drei Jahre entweiht gewesen war. Jonathan, der Herzog und Bischof der Juden, regierte das jüdische Volk nach Judas neunzehn Jahre lang und war seinem Bruder Makkabäus in Tugenden nicht ungleich. Und er wurde zuletzt mit seinen Söhnen von Tryphon betrügerisch gefangen und erschlagen. Aristarchos, ein Lehrer der Grammatik, wirkte zu den Zeiten der Makkabäer. Jacobus Brundusinus, ein Gedichtbeschreiber, Ennius' des Poeten Tochtersohn, wirkte zuerst in Rom, kam danach nach Tarent und starb neunzigjährig. Simon, der dritte Sohn des Mattathias, der Herzog und auch Bischof der Juden, saß acht Jahre [im Amt], war ein geistlicher und sehr kluger Mann und von Jugend auf von sehr gutem Wandel. Er wurde zuletzt schändlich von seinem Schwiegersohn getötet. Dieser Simon und Jonathan, die Brüder Judas', lösten den Leichnam ihres Bruders nach dessen Tötung von den Feinden aus und begruben ihn in Modeïn. Denn Ptolemäus lud ihn zu einem Gastmahl ein und erschlug ihn mit zwei Söhnen und legte Simons Frau mit den anderen zweien in Gefangenschaft. Und darin endet sich das erste Buch der Makkabäer. Blatt 82 der Welt. Ptolemäus Euergetes, ein Sohn des Philometor, der siebte ägyptische König, regierte 29 Jahre. Er war ein sehr böser und grausamer Mann, dem wegen seiner Grimmzornigkeit sein Bruder und Kleopatra, seine Schwester, aus Furcht das Reich durch Botschafter übergaben. Als er nun so das brüderliche Reich ohne jeglichen Krieg erlangt hatte, wurde er hochmütig und tötete den Sohn seines Bruders aus den Händen der Mutter und erwürgte alle seine Günstlinge. Und gleichermaßen, wie er seinen Verwandten ein grausamer, blutgieriger Mann gewesen war, so wurde er den Römern, die dorthin kamen, zu einem Gelächter und Spott. Denn er war (wie Justinus schreibt) von ungestaltem Antlitz, kurzen Leibes und mit fettem Bauch einem großen Tier gleich. Dieselbe Ungestalt wurde durch die Überfülle des Kleides noch vermehrt. Dieser zeugte acht Kinder mit seiner Schwester und mit der Schwester seiner Frau. Und er schändete auch die Töchter seiner Schwester mit Gewalt und ließ ihre Söhne gliederweise zerteilen, in eine Truhe legen und am Tag seiner Geburt während des Gastmahls hervortragen. Ptolemäus Physkon oder Soter, ein Sohn des Euergetes, der achte König der Ägypter, regierte 17 Jahre. Zu diesen Zeiten bekriegten sich Antiochus Cyzicenus, der Sohn des Demetrius, und Antiochus Grypos, der Bruder des Königs, miteinander, sodass bald der eine und dann der andere regierte. Unter solchen todbringenden Zwistigkeiten starb dieser Ptolemäus und hinterließ seinem Weib das Reich. Ptolemäus Alexander, der neunte ägyptische König, regierte nach der Vertreibung seines Bruders zehn Jahre. Er war der Bruder des vorgenannten Ptolemäus Soter. Nachdem Kleopatra, die Mutter, mit ihrem älteren Sohn 17 Jahre regiert hatte, empfing sie Verdrossenheit über die Mitherrschaft ihres Sohnes. Darum reizte sie das Volk gegen ihn auf und zwang ihn, auf die Insel Zypern zu fliehen. Da forderte sie diesen Alexander, ihren jüngeren Sohn, anstelle seines Bruders auf, mit ihr zu regieren. Aber diese [Mutter] wurde danach von ihm abgetan, und er deshalb vom Volk ins Exil vertrieben, und Ptolemäus Soter wieder in das Reich zurückgerufen. Darum setzte Alexander das römische Volk als Erben des Königreichs der Kyrenäer ein, das ihm sein Vater durch ein Testament hinterlassen hatte. Ptolemäus Soter, unlängst zuvor von der Mutter vertrieben, hat in diesem Jahr, als Alexander von den Ägyptern erschlagen wurde, das väterliche Reich wiedererobert und acht Jahre regiert. Hannibal, der Sohn Hamilkars, des karthagischen Herzogs, ist im 25. Jahr seines Alters zu einem Feldherrn oder Befehlshaber des karthagischen Heeres ernannt worden. Denn er hatte vor anderen Heerführern an Klugheit, Kühnheit und Rat zur Bewältigung von Gefahren den Vorrang. Als er nun Hauptmann geworden war, unterwarf er drei Jahre lang das ganze Volk Hispaniens im Krieg. Dorthin setzte er Hasdrubal, seinen Bruder, zur Hut und Bewahrung ein und zog über das Pyrenäische Gebirge. Und als er an das Gebirge kam, das das welsche Land von Gallien scheidet, worüber nie jemand mit einem Heer außer Herkules gegangen war, da öffnete er die steinigen Wege und Stellen mit Verbrennung von Holzhaufen und mit hineingegossenem Essig, sodass ein beladener Elefant hindurchkommen konnte, wo vormals ein einziger Mensch nicht hatte hindurchgehen können. Aber an demselben Ort fielen viele Leute mit den Elefanten im Schnee um. Man sagt, dass dieser Hannibal 80.000 zu Fuß und 20.000 zu Ross und 37 Elefanten ins welsche Land geführt habe. Dann zog Hannibal in das Taurinische Feld und unterwarf nach Durchstreifung der gesamten jenseits des Gebirges gelegenen Gegend die Römer in drei Schlachten und eroberte viele Städte. Dasselbe tat er auch durch die ligurischen Gegenden. Danach zog er über die Appeninen.