Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter 100px 100px Alexander ein sun antiochi ephiphanis sim der. xi. koenig Syrie vnd Asie regiret newn iar vnd was den iuden alweg gnedig. vnd macher mit Jonatha machabeo dem herzogen ein puentnus. mit der hilff erslug er Demetrium sother vnd regiret an seiner stat. Er vermehelt ime Cleopatram des konigx Ptolomei tochter. die name ptolomeus vnd gabe die Alexandro Demetrio dem sun Demetrij sother zu eim weib. zu letzt flohe Alexander zum konig Arabie der bezoget sich vor ptolomei darumb ertoedtet er alexandrum vnd schicker sein hawbt ptolomeo zu Demetrius regiret drey iar nach alexandro vnnd als alles sein vaterlich konigreich in versawmlichket vnd nachlassigkeit. ward zu letzt in Hiraniam gefangen gefuert. vnnd kebet .ix. iar des reichs entsetzt. darnach ward er wider in das reich gesetzt vnd ime durch Philometorem sein tochter Cleopatra die Alexander entfueret vermehelt Antiochus sedetes vnderfinge sich. dieweil er noch ein kind wz. auß rate Triphois zu widerbringung des reichs ettwas zuhandeln. aber er schuoff wenig. denn er wardt palt von ime erslagen. wann dise bede miteinander fechtende. regiret ytzo einer vnd denn der ander. Iohannes hirvanus hat nach ertoedtung seines vaters symonis vnd zwayer seiner suen Jude vnd Mathathie vonn Prolomeo in der wirtschaft zu Jhericho mt recht die briesterschaft erlangt. vnd derselben. xxiij. iar gar wol gepflegen. vnd nach. seinem absterben Aristobaldum seinen erstgepornen sun vnd Antigonum mit zwayen anderen kleinen suenen gelaßen. vnd nach dem ir keiner das volck zeregien gnuogsam oder tueglich wz. so setzet er sein weib die fast kluog was den suenen vorzesein. vnd saße. xxvi. iar als ein man der briesterschaft wirdig. vnd in dem herzogthumb gestreng. Er begeret vnd erlanger von den roemern freuentschaft. vnnd erlidde vil widerwertigkeit von den phariseyern vnnd Effeniern. vonn den er zu lest erledigt ward vnd seligclich in das alter lebet. Aristobolus ein sun Johannis Hircani leget sein muter vnd zwen sein iunger bruedere in fancknus vnd setzet imselbs die kron des reichs auff vnd regiret allain ein iar vnd was ein konig vnd ein bischoff vnnd ertoedtet seinen bruder duch zuplasung seins weibs. vnd als. iiijc. lxxv. iar von Sedechia dem letzten konig inda verloffen waren starb er an eim herben seuechen das dz pluet auß den zerissen glidernn außdrunge. Triphon fienge an vnd empfinge von Symone hundert pfundt silbers vnd zwen suen Jonathe wider verhaißne ding. vnd ertoedten Jonatham mit zwayen suenen. vnd ersluog danach seinen herren Antiochum also iungen vnd regiret fuer ine. Alexander der bruder Aristoboli empfing bey den hebreyschen das bischoffthumb vnd konigreich vnd regiret. xxvij. iar. dann die verlaßen wittib Aristoboli die auß ime kein kind geporn hat. erloeset ine mit zwayen bruedern auß fracknus. vnnd setzet ine als den eltern zu eim konig Judee. derselb ertoestet seinen nehst nach ime gepornen bruder vnd entsetzet den dritten des reichs mit bezwangnus mit ime zeregiren vnd er was also boßhaftig das er tausent alten inerhalb sechs iaren vmbrachr vnd achthundert remann die sein vbeltat andeten mitsambt iren weibern und kindern an den straßen vn der gaßen aufhencken ließ. darnach starb er an dem viertagigen fiber im. xxvij. iar seindes reichs vnd ließ zwen suen Hircanum vnd Aristobolum. aber er setzt sein weib Alexandram zeregiren. dann sie het die gnad des volcks. Diser Alexander ein sun Antiochi regiret nach dem Triphon den erschluog Diodatus der herzog. Blat LXXXIIII der werlt Mantua ist in Gallia der Cenomaniser ein beruembte stat. vnd (als ettlich sagen) von Matha der tochter Thiresie der tichterin denambt. vnd nach abfall der Thebanier von Alexandro gepawt. so sind ettlich die sprecchen das Thiresia zu den zeiten thesei gewesen vnd in ir dinstperket gelangt. vnd nach absterben irs vaters in welsche land mit vil lewten komen sey. vndmit kriechyschen gehilffen dise stat Matuam erpawen hab. als aber dazwischen Denus auß Tiberinodem konig der Tuscier geporn wardt. vnd sich nw die Tuscier vnd Venediger in dieselben statt versamelten do vmbfing Dnenus die statt mit mawrn. wendet die in ein andere gestalt vnd nenner sie won seiner muter Mantuam. wie solchs Virgilius imm. x. buch Eneidos genant anzeigt. Doch ist wissenrlich das dise fast alte statt von den Etruscieren pepawen. vnd eine der zwolff stett ihenßenhalb des Appenninischen gepirgs. von demselben volck bewoner gewesen sey. Dise statt ligt den bergen die Galliam vnd teuetsche Land vom welschen lannd schaiden nahend, vnnd nit weit von dem see Benaco. darauß das wasser Mincius bis gein Mantua hin leuest. vnd daselbst ein see worden. vmb die statt rinnet vnd von dannen fueroan in kurtzem lawff in den fluss Padum kombt. Mantua hat in vergangen zeuten groß anstoeß vnd widerwertigkeit erlidden. vnnd st vonn Athila dem Hungrischen wuettrich von den Gothieren, Langopardieren vnd der Baiern konig zu zeiten zeruedet. beweylen berawbet. zu zeitten an zinnen geoffent vd vnbewardt gelaßen. Die Hungrischen haben z zeiten dise statt bis an den erdpoden vmkert. darumb isz nochmaln ein ort daselbst Vngaria genant. Mathildis die edel greffin hat dise statt lang ingehabt vnd wunderperlich erweitert. Vnder der babst Nicolas der ander ein Concili hielt. Vil herrschaften haben nach Mathildim dise statt vil zeit beseßen. darinn haben ach die hohberuembten geslecht de Kippa vmd Passerini genant zu zeiten geherrschet. zu letzt nach mancherlay fallen hat das edel geslecht Gonzagorum genant nach bertreibung der Passinier dise statt mit schoenen pwgken vber den see aufgerichtet. vnnd mit hohen gotzhewßern. koniglichen palasten. vnnd adellichen burgerßhewßern huebsch gezieret. darumb sie auch hewt ein weyte statt vnd an habe vnd guettern reich die zu menschlichem geprauch naotturftig sind vnnd machtig geachtet ist. zu den zeiten des grossen Karls erschione zu Mantua das wunderperlich pluot Christi. zu des besichtigung sich babst leo der ander daselbsthin fueget. vnd von dannen in teuetsche lannd zu demsekben Karl zohe. Karolus calnus des grossen Karls sun starb zu Mantua von vergift. das ime ein hebreischer artzt mit gelt geritzt gab. Daselbst rastet Anßhelmus der Lucensisch bischoff. ein hieliger vnd in erfarung vnd sytten beruembter man. Auch der seligst Johannes bonus daselbst ettwen ein burger an wunderzaichen scheinperlich. Von dannen sind auch pirein außpuendig buch von der ertzney an den koenig von Sicilia gemacht haben.
Das fünfte Zeitalter. Alexander, ein Sohn Antiochos Epiphanes', der elfte König Syriens und Asiens, regierte neun Jahre und war den Juden stets gnädig. Er schloss mit Jonatan Makkabäus, dem Herzog, ein Bündnis. Mit dessen Hilfe erschlug er Demetrius Soter und regierte an seiner statt. Er vermählte sich mit Kleopatra, der Tochter König Ptolemäus'. Diese nahm Ptolemäus und gab sie Demetrius II. Nikator, dem Sohn Demetrius Soter, zur Frau. Zuletzt floh Alexander zum König Arabiens, der sich vor Ptolemäus zurückzog. Darum tötete er Alexander und schickte sein Haupt Ptolemäus. Demetrius regierte drei Jahre nach Alexander, und als sein ganzes väterliches Königreich in Verwahrlosung und Nachlässigkeit geriet, wurde er zuletzt nach Hyrkanien gefangen geführt und blieb neun Jahre des Reichs entsetzt. Danach wurde er wieder in das Reich eingesetzt, und ihm wurde durch Philometor seine Tochter Kleopatra, die Alexander entführt hatte, vermählt. Antiochos Sidetes unternahm es, während er noch ein Kind war, auf Rat des Tryphon, etwas zur Wiederherstellung des Reiches zu unternehmen. Aber er schuf wenig, denn er wurde bald von ihm erschlagen. Denn diese beiden, miteinander fechtend, regierten bald der eine und dann der andere. Johannes Hyrkanos hat nach der Tötung seines Vaters Simon und zweier seiner Söhne, Judas und Mattathias, von Ptolemäus in der Herberge zu Jericho mit Recht die Priesterschaft erlangt und diese 23 Jahre lang sehr gut ausgeübt. Und nach seinem Absterben hinterließ er Aristobulos, seinen erstgeborenen Sohn, und Antigonos mit zwei anderen kleinen Söhnen. Und nachdem keiner von ihnen das Volk zu regieren genügsam oder tauglich war, so setzte er sein Weib, die sehr klug war, den Söhnen vorzustehen. Und sie saß 26 Jahre als ein Mann, der Priesterschaft würdig und im Herzogtum streng. Er begehrte und erlangte von den Römern Freundschaft und erlitt viel Widerwärtigkeit von den Pharisäern und Essenern, von denen er zuletzt erlöst wurde und seliglich in das Alter lebte. Aristobulos, ein Sohn Johannes Hyrkanos', legte seine Mutter und zwei seiner jüngeren Brüder in Gefangenschaft und setzte sich selbst die Krone des Reiches auf und regierte allein ein Jahr und war ein König und ein Bischof und tötete seinen Bruder durch die Anstiftung seines Weibes. Und als 475 Jahre von Zedekia, dem letzten König in Juda, verflossen waren, starb er an einer herben Seuche, die das Blut aus den zerrissenen Gliedern austreten ließ. Tryphon fing an und empfing von Simon hundert Pfund Silber und zwei Söhne Jonathans entgegen versprochenen Dingen. Und er tötete Jonathan mit zwei Söhnen und erschlug danach seinen Herrn Antiochos, so jung, und regierte für ihn. Alexander, der Bruder Aristobulos', empfing bei den Hebräern das Bistum und Königreich und regierte 27 Jahre. Denn die verlassene Witwe Aristobulos', die aus ihm kein Kind geboren hatte, erlöste ihn mit zwei Brüdern aus der Gefangenschaft und setzte ihn als den Älteren zu einem König Judäas ein. Derselbe tötete seinen nächst nach ihm geborenen Bruder und setzte den dritten des Reiches mit Zwang ab, um mit ihm zu regieren. Und er war so boshaftig, dass er tausend Alte innerhalb von sechs Jahren umbrachte und achthundert Römer, die seine Übeltat anzeigten, samt ihren Weibern und Kindern an den Straßen und Gassen aufhängen ließ. Danach starb er an dem viertägigen Fieber im 27. Jahr seines Reiches und hinterließ zwei Söhne, Hyrkanos und Aristobulos. Aber er setzte sein Weib Alexandra zur Regierung ein, denn sie hatte die Gunst des Volkes. Dieser Alexander, ein Sohn Antiochos', regierte, nachdem Tryphon den Diodotus, den Herzog, erschlagen hatte. Blatt 84 der Weltchronik. Mantua ist in Gallien der Cenomanen eine berühmte Stadt und (wie etliche sagen) von Matha, der Tochter Tiresias, der Dichterin, benannt und nach dem Abfall der Thebaner von Alexander erbaut. So sind etliche, die sprechen, dass Tiresias zu den Zeiten Theseus' gewesen und in ihre Dienstbarkeit gelangt sei und nach dem Absterben ihres Vaters in welsche Lande mit vielen Leuten gekommen sei und mit griechischen Gehilfen diese Stadt Mantua erbaut habe. Als aber dazwischen Denus aus Tiberinus, dem König der Tusker, geboren wurde und sich nun die Tusker und Veneter in derselben Stadt versammelten, da umfing Denus die Stadt mit Mauern, wandelte sie in eine andere Gestalt und nannte sie nach seiner Mutter Mantua, wie solches Vergil im zehnten Buch der Aeneis genannt anzeigt. Doch ist wissenswert, dass diese sehr alte Stadt von den Etruskern erbaut und eine der zwölf Städte jenseits des Apenninischen Gebirges von demselben Volk bewohnt gewesen sei. Diese Stadt liegt den Bergen nahe, die Gallien und deutsche Lande vom welschen Land scheiden, und nicht weit vom See Benaco, woraus das Wasser des Mincio bis nach Mantua fließt und daselbst ein See geworden ist, um die Stadt rinnt und von dannen fortan in kurzem Lauf in den Fluss Po kommt. Mantua hat in vergangenen Zeiten große Anstöße und Widerwärtigkeiten erlitten und ist von Attila, dem hunnischen Wüterich, von den Goten, Langobarden und dem König der Bayern zu Zeiten verwüstet, bisweilen beraubt, zu Zeiten an Zinnen geöffnet und unbewacht gelassen worden. Die Ungarn haben zu Zeiten diese Stadt bis auf den Erdboden umgekehrt. Darum ist nochmals ein Ort daselbst Ungaria genannt. Mathilde, die edle Gräfin, hat diese Stadt lange innegehabt und wunderbar erweitert. Unter Papst Nikolaus II. ein Konzil hielt. Viele Herrschaften haben nach Mathilde diese Stadt lange Zeit besessen. Darin haben auch die hochberühmten Geschlechter, die von Kippa und Passerini genannt, zu Zeiten geherrscht. Zuletzt, nach mancherlei Wechselfällen, hat das edle Geschlecht der Gonzaga, nach Vertreibung der Passerini, diese Stadt mit schönen Brücken über den See aufgerichtet und mit hohen Gotteshäusern, königlichen Palästen und adeligen Bürgerhäusern hübsch geziert. Darum ist sie auch heute eine weite Stadt und an Habe und Gütern reich, die zu menschlichem Gebrauch notwendig sind, und mächtig geachtet. Zu den Zeiten Karls des Großen erschien zu Mantua das wunderbare Blut Christi, zu dessen Besichtigung sich Papst Leo II. dorthin begab und von dannen in deutsches Land zu demselben Karl zog. Karl der Kahle, der Sohn Karls des Großen, starb zu Mantua durch Gift, das ihm ein hebräischer Arzt für Geld verabreichte. Daselbst ruhte Anselm, der Bischof von Lucca, ein Heiliger und in Erfahrung und Sitten berühmter Mann. Auch der seligste Johannes Bonus, daselbst einst ein Bürger, an Wunderzeichen offenbar. Von dannen sind auch Piräus, die ein ausführliches Buch über die Arzneikunde an den König von Sizilien gemacht haben.