Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter 150px Antiochus pius hat Triphonem verfolget vnd fluechtig gemacht. dann Tripho was erstlich auff alexanders seyten. do diser sahe das alles heer wider Demetrium murmelt gienge er in Arabiam dem Antiochum herwider zefueren. darnach gedacht Triphon den Antiochum zertoedten vnd imeselbs die koniglichen kron auffzesetzen. aber er besorget sich vor Jonatha dem gestrengen beschirmer Antiochi. darnach kom Antiochus in die erden seiner vater vnnd alles heer zu ime. also das wenig volck bey Triphone blib. darnach belegert er doram. vnd verschloße Triphonem. Zu letst wardt er in parthia erslagen. Antiochus spondius was Antiochi pij sun. der dann von dem konigreich vnder die Parthos flohe. 150px Mitridates pharnacis des konigs Partho rum sun. was ein konig ponti. bey Sinope geporn vnd erzogen. dieweil er noch ein kint was starben ime seine eltern als er aber wuchs do bracht er das nahend volck vnd die Scithier in seinen gewalt. vnd fueret mit den roemern xl. iar einen grausamen krieg vnd erobert Bithimiaz vnd Capodaciam. vnd bekrieget Asiaz Phrigiam paphlagoniam vnd macedoniam. Sie sagen das er. xxij. zungen (dann er herschet vber souil nacion) gekuendt hab. vnd ye eine also wol als die andern. so wz der kriechyschen schrift bericht. daruemb fliße er sich auch der musica. er was großer nuechterheit vnd der arbeit allergedultigst. den hat Cn. pompeius in eim nechtlichen streit vberwunden. sein wagenburg zerissen. vnd seinen. xlm. erslagen. Pharnaces sein sun hat nach ertoedtung der andern suene ein heer wider den vater gefuert. vnd als Mitridates seinen sun von hoher mawr lang vergebens gebetten het do stig er pald herab zu seinen weibern. kotzen. vnd tochtern. vnd raichet inen allen vnnd zu lest auch imselbs das gift. aber er mocht vor ertzney damit er sich fuerbewaret het nit sterben. sunder er vergienge bey Boßphoruz. der regiret. xl. iar. vnd wardt auß verwilligung Pompey in eim koniglichen begraben. bey Sinopem bestattet. Demetrius was ein bruder des vorgenanten antiochi. den alexander der iuden konig ersluog. Philippus der letst konig Sirie vnd Asie hat imm vierden des reichs alexandri zeregirnn angefangen vnd zway iar geregirt. Bey des herrschung flohe anthiochus sein vetter zu den Parthiern vnd ergabe sich Pompeyo. nach demselben wardt Philippus pald von Gabino dem roemischen ratherrnn gefangen. vnd sitn reich den roemern vndertanig. vnd das reich Syrie endet sich. das doch. ijc. xx. iar. vnder. xvij. konigen geweeret hat. Nach dem letsten konig Syrie. wardt Syria vom Pompeyo den Roemern zinsper gemacht. Pompeius kom gein iherusalem. vnd name die statt ein. erofnet den tempel. vnd gieng bis in sancta santorum. begabet Hircanum mit dem bischofthumb. fueret Aristobolum seinen bruder hin. dess mals haben die iuden ir freyhait gantz abgelegt vnd angefangen den roemern vnderworffen zesein. vnd Pompeius hat Scauro dem fuersten die verwesung oder pflegnus desselben lands empfolhen. vnd zwu schar volcks bey ime gelassen. Gabinus wardt in Syriam gesendet. daselbst nach Scauro der verwesung zepflegen. der befalhe Hircano die sorg des tempels. vnnd taylet das volck der iuden in fuenff versamlung. als sprechende die hohfart des iudischen lands. Grassus der roemisch ratherr vnd mitgesandter Pompey wardt nach absterben des obgenanten Gabini an sein statt zu eim verweser Syrie von dem roemirat geordnet. allermaist das er die Pathos die an Syriam stießen vnd widerspenig warnn stillen solt. Diss was einfast geitzig man vnersatlicher geitzigkeit. do er hoeret von des tempels zu iherusalez reichtumb. die doch Pompeius vnberuert het gelaßen. do kome er gein Jherusalem. gienge durch den tempel vnd name dauon zwaytausentpfund werdt. von dannenn zohe er durch Mesopotamiam in Parthiam. vnd durch den fluss Eufratem. vnd do er mit den seinen bis zu der statt Caram komen was komen ime die Parthi pald entgegen. vnd verduckten die roemer mit geschoß. vnd verfolgten Crassum mit eilendem raysigem gezeueg vnnd ersluogen ine. Ettlich schreiben er sey von gold im in seinen mund gegoßen gestorben. Cassius der verweser Sirie was ein nachkomen Crassi. der beweget zu letst ein heer wider Octauianum. ixc. pfund silbers auß den iuden schetzende. Zu letst wardt er von den Philippis erslagen. Blat LXXXVIII der werlt Lugdunum. das ist Lyon die statt Gallie ihenßhalb des gepirgs nahend bey Vienna ist zu den zeiten keysers Augusti octauiani (als Eusebius sagt) von Numancio plauco an einem berg do die zwen fluoss Arar vnnd Rhodanus zusamen lawffen gepawt worden. wiewol Franciscus petracha von diser statt schreibt. das Lyon ein edle wonung der roemer vnd ein weinig elter sey den die statt Coeln: die auch vor andern stetten Gallie (außgenommen Narbone) an personen hohberuembter erleuechter mann lang geschinnen hat. als Strabo helt. dann inen ist die kawffmanschaft in vergangner zeit vnd auch nochmals zu großem geprauch ersprossen. Die hertzogen haben daselbst ein silberine vnd guldine muentz auß gehaiße Augusti des roemischen keysers geslagen. Es ist auch von allen Galliern ein tempel von gemeiner verlegung dem keyser Augusto zu eren vor diser statt erpawen. an dem ende do die obgenanten fluess zusamen rinnen. daselbst ist auch ein tempelein treffenlicher wirdigkeit habende einen tittel. lx. voelcker an einer seueln. Dise statt ist ettwen dem volck Segozianorum vorgewesen. das dann zwischen den fluessen Rhodani vnd Dubudis ligt. die andern voelcker darnach gein dem rhein ab werden einßtails von Dabude einßteils von Arare den wassern abgesuendert. dann dieselben wasser vom gepirg fallende komen darnach in einen einigen fluß zusamen. vnd rinnen in den Rhodan vnd dann der Rhodan fuerter ab gein Viennam. vnd vmb dise drey fluess ist es also gestalt das sie bey dem anfang gegen mitternacht vnnd darnach gegen dem nidergang fliessen vnd sie denn zu letst in einen einigen fluss komen so lauft derselb fluss herwiderumb gein mittemtag bis er auß zufliessung anderer wasser vberhand nimbt vnd fueroan in das klein meer kombt. aber der tempel mitsambt der gantzen gegent ist zu den zeiten Senece (als er zu Lucillo schreibt) von eim leichten fewer außgeprennt. Von dannen hat plotinus (der erstlich die latainischen kunst der zierrend geleret hat) seinen vrsprung gehabt. von dannen sind purtig sanctus Augendus an leben vnd wunderwercken beruembt. Item sanctus Desiderius der bischoff. vnd sanctus Baldomerius der die statt mit stettigen wunderzaichen erleuechtet. Item sanctus Romanus der abt der erstlich daselbst ein einsidlisch leben gefuert hat vnd ein vater vil muench gewest ist. Dise statt wirdt auch geziert mit sancto Nicecio dem bischoff vnd Hyreneo dem bischoff sancti Policarpi iunger. der daslebst gemartert wardt Daselbst rasten in dem herrnn Domicianus der abt. Lupus der bischof vnd Antiochus der bischof. der heilig Justus hat auch daselbst sein leben geendet Dise loebliche statt ist lang vnder den konigen zu franckreich gewesen. die dann daselbst zierlich iarmeß des kawflchlags aufgerichtet haben. Daselbst haben (als man sagt) Pilatus vnd Herodes von den roemischen fuersten verschicket ein ere loses leben geendet. Lugdunum hat iren namen von des keysers heer. dz sich Lugda (das ist souil als ein plitz) nennet. dann dasselb heer pslag gewoelich an denselben enden vber winter zebleiben. also wardt auch (als Ticitus setzt) ein roemisch heer gen den Hyspaniernn gelegt. vnd das rawbend heer genant die voelcker mit solchen grausamen namen zuerschrecken.
Das fünfte Zeitalter. Antiochus Pius verfolgte Triphon und schlug ihn in die Flucht. Denn Triphon war ursprünglich auf Alexanders Seite. Als dieser sah, dass das ganze Heer gegen Demetrius murrte, ging er nach Arabien, um Antiochus zurückzuführen. Danach gedachte Triphon, Antiochus zu töten und sich selbst die königliche Krone aufzusetzen. Aber er fürchtete sich vor Jonatha, dem strengen Beschützer des Antiochus. Danach kam Antiochus in das Land seiner Väter, und das ganze Heer schloss sich ihm an, sodass nur wenig Volk bei Triphon blieb. Danach belagerte er Dora und schloss Triphon ein. Zuletzt wurde er in Parthien erschlagen. Antiochus Sidetes war der Sohn des Antiochus Pius, der dann aus dem Königreich zu den Parthern floh. Mithridates, der Sohn des Königs Pharnaces der Parther, war ein König von Pontus. Er wurde bei Sinope geboren und erzogen. Während er noch ein Kind war, starben seine Eltern; als er aber heranwuchs, brachte er die benachbarten Völker und die Skythen unter seine Gewalt. Und er führte mit den Römern 40 Jahre lang einen grausamen Krieg und eroberte Bithynien und Kappadokien und bekriegte Asia, Phrygien, Paphlagonien und Makedonien. Man sagt, dass er 22 Sprachen beherrschte (denn er herrschte über so viele Nationen) und jede so gut wie die anderen. So war er auch in der griechischen Schrift bewandert. Darum widmete er sich auch der Musik. Er war von großer Nüchternheit und der Arbeit gegenüber äußerst geduldig. Diesen besiegte Gnaeus Pompeius in einem nächtlichen Kampf, zerriss seine Wagenburg und erschlug 40.000 seiner Leute. Pharnaces, sein Sohn, führte nach der Tötung der anderen Söhne ein Heer gegen den Vater. Und als Mithridates seinen Sohn von einer hohen Mauer lange vergebens gebeten hatte, stieg er bald herab zu seinen Weibern, Konkubinen und Töchtern und reichte ihnen allen und zuletzt auch sich selbst das Gift. Aber er konnte wegen der Arznei, mit der er sich geschützt hatte, nicht sterben, sondern er verging am Bosporus. Er regierte 40 Jahre und wurde mit Zustimmung des Pompeius in einem königlichen Grab bei Sinope bestattet. Demetrius war ein Bruder des vorgenannten Antiochus, den Alexander, der König der Juden, erschlug. Philippus, der letzte König Syriens und Asiens, begann im vierten Jahr des Reiches Alexanders zu regieren und regierte zwei Jahre. Während seiner Herrschaft floh Antiochus, sein Vetter, zu den Parthern und ergab sich Pompeius. Danach wurde Philippus bald von Gabinius, dem römischen Ratsherrn, gefangen genommen. Und sein Reich wurde den Römern untertan. Und das Reich Syrien endete, das doch 220 Jahre unter 17 Königen gewährt hatte. Nach dem letzten König Syriens wurde Syrien von Pompeius den Römern zinspflichtig gemacht. Pompeius kam nach Jerusalem und nahm die Stadt ein. Er öffnete den Tempel und ging bis ins sancta santorum. Er stattete Hyrkanus mit dem Bischofsamt aus und führte Aristobulus, seinen Bruder, fort. Damals legten die Juden ihre Freiheit gänzlich ab und begannen, den Römern unterworfen zu sein. Und Pompeius empfahl Scaurus, dem Fürsten, die Verwaltung oder Pflege dieses Landes und ließ zwei Scharen Volk bei ihm. Gabinius wurde nach Syrien gesandt, um dort nach Scaurus die Verwaltung zu pflegen. Er befahl Hyrkanus die Sorge für den Tempel und teilte das Volk der Juden in fünf Versammlungen, als spräche die Eigenart des jüdischen Landes. Crassus, der römische Ratsherr und Mitgesandter des Pompeius, wurde nach dem Ableben des obgenannten Gabinius an dessen Stelle vom römischen Rat zum Verwalter Syriens bestellt. Allermeist, damit er die Parther, die an Syrien stießen und widerspenstig waren, beruhigen sollte. Dies war ein überaus geiziger Mann von unersättlicher Gier. Als er von den Reichtümern des Tempels zu Jerusalem hörte, die Pompeius doch unberührt gelassen hatte, da kam er nach Jerusalem, ging durch den Tempel und nahm davon zweitausend Pfund Wert. Von dannen zog er durch Mesopotamien nach Parthien und über den Fluss Euphrat. Und als er mit den Seinen bis zur Stadt Carrhae gekommen war, kamen ihm die Parther bald entgegen und bedrängten die Römer mit Geschossen und verfolgten Crassus mit eilendem, berittenem Gefolge und erschlugen ihn. Etliche schreiben, er sei gestorben, indem ihm Gold in den Mund gegossen wurde. Cassius, der Verwalter Syriens, war ein Nachfolger des Crassus, der zuletzt ein Heer gegen Octavian bewegte, 900 Pfund Silber von den Juden schätzend. Zuletzt wurde er bei Philippi erschlagen. Blatt 88 der Welt. Lugdunum, das ist Lyon, die Stadt Galliens jenseits des Gebirges, nahe bei Vienne, wurde zu den Zeiten Kaiser Augustus Octavians (wie Eusebius sagt) von Munatius Plancus an einem Berg, wo die zwei Flüsse Saône und Rhone zusammenfließen, erbaut. Obwohl Francesco Petrarca von dieser Stadt schreibt, dass Lyon eine edle Wohnstätte der Römer und ein wenig älter sei als die Stadt Köln: die auch vor anderen Städten Galliens (ausgenommen Narbonne) lange an Personen hochberühmter, erleuchteter Männer geglänzt hat, wie Strabon meint. Denn ihnen ist der Handel in vergangener Zeit und auch nochmals zu großem Nutzen erwachsen. Die Herzöge haben daselbst eine silberne und goldene Münze auf Geheiß Augusti, des römischen Kaisers, geschlagen. Es ist auch von allen Galliern ein Tempel von gemeinsamer Veranlagung dem Kaiser Augustus zu Ehren vor dieser Stadt erbaut worden, an dem Ende, wo die obgenannten Flüsse zusammenfließen. Daselbst ist auch ein Tempelchen von trefflicher Würdigkeit, das einen Titel hat: „60 Völker an einer Säule“. Diese Stadt war einst dem Volk der Segusiaver vorgesetzt, das dann zwischen den Flüssen Rhone und Doubs liegt. Die anderen Völker, die danach zum Rhein hinab liegen, werden einerseits vom Doubs, andererseits von der Saône, den Wassern, abgesondert. Denn dieselben Wasser, vom Gebirge fallend, kommen danach in einem einzigen Fluss zusammen und münden in die Rhone, und dann die Rhone weiter abwärts nach Vienne. Und um diese drei Flüsse ist es so beschaffen, dass sie am Anfang gegen Norden und danach gegen den Westen fließen, und wenn sie dann zuletzt in einen einzigen Fluss kommen, so läuft derselbe Fluss wiederum gegen Süden, bis er aus dem Zufluss anderer Wasser überhandnimmt und fortan in das Mittelmeer kommt. Aber der Tempel mitsamt der ganzen Gegend ist zu den Zeiten Senecas (wie er an Lucilius schreibt) von einem leichten Feuer ausgebrannt. Von dannen hatte Plotin (der zuerst die lateinische Kunst der Rhetorik gelehrt hat) seinen Ursprung. Von dannen ist der heilige Eugendus, berühmt durch Leben und Wunderwerke, gebürtig. Ebenso der heilige Desiderius, der Bischof, und der heilige Baldomerus, der die Stadt mit stetigen Wunderzeichen erleuchtete. Ebenso der heilige Romanus, der Abt, der zuerst daselbst ein einsiedlerisches Leben geführt hat und ein Vater vieler Mönche gewesen ist. Diese Stadt wird auch geziert mit dem heiligen Nicetius, dem Bischof, und Irenäus, dem Bischof und Jünger des heiligen Polykarp, der daselbst gemartert wurde. Daselbst ruhen im Herrn Domitian, der Abt, Lupus, der Bischof, und Antiochus, der Bischof. Der heilige Justus hat auch daselbst sein Leben beendet. Diese lobliche Stadt ist lange unter den Königen von Frankreich gewesen, die dann daselbst prächtige Jahrmärkte des Handels eingerichtet haben. Daselbst haben