Fünftes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das funft alter 100px Antipater ein sun Arstobuli vnd Crispis ein weib haben. iiij sin vnd ein toechter gehabt. ane Antigonus bey dem keyser Julio verclaget. diser zaiger vnder aufgedecktem kleid sein wunden sprechende. das nit not wer trew mit worten. sunder mit narben zebeweisen. dauon ward er ein procurator oder schaffer des inischen lands ercleet. darnach hat er fallum den elteren sun vnder ime zu iherusalem zu eim schaffer. vnd Herodem zu Gllilea zu eim verweser gesetzt. 500px Ptolomeus dionisius der. xij. Egyptisch konig regiret. xx. iar. von dem begeret Pompeius hilff. de er dann von seiner ingent wegen von dem roemische rat zu einem vormund oder pfleger gegeben wardt. aber er ersluog als ein vndanckperer man Pompeium. nach todt desselben Pompey zohe der keyser Julius gein alexandram von Prolomeo dem todslager feintschaft geduldende. der dann mir vnuersehenlicher menig der feins vmbschreckt ward vnd auff einem kleinen schiflein emplohe. das doch von der puerde der nachfolgenden versuncke. aber keyser Julius kom mit einer vbersichauffgehebten hand darinn er brief hielt. ijc. schrit schwimmende zu dem großen schiff. doch vnlang darnach eroberet er in eim schiffstreit den koniglichen schiffzeueg. aber do Ptolomeus frey empflohe so macher er deannoch dem keyser einen krieg. der dann mit allem heer vertilget vnnd selbs in eimem schiflein darauff er hoffetn zeempfliehen versencket ward. des leichnam wardt bey anzeigung seins pantzers amm gestadt gefunden. vnd also hat keyser Julius alexandriam erobert vnd Cleopatram desselben Ptolomei schwester vomm elend wider anhayms gefordert. vnd ir das reich verliehen. die darnach mir koniglichem zeueg gein Rom kome. Cleopatra ein Egyptisch konigin was ein tochter Dionisij anletis den die alexandrinischen von boßheit wegen außgeworffen hetten die ward nach tod irs bruders durch den keyser zu einer konigin gesetzt. aber nach des keysers tod vnd in Philippis gehandelren dingen zohe anthonius in asiam vnd beweyset der konigin Cleopatra hohe ere. also dz er die im zu eim weib vermehelt vnd kinder auß ir empfienge. Bede waren in dem atticischen krieg vnd sind auch bede geflohen. zu letst sind sie von augusto vberwunden worden. dann augustus bezwange antonien in der statt Nicopoli gefangnen gein imeselbs hand anzelegen. vnd befalhe Cleopatram lebendig in seinen gewalt zebringen. die vnlang darnach in fangknus von eim schlangen piß starb. Dise ist schier mit keiner dann des munds schonheit vnd mit eim gemerck warer klarheit geziert gewest. aber hinwiderumb wz sie an geitzigkeit. grausamkeit vnd vnkeueschheit in der werlt beruechtigt. vnd also hat sich der egiptier reich zum end gelert. dz soch. iijc. lx. iar vnder. xiij. konigen geweret het. vnd augustus geschwaiget dz wueettend egiptisch land. Blat XC der werlt Herodes ein sun Antipatris empfing das reich der iuden von den roemern vnd regiret. xxxvij. iar. dann Antipater was zu den zeiten Sabini des verwesers Syrie. an tugenten also achtper vnnd beruembt das er ein konigliche gemahelschaft verdiener. vnd vermehelt ime auß koeniglichem stammen Arabie ein weib. auß der warden ime geporn vier suen. nemlich Phaselus herodes ascaloita genant Josippus vnd feroas. vnd die einich tochter Saloma. darnach ward ime mit gift bergeben. vnd Phazelus der erstgeporn erslagen. aber Herodes zu Antonio fluechtig vnd darauff zu eim konig des iudischen lands gekroent. vnd daneben vbergabe ime Augustus Tracontidem vnd Jtruream vnd die gantz meer gegent. Er pawet in Aschalone ein koniglich haws. douon wardt er aschalonita genant. dann von der gepurt des vaters was ein Jdumeer vnd von der muter ein arabier. Vnd nachdem sich alßdann die gepurt Cristi vnßers herren nahet. so ist das konigreich vnd die briesterschaft der iuden so dann dauor ye von einem auff den andern ererbt zesprochen. vnd also die weissagung Moysi erfuelt, die do sagt. Es wirdt nit abnemen der fuerst von iuda nach der herzog von seinen hueffen bis der komet dem es bahalten ist. vnd er wirdt ein harrung der hayden. Als nw diser Herodes das konigreich empfangen het. do richtet erSamarina vomm grund auff vnd nennet sie Augusto dem keyser zu eren augustam. vnd setzet wider der iuden willen auff die koestliche pforten des tempels einen guldein adler. vnnd zieret den tempel großtattiglich vnd miltigclich. zu letst toedtet er Hiracanum den fuersten der briester vnd seinen sun der sein nachkomen in dem bisthumb gewest sein solt. Deßgleichen tet er auch seine swester. seinem wieb. mit aignen zwayen noch inngen suenen. vns seins weibs muter. darzu ersluog er auch seiner swester Salome man vnd vermehelt sie eim anderen. den ertoedtet er auch. so etoedtet er auch alle schriftweisen vnd außleger des goetlichen gesetzs. vnd als aber nw diser allermoertlichst man die gepur Jhesu cristi auß anzaigung der dreyer konig erkanr het do ließ er alle knablein zu bethleem toedten. vnd wardt alßpald mit eim schwern seuechen geslagen. dz auß seinem gantzen leib die wuerm kruchen. vnd also sein arme ellede seleauffgab. vnd hat fuenff suen gelaßen. nemlich archelaun. Herodem antipam. antipatrum Lysaniam vnnd Philippum. der waren vier. der jeder einen tayl des reichs inhielt.
Das fünfte Zeitalter. Antipater, ein Sohn des Aristobulus, und Crispis, seine Frau, hatten vier Söhne und eine Tochter. Antigonus wurde beim Kaiser Julius verklagt. Dieser zeigte unter aufgedecktem Gewand seine Wunden und sprach, dass Treue nicht mit Worten, sondern mit Narben zu beweisen sei. Daraufhin wurde er zum Prokurator oder Verwalter des jüdischen Landes ernannt. Danach setzte er Phallum, seinen älteren Sohn, unter sich als Verwalter in Jerusalem ein, und Herodes als Statthalter in Galiläa. Ptolemäus Dionysius, der zwölfte ägyptische König, regierte zwanzig Jahre. Von ihm begehrte Pompeius Hilfe, da er von seiner Jugend wegen vom römischen Rat zu einem Vormund oder Pfleger eingesetzt worden war. Aber er erschlug als ein undankbarer Mann Pompeius. Nach dem Tod desselben Pompeius zog Kaiser Julius nach Alexandria, da er von Ptolemäus, dem Totschläger, Feindschaft erlitt. Dieser wurde dann von einer unversehenen Menge der Feinde umschreckt und floh auf einem kleinen Schifflein, das jedoch von der Bürde der Nachfolgenden versank. Aber Kaiser Julius kam mit einer über sich aufgehobenen Hand, darin er Briefe hielt, zweihundert Schritte schwimmend zu dem großen Schiff. Doch unlängst danach eroberte er in einem Schiffstreit den königlichen Schiffszeug. Aber als Ptolemäus frei entfloh, machte er dennoch dem Kaiser einen Krieg. Dieser wurde dann mit allem Heer vertilgt und selbst in einem Schifflein, worauf er zu entfliehen hoffte, versenkt. Sein Leichnam wurde bei Anzeige seines Panzers am Gestade gefunden. Und so hat Kaiser Julius Alexandria erobert und Kleopatra, die Schwester desselben Ptolemäus, aus dem Elend wieder heimgefordert und ihr das Reich verliehen, die danach mit königlichem Gefolge nach Rom kam. Kleopatra, eine ägyptische Königin, war eine Tochter des Dionysius Auletes, den die Alexandriner wegen Bosheit ausgeworfen hatten; sie wurde nach dem Tod ihres Bruders durch den Kaiser zu einer Königin eingesetzt. Aber nach des Kaisers Tod und in den in Philippi verhandelten Dingen zog Antonius nach Asien und erwies der Königin Kleopatra hohe Ehre, so dass er sie ihm zur Frau vermählte und Kinder von ihr empfing. Beide waren in dem Attischen Krieg und sind auch beide geflohen. Zuletzt sind sie von Augustus überwunden worden. Denn Augustus zwang Antonius, in der Stadt Nikopolis gefangen, Hand an sich selbst zu legen und befahl, Kleopatra lebendig in seinen Gewalt zu bringen. Die unlängst danach in Gefangenschaft von einem Schlangenbiss starb. Diese war schier mit keiner anderen als der Schönheit des Mundes und mit einem Merkmal wahrer Klarheit geziert gewesen. Aber wiederum war sie an Geizigkeit, Grausamkeit und Unkeuschheit in der Welt berüchtigt. Und so hat sich das Reich der Ägypter zum Ende geneigt, das so dreihundertsechzig Jahre unter dreizehn Königen gewährt hatte. Und Augustus beruhigte das wütende ägyptische Land. Blatt 90 der Welt. Herodes, ein Sohn des Antipater, empfing das Reich der Juden von den Römern und regierte siebenunddreißig Jahre. Denn Antipater war zu den Zeiten Sabinus', des Verwesers von Syrien, an Tugenden so achtbar und berühmt, dass er eine königliche Heirat verdiente und ihm aus königlichem Stamm Arabiens eine Frau vermählte. Aus der wurden ihm vier Söhne geboren, nämlich Phaselus, Herodes, genannt Ascalonita, Josippus und Pheroras, und die einzige Tochter Salome. Danach wurde ihm Gift verabreicht, und Phaselus, der Erstgeborene, erschlagen. Aber Herodes floh zu Antonius und wurde daraufhin zum König des jüdischen Landes gekrönt. Und daneben übergab ihm Augustus Trachonitis und Ituräa und die ganze Meergegend. Er baute in Aschkelon ein königliches Haus, davon wurde er Ascalonita genannt. Denn von der Geburt des Vaters war er ein Idumäer und von der Mutter ein Araber. Und nachdem sich alsdann die Geburt Christi, unseres Herrn, nahte, so ist das Königreich und die Priesterschaft der Juden, die zuvor stets von einem auf den anderen ererbt zugesprochen wurde, und so die Weissagung des Mose erfüllt, die da sagt: „Es wird nicht abnehmen der Fürst von Juda noch der Herzog von seinen Hüften, bis der kommt, dem es vorbehalten ist, und er wird eine Erwartung der Heiden sein.“ Als nun dieser Herodes das Königreich empfangen hatte, da richtete er Samaria vom Grund auf und nannte sie zu Ehren Kaiser Augustus' Augusta. Und setzte wider den Willen der Juden auf die kostbaren Pforten des Tempels einen goldenen Adler und zierte den Tempel großtätiglich und mildtätiglich. Zuletzt tötete er Hyrkanus, den Fürsten der Priester, und seinen Sohn, der sein Nachkomme in dem Hohepriesteramt gewesen sein sollte. Desgleichen tat er auch seiner Schwester, seinem Weib, mit eigenen zwei noch jungen Söhnen und seiner Weibes Mutter. Dazu erschlug er auch den Mann seiner Schwester Salome und vermählte sie einem anderen. Den ertötete er auch. So ertötete er auch alle Schriftgelehrten und Ausleger des göttlichen Gesetzes. Und als aber nun dieser allermörderischste Mann die Geburt Jesu Christi aus Anzeige der drei Könige erkannt hatte, da ließ er alle Knäblein zu Bethlehem töten. Und ward alsbald mit einem schweren Siechtum geschlagen, dass aus seinem ganzen Leib die Würmer krochen. Und so seine arme, elende Seele aufgab. Und hat fünf Söhne hinterlassen, nämlich Archelaus, Herodes Antipas, Antipater, Lysanias und Philippus. Derer waren vier, von denen jeder einen Teil des Reiches innehatte.