Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter Nurmberg ist in gantzem teuetschen land vnd auch bey eueßern voelckern ein fastnamhaftige vnd weyt besuchte stat. Ein beruembts gewerbhaws teuescher[sic!] land. vnd mit schoenen gemaynen vnd sundern gepewen gezieret. Ein konigliche fast alte burg fuerscheint ob eim berg vber die statt auff. daruon ist ein gesichte in die statt vnd darauß. Ettlich maynen das der statt ir namen von derselben burg entsprungen sey. So sprechen ettlich. das sie von Tiberio nerone dem kayser nach Resgenspurg[sic!] gepawet. oder von Druso nerone seinem bruder (der die teuetschen bestritten hat) Neroberg genant worden sey. dann Tiberius der keyser zohe sein vaterlichs geslecht von Tiberio nerone. Derselb het (als Swetonius tranquillus schreibt) Liuiam Drusillam also schwangere. vnd doch auch dauor bey ime eins suns genesen. dem Octauiano auff sein begeren ergeben. vnd starb vnlang darnach. vnd ließ hinder ime die zwen suen Tiberium vnd Drusum nach ime Nerones zugenambt. dann Nero bedeuet nach sabinischen gezueng souil als starck oder gestreng. Nachfolgend hat der Tiberius Burgundien vnd Franckreich. die von einlawffung des barbarischen volcks. vnd auß zwittracht der fuersten vnruoesam waren geregiert. vnd darnach die krieg amm oeberen kies. amm Lechfeld. an der Thonaw vnd in theuetschen landen nacheindander gefuert. vnd in den selben kriegen die Algewer vnd auch die Dalmacier ernidergelegt vnd sunderlich in dem teuetschen krieg bey xlm. ergebener menschen in Galliam gefuert vnd sie bey dem gestadt des Rheins in wonung vnd bleibung nidergesetzt. darumb zohe er mit zierlichen sygzaichen nach Roemischem sytten geschmuecket froelich gein Rome. Aber sein glori vnd machtigkeit wardt darnach mer vnd mer erweytert. da er dz gantz kriechenland das innerhalb welschs lands vnd dem Norkewischen[?] reich vnd traciam vnd Macedoniam vnd zwischen der Thonaw vnd dem Adriatischen meer ligt zu gehorsam vnnd ergebung gebracht het. Diser Claudius tiberius nero (als Eutropius setzt) was ein kluog man in den wafen vnd glueckhaftig genuog vor seiner angenomner herrschung. vnd schaffet das die stett mit seinem namen genent werden solten. Aber die allereltisten buecher der geschihtbeschreiber haißen dise burg ein norckewisch geschloß. dann auff das die Roemer den feynden die sich nach dem gepirg enthielten ir vberziehung weeren moechten so paweten sie an den bergen des Norckaws vnd in vil gegenten teuetzsch lannds buerg vnd geschloesser. also hat auch dise statt ein einige hoeh darauff dise alte burg zu huot der statt gepawen ist. Vnd wiewol (als der hohberuembt babst Pius der ander von diser statt schreibt) ein zweifel ist ob sie des Frenckischen oder Bayrischen lands sey. so zaigt doch ir namen an das sie zum Bayer land gehoere. so sie doch Noermberg. gleich als Norckaws berg geheißen wirdt. dann die art oder gegent zwischen der Thonaw vnnd Noermberg gelegen heißt das Norckaw. Dise statt ligt aber in dem Bambergischen bisthumb das zu Francken gehoert. doch woellen die Nuermberger weder Bayern noch Francken aber ein drittes besunders geslecht sein. Dise statt wirdt durch ein fliessends wasser die Pegnitz genannt enmitten getaylt in zwu stett. so kombt man von einer in die andern auff vil schoenen staynin prugken vber dasselb wasser auffgerichtet. vnd ist auff eim vnfruchtpern vnnd sandigen erdpoden erpawen. vnd auß diser vrsach alda ein arbeitsams emsigs volck. dann alle die. des gemaynen volcks sind entweders fastsinnreich wercklewt. erfinder vnd maister mancherlay wunderwirdiger subtiler arbait vnd kunst zum geprauch menschlicher notdurft vnd zierde dienstlich. oder aber gar anschlagig kaflewt vnnd gewerb treyber. Vnd wiewol auch dise statt von ettlichen fuer new geachtet wirdt darumb das in den schrifften der alten wenig dauon geschriben gefunden werde. vnnd auch keynerlay fuoßstapffen oder anzaigung des alters darin erscheynen dann allain die vorbemelt alte burg vnd ettliche hewser. des sich doch nymant verwundern soll. denn auch von vil andern treffenlichen stetten nit allain teuetscher sunder Auch Welscher vnd andrer land. vnnd sunderlich von der in aller werlt beruembtisten statt Rom irs vrsprungs. alters vnd stiffters mancherlay zweifellicher wone vnd vermuotung vnder den geschihtschreibern erscheinen. yedoch so ist wissentlich das dise statt zu der zeit des großen kayser Karls in plueendem wesen gestanden ist. dann nach dem derselb Karolus ein konig zu Franckreich die kyrchen vnd auch das roemisch reich auffen vnd meren wolt vnd die Sachsen gezamet vnd die Britannier vnd Gallier zu ime in puendnus gebracht. vnd auch mit Tassilone dem hertzogen zu Bayern auß volg babst Adriani friden auffgenomen het. vnd aber derselb Tassilo nach beschehner fordrung weder selbs komen noch auch die außgeding versprochen layst buergen schicken wolt. do name Karolus wider denselben Tassilonem einen krieg fuer. vnd fueret die heer in Bayern taylende das volck auff drey ort vnd verordnet die oesterreicher thuering vnnd sachssen sich bey der Thonaw zelegeren. so blib Pipinus sein sun mit dem welschen heer zu Trient. Aber karolus hielte sein wartt mit dem dritten teil des heers zu Nuermberg vnd in den nahenden enden daselbst vmb vnd pawet in form vnd gestalt seins gezeltes bey Nuermberg ein kirchlein das nachfolgend durch babst Leo den dritten. der dem benannten Karolo gein Padeporren in Sachssen nach zohe. auff dem widerweg gein Rom in sannt Katherinen der iunckfrawen vnd martrerin ere geweiht worden ist vnd yetzo zu dem alten fuert genant wirdt. Ettlich sagen das dise statt ettwen vnder des edeln herren Albrechts grafen zu Francken gewalt gewesen vnd nach absterben desselben grafen (der auß veruntreueung hattonis des bischoffs zu Maintz von kayser Ludwigen vmbracht wardt) an das Roemisch reich gelangt sey. Nach dem aber dise statt an das Roemisch reich komen ist so ist sie seydher mit hoher trew vnd bestendigkeit dem Roemischen reich vnuerwenckt angehangen. vnd hat den roemischen konigen alweg hohbestendigen glawben vnnd trew gelaystet. vnd darumb auch in zwitrachtigkeit der Roemischen kayser schwere bedrangknus vnd schaden erlidden. vnd sunderlich dieweil keyser heinrich der vierd regiret. vnnd ine konig heinrich sein sun auß goetlicher rachsale (als man maynet) mit krieg verfolget. Als nw die Nuermberger ir Blat CI der werlt trew an seinem vater hielten do wardt die statt Nuermberg durch den sun mit hilff der seinen belegert vnd gewunnen. als dann die glawbwirdigen geschihtbeschreiber Otto frisingensis vnd Gotfridus viterbiensis beschreiben [Punkt fehlt?] Derselb konig Heinrich zohe gein Wurtzburg vnd setzet bischoff Erlongum ab vnd Robertum ein. darnach ließe er die Sachsen haym ziehen vnd eroberte mit den Bayern das Norckawisch schloss zu Nuemberg. als er das zwen monat oder mer belegeret het do zohe er gein Regenspurg in die hawbtstat des Norckawischen hertzogthumbs den volget der vater alßpald nach. vertribe den bischoff Robertum vnd setzet Erlongum wider ein. do zohe er fuerter vnnd veriaget mit hilff der von Regenspurg den sun auß der statt vnd setzet daselbst bischoff Ulrichen ein. vnd zerstoeret durch die Beheim die Marckh Theobaldi. Konig Conrad der Schwab. der nach absterben Lotharij zu roemischem konig erclert wardt. vnd auß rat sant Bernharts einen heerzug wider die vnglawbigen fuername hat dise statt wider auffgerichtet vnd ein loeblich closter vnd abtey sant Benedicten ordens zu sant Egidien genant an eim gelegnern enden der statt gestiftet. vnd ist auch die statt durch nachfolgend hilff stewr vnnd begnadung desselben konig Conrats vnd anderer roemischen kaiser vnd konig zu auffung komen. Aber nit ist zeglawben das sie vom[?m] anfang irer widerauffrichtung solcher zierde vnnd weyte gewesen sey. sunder sie ist zu den zeitten Karls des vierden roemischen keysers vnd konigs zu Beheym mit weiterm vmbkrais eingefangen vnd mit newen zinnen vnd mit eim weytten vnd tieffen gerigs vmb die stat gefuerten graben. vnd mit iijc. lxv. thuern[sic!]en. ergkern[n?] vnd vorwern[?] an den zwayen innern mawrn gemeret vnd mit fast weiten vnd festen inwonungen gezieret vnd schier in den mittel teuetschs lands gelegen. vnd die burgere daselbst haben auß vnderrichtung keiserlicher gesetze eins ratspflegnus vnd burgermaisterliche ordnung von der gemaynd vnderschiden. dann die burgere des herkomens von alten erbern geslechten daselbst pflegen gemayner statt sachen. so wartet die gemaind irer henndel. In diser statt sind vil weyte vnd wolgezierde gotzhewßer. auch zwu pfarr. sant Sebalds vnd sand Laurentzen kirchen. vnd der petloerden vier wolerpawte cloester die die burger in mancherlay zeiten aufgerichtet haben. Die geistlichen iunckfrawen haben daselbst zway cloester Eins zu sant Katherein. das ander zu sant Clara genant. So haben die teuetschen herren ein große weitte der statt innen. Da ist auch ein Cartheueser closter an großtatigkeit des gepews fast weit vnd schoen. Auch ein konigclicher wolgezierter sal der allerhailigsten iunckfrawen Marie am[m?] marck mitsambt einem aller schoensten prunnen. Dise statt frewet sich nicht wenig irs konigclichen patrons sant Sebalds der in seinem leben vnd mit wunderwerken also erleuechtet gewest ist das er auch dise statt erleuechtet hat. Sie frewet sich auch der keyserlichen zaichen. als des mantels. schwerter. scepters. der oepffel vnd kron des großen keyser Karls die die zu nuemberg [sic!] bey ine haben. vnd die in der kroenung eins roemischen konigs von der heiligkeit vnnd alters wegen einen glawben geben. so wirdt auch dise statt sunderlich hohgezieret mit dem vnerschetzlichen vnd goetlichsten sper. das die seyten Jhesu cristi am creuetz geoffent hat. Auch mit einem mercklichen stuck des creuetzs vnd anderen in der gantzen werlt zewirdigen heilthumen. die ierlich zu oesterlicher zeit offentlich daselbst mit großer solennitet vnd zierlichkeit gezaigt werden. Der heilligen streyttenden kirchen grundfestungen darauff sich das gantz zimmer diss gepews vertrawenlich steueert sind die heiligen apostel. dann got hat dieselben als erste opffer zu hail aller voelcker erwelet. Dise sind die grundseueln oder pfeyler der kirchen auff der grundfeste (on die nymant einiche andere grundfest setzen mag) die do ist Cristus Jhesus mit dem hoehsten egkstayn befestigt. das die warheit die vormals in dem preyse des gesetzs vnd der propheten schwebet. durch die apostolischen pusawmen zu hail aller werlt außgienge. dann es ist geschriben. In alles ertrich ist außgegangen ir stymm. wann von inen ist die kierch entsprossen vnnd bis zum ende der werlt mit dem wort der verkuendung außgestreckt. Sie haben dise kirchen mit lere. mit wunderzaichen. mit ebenpilden vnd mit pluotuergissen gepflantzt. darumb werden sie billich veter. stifter. pawere ordner. hirten. bischoff vnd wegmacher der gemaynen kirchen genant. Aber das sacrament diser gabe hat der herr also zu dem ambt aller apostel woellen gehoeren. das er es in dem seligsten Petro aller apostel dem hoehsten setzet. das er von ime als einen hawbt mit seiner gabe als in allen leib erguesse. das sich der. der goetlichen heymlichen verborgenheit entsetzet verstuende der von der festigkeit Petri abweichen getoerste. dann der herr hatt ine in die mit verwandtschaft der vnteylpern einigkeit also genomen. das er ine das. das er selbs was nennet sprechende. Du bist Petrus vnd auff disen felsen wirdt ich pawen mein kirchen. das der paw des ewigen tempels in wunderperlicher begabung mit der gnaden gottes auff der festigkeit Petri stuende. vnd er hat dise kirchen mit seiner bekreftigung also gestercket das menschliche vermessenheit vnd frefel sie nit erraichen noch auch die hellischen pforten wider sie gesygen moechten.
Das sechste Zeitalter. Nürnberg ist im gesamten deutschen Land und auch bei fremden Völkern eine sehr namhafte und weithin besuchte Stadt. Ein berühmtes Handelszentrum des deutschen Landes und mit schönen öffentlichen und privaten Gebäuden geschmückt. Eine königliche, sehr alte Burg erhebt sich über einem Berg über der Stadt, von der aus man einen Blick in die Stadt und hinaus hat. Etliche meinen, dass der Stadt ihr Name von derselben Burg entsprungen sei. Andere wiederum sagen, dass sie von Kaiser Tiberius Nero nach Regensburg erbaut oder von Drusus Nero, seinem Bruder (der die Deutschen bekämpft hat), Neroberg genannt worden sei. Denn Kaiser Tiberius führte sein väterliches Geschlecht auf Tiberius Nero zurück. Dieser hatte (wie Suetonius Tranquillus schreibt) Livia Drusilla, die bereits schwanger war und zuvor schon einen Sohn von ihm geboren hatte, auf dessen Wunsch Octavian übergeben und starb nicht lange danach. Er hinterließ die beiden Söhne Tiberius und Drusus, die nach ihm Nerones genannt wurden, denn Nero bedeutet nach sabinischem Zungenschlag so viel wie stark oder gestreng. Nachfolgend regierte Tiberius Burgund und Frankreich, die durch den Einfall barbarischer Völker und durch Zwietracht der Fürsten unruhig waren. Und danach führte er die Kriege am oberen Kies, am Lechfeld, an der Donau und in den deutschen Ländern nacheinander. In denselben Kriegen unterwarf er die Allgäuer und auch die Dalmatien und führte insbesondere im deutschen Krieg etwa 40.000 ergebene Menschen nach Gallien und siedelte sie am Ufer des Rheins an. Darum zog er mit prächtigen Siegeszeichen, nach römischer Sitte geschmückt, fröhlich nach Rom. Aber seine Glorie und Macht wurde danach mehr und mehr erweitert, als er das ganze Griechenland, das innerhalb des welsch-italienischen Landes und des norischen Reiches sowie Thrakien und Mazedonien und zwischen der Donau und dem Adriatischen Meer liegt, zu Gehorsam und Unterwerfung gebracht hatte. Dieser Claudius Tiberius Nero (wie Eutropius berichtet) war ein kluger Mann in Waffen und glücklich genug vor seiner angenommenen Herrschaft und verfügte, dass Städte nach seinem Namen benannt werden sollten. Aber die allerältesten Bücher der Geschichtsschreiber nennen diese Burg ein norisches Schloss. Denn damit die Römer den Feinden, die sich in den Bergen aufhielten, ihr Vordringen wehren konnten, bauten sie an den Bergen des Noricums und in vielen Gegenden des deutschen Landes Burgen und Schlösser. So hat auch diese Stadt eine einzigartige Höhe, auf der diese alte Burg zum Schutz der Stadt erbaut ist. Und wiewohl (wie der hochberühmte Papst Pius der Zweite von dieser Stadt schreibt) ein Zweifel besteht, ob sie zum fränkischen oder bayerischen Land gehört, so zeigt doch ihr Name an, dass sie zum Bayernland gehöre, da sie doch Nürnberg, gleichsam Noricums Berg, genannt wird. Denn die Art oder Gegend zwischen der Donau und Nürnberg gelegen, heißt das Noricum. Diese Stadt liegt aber im Bamberger Bistum, das zu Franken gehört. Doch wollen die Nürnberger weder Bayern noch Franken, sondern ein drittes, besonderes Geschlecht sein. Diese Stadt wird durch ein fließendes Wasser, die Pegnitz genannt, inmitten in zwei Städte geteilt. Man gelangt von einer in die andere über viele schöne steinerne Brücken, die über dasselbe Wasser errichtet sind. Sie ist auf unfruchtbarem und sandigem Erdboden erbaut, und aus diesem Grund gibt es dort ein arbeitsames, emsiges Volk. Denn alle, die zum gemeinen Volk gehören, sind entweder sehr sinnreiche Handwerker, Erfinder und Meister mancherlei wunderwürdiger, subtiler Arbeiten und Künste, die zum Gebrauch menschlicher Notdurft und Zierde dienlich sind, oder aber sehr geschäftstüchtige Kaufleute und Gewerbetreibende. Und wiewohl auch diese Stadt von etlichen für neu erachtet wird, weil in den Schriften der Alten wenig davon geschrieben gefunden wird und auch keinerlei Fußstapfen oder Anzeichen des Alters darin erscheinen, außer der vorerwähnten alten Burg und etlichen Häusern, dessen sich doch niemand wundern soll. Denn auch von vielen anderen trefflichen Städten, nicht allein deutscher, sondern auch welsch-italienischer und anderer Länder, und insbesondere von der in aller Welt berühmtesten Stadt Rom, erscheinen über ihren Ursprung, ihr Alter und ihre Gründer mancherlei zweifelhafte Meinungen und Vermutungen unter den Geschichtsschreibern. Jedoch ist es wissentlich, dass diese Stadt zur Zeit des großen Kaisers Karls in blühendem Zustand gestanden ist. Denn nachdem derselbe Karl, ein König zu Frankreich, die Kirche und auch das Römische Reich aufrichten und mehren wollte und die Sachsen gezähmt und die Britannier und Gallier zu sich ins Bündnis gebracht und auch mit Tassilo, dem Herzog zu Bayern, auf Anraten Papst Hadrians Frieden geschlossen hatte, und aber derselbe Tassilo nach erfolgter Forderung weder selbst kommen noch auch die für die Abmachung versprochenen Bürgen schicken wollte, da führte Karl gegen denselben Tassilo einen Krieg. Er führte die Heere in Bayern, teilte das Volk auf drei Orte und ordnete an, dass die Österreicher, Thüringer und Sachsen sich bei der Donau lagern sollten. Pippin, sein Sohn, blieb mit dem welsch-italienischen Heer bei Trient. Aber Karl hielt seine Stellung mit dem dritten Teil des Heeres bei Nürnberg und in den nahen Gegenden ringsum und baute in Form und Gestalt seines Zeltes bei Nürnberg ein Kirchlein, das nachfolgend durch Papst Leo den Dritten, der dem genannten Karl nach Paderborn in Sachsen nachzog, auf dem Rückweg nach Rom zu Ehren der heiligen Katharina, der Jungfrau und Märtyrerin, geweiht worden ist und jetzt zum Alten Furt genannt wird. Etliche sagen, dass diese Stadt einst unter der Gewalt des edlen Herrn Albrecht, Grafen zu Franken, gewesen sei und nach dem Absterben desselben Grafen (der aus Veruntreuung Hattos, des Bischofs zu Mainz, von Kaiser Ludwig umgebracht wurde) an das Römische Reich gelangt sei. Nachdem aber diese Stadt an das Römische Reich gekommen ist, so ist sie seither mit hoher Treue und Beständigkeit dem Römischen Reich unwankend angehangen und hat den römischen Königen stets hochbeständigen Glauben und Treue geleistet. Und darum auch in Zwietracht der römischen Kaiser schwere Bedrängnis und Schaden erlitten, und insbesondere, während Kaiser Heinrich der Vierte regierte und ihn König Heinrich, sein Sohn, aus göttlicher Rache (wie man meint) mit Krieg verfolgte. Als nun die Nürnberger Treue an seinem Vater hielten, da wurde die Stadt Nürnberg durch den Sohn mit Hilfe der Seinen belagert und gewonnen, wie dann die glaubwürdigen Geschichtsschreiber Otto von Freising und Gottfried von Viterbo beschreiben. Derselbe König Heinrich zog nach Würzburg und setzte Bischof Erlung ab und Robert ein. Danach ließ er die Sachsen heimziehen und eroberte mit den Bayern das norische Schloss zu Nürnberg. Als er das zwei Monate oder mehr belagert hatte, da zog er nach Regensburg in die Hauptstadt des norischen Herzogtums. Ihm folgte der Vater alsbald nach, vertrieb den Bischof Robert und setzte Erlung wieder ein. Dann zog er weiter und vertrieb mit Hilfe der ...