Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter right Die allergloriwirdigist vnd alweg iunckfraw Maria vnuermayligt gottes gepererin hat nach der auffart des herrnn Jhesu einen wandel zu ebenpild menschlichs lebens (als Lucas von den geschihten der appostel bezeuegt) gemainclich mit den aposteln gehabt bis sie mit der gnad des heiligen gaists erfuelt warnn. aber nach des heiligen gaists sendung vnd der appostel zerteylung (als der heilig Jheronimus sagt) hat der ertzengel Gabriel als ein himlischer vnderbotschafter dise heilige iunckfraw an gemueet vnd leib vnberuert bewaret. vnd Johannes der ewangelist (den sie ir sun vomm creuetz herab befahle) ein iunckfraw die iunckfrawen dienstperlich behuetet vnd ir bis zu end irs lebens als ein zug ewuenschter sun gepflegen. ir wonung bis in den tod wz vor vber großer liebe an den ende da sie alle stett daran der herr ihesus ir sun gelidden het ansehen mocht. vnd auff dem berg Syon wirdt ein zell darinn sie gewonet vnnd sant Johanns mess gelesen hat gezaigt. Vnd wiewol Cristus von allen menschen lieb zehaben ist so wardt er doch vil inpruenstigclicher geliebet von der. der herr vnd sun er was. sie wardt mit vil schmertzen betrueebet vnd mit inpruenstigkeit der liebe entzuendet. nach der auffart irs suns gein himel so sie bey irselbs stils weigende betrachtet was sie gehoert gesehen vnd erkant het. Zu letzst als sie aller gnaden vol vnd mit aller tugent erleuechtet wz ist sie in dem. xlviiij. jar von der gepurt Cristi Jhesu irs suns. vnd in dem. lxiij. iar irs alters in dem frid entschlaffen vnd hat vberfluessigclich die gand der ewigen clarheit zebesitzen verdient. vnd die von iren sun Jesu christo voelligclich empfangen. Bey irer leyche oder begrebnus sind nach dem willen gottes (als die heiligen lerer schreiben) alle appostel gegenwurtig gewesen. so ist ir vnßer herr Jhesus cristus mit gantzen himlischen hoff (souil zimlich ist zeglawben) gantz feyerlich vnd hohzeitlich entgegen komen vnd hat sie mit freueden an sele vnd leib in dem himel augenomen vnd bey ine in den thron gesetzt Nach irs suns tod lebet sie xvi. iar so was sie dauor. xlvij. iar alt. Nymant sol aber zweifeln das alles himlisch iherusalem in irer erwirdigen auffnemung vnd bekroenung alßdenn in vnaußsprechenlicher freued gefrolockt in vnschetzlicher lieb sich gefreueet vnd in aller mitfrolockung geiuhtzet vnd geiubiliert hab. vnd desst sich zeuerwundern. dann die muetterliche ere ist des der auß ir geporn ist. den alle oerden der himel eren vnd anbetten. vber sie erhebt mit dem vater in den stuel der maiestat des herrnn. also ist die vnuermaligt muter vnd iunckfraw zu der hoehe des throns hinfuergetretten vnd in dem sal des reichs erhebt nach Cristo erwirdigclich nider geseßen. Petrus der erst babst ein fuerst der appostel von gepurt ein gallileer von bethsaida. ein sun iohannis. ein bruder andree des apostels ist erstlich. vij. iar nach des herren auffart in den bischoflichen stuel in der statt Anthiochia geseßen. vnnd diser ist der Petrus zu dem Christus also redet. Selig bist du Simon bariona dann flaisch vnd pluet hats dir nit geoffenbart sunder mein vater der in dem himeln ist. vnd du bist Petrus vnd auff disen felsen wirdt ich pawen mein kirchen. vnd ich wirdt dir geben die schluessel des himlischen reichs vnd auch den gewalt zepinden vnd zuentpinden. Als nw diser petrus ob in allen der fleissigste die kuchen im asia gnug bestettigt vnd die irrthumb der ihenen die die bescheidigung hielten vberwunden het vnd nach verkuendung der zertrewung von der beschneidung in Ponto Galacia Capadocia Asia Bithinia auß der fancknus Herodis erledigt wardt do kome er in welsche land vnd fienge an zu Rom den ersten stul imm andern iar Claudij zehalten. betrachtende. nach dem dieselb statt ein hawbtstatt der gantzen werlt wer dz sie auch zu dem bischoflichen stuel schickerlich sein wuerdt. vnd er saße daselbst. xxv iar vnd xij. monat. Nw kome Petrus des mals gein rom. do er verstund das daselbst wer Simon der zawbrer ein Samaritanischer man. der mit seinen gespenst dz roemisch volck yetzo in dem irthumb gefuert het. dz man ine einen got glawbet dann er het zu rom erlanget einen tittel zwischen zwayen brugke lateinisch geschriben zu teuetzsch also lawtende. Simoni der heiligen got. Diser Simon stellet sich in samaria solang als ob er in Christum glawbet bis er von Philippo dem diacono den tawff empfieng. des er sich doch nachfolgend mißbrauchet vnd vil ketzerey vrsachet mit Selene dem vnzuechtigen weib einer mitgesellin seiner boßheit. Diser boßhaftig mensch getorst Petrum mit wunderzaichen an eim todten kind raytzen. dann wiewol sien gespenst erstlich gesehen warden als ob isch dz kind beweget. yedoch als das kind darnach nichtzdesteminder alda tod lage. so stund es auß dem gchaiß Petri in dem namen Jhesu auff. darumb zuernet Simon vnd verhieß dem volck in irem angesiht von dem Capitolinischen auff dem Auentinischen berg zefliegen. als nw Simon also flohe do fiel er auß gepete Petri herab vnd zerprach ein payn. desselben schmertzens starb er vnlang darnach zu Arecia. von dannen komen her die Simoniacischen ketzer die die gabe des haligen gaists pflegen zekauwffen vnd zeuerkawffen etc. Petrus hat darnach zu erst die viertzigtagigen fasten aufgesetzt. vnd zwu epistel die man canonicas nennt geschriben. vnd nach dem er auff vil ding nit aufmerckig sein mocht vnd allain des gebets vnd der predig wartet so ordnet er zwen bischoff. als Linum vnd Cletum. die des briesterlichen ambts vnd pflegnus bey dem Roemischen volck vnnd andern außwarteten. Blat CIII der werlt right Caius zegenambt caligula ein sun Drusi Augusti. des kaisers stief sun vnd Tyberij enicklein wz der vierd roemisch kaiser. Diser wardt im. xx. iar seins alters in Capreas die statt Campanie gefordert vnd vom Tiberion an derselben einigen tag mit dem klaid des frids begabt. Er was viermal in der rats pfleg. er volbracht die vnder Tiberio halb auffgerichte gepew. den tempel Augusti vnd den marckt Pompei. Er fienge an die wasser laytung Tiburti. so pawet er vil stett in seinem namen. Er was einer scheinpern lenge. plaicher farb. vngeschicks leibs. duerrer pain vnd hals. holer awgen vnd schlaff. prayter vnd scheuetzlicher styrn. wenig vnd an der schaytteln keins hars vnd von natur ein schwartzen scheuehlichen anplicks. den er mit fleiss vbersich truog Er geprauchet sich weder vaterlichs. burgerlichs. noch auch manlichs klaids noch geschueehs sunder klaidet sich oft mit gestickten klaid edels gestayns vnd perlein. er vrsachet grawsame geschihten mit scharpffen hertten worten. darum wardt der allerboßhaftigst mensch geurteilt. Er tet nichtz löblichs noch ritterlichs weder anhayms noch außer halb. alle ding zerruedet er mit geitzigkeit. Er wz also großer flaischlicher begirde. das er auch sein schwestern schwechet. auch solcher grawsamkeit das er offt sol geschriben haben. Ich wold das das roemisch volck ein einige halßadern het. Er wz dem geruehde vnd leymat also neydig das er schier ir schriften vnd pildnus auß allen librateyen hingetan het. Er machet Agrippam zu eim konig vber das iudisch land. vnd verschicket Herodem gein Lyon. vnd wardt zu letst von den seinen im dritten iar am zehenden monat seins keyserthumbs. do er gelebet het. xxix. iar ertoedt. sein leichnam heymlich hingetragen geprennt vnnd begraben. Claudius ein vetter Cay caligule was der fuenft roemisch keyser. der (als Josephus setzt) durch hilff vnd fleiss agrippe des konigs der iuden dz keyserthumb empfangen hat. Diser ist zu Lyon an dem tag daran erstlich ein tempel daselbst den keyser Augusto zugewidemt wardt geporn. vnd Tiberius Claudius Drusus genant worden. vnd hat zu dem freyen kuensten von seim ersten alter nit kleinen fleiss gehabt. vnd imm. l. iar In erkantnus vnd entschaydung was er mancherlay gestaltnus des gemueets. er hat Brittanniam dahin doch nymant weder vor noch nach Juio raichen getoerst vnder sich gebracht. vnd die inseln orchades den roemischen reich vnderworffen. er volbracht mer grosser dann notturftiger gepew. Item durch einen berg ein rynnen. iijm. menschen die an vnderlaß arbayteten die pforten Ostie zu rom zu der rechten vnd lingken seyten den eynlawff des meers zeweeren. Er vermehelt im Eliam petinam. vnd der ließ er sich auß leichtlicher verschuldung wider schaiden. darnach vereelichet er sich mit Messalina. die het sich dauor eim andern verlobt. darumb vnd vmb andere mißetat toedtet er sie. Zu letst hat er sich mit Agrippina. die ine mit fuerwitzigen schmaichlungen dar zu raytzet zu der ee vertrewtet. vom person wz er wol geformt. eins langen vnd nit eins duennen leibs. schoener gestalt vnd weiß hars. eins faisten nachs. aber wer was der speyß vnd des weyns ein vnmessiger begerer. vnd wardt zu letst von Agrippina mit gift getoedt. im. lxiiij. iar seins alters vnnd imm. xiiij. seins keyserthumbs. Ein Comet was ein verkuendung seins todts. Nero ein stiefsun Claudij vnd ein rechter sun Agrippine vnnd Gney domocij irs mans was der sechst roemisch geporn vor newn monaten ee Tiberius starb. vnd sein aigner namen hieß Domicius als sein vater. do aber der kayser claudius im sein tochter octauiam vereelichet do nennet er ine Nero. von jugent auff het er begirde zu pferden. er vbet erstlich von weil zu weil verborgenlich als in iugentlicher irrung vil fuerwitzigkeit. vnkeueschgirigkeit. geytzigkeit vnd grausamkeit. aber dieweil die laster ye mer vnd mer vberhand namen da brach er darnach offentlich auß zu groeßern boßheiten. er vbet sich in dem fraß von mittentag zu mitternacht. so was er in allen dingen boßhaftiger vnd lasterlicher dann der obgenant Caligula. dann er hat einen großen teil. der vomm rat erslagen. vnd sich also einen vnmessigen gepraucher oder verswenter der guetter erzaigt. das er sich mit kalten salben schmyrn. mit guldinen netzen vischen. vnd dieselben mit purpurstricken ziehen ließ. Dise laster hat er alle imm anfang seins kaiserthumbs also verborgen das er allermenigclichen ein guoten hoffnung gein ime vortruoge. Er was ein mittelmassige person ein mayligen stinckenden leibs. eins gelbelten hars. von angesiht schoen. aber mer des leibs dann der sitten vnd geperde. gespreckleter vnd tunckler awgen. eins faisten nagks. eins fuergeworffen pauchs vnd fast magrer payn. vnd gesunder muoglichkeit des leibs. Zu seinen zeiten wz ein große prunst sechs tag zu Rome. darin beschuldiget man ine. da mit er aber sollich geschray von ime hinlegen moecht so bestellet er falsch zeuegen die do sagen solten dz solch anzuendung von den cristen beschehen wer. deßhalb war den der cristen merckliche große anzal gefangen vnd erslagen. Ettlich sagen Nero hab dise prunst darumb fuergenomen das er die gleichnus der prunst der statt Troye schawen wolt. so hat er sich seiner wuetenden grausamkeit gegen Senecam Lucanum. auch seiner muter. seinem weib vnd gegen allen den die zu Rom in achtperkeit waren gepraucht. Zu letst ist er in den haß des roemischen volcks gefallen. vnd zu der straff gesucht worden do flohe er vnd toedtet sichselbs. imm. xxx. iar seins alters vnd imm. xiiij. seins keiserthumbs.
Das sechste Zeitalter. Die allzeit glorwürdigste und unversehrte Jungfrau Maria, die Gottesgebärerin, führte nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus ein Leben nach dem Vorbild menschlichen Lebens (wie Lukas in den Geschichten der Apostel bezeugt) gemeinsam mit den Aposteln, bis sie mit der Gnade des Heiligen Geistes erfüllt waren. Aber nach der Sendung des Heiligen Geistes und der Zerstreuung der Apostel (wie der heilige Hieronymus sagt) hat der Erzengel Gabriel als himmlischer Bote diese heilige Jungfrau an Gemüt und Leib unberührt bewahrt. Und Johannes der Evangelist (den sie vom Kreuz herab als ihren Sohn anvertraut bekam), eine Jungfrau, hat die Jungfrau dienstbar behütet und sie bis zum Ende ihres Lebens wie ein zugewünschter Sohn gepflegt. Ihre Wohnung bis in den Tod war aus übergroßer Liebe an dem Ort, von dem aus sie alle Stätten, an denen der Herr Jesus, ihr Sohn, gelitten hatte, ansehen konnte. Und auf dem Berg Zion wird eine Zelle gezeigt, in der sie gewohnt und die Messe des heiligen Johannes gelesen hat. Und obwohl Christus von allen Menschen zu lieben ist, so wurde er doch viel inbrünstiger von der geliebt, deren Herr und Sohn er war. Sie wurde mit vielen Schmerzen betrübt und mit Inbrunst der Liebe entzündet. Nach der Himmelfahrt ihres Sohnes gen Himmel betrachtete sie still schweigend, was sie gehört, gesehen und erkannt hatte. Zuletzt, als sie aller Gnaden voll und mit aller Tugend erleuchtet war, ist sie im 49. Jahr nach der Geburt Christi Jesu, ihres Sohnes, und im 63. Jahr ihres Alters im Frieden entschlafen und hat überreichlich die Gnade der ewigen Klarheit zu besitzen verdient. Und diese hat sie von ihrem Sohn Jesus Christus vollständig empfangen. Bei ihrer Leiche oder Begräbnis sind nach dem Willen Gottes (wie die heiligen Lehrer schreiben) alle Apostel gegenwärtig gewesen. So ist ihr unser Herr Jesus Christus mit dem ganzen himmlischen Hof (soviel es glaubhaft ist) ganz feierlich und hochzeitlich entgegengekommen und hat sie mit Freuden an Seele und Leib in den Himmel aufgenommen und bei sich in den Thron gesetzt. Nach dem Tod ihres Sohnes lebte sie 16 Jahre; davor war sie 47 Jahre alt. Niemand soll aber zweifeln, dass das ganze himmlische Jerusalem bei ihrer ehrwürdigen Aufnahme und Krönung alsdann in unaussprechlicher Freude gefrohlockt, in unschätzbarer Liebe sich gefreut und in aller Mitfreude gejauchzt und gejubelt hat. Und das ist nicht verwunderlich, denn die mütterliche Ehre ist die dessen, der aus ihr geboren ist, den alle himmlischen Heerscharen ehren und anbeten, der über sie erhoben ist mit dem Vater auf dem Thron der Majestät des Herrn. So ist die unversehrte Mutter und Jungfrau zur Höhe des Thrones hingetreten und im Saal des Reiches nach Christus ehrwürdig niedergelassen worden. Petrus, der erste Papst, ein Fürst der Apostel, von Geburt ein Galiläer aus Bethsaida, ein Sohn des Johannes, ein Bruder des Apostels Andreas, ist erstlich sieben Jahre nach der Himmelfahrt des Herrn auf dem bischöflichen Stuhl in der Stadt Antiochia gesessen. Und dieser ist der Petrus, zu dem Christus also redet: „Selig bist du, Simon Barjona, denn Fleisch und Blut hat es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. Und du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Und ich werde dir die Schlüssel des himmlischen Reiches geben und auch die Gewalt zu binden und zu entbinden.“ Als nun dieser Petrus, über allen der fleißigste, die Kirchen in Asien genügend gefestigt und die Irrtümer derer, die an der Beschneidung festhielten, überwunden hatte und nach Verkündigung der Befreiung von der Beschneidung in Pontus, Galatien, Kappadokien, Asien, Bithynien aus der Gefangenschaft des Herodes befreit wurde, da kam er in die welschen Lande und begann in Rom den ersten Stuhl im zweiten Jahr des Claudius zu halten. Er betrachtete, nachdem dieselbe Stadt eine Hauptstadt der ganzen Welt war, dass sie auch für den bischöflichen Stuhl schicklich sein würde. Und er saß daselbst 25 Jahre und 12 Monate. Nun kam Petrus dieses Mal gen Rom, wo er verstand, dass daselbst Simon der Zauberer war, ein samaritanischer Mann, der mit seinen Trugbildern das römische Volk jetzt in dem Irrtum geführt hatte, dass man ihn einen Gott glaubte. Denn er hatte zu Rom einen Titel zwischen zwei Brücken lateinisch geschrieben, zu Deutsch also lautend: „Simoni, dem heiligen Gott.“ Dieser Simon stellte sich in Samaria solange, als ob er an Christus glaubte, bis er von Philippus dem Diakon die Taufe empfing. Dessen er sich doch nachfolgend missbrauchte und viel Ketzerei verursachte mit Selene, dem unzüchtigen Weib, einer Mitgesellin seiner Bosheit. Dieser boshafte Mensch getraute sich, Petrus mit Wunderzeichen an einem toten Kind herauszufordern. Denn wiewohl seine Trugbilder erstlich gesehen wurden, als ob sich das Kind bewegte, jedoch als das Kind darnach nichtsdestoweniger alda tot lag, so stand es auf das Geheiß Petri im Namen Jesu auf. Darum zürnte Simon und verhieß dem Volk in ihrem Angesicht, vom Kapitol auf den Aventinischen Berg zu fliegen. Als nun Simon also flog, da fiel er auf das Gebet Petri herab und zerbrach ein Bein. Desselben Schmerzens starb er unlängst darnach zu Aricia. Von dannen kommen her die Simonianischen Ketzer, die die Gabe des Heiligen Geistes pflegen zu kaufen und zu verkaufen etc. Petrus hat darnach zuerst die vierzigtägige Fasten aufgesetzt. Und zwei Episteln, die man kanonische nennt, geschrieben. Und nachdem er auf viele Dinge nicht aufmerksam sein mochte und allein des Gebets und der Predigt sich widmete, so ordnete er zwei Bischöfe, als Linus und Cletus, die des priesterlichen Amtes und der Pflegschaft bei dem römischen Volk und anderen versahen. Blatt 103 der Weltchronik. Gaius, genannt Caligula, ein Sohn des Drusus Augustus, des Kaisers Stiefsohn und Tiberius' Enkel, war der vierte römische Kaiser. Dieser wurde im 20. Jahr seines Alters nach Capreae, der Stadt Kampaniens, gefordert und von Tiberius an demselben einzigen Tag mit dem Kleid des Friedens begabt. Er war viermal im Konsulat. Er vollbrachte die unter Tiberius halb aufgerichteten Gebäude: den Tempel des Augustus und den Markt des Pompeius. Er fing die Wasserleitung Tiburtis an. So baute er viele Städte in seinem Namen. Er war von scheinbarer Länge, bleicher Farbe, ungeschickten Leibes, dürrer Beine und Hals, hohler Augen und Schläfen, breiter und drohender Stirn, wenig und an der Scheitel keines Haares und von Natur aus eines schwarzen, scheußlichen Anblicks, den er mit Fleiß zur Schau trug. Er gebrauchte sich weder väterlicher, bürgerlicher noch auch männlicher Kleidung noch Schuhwerks, sondern kleidete sich oft mit gesticktem Kleid, edlen Gesteinen und Perlen. Er verursachte grausame Taten mit scharfen, harten Worten. Darum wurde er als der allerboshaftigste Mensch beurteilt. Er tat nichts Löbliches noch Ritterliches, weder daheim noch außerhalb. Alle Dinge zerrüttete er mit Geizigkeit. Er war von so großer fleischlicher Begierde, dass er auch seine Schwestern schändete. Auch von solcher Grausamkeit, dass er oft soll geschrieben haben: „Ich wollte, dass das römische Volk eine einzige Halsader hätte.“ Er war den Gerühmten und Gelehrten so neidisch, dass er schier ihre Schriften und Bildnisse aus allen Bibliotheken entfernt hätte. Er machte