Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter right Jar der werlt .vm.ijc.lxxiij. Jar Cristi.lxxiij. Linus hat vomm lettzern iar Neronis sant Petro imm babstumb nachgefolgt. vnd ist bis auf die zeit Vespasiani komen. Ettlich schreiben dise statt Clementi dem babst zu vnd fuergeen Linum vnd Cletum. aber dawider ist nit allain die histori. sunder auch die schrift Iheronimi. der spricht. Nach Petro ist Clemens der vierd bischof zu rom gewesen. Linus der ander. Cletus der drit. wiewol ettliche lateinische Elementen pald nach Petro zelen. dann es ist wissentlich das clemens den Linum vnd cletun gezwungen hat sich vor ime des bischoflichen ambts zeundersteen. das den nachkomen dise ere girigkeit fuerstlicher hoehe nit eins toedtlichen ebenpilds wer. Diser Linus was von gepurt ein Thuscus an sitten vnd heiligkeit scheinper. vnd setzet auß befelh Petri. Das einich weib vnbedeckts hawbts nit in die kirchen geen solt. vnd weyhet zwaymal in der statt .xviij. briester vnd .xi. bischof. beschribe die geschihten Petri vnd allermaist sein gefecht mit Simone dem zawbrer. vnd do er nw die teuefel von den menschen außtribe vnd die todten zum leben widerbracht wardt er von Saturnino deßmalß roemischem ratherrnn. des tochter er von den teuefeln erledigt getoedt. vnd amm .xxi. tag des monats septembris in Vaticano bey sant Peters leib begraben. des leichnam hat Gregorius der Hostiensisch bischoff (asl man sagt) gein Hostiam gefuert vnd in sant Laurentzen kirchen erlich bestattet. vnd diser babst Linus ist. xi. iar .iij. monat .xij. tag gesessen. Jar der werlt .vm.ijc.lxxxiiij.Jar Cristi.lxxxiiij. Cletus der babst von gepurt ein roemer hat auß vermanung Clementis das babstthumb vnwilliger angenomen. wiewol er an lere sitten vnd wierde bey den seynen hochgeachtet vnd gar ein guoter vnd hailiger man was. der doch nichtz vnder wegen ließ das zu auffung vnd merung der kirchen gottes gehoeret. vnd als er dieselben kirchen wol zu zeitten geordnet. vnd .xxv. briester auß gepot Petri geweihet het. do wardt er vnder Domiciano dem kayser mit der marter bekroenet vnd bey sand peters leichnam in Vaticano. amm. xxvij. tag aprilis begraben. vnd er ist (als sie sagen) der erst gewesen der in den babstlichen briefen hayl vnd babstlichen segen geschriben hat. Er wa szu den zeiten Vespasiani vnd Titi bis auf Domicianum vnd Ruffuz die rattherrnn. als Damasus schreibt. vnd saße .xi. iar. einen monat .xi. tag. vnd ruoet der babstlich stuel nach seinem tod zwentzig tag. left Bartholomeus der appostel einer auß ratgeben des himels ist nach zukunft des hailigen gaists. als er in Licaonia vnnd India das ewangelium Cristi gepredigt het gein albanam in die statt des groeßern Armenie komen vnd alßpald in den tempel darinn der abgot Ascaroth geeret wardt eingegangen. vnd hat gemacht dz der teuefel seynen anpettern kein antwurt gabe. do zohen sie in ein nahend gelegne statt. daselbst saget ine ein andrer abgot das ir abgot von der zukunft wegen Bartholomei in ir statt mit ketten gepunden wer also das er nicht reden moecht vnd inen sein person anzezaigen. sprach der abgot. Bartholomeus het ein schwartzs krawes har. einen weyssen leib. große awgen. ein gleiche gerichte nasen. vnd einen langen part. wenig groer loeck. ein ebne person in eim langen weissen klaid on ermel. vnd in eim weissen mantel der an allen egken rat edelgestain hat. des tags petet er zu hundert maln mit gepognen knien etc. Daselbst hat Bartholomeus das ewangelium gepredigt vnd Polemium den konig derselben stat vnd die konigin mit zwolff stetten zu cristo bekeret vnd den teuefel vngestalt gezaigt. darumb zuerneten die bischoff des tempels vnd vrsacheten das er von Astiago dem bruder Polemij erstlich geslagen darnach geschunden vnd zu letst enthawbtet wardt vnd also den obsyge in die himlische freuedt erlangt hat. desselben leichnam wardt von den glawbigen daselbst mit aller erwirdigkeit begraben. vnnd darnach gein Lipparim. von dannen gein Beneuentum. vnd zuletst ( als ettlich sagen) gein Rom gebracht Nw was er von fast edeln eltern geporn vnd kome gein iherusalem vnd do er den goetlichen handel cristi vnd seine stettige wunderwergk hoeret vnd sahe do hienge er ime an. right Appolinaris ein bischof zu Rauenna ein gar heiliger mann ward von sant petro geweihet. gein Rauenna gesendet vnd oft mit grawsamen gaisel schlegen gepeinigt vnd sein alter leichnam mit vnguetigen scheuehlichen quelungen zerrissen. das aber die glawbigen menschen von seinen anfechtungen sich nicht foerchteten so thet er appostolische zaichen vnd wecket ein tods madilein auff, erleuechtet die plinden. machet die stummen redende. rainiget die außmerckigen vnd warff einen abgot mitsambt seim tempel auff die erden Zu letst vobracht er bey serselben statt vnder nachfolgenden peinigungen die gloriwirdigen marter amm .xxiij. tag des manats iulij Blat CIV der werlt right Galba ein man eins alten edeln geslechts wz der sibend roemisch kayser. dann wiewol sich das keiserlich geslecht in Nerone geendet het vnd diser Galba in keynem grad die kaiserlichen sipschafft berueret so wardt er doch in Hiberia von der ritterschafft zu eim kayser erkorn. vnd zohe nach erfarnem iodt Neronis pald gein Rom. Diser was von anfang auff lernung der freyen kuenst vnd des rechtens geflissen vnd in seinem sundern leben an ritterlichen vnd in inhaimischen sachen achtper vnnd offt in ratherlichen stand. vnd zumermaln ein heerfuerer in den schwersten kriegen. auffgerichter person. eins kaln hawbts. groenschwertzleter awgen. krummer nasen. von henden vnd fueßen also vngeschickt das er weder einich geschueeh leyden noch einich buechlein vmbwenden noch halten mocht. ime wuechße auß seiner rechten seyten ein hoger. er het gewont vil speiß. auch zu wintterzeit vor tags zenemen vnd wz zu vnkeueschgirigkeit berait. aber als er alermenigclichen mit geitzigkeit vnnd verlaßheit belaydiget do wardt er auß haimlicher verwartung Othonis zu Rom bey dem see Curcij mitsampt Pisone dem edelsten iungling. den er ime zu eim sun zugewuenscht het erwuergt im .lxxiij. iar seins alters. vnd im sibenden monat seins kaiserthumbs. Diser hat Marcum fabium Quintilianum den achtpern wolredner auß Hispania gein Rom gebracht. Otho der acht roemisch keiser was auß eim ritterlichen vater vnd einer nidern muter geporn. vnd doch von der muter edler den vomm vater. Er was von der ersten iugent auff ein verschwenter vnd vnmassigs wesens. vnnd wardt durch gnad Lime auguste. in der haws er aufwuchß ein ratgeb. Nw was er ein verwandter Neronis vnd aller rate teilhaftig gewesen vnd kome also vnder den auffrueren vnd zwitrachten hinder das keiserthumb. vnd wiewol er wider Vitellium der in teuetschen landen zu eim kaiser erkorn wardt in dreyen liderlichen streytten obsyget so wardt er doch in dem vierden vberwunden. also das er auß verzweiflung in sichselbs hand anleget. sichselbs vnder dem lingken prustwartzlein verwundende vnd starb. vnd wardt bey Volaterana der statt Etrurie nach seim gehaiß begraben im .xxxviij. iar seins alters vnd an dem .xcv. tag seins keyserthumbs. Er ist (als man findt) klainer person. vbel besueßet vnd kal vnd schier weibischer sewberkeit gewesen. wiewol andere von ime schriben dz er ein vast starck man vnd ein einiger keiser kriegerischer henndel gewesen sey. Vitellius der newndt roemische keyser mer auß geertem dann auß edelm geslecht geporn. kom gein Rome vnd verzeret die kintheit vnd erste iugent vnder den Tiberinischen vnzuechtigen frawen vnd beflecket das nachfoldenden alter mit allen lastern. Er was den kaysern Cayo von warsagens wegen. vnd Clausio von pretspils wegen. aber ettlichermaßen Neroni angenemer. mit gunst diser dreyer fuersten kome er zu großen eren vnd zu der pflegnus der ratherschaft Affrice vnd des pawambts vnd wardt darnach von Galba dem kayser in nider teuetsch land geschickt vnd daselbst in kewßlichem klaid als ein keiser gegrueßet darumb das er imm heergeleger ymant ichtzit begerendem nichtz versaget. do er nw das kayserthumb erlanget fiel er in alle schalckheit grawsamkeit vnd fresserey. dann er was ein solcher schlundfresser das er offt imm tag asse vnnd sind zu zeiten in einem nachtmal auff sein gehaiß .ijm. visch. vnnd. vijm. foegel auffgetragen worden. Sie sagen er sey eins fast rotten angesichts vnnd eins faysten pauchs gewesen. Diser Vitellius verprent Sabinum den bruder Vespasiani imm capitolio zu Rom mit den flauianischen. darumb hieß Vaspasianus den Vitelliuz zu klaynen stuecklein zerhawen vnd in die Tiber werffen. vnd vergienge mitsambt seinem bruder imm .lvij. iar seins alters. Uespasianus flauius was der zehend roemisch kayser. wiewol das reich auß widerspenigkeit vnd kriegischer vbung der dreyer fuersten in zweifellichen vngewisem stand was so wardt es doch zu letst durch das flauianisch geslecht bestetigt. Vespasianus vermehelt im flauiam domicillam. auß dem empfieng er Titum vnd Domicianum vnd Domicillam. Er wardt vor annemung des kayserthumbs von Claudio in teuetland in Brittanniam vnd darnach zway iar vor Neronis tod zu erobern dz iudisch land von demselben Nerone gesendet. daselbst fueret er vil ritterlicher streyt darumb wardt er nach absterben Neronis vomm heer zu kaiser erkorn. der hat den krieg Tito seinem sun befolhen vnd sich durch Alexandriam gein Rom gefuegt vnd dieselben stat rom (die er an sitten. gesetzen vnd gepewen entstellt fande) gezieredt. dann er wz gar ein milter vnnd gabreicher man. der nach empfahung des kayserthumbs den schier abgefalnen gamaynen nutz gar wol herwider bracht. Er was ein vierschroetige person gedruckter vnd starcker glider. vnd gleich eins glitzendem antlitzs. bewißner verletzung allermaist gedechtig. aber auff samlung des gelts zeuil geflissen. wiewol er es von frembden nit name. doch prauchet er es zu miltigkeit vnd gabreichigkeit. zu letst starb er von dem fluss des bauchs. vnnd sprach. einem kaiser gezimbt steende zesterben. vnd als er aufstund do vergieng er vnder den henden der die ine hielten. imm iar seins alters. lxviiij. vnd imm .x. seins kaiserthumbs.
Das sechste Zeitalter. Im Jahr 5273 der Welt, im Jahr 73 nach Christus. Linus folgte dem heiligen Petrus im Papsttum nach, beginnend im letzten Jahr Neros, und blieb bis zur Zeit Vespasians. Einige schreiben dieses Amt Papst Clemens zu und setzen ihn vor Linus und Cletus. Doch dem widerspricht nicht nur die Geschichte, sondern auch die Schrift des Hieronymus, der sagt: „Nach Petrus war Clemens der vierte Bischof zu Rom, Linus der zweite, Cletus der dritte.“ Obwohl einige lateinische Elemente bald nach Petrus zählen, ist es bekannt, dass Clemens Linus und Cletus zwang, sich vor ihm des bischöflichen Amtes zu unterziehen, damit den Nachkommen diese Ehrgier nach fürstlicher Höhe kein tödliches Ebenbild wäre. Dieser Linus war von Geburt ein Tusker, an Sitten und Heiligkeit scheinbar. Er setzte auf Befehl Petri fest, dass eine Frau mit unbedecktem Haupt nicht in die Kirche gehen sollte, und weihte zweimal in der Stadt 18 Priester und 11 Bischöfe. Er beschrieb die Geschichten Petri und zumeist seinen Kampf mit Simon dem Zauberer. Und als er nun die Teufel von den Menschen austrieb und die Toten zum Leben wiederbrachte, wurde er von Saturninus, dem damaligen römischen Ratsherrn, dessen Tochter er von den Teufeln befreit hatte, getötet. Er wurde am 23. Tag des Monats September im Vatikan bei dem Leichnam des heiligen Petrus begraben. Dessen Leichnam hat Gregorius, der Bischof von Ostia (wie man sagt), nach Ostia überführt und in der Kirche des heiligen Laurentius ehrenvoll bestattet. Und dieser Papst Linus saß 11 Jahre, 3 Monate, 12 Tage. Im Jahr 5284 der Welt, im Jahr 84 nach Christus. Papst Cletus, von Geburt ein Römer, hat auf Ermahnung des Clemens das Papsttum widerwillig angenommen, obwohl er an Lehre, Sitten und Würde bei den Seinen hochgeachtet und ein sehr guter und heiliger Mann war. Er ließ jedoch nichts unversucht, was zur Gründung und Mehrung der Kirche Gottes gehörte. Und als er dieselben Kirchen gut zu Zeiten geordnet und 25 Priester auf Gebot Petri geweiht hatte, da wurde er unter Kaiser Domitian mit der Marter gekrönt und bei dem Leichnam des heiligen Petrus im Vatikan am 27. Tag April begraben. Und er ist (wie sie sagen) der Erste gewesen, der in den päpstlichen Briefen Heil und päpstlichen Segen geschrieben hat. Er war zu den Zeiten Vespasians und Titus' bis auf Domitian und Rufus die Ratsherren, wie Damasus schreibt. Und er saß 11 Jahre, einen Monat, 11 Tage. Und der päpstliche Stuhl ruhte nach seinem Tod zwanzig Tage. Der Apostel Bartholomäus, einer der Ratgeber des Himmels, ist nach der Ankunft des Heiligen Geistes, nachdem er in Lykaonien und Indien das Evangelium Christi gepredigt hatte, nach Albanopolis in die Stadt des größeren Armeniens gekommen und alsbald in den Tempel gegangen, in dem der Abgott Ascaroth verehrt wurde. Und er hat bewirkt, dass der Teufel seinen Anbetern keine Antwort gab. Da zogen sie in eine nahe gelegene Stadt. Daselbst sagte ihnen ein anderer Abgott, dass ihr Abgott wegen der Ankunft des Bartholomäus in ihrer Stadt mit Ketten gebunden sei, sodass er nicht reden möge, und um ihnen seine Person anzuzeigen, sprach der Abgott: „Bartholomäus hat ein schwarzes, krauses Haar, einen weißen Leib, große Augen, eine gerade, gerichtete Nase und einen langen Bart, wenig graue Locken, eine ebene Person in einem langen, weißen Kleid ohne Ärmel und in einem weißen Mantel, der an allen Ecken rote Edelsteine hat. Des Tages betet er hundertmal mit gebogenen Knien etc.“ Daselbst hat Bartholomäus das Evangelium gepredigt und Polemius, den König derselben Stadt, und die Königin mit zwölf Städten zu Christus bekehrt und den Teufel ungestalt gezeigt. Darum zürnten die Bischöfe des Tempels und verursachten, dass er von Astiages, dem Bruder des Polemius, erstlich geschlagen, darnach geschunden und zuletzt enthauptet wurde und so den Endsieg in die himmlische Freude erlangt hat. Desselben Leichnam wurde von den Gläubigen daselbst mit aller Ehrwürdigkeit begraben und darnach nach Lipari, von dannen nach Benevent und zuletzt (wie einige sagen) nach Rom gebracht. Nun war er von fast edlen Eltern geboren und kam nach Jerusalem, und als er den göttlichen Handel Christi und seine stetigen Wunderwerke hörte und sah, da hing er ihm an. Apollinaris, ein Bischof zu Ravenna, ein sehr heiliger Mann, wurde von dem heiligen Petrus geweiht, nach Ravenna gesendet und oft mit grausamen Geißelschlägen gepeinigt und sein alter Leichnam mit ungnädigen, scheußlichen Qualen zerrissen. Damit aber die gläubigen Menschen von seinen Anfechtungen sich nicht fürchteten, so tat er apostolische Zeichen und weckte ein totes Mädchen auf, erleuchtete die Blinden, machte die Stummen redend, reinigte die Aussätzigen und warf einen Abgott mitsamt seinem Tempel auf die Erde. Zuletzt vollbrachte er bei derselben Stadt unter nachfolgenden Peinigungen die glorwürdige Marter am 23. Tag des Monats Juli. Blatt 104. Galba, ein Mann eines alten, edlen Geschlechts, war der siebte römische Kaiser. Denn obwohl sich das kaiserliche Geschlecht in Nero geendet hatte und dieser Galba in keinem Grad die kaiserliche Sippschaft berührte, so wurde er doch in Hispanien von der Ritterschaft zu einem Kaiser erkoren. Und er zog nach erfahrenem Tod Neros bald nach Rom. Dieser war von Anfang an auf die Lehre der freien Künste und des Rechts geflissen und in seinem besonderen Leben an ritterlichen und in heimischen Sachen achtbar und oft im Ratsherrenstand und zumal ein Heerführer in den schwersten Kriegen. Er war von aufgerichteter Person, eines kahlen Hauptes, grünschwarzlicher Augen, krummer Nase, von Händen und Füßen so ungeschickt, dass er weder irgendein Schuhwerk leiden noch irgendein Büchlein umwenden noch halten mochte. Ihm wuchs aus seiner rechten Seite ein Höcker. Er hatte gewohnt, viel Speise, auch zur Winterzeit vor Tagesanbruch zu nehmen und war zu Unkeuschheit bereit. Aber als er jedermann mit Geizigkeit und Verlassenheit beleidigte, da wurde er aus heimlicher Verwahrung Othos in Rom bei dem See Curtius mitsamt Piso, dem edelsten Jüngling, den er sich zu einem Sohn gewünscht hatte, erwürgt im 73. Jahr seines Alters und im siebten Monat seines Kaisertums. Dieser hat Marcus Fabius Quintilianus, den achtbaren Wohlredner, aus Hispanien nach Rom gebracht. Otho, der achte römische Kaiser, war aus einem ritterlichen Vater und einer niederen Mutter geboren, und doch von der Mutter edler als vom Vater. Er war von der ersten Jugend an ein Verschwender und unmäßigen Wesens und wurde durch Gnade der Livia Augusta, in deren Haus er aufwuchs, ein Ratgeber. Nun war er ein Verwandter Neros und aller Räte teilhaftig gewesen und kam so unter den Aufruhren und Zwietrachten hinter das Kaisertum. Und obwohl er wider Vitellius, der in deutschen Landen zu einem Kaiser erkoren wurde, in drei leichten Schlachten obsiegte, so wurde er doch in dem vierten überwunden, sodass er aus Verzweiflung selbst Hand anlegte, sich selbst unter dem linken Brustwarzenbereich verwundend und starb. Und er wurde bei Volaterrae, der Stadt Etruriens, nach seinem Geheiß begraben im 38. Jahr seines Alters und am 95. Tag seines Kaisertums. Er ist (wie man sagt)