Schedelsche Weltchronik · Blatt 117

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 117, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 117, rechte Seite
📖 Im interaktiven Viewer öffnen

Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter Jar der werlt .vm.iiijc.xxiij.Jar Christi .ijc.xxiiij. right Vrbanus der erst ein babst vnd geporner roemer was vnder M. aurelio antonino dem kaiser im .iic.xxiiij. jar christi an lere vnd heiligkeit des lebens fast scheinper vnd zohe vil menschen mit seiner sunderer lere zum glawben. vnnd sunderlich Valerianum den fuertreffenlichen man sant Cecilien gesponsen vnd Tiburcium seinen bruder. die darnach die marter mit bestendigem gemueet erlidden. Diser babst hat gesetzet das fueran nymant zu bischoff erwelet werden solt er wer dann vor briester oder diacon geweihet. Item das die kirch die ligenden gueter grund vnd poden von den glawbigen gegeben nemen moecht vnd des gleichen die nutzung allen clericken von mannen zu mannen. vnnd nichtz eins allain besunderlich. sunder ein gemains guet sein solt. Aber es ist hewt daruon komen. so groß ist der menschen aigennutzigkeit. eingriff vnd girigkeit worden. vnd er wardt am .xxiiij. tag may mit der marter gekroent. Als er vier iar .x. monat .xij. tag geseßen was. des mals rueet der stuel .xxx. tag. Poncianus der babst ein roemer was zu den zeiten Alexandri des kaisers im .ijc.xxviij. iar Christi. von erpawung der statt rom im .ixc.lxxiiij. iar gar ein gueter vnd hailiger man vnd wardt auß anregen der abgoeter pfleger auff des kaisers gescheft auß der statt Rom in die inseln Sardiniam mit Philippo dem briester getriben. daselbst er nach erduldung vil bekuemernus vnd schwerer pein von cristelichs glawbens wegen gestorben ist. Sein leichnam wardt von babst Fabiano darnach mit großer erwirdigkeit vnd auß bitte aller geistlichkeit wider gem Rom gebracht vnd begraben. Als er im babsthumb newn iar fuenff monat zwi tag geseße wz. vnd feyret der stuel des mals .x. tag. In etlichen historien findt man das Ciriacus nach Ponciano babst worden sey vnd das babsthumb verlaßen hab das er mit den .xim. iunckfrawen durch marter bekroenet werden moecht. aber rechnung der zeit laßet das nit zu. als die legend der selben iunckfrawen anzaigt. vnd er sol ein iar vnd drey monat geseßen sein. doch ist er in dz salbuech der bebst nit gesetzt darumb dz er on wider der vater willen vom babsthumb abstund. Jar der werlt .vm.iiijc.xxxiij.Jar Christi .ijc.xxxiiij. Antherus der babst ein kriechisch vnd fast guet man hat gesetzet dz die geschihten der martrer fleißigclich erforchet vnd von den notarien beschriben vnd in die schatzkamer der kirchen gelegt werden solt. das die gedechtnus mitsambt dem leben der rechtthuenden menschen nit vergienge. Item er ordnet das ein bischoff nach verlassung seins ersten bischoffthumbs ein anders bischoffthumb von notturft vnd nutzs wegen nit seinselbs sunder seiner befolhner schaff annemen moecht mit willen des babsts. aber ettlcih halten es yetzo anders nit sorg tragende ire schaff zewaydnen sunder iren aignen nutz vnd wie sie die zinss vnd gillt auch groß hoffgesind meren zesuchen. Antherus aber gieng allain mit eim bischoff in die marter. als er .xi. iar einen monat zwolff tag geseßen was. der stuel rue .xiij. tag. left Tiburcius vnnd Valerianus gebruedere die hohberuembten roemischen burgere warden zu diser zeit mit hilff der iunckfrawen Cecilie durch Vrbanuz den babst zum glawben gefuert vnnd daranch auß befelhnus Almachij des richters erstlich mit kolben geschlagen vnd zu letst mit dem schwert getoedt alle vmb des cristenlichen namens willen. So wardt Maximus der beruembt man (der sie im kercker enthielt) auch ein crist vnd mit pleyzaynen so lang geschlagen bis er mit todt verschide. des leichnam hat Cecilia mit Tiburcio vnd Valeriano thun begraben am .xiiii. tag des monats aprilis. right Cecilia die roemisch iunckfraw an leiplicher zierde. sitten heiligkeit vnnd loeblicher keuescheit scheinpar was ein einige tochter irer eltern. die sie mit koeniglichen reichthuemerñ dem vorgenanten roemischen edeln iungling Valeriano zu der ee vermahelten. denselben hat sie mitsambt Tiburcio zum cristenlichen glawben angewisen vnd sie in geduldung irer marter mit sueßer lere vnd bestendigkeit vermanet. als sie sich dann auch bestendigclich hielt in irem leyden in irem vaterlichen haws. das dauor durch babst Vrbanum auff ir beger got geweihet was. dann als Almachius dise Ceciliaz den abgoettern zeopffern benoetigen vnd ire eltern sie auch darzu dringen wolten. vnd aber Cecilia sich des widerte vnd ein christin bekennet do schaffet Almachius sie in irem haws mit siedendem wasser tag vnd nacht zeprennen vnd als sie dauon vnuerletzt blib darnach zeenthawbten vnd als ir der nachrichter drey straich gegeben het vnd ir das hawbt nit abschlagen kund. vnd aber nach roemischem gesetz verbotten was den vierden straych zethun. do ließ er sie halb lebendig vnd sie taylet in dreyen tagen ire gueter vnder die armen. vnd befalhe babst Vrbano die. die sie zum glawben bekeret het. vnnd starb am .xxij. tag des monats nouembris zu der zeit kaiser Alexanders. der werlt Blat CXVII right Bassianus des vorgenanten Seueri sun. der aurelius antoninus caracalla zuogenambt wz ein roemischer kaiser. dann als Seuerus zumal alt verschiede do ließ er zwê suene Bassianum vnd getam. Bassianus was seins vaters nachkomen in dem kaiserthumb aber Geta wardt fuer einen offenbaren feind geurteilt vnd erslagen von seins mit allen boßheiten befleckten lebens vnd auch des todtschlags wegen an Pompiniano dem recht gelerten begangen. Bassianus aber was scherpffer vnd in aller flaischgirigkeit vnmassiger denn sein vater vnd ließ kein geschlecht der boeßtatigkeit in seinem leben vnderwegen. Er vermehelt ime sein stiefmuter zu eim weib. er hieß die ihenen enthawbten die ertzney fuer das viertagig vnd drytagig fieber am hals truogen: so warden die von ime verdambt die an die seueln harmten. Zu letst wardt er im krieg wider die Parthier erslagen im sechsten iar vnnd andern monat seins kayserthumbs vnd im. xliij. iar seins alters. left Opilius macrinus hat nach ertoedtung Bassiani caracalle das kaiserthumb erobert mitsambt seinem sun vnd Albino. aber nach dem sie nit lenger dann ein iar vnd zwê monat geherrscht haben so haben sie auß kuertze der zeit nichtz gedechtnus wirdigs geuobt sunder sind darnach in zwitracht der ritterschaft erslagen worden vnd nemlich Macrinus von Heliogabolo bey Antiochia. Dyadumenus aber wardt vom vater Antoninus genant vnd ime das kaiserthumbs dieweil er noch ein kint wz gemaynclich zugenaigt. Diss was ob allen kinden dz wolgestaltist. lengleter person. gelbs hars. schwartzer awgen. zu aller zier gestrichner nasen. geschmuckts kyns vnd zum kuss beraits munds. als er zu erst seinen kaiserlichen geschmuck antete do erschine er also zierlich das er von menigclichen geliebet wardt. So wardt Clodius albinus in Gallia ein kaiser genant von edelm geschlecht. vnd nach dem diese ein kurtze zeit geregirt. oder aber nichts das der gedechtnus wirdig ist begangen haben. so sind sie von ettlichen geschiht beschreibern vnder wegen gelassen worden. doch hat allain Albinus von frasserey wegen bey den hirten einen namen vnd gedechtnus erlangt. dann er hat (als Cornelius spricht) auff ein nachtmal hunder campanisch pfirsing. x. hostiensisch melawn. vc. feygen vnd vierhundert meer schnecken geessen. Marcus aurelius antoninus empfieng das kaiserthumb. vnnd ist (als man maynt) des vorgenanten kaisers Caracalle auß Semiamira seinem schoensten zuweib sun gewest. Ettlich sprachen er wer auß dem gemaynen gepoefel empfangen. Diser kaiser gepote sein muter in den roemischen rat zebitten. Diss ist der allererst kaiser vnder dem ein weib an stat eins mans in den rat gegangen ist. Er machet den weibern ein sunder rathaws. die machten vnder andern lachterlichen gesetzen wie die weiber geklaid geen vnnd welche der andern weichen vnnd gegen der andern aufsteen solten etc. Diser Hiliogabalus hat kein andere gedechtnus dann aller schnoedigkeit vnd schentlichkeit hinder ime gelaßen. iunckfrawen geschwecht. buebische weiber alweg im haws gehabt. vnd den Roemischen ratgeben Sabinum hingethan wirdigkeit vnd ere den boeßen vnd lasterlichen lewten beuolhen. vnd vnder den Roemischen kaysern erster silberin tisch vnd behalter gehabt. vnd als er von seinen freuenden gewarnet wardt sich zehelten das er nit in armuot koeme: do antwurtet er vnnd sprach. was ist bessers dann mirselbs vnd meinem weib erb zewerden. Er verdrucket sein arglistig liebkoeser ob tisch mit feyeln vnd pluomen also das ir ettlich dauon starben. Er erdacht auch ettliche geschlecht der flaischgirigkeit. aber von diser vnsinnigkeit wegen wardt er also verschmeht das er in einer aufruor der ritterschaft mitsambt seiner muter erslagen vnd daruor von den lotter buoben durch die gassen vnd haymliche stinckende winckel schnoedigclich gefueert wardt im vierden iar seins kaiserthumbs vnd also endet sich der namen Antoninorum. Allexander ist nach ertoedtung Heliogabali kaiser worden vnd het ein cristenliche muter Mâmea genant. Diser was ein sunders ebenpild der tugent. vnd zu widerpringung des gemaynen nutzs der auß laster der fordern kaiser in abfal komen was hoh geflißen. darinn warñ ime bestendig vnd hilflich Julius frontinus der hohgelert. vnd Vulpianus vnd Paulus in werltlichen rechten tiefferfarñ mann. Er lebet an alles geprengk vnd eregeitzigkeit. vnd was solcher fuertrechtigkeit das er von nymant betrogen werden mocht. Er verachtet gelt vnd liebkosung vnd edelgestayn. Er wolt christo einen tempel pawen vnd ine vnder die zal der goetter nennen. Diser Alexander noch also iung ein kaiser erkorn fieng bald wider die Persier einen krieg an vnnd vberwande xersen irn konig bestendigclich. So was er also ein ernstlicher straffer ritterlicher zuechtigung das er auch ettlich gantz schar entgweltiget darumb wardt er in aufruor der ritterschaft bey Mayntz in Gallia erslage im. xiij. iar seins kaiserthumbs. wenn dieser kaiser ymant straffet so ließe er durch einen schergen außruoffen dz er dann offt von den christen gehoert het. Was du nit woelst dir zegeschehen das thuo auch eim andern nicht. vnd dz hieß er auch an den strassen an offen enden einschreiben.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter der Welt, im Jahr 8423, im Jahr Christi 224. Urbanus der Erste, ein Papst und geborener Römer, lebte unter Kaiser Marcus Aurelius Antoninus im Jahr Christi 224. Er war in Lehre und Heiligkeit des Lebens sehr hervorragend und zog viele Menschen mit seiner besonderen Lehre zum Glauben, und besonders Valerianus, den vortrefflichen Mann, den Ehemann der heiligen Cäcilia, und Tiburtius, seinen Bruder, die danach das Martyrium mit standhaftem Gemüt erlitten. Dieser Papst setzte fest, dass fortan niemand zum Bischof gewählt werden sollte, es sei denn, er sei zuvor Priester oder Diakon geweiht worden. Ferner, dass die Kirche die liegenden Güter, Grund und Boden, die von den Gläubigen gegeben wurden, annehmen möge, und desgleichen die Nutzung allen Klerikern von Mann zu Mann zukommen sollte, und nichts allein für sich, sondern ein gemeinsames Gut sein sollte. Aber heute ist man davon abgekommen, so groß ist die Eigennützigkeit, der Eingriff und die Gierigkeit der Menschen geworden. Und er wurde am 24. Mai mit dem Martyrium gekrönt, nachdem er vier Jahre, zehn Monate und zwölf Tage im Amt gewesen war. Damals ruhte der Stuhl 30 Tage. Pontianus, der Papst, ein Römer, lebte zu den Zeiten Kaiser Alexanders im Jahr Christi 228, vom Bau der Stadt Rom im Jahr 974. Er war ein sehr guter und heiliger Mann und wurde auf Anregen der Götzenpfleger auf Befehl des Kaisers aus der Stadt Rom auf die Insel Sardinien mit dem Priester Philippus vertrieben. Dort ist er nach Erduldung vieler Bekümmernisse und schwerer Pein wegen des christlichen Glaubens gestorben. Sein Leichnam wurde danach von Papst Fabianus mit großer Ehrerbietung und auf Bitte der gesamten Geistlichkeit wieder nach Rom gebracht und begraben. Nachdem er im Papsttum neun Jahre, fünf Monate und zwei Tage gesessen war, ruhte der Stuhl damals zehn Tage. In etlichen Historien findet man, dass Cyriacus nach Pontianus Papst geworden sei und das Papsttum verlassen habe, damit er mit den elf Jungfrauen durch Martyrium gekrönt werden möge. Aber die Zeitrechnung lässt das nicht zu, wie die Legende derselben Jungfrauen anzeigt. Und er soll ein Jahr und drei Monate gesessen sein. Doch ist er nicht in das Salbuch der Päpste gesetzt, darum weil er ohne den Willen der Väter vom Papsttum abstand. Im Jahr der Welt 8433, im Jahr Christi 234. Anterus, der Papst, ein Grieche und sehr guter Mann, hat gesetzt, dass die Geschichten der Märtyrer fleißiglich erforscht und von den Notaren beschrieben und in die Schatzkammer der Kirche gelegt werden sollten, damit das Gedächtnis mitsamt dem Leben der recht handelnden Menschen nicht vergehe. Ferner ordnete er an, dass ein Bischof nach Verlassung seines ersten Bistums ein anderes Bistum aus Notwendigkeit und Nutzen, nicht seiner selbst, sondern seiner anvertrauten Schafe wegen, mit dem Willen des Papstes annehmen möge. Aber etliche halten es jetzt anders, nicht Sorge tragend, ihre Schafe zu weiden, sondern ihren eigenen Nutzen und wie sie die Zinsen und Abgaben, auch ein großes Hofgesinde, mehren können, zu suchen. Anterus aber ging allein mit einem Bischof ins Martyrium, nachdem er elf Jahre, einen Monat und zwölf Tage im Amt gewesen war. Der Stuhl ruhte 13 Tage. Tiburtius und Valerianus, die Gebrüder, hochberühmte römische Bürger, wurden zu dieser Zeit mit Hilfe der Jungfrau Cäcilia durch Papst Urbanus zum Glauben geführt und danach auf Befehl des Richters Almachius erstlich mit Kolben geschlagen und zuletzt mit dem Schwert getötet, alle um des christlichen Namens willen. So wurde Maximus, der berühmte Mann (der sie im Kerker gefangen hielt), auch ein Christ und mit Bleigeißeln so lange geschlagen, bis er mit dem Tod schied. Dessen Leichnam hat Cäcilia mit Tiburtius und Valerianus am 14. April begraben lassen. Cäcilia, die römische Jungfrau, an leiblicher Zierde, Sitten, Heiligkeit und löblicher Keuschheit hervorragend, war die einzige Tochter ihrer Eltern, die sie mit königlichen Reichtümern dem vorgenannten römischen edlen Jüngling Valerianus zur Ehe vermählten. Denselben hat sie mitsamt Tiburtius zum christlichen Glauben bekehrt und sie in der Erduldung ihrer Marter mit süßer Lehre und Beständigkeit ermahnt, als sie sich dann auch beständig hielt in ihrem Leiden in ihrem väterlichen Haus, das zuvor durch Papst Urbanus auf ihr Begehren Gott geweiht war. Denn als Almachius diese Cäcilia den Götzen zu opfern nötigen und ihre Eltern sie auch dazu drängen wollten, und aber Cäcilia sich dessen widersetzte und sich als Christin bekannte, da ließ Almachius sie in ihrem Haus mit siedendem Wasser Tag und Nacht brennen. Und als sie davon unverletzt blieb, danach zu enthaupten. Und als ihr der Henker drei Streiche gegeben hatte und ihr das Haupt nicht abschlagen konnte, und aber nach römischem Gesetz verboten war, den vierten Streich zu tun, da ließ er sie halb lebendig. Und sie teilte in drei Tagen ihre Güter unter die Armen. Und sie befahl Papst Urbanus diejenigen, die sie zum Glauben bekehrt hatte, und starb am 22. November zur Zeit Kaiser Alexanders. Blatt 117. Bassianus, der Sohn des vorgenannten Severus, der Aurelius Antoninus Caracalla genannt wurde, war ein römischer Kaiser. Denn als Severus zumal alt verschied, da hinterließ er zwei Söhne, Bassianus und Geta. Bassianus war seines Vaters Nachkomme im Kaisertum, aber Geta wurde für einen offenbaren Feind verurteilt und erschlagen wegen seines mit allen Bosheiten befleckten Lebens und auch wegen des Totschlags, der an Papinianus, dem Rechtsgelehrten, begangen wurde. Bassianus aber war grausamer und in aller fleischlichen Gierigkeit unmäßiger als sein Vater und ließ keine Art der Bösetat in seinem Leben unterlassen. Er vermählte sich mit seiner Stiefmutter zur Frau. Er ließ diejenigen enthaupten, die Arznei für das viertägige und dreitägige Fieber am Hals trugen; so wurden diejenigen von ihm verdammt, die an die Säulen urinierten. Zuletzt wurde er im Krieg wider die Parther erschlagen im sechsten Jahr und zweiten Monat seines Kaisertums und im 43. Jahr seines Alters. Opilius Macrinus hat nach der Ertötung Bassianus Caracallas das Kaisertum erobert mitsamt seinem Sohn und Albinus. Aber nachdem sie nicht länger als ein Jahr und zwei Monate geherrscht haben, so haben sie aus Kürze der Zeit nichts Gedächtniswürdiges getan, sondern sind danach in Zwietracht der Ritterschaft erschlagen worden, und nämlich Macrinus von Heliogabalus bei Antiochia. Diadumenus aber wurde vom Vater Antoninus genannt, und ihm war das Kaisertum, dieweil er noch ein Kind war, gemeiniglich zugeneigt. Dies war über allen Kindern das wohlgestaltetste: von länglicher Person, gelbem Haar, schwarzen Augen, zu aller Zier wohlgeformter Nase, geschmücktem Kinn und zum Kuss bereitem Mund. Als er zuerst seinen kaiserlichen Schmuck anlegte, da erschien er so zierlich, dass er von jedermann geliebt wurde. So wurde Clodius Albinus in Gallien ein Kaiser genannt, von edlem Geschlecht. Und nachdem diese eine kurze Zeit regiert oder aber nichts, das des Gedächtnisses würdig ist, begangen haben, so sind sie von etlichen Geschichtsschreibern ausgelassen worden. Doch hat allein Albinus wegen Fresserei bei den Hirten einen Namen und Gedächtnis erlangt, denn er hat (als

Anmerkungen

.vm.iiijc.xxiij.Jar
Römische Zahl für 8423 (Jahre seit Erschaffung der Welt, nach der Chronologie der Schedelschen Weltchronik).
.ijc.xxiiij.Jar Christi
Römische Zahl für 224 (Jahre nach Christi Geburt).
Vrbanus der erst
Papst Urbanus I. (Amtszeit ca. 222–230 n. Chr.).
babst
Frühneuhochdeutsch für 'Papst'.
geporner roemer
Frühneuhochdeutsch für 'geborener Römer'.
M. aurelio antonino dem kaiser
Marcus Aurelius Antoninus. Hier wahrscheinlich eine ungenaue oder verallgemeinernde Bezeichnung für den Kaiser Alexander Severus, unter dem Papst Urban I. tatsächlich amtierte (222–235 n. Chr.). Marcus Aurelius Antoninus ist auch der Name von Caracalla, der jedoch bereits 217 n. Chr. starb.
scheinper
Frühneuhochdeutsch für 'hervorragend', 'berühmt', 'offenbar'.
sunderer lere
Frühneuhochdeutsch für 'besondere Lehre'.
Valerianum
Valerianus, Märtyrer, Ehemann der heiligen Cäcilia.
fuertreffenlichen man
Frühneuhochdeutsch für 'vortrefflichen Mann'.
sant Cecilien gesponsen
Frühneuhochdeutsch für 'Ehemann der heiligen Cäcilia'.
Tiburcium
Tiburtius, Märtyrer, Bruder des Valerianus.
bestendigem gemueet
Frühneuhochdeutsch für 'standhaftem Gemüt'.
fueran
Frühneuhochdeutsch für 'fortan'.
briester
Frühneuhochdeutsch für 'Priester'.
diacon
Frühneuhochdeutsch für 'Diakon'.
Item
Lateinisch für 'desgleichen', 'ferner'. Wird hier als Aufzählungszeichen verwendet.
ligenden gueter grund vnd poden
Frühneuhochdeutsch für 'liegende Güter, Grund und Boden' (Immobilien).
clericken
Frühneuhochdeutsch für 'Klerikern'.
von mannen zu mannen
Frühneuhochdeutsch für 'von Mann zu Mann' (gemeinschaftlich).
gemains guet
Frühneuhochdeutsch für 'gemeinsames Gut'.
hewt daruon komen
Frühneuhochdeutsch für 'heute davon abgekommen'.
aigennutzigkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Eigennützigkeit'.
eingriff vnd girigkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Eingriff und Gierigkeit'.
mit der marter gekroent
Frühneuhochdeutsch für 'mit dem Martyrium gekrönt'.
vier iar .x. monat .xij. tag
Römische Zahlen für 4 Jahre, 10 Monate, 12 Tage.
des mals rueet der stuel .xxx. tag
Frühneuhochdeutsch für 'damals ruhte der Stuhl (der Papststuhl) 30 Tage' (Sedisvakanz).
Poncianus
Papst Pontianus (Amtszeit ca. 230–235 n. Chr.).
Alexandri des kaisers
Kaiser Alexander Severus (reg. 222–235 n. Chr.).
.ijc.xxviij. iar Christi
Römische Zahl für 228 (Jahre nach Christi Geburt).
erpawung der statt rom im .ixc.lxxiiij. iar
Frühneuhochdeutsch für 'vom Bau der Stadt Rom im Jahr 974' (ab urbe condita).
abgoeter pfleger
Frühneuhochdeutsch für 'Pfleger der Götzen' oder 'Götzenanbeter' (im Kontext wohl heidnische Priester oder Beamte).
auff des kaisers gescheft
Frühneuhochdeutsch für 'auf Befehl des Kaisers'.
Sardiniam
Sardinien (Insel).
Philippo dem briester
Priester Philippus.
getriben
Frühneuhochdeutsch für 'vertrieben'.
erduldung vil bekuemernus vnd schwerer pein
Frühneuhochdeutsch für 'Erduldung vieler Bekümmernisse und schwerer Pein'.
cristelichs glawbens wegen
Frühneuhochdeutsch für 'wegen des christlichen Glaubens'.
babst Fabiano
Papst Fabianus (Amtszeit 236–250 n. Chr.).
erwirdigkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Ehrerbietung', 'Würde'.
geistlichkeit
Frühneuhochdeutsch für 'Geistlichkeit'.
wider gem Rom gebracht
Frühneuhochdeutsch für 'wieder nach Rom gebracht'.
newn iar fuenff monat zwi tag
Römische Zahlen für 9 Jahre, 5 Monate, 2 Tage.
feyret der stuel des mals .x. tag
Frühneuhochdeutsch für 'ruhte der Stuhl (der Papststuhl) damals 10 Tage' (Sedisvakanz).
etlichen historien
Frühneuhochdeutsch für 'etlichen Historien'.
Ciriacus
Cyriacus. Die hier erwähnte Geschichte, dass er das Papsttum für das Martyrium mit 11 Jungfrauen verlassen habe, ist legendär und historisch nicht belegt.
.xim. iunckfrawen
Römische Zahl für 11 Jungfrauen. Dies ist eine Anspielung auf die Legende der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen, die oft mit 11.000 Jungfrauen assoziiert wird, hier aber auf 11 reduziert ist.
bekroenet werden moecht
Frühneuhochdeutsch für 'gekrönt werden möge'.
rechnung der zeit laßet das nit zu
Frühneuhochdeutsch für 'die Zeitrechnung lässt das nicht zu'.
legend der selben iunckfrawen anzaigt
Frühneuhochdeutsch für 'Legende derselben Jungfrauen anzeigt'.
ein iar vnd drey monat
Frühneuhochdeutsch für 'ein Jahr und drei Monate'.
salbuech der bebst
Frühneuhochdeutsch für 'Salbuch der Päpste' (Verzeichnis, Register).
on wider der vater willen
Frühneuhochdeutsch für 'ohne den Willen der Väter' (hier wohl die Kardinäle oder Bischöfe).
vom babsthumb abstund
Frühneuhochdeutsch für 'vom Papsttum abstand'.
Jar der werlt .vm.iiijc.xxxiij.
Römische Zahl für 8433 (Jahre seit Erschaffung der Welt).
Jar Christi .ijc.xxxiiij.
Römische Zahl für 234 (Jahre nach Christi Geburt).
Antherus
Papst Anterus (Amtszeit ca. 235–236 n. Chr.).
kriechisch
Frühneuhochdeutsch für 'Grieche'.
geschihten der martrer
Frühneuhochdeutsch für 'Geschichten der Märtyrer'.
fleißigclich erforchet
Frühneuhochdeutsch für 'fleißiglich erforscht'.
notarien
Notare (Schreiber, Protokollanten).
schatzkamer der kirchen
Frühneuhochdeutsch für 'Schatzkammer der Kirche'.
gedechtnus mitsambt dem leben der rechtthuenden menschen nit vergienge
Frühneuhochdeutsch für 'Gedächtnis mitsamt dem Leben der recht handelnden Menschen nicht vergehe'.
bischoffthumb
Frühneuhochdeutsch für 'Bistum'.
notturft vnd nutzs wegen
Frühneuhochdeutsch für 'aus Notwendigkeit und Nutzen'.
nit seinselbs sunder seiner befolhner schaff
Frühneuhochdeutsch für 'nicht seiner selbst, sondern seiner anvertrauten Schafe' (Gläubigen).
ettlcih halten es yetzo anders
Frühneuhochdeutsch für 'etliche halten es jetzt anders'.
nit sorg tragende ire schaff zewaydnen
Frühneuhochdeutsch für 'nicht Sorge tragend, ihre Schafe zu weiden'.
zinss vnd gillt
Frühneuhochdeutsch für 'Zinsen und Gült' (Abgaben, Einkünfte).
groß hoffgesind meren zesuchen
Frühneuhochdeutsch für 'großes Hofgesinde zu mehren suchen'.
allain mit eim bischoff in die marter
Die Formulierung ist unklar. Historisch wurde Papst Anterus allein als Märtyrer verehrt. Die Angabe 'mit einem Bischof' könnte eine Ungenauigkeit oder eine missverständliche Formulierung im Originaltext sein.
.xi. iar einen monat zwolff tag
Römische Zahlen für 11 Jahre, 1 Monat, 12 Tage. Dies ist ein historischer Fehler; Papst Anterus regierte nur etwa 43 Tage.
der stuel rue .xiij. tag
Frühneuhochdeutsch für 'der Stuhl (der Papststuhl) ruhte 13 Tage' (Sedisvakanz).
Tiburcius vnnd Valerianus
Tiburtius und Valerianus, Märtyrer, die mit der heiligen Cäcilia in Verbindung gebracht werden.
gebruedere
Frühneuhochdeutsch für 'Gebrüder'.
hohberuembten roemischen burgere
Frühneuhochdeutsch für 'hochberühmte römische Bürger'.
Vrbanuz den babst
Papst Urbanus I.
Almachij des richters
Richter Almachius, der in den Legenden der heiligen Cäcilia als ihr Verfolger genannt wird.
kolben geschlagen
Frühneuhochdeutsch für 'mit Kolben geschlagen'.
mit dem schwert getoedt
Frühneuhochdeutsch für 'mit dem Schwert getötet'.
umb des cristenlichen namens willen
Frühneuhochdeutsch für 'um des christlichen Namens willen'.
Maximus der beruembt man
Maximus, ein römischer Beamter oder Soldat, der in der Legende der Cäcilia ebenfalls zum Christentum konvertiert und den Märtyrertod erleidet.
im kercker enthielt
Frühneuhochdeutsch für 'im Kerker gefangen hielt'.
pleyzaynen
Frühneuhochdeutsch für 'Bleigeißeln' (Geißeln mit Bleistücken).
mit todt verschide
Frühneuhochdeutsch für 'mit dem Tod schied'.
thun begraben
Frühneuhochdeutsch für 'begraben lassen'.
.xiiii. tag des monats aprilis
Römische Zahl für 14. April.
Cecilia die roemisch iunckfraw
Heilige Cäcilia, römische Märtyrerin.
leiplicher zierde
Frühneuhochdeutsch für 'leiblicher Zierde'.
sitten heiligkeit vnnd loeblicher keuescheit scheinpar
Frühneuhochdeutsch für 'in Sitten, Heiligkeit und löblicher Keuschheit hervorragend'.
ein einige tochter irer eltern
Frühneuhochdeutsch für 'die einzige Tochter ihrer Eltern'.
koeniglichen reichthuemerñ
Frühneuhochdeutsch für 'königlichen Reichtümern'.
zu der ee vermahelten
Frühneuhochdeutsch für 'zur Ehe vermählten'.
mitsambt
Frühneuhochdeutsch für 'mitsamt'.
angewisen
Frühneuhochdeutsch für 'angewiesen', 'bekehrt'.
in geduldung irer marter mit sueßer lere vnd bestendigkeit vermanet
Frühneuhochdeutsch für 'in der Erduldung ihrer Marter mit süßer Lehre und Beständigkeit ermahnt'.
bestendigclich hielt
Frühneuhochdeutsch für 'beständig hielt'.
vaterlichen haws
Frühneuhochdeutsch für 'väterlichen Haus'.
auff ir beger got geweihet was
Frühneuhochdeutsch für 'auf ihr Begehren Gott geweiht war'.
abgoettern zeopffern benoetigen
Frühneuhochdeutsch für 'den Götzen zu opfern nötigen'.
widerte
Frühneuhochdeutsch für 'widersetzte'.
schaffet Almachius sie in irem haws mit siedendem wasser tag vnd nacht zeprennen
Frühneuhochdeutsch für 'ließ Almachius sie in ihrem Haus mit siedendem Wasser Tag und Nacht brennen'.
vnuerletzt blib
Frühneuhochdeutsch für 'unverletzt blieb'.
zeenthawbten
Frühneuhochdeutsch für 'zu enthaupten'.
nachrichter
Frühneuhochdeutsch für 'Henker'.
drey straich gegeben het vnd ir das hawbt nit abschlagen kund
Frühneuhochdeutsch für 'drei Streiche gegeben hatte und ihr das Haupt nicht abschlagen konnte'.
roemischem gesetz verbotten was den vierden straych zethun
Frühneuhochdeutsch für 'nach römischem Gesetz verboten war, den vierten Streich zu tun'.
taylet in dreyen tagen ire gueter vnder die armen
Frühneuhochdeutsch für 'teilte in drei Tagen ihre Güter unter die Armen'.
befalhe babst Vrbano die. die sie zum glawben bekeret het
Frühneuhochdeutsch für 'sie befahl Papst Urbanus diejenigen, die sie zum Glauben bekehrt hatte' (sie vertraute sie ihm an).
.xxij. tag des monats nouembris
Römische Zahl für 22. November.
kaiser Alexanders
Kaiser Alexander Severus.
Blat CXVII
Römische Zahl für Blatt 117.
Bassianus
Bassianus, der eigentliche Name von Caracalla.
vorgenanten Seueri sun
Frühneuhochdeutsch für 'Sohn des vorgenannten Severus' (Septimius Severus).
aurelius antoninus caracalla zuogenambt
Aurelius Antoninus Caracalla genannt (römischer Kaiser, reg. 211–217 n. Chr.).
zumal alt verschiede
Frühneuhochdeutsch für 'zumal alt verschied' (im hohen Alter starb).
zwê suene Bassianum vnd getam
Frühneuhochdeutsch für 'zwei Söhne, Bassianus und Geta'.
nachkomen in dem kaiserthumb
Frühneuhochdeutsch für 'Nachkomme im Kaisertum'.
fuer einen offenbaren feind geurteilt vnd erslagen
Frühneuhochdeutsch für 'für einen offenbaren Feind verurteilt und erschlagen'.
seins mit allen boßheiten befleckten lebens vnd auch des todtschlags wegen an Pompiniano dem recht gelerten begangen
Historischer Fehler. Geta wurde von Caracalla ermordet. Papinianus, der Rechtsgelehrte, wurde ebenfalls von Caracalla ermordet, aber nicht von Geta. Der Text vermischt hier die Taten Caracallas und die Gründe für Getas Tod. 'Pompiniano dem recht gelerten' ist Papinianus, der Rechtsgelehrte.
scherpffer
Frühneuhochdeutsch für 'grausamer', 'schärfer'.
flaischgirigkeit vnmassiger
Frühneuhochdeutsch für 'in fleischlicher Gierigkeit unmäßiger'.
kein geschlecht der boeßtatigkeit in seinem leben vnderwegen
Frühneuhochdeutsch für 'keine Art der Bösetat in seinem Leben unterlassen'.
vermehelt ime sein stiefmuter zu eim weib
Frühneuhochdeutsch für 'vermählte sich mit seiner Stiefmutter zur Frau'. (Caracalla heiratete Plautilla, nicht seine Stiefmutter Julia Domna, obwohl es Gerüchte über eine inzestuöse Beziehung gab. Der Text bezieht sich hier wahrscheinlich auf diese Gerüchte oder eine Verwechslung.)
ertzney fuer das viertagig vnd drytagig fieber am hals truogen
Frühneuhochdeutsch für 'Arznei für das viertägige und dreitägige Fieber am Hals trugen' (Amulette oder Talismane).
seueln harmten
Frühneuhochdeutsch für 'an die Säulen urinierten'.
Parthier
Parther (antikes Volk und Reich im heutigen Iran).
erslagen
Frühneuhochdeutsch für 'erschlagen'.
sechsten iar vnnd andern monat seins kayserthumbs
Römische Zahlen für 6. Jahr und 2. Monat seines Kaisertums.
.xliij. iar seins alters
Römische Zahl für 43. Jahr seines Alters.
Opilius macrinus
Opilius Macrinus (römischer Kaiser, reg. 217–218 n. Chr.).
ertoedtung Bassiani caracalle
Frühneuhochdeutsch für 'Ertötung Bassianus Caracallas'.
mitsambt seinem sun vnd Albino
Historischer Fehler. Macrinus regierte mit seinem Sohn Diadumenus. Clodius Albinus war ein Usurpator, der bereits 197 n. Chr. besiegt und getötet wurde, also lange vor Macrinus.
kuertze der zeit nichtz gedechtnus wirdigs geuobt
Frühneuhochdeutsch für 'Kürze der Zeit nichts Gedächtniswürdiges getan'.
zwitracht der ritterschaft erslagen worden
Frühneuhochdeutsch für 'in Zwietracht der Ritterschaft erschlagen worden' (durch innere Konflikte des Militärs).
Heliogabolo bey Antiochia
Heliogabalus (römischer Kaiser, reg. 218–222 n. Chr.). Macrinus wurde tatsächlich bei Antiochia von Heliogabalus' Truppen besiegt und später getötet.
Dyadumenus
Diadumenus (Sohn und Mitkaiser des Macrinus).
vom vater Antoninus genant
Frühneuhochdeutsch für 'vom Vater Antoninus genannt'. Macrinus gab seinem Sohn den Namen Marcus Opellius Antoninus Diadumenianus, um eine Verbindung zur Antoninischen Dynastie vorzutäuschen.
dieweil er noch ein kint wz gemaynclich zugenaigt
Frühneuhochdeutsch für 'dieweil er noch ein Kind war, gemeiniglich zugeneigt' (das Kaisertum wurde ihm als Kind zugesprochen).
ob allen kinden dz wolgestaltist
Frühneuhochdeutsch für 'über allen Kindern das wohlgestaltetste'.
lengleter person
Frühneuhochdeutsch für 'länglicher Person' (schlank, hochgewachsen).
gelbs hars
Frühneuhochdeutsch für 'gelbes Haar'.
schwartzer awgen
Frühneuhochdeutsch für 'schwarze Augen'.
zu aller zier gestrichner nasen
Frühneuhochdeutsch für 'zu aller Zier wohlgeformter Nase'.
geschmuckts kyns vnd zum kuss beraits munds
Frühneuhochdeutsch für 'geschmücktes Kinn und zum Kuss bereiter Mund'.
kaiserlichen geschmuck antete
Frühneuhochdeutsch für 'kaiserlichen Schmuck anlegte'.
erschine er also zierlich
Frühneuhochdeutsch für 'erschien er also zierlich'.
von menigclichen geliebet wardt
Frühneuhochdeutsch für 'von jedermann geliebt wurde'.
Clodius albinus
Clodius Albinus (römischer Usurpator, reg. 193–197 n. Chr.). Die Erwähnung hier ist chronologisch falsch, da er lange vor Macrinus und Diadumenus lebte.
Gallia
Gallien (historische Region, die Teile des heutigen Frankreich, Belgien, der Schweiz und Westdeutschlands umfasste).
nichts das der gedechtnus wirdig ist begangen haben
Frühneuhochdeutsch für 'nichts, das des Gedächtnisses würdig ist, begangen haben'.
vnder wegen gelassen worden
Frühneuhochdeutsch für 'ausgelassen worden'.
frasserey wegen
Frühneuhochdeutsch für 'wegen Fresserei' (Gefräßigkeit).
bey den hirten einen namen vnd gedechtnus erlangt
Frühneuhochdeutsch für 'bei den Hirten einen Namen und Gedächtnis erlangt'. (Albinus war bekannt für seine große Esslust und soll angeblich große Mengen an Nahrung, insbesondere Obst, verzehrt haben, was ihn bei einfachen Leuten wie Hirten in Erinnerung hielt.)