Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter left right Dorothea die glorwirdige iunckfraw in Cesarea der statt Capadocie wardt dieser zeit von cristo wegen ergriffen. an einem schnelgalgen aufgehebt. darnach mit feuesten hart geslagen vnd zu letst enthawbtet. in irem außgang belachet sie Theophilus sprechend. Ey du gespons christi libe schick rosen her von deins gesponsen paradis. also auß fuerbete. Dorothee erschine im ein kind tragende in eim koerlein drey oepffel vnd drey rosen Theophilo zebringen. der empfieng die pald in verwunderung dann es was ein kalte zeit in dem monat Februario vnnd er wardt bekert vnnd nach schwerer peynigung enthawbtet. Eleuetherius der durchleuechtig ritter wardt in diser verfolgung mit vil vnzallichen menschen zu Nicomedia gemartert. auß den ettlich enthawbtet. ettlich verprennet vnd ettlich in das meer gestuertzt warden. als diser Eleuetherius in allen glidern seins leichnams gepeynigt vnd ye vnnd ye kreftiger wardt do wardt er zu letst als gold mit fewr beweret vnd mit der martrer kron begabet am andern tag des monats octobris. Sergius vnd Bachus die edeln mann vnd fuername bey dem kaiser Maximiano warden in diser aufruor gein ime das sie cristen wern verclagt vnd darumb in den tempel Jouis gefuert. daselbst die agoetter anzebetten. do sie das nit thun wolten do warden sie irer ritterlichen klaider entploesset vnd Bachus mit rohem geadere pluetfluessig geslagen vnd bis zu zerreißung seins bauchs vnd lebern gedenet. vnd nach seim absterben sein leichnam durch die foegel vor den wilden thiern bewaret bis der begraben wardt Aber do Sergius sich auch nit abwencken wolt lassen do warden ime genagelt schuoh angezogen in den muost er vor eim wagen vil meyl lawffen. Zu letst ward er im cristenlichen glawben bestendig wesende enthawbtet. Die vier gekroenten. nemlich Seuerinus. Seuerianus Carpopherus vnd Victorinus wolten auff gepott Diocleciani dem abgot Asclepio nit opffern darumb warden sie mit pleyzaynen tod geslagen vnd ire leichnam den hunden an die gassen fuergeworffen. die sannt Sebastian mit dem babst Melchiade bey nacht begruobe. Fides die heilig iunckfraw wardt in der statt Ageno von dem richter Diciano mit liebkoserey vnd auch mit bedroung angemuotet den goettern der hayden zeopffern. do sie sich es wideret wardt sie auff ein erin rost außgedenet vnd mit darunter gestrewten kolen gepeynigt vnd so senft muetig in der marter gefunden dz sie damit vil lewt zu cristo bekeret. Do sanctus Caprasius (der sich auß forchten verborgen het) die marter diser iunckfrawen sahe. do bate er got sie zu einer vberwinderin zemachen. do sahe er ein schneeweiße tawben von himel steygen vnd diser iunckfrawen ein lichte kron von gold vnd edelm gestayn auff ir hawbt setzen vnd das fewer außleschen. darumb opfferet er sich einen cristen vnd wardt mitsambt Primo vnd Feliciano vnd diser iunckfrawen enthawbtet. Euphemia die edel iunckfraw wardt bey der statt Calcedona mit andern. lxx. ergriffen. vnd darumb dz sie den abgott Mars nit eren wolt mit allen geschlechten der pein geeingstigt vnd ymmerdar bestendigclich erfunden bis in den todt. Felix der bischoff in Apulia ist mit Adaucto Januario Fortunato vnd Septuno diser zeit als sie lang im kercker geheilligt warden durch gantz Affricam vnd Siciliam mit vil engstigung gefueert vnnd zu letst enthawbt worden. Felix ein andrer vnd Fortunatus gebruedere sind in diser verfolgung zu Aquileia an eim schnelgalgen auffgehenckt worden. die peiniger hielten prennend stayn disen zwayen martrer an ir seyten. die warden auß goetlicher kraft außgeloescht. darnach warden sie mit siedendem oele begoßen. Sie bliben aber vnuerletzt. Zu letst warden sie enthawbtet amm. xi. tag Junij. Blat CXXVI der werlt left right Margaretha die schoenst iunckfraw auß Antiiochia von haidnischen eltern geporn. einer nererin vberantwurt hat sich willigclich laßen tawffen. als sie nach absterben irer muter bey irer nererin der schaff warttet vnd. xv. iar alt vnd fast wol gestalt wz do wardt Olibrius in begirde zu ir entzuendet. aber do er erkennet das sie ein cristin wer leget er sie in den kercker vnd do sie sich die abgoetter anzebetten wider setzet wardt sie aufgehenckt mit ruoten iemerlich geslagen vnd ir flaisch mit eyßnin krewln zerrißen vnd wider in den kerker geworffen. alda erschine ir der tewfel in gestalt eins drackens als wolt er sie verschlicken aber sie machet ein zaichen des creuetz vnd er verschwunde. darnach hieße sie der richter enthawbten am. xij. tag Julij vnd sie bate fuer allermenigclich. auch fuer die verfolger vnd fuer die geperenden frawen. die sich ir in der geperung befelhen. Maximilianus auß der statt Ceyla von edeln vnd andachtigen eltern geporn ein hoherfarner vnd tugentreicher man wardt nach absterben sancti Quirini des Laureacensischen bischofs von allermenigclichem zu eim bischoff daselbst erwelet vnd zu der zeit Lari vnd Numeriani der zwayer kaiser. darumb das er die abgoetter nit eren wolt in den tempel martis gefueret vnd von den hoflewten gemartert. zu Ceyla außerhalb der mawr im iar christi. ijc. lxxxix. am. xij. tag octobris. dem der hertzog zu Bayrn gein Passaw gebracht hat da dann sein gedechtnus gehabt wird Blasius (der dann in aller heiligkeit vnd senftmueetigkeyt plueet) wardt von den cristen in Sebaste der statt Capodicie zu bischof erwelet. Diser Blasius gienge zu empfliehung der grawsamen verfolgung in ein hoele eins bergs da hin komen die wilden thier. die hailet er. so brachten ime die raben speys. do das der richter hoeret hieß er ine fuer sich bringen. Blasius thet vnderwegen zaichen. er wardt in einen kerker gelegt vnnd von verschmehung wegen der abgoetter an ein holtz aufgehenckt an seine leichnam mit eyßnin krewln gerissen. sieben cristen frawen huoben sein pluot auf. die warden enthawbt. deßgleichen auch Blasius mit zwayen klainen suenen. derselben weiber. Juliana die durchleuechtig iunckfraw von Como der statt Gallie hat diser zeit daselbst vil vnd mancherlay grawsamer marter vnd peynigung erlidden. vnd darnach offenlich mit dem teuefel gefochten. vnd ine ritterlich vberwunden. vnnd nachfolgend abermals vil marter geduldet vnd zu letst wardt sie enthawbtet. amm. xvi. tag februarij. Primus vnd Felicianus die roemer vnd gaistlich mann haben in diser verfolgung nach vil ertichter paynigung darumb das sie den abgoettern nit opffern wolten durch enthawbtung die kron der martrer erlangt am. ix. tag Junij. Pamphilus ein kriechischer briester vnd ein verwandter Eusebij cesariensis ein treffenlicher lerer der heiligen schrift ist diser zeit bey der statt Lesarea des lands Palestine gemartert worden am ersten tag des monats Junij. Quintinus ein Gallischer ritter hat von Maximiano dem kayser am letsten tag des monats octobris die marter erlidden vnnd sein leichnam ist darnach vber. lv. iar vnzerstoert gefunden worden auß englischer offenbarung. Ruffus der hhoberuembt roemisch ritter wardt von dem kaiser Diocleciano mitsambt allem seinen hawßgesind mit vil plagen beruert vnnd zu eim cristenlichen ritter gemacht. vnd wiewol vnzallich cristenlich lewt ertoedt worden sind. so sind doch die beruembsten vnd namhaftigsten bedacht vnnd hie bestuempt worden.
Das sechste Zeitalter. Dorothea, die glorwürdige Jungfrau in Cäsarea, der Stadt Kappadokiens, wurde dieser Zeit wegen Christus ergriffen, an einem Schnellgalgen aufgehängt, danach mit Fäusten hart geschlagen und zuletzt enthauptet. Bei ihrem Abschied belächelte sie Theophilus, sprechend: „Ach, du liebe Braut Christi, schick Rosen her von deines Bräutigams Paradies.“ Also erschien ihm auf Fürbitte Dorotheas ein Kind, das in einem Körbchen drei Äpfel und drei Rosen trug, um sie Theophilus zu bringen. Dieser empfing sie bald in Verwunderung, denn es war eine kalte Zeit im Monat Februar, und er wurde bekehrt und nach schwerer Peinigung enthauptet. Eleutherius, der durchlauchtigste Ritter, wurde in dieser Verfolgung mit vielen unzähligen Menschen zu Nikomedia gemartert, von denen etliche enthauptet, etliche verbrannt und etliche in das Meer gestürzt wurden. Als dieser Eleutherius in allen Gliedern seines Leibes gepeinigt und immer kräftiger wurde, da wurde er zuletzt als Gold mit Feuer bewährt und mit der Märtyrerkrone begabt am zweiten Tag des Monats Oktober. Sergius und Bacchus, die edlen Männer und Vornehmen beim Kaiser Maximian, wurden in dieser Aufruhr gegen ihn verklagt, dass sie Christen wären, und darum in den Tempel des Jupiter geführt, daselbst die Abgötter anzubeten. Da sie das nicht tun wollten, da wurden sie ihrer ritterlichen Kleider entblößt und Bacchus mit rohem Geäder blutflüssig geschlagen und bis zur Zerreißung seines Bauches und seiner Leber gedehnt. Und nach seinem Absterben wurde sein Leichnam durch die Vögel vor den wilden Tieren bewahrt, bis er begraben wurde. Aber da Sergius sich auch nicht abwenden lassen wollte, da wurden ihm genagelte Schuhe angezogen, in denen musste er vor einem Wagen viele Meilen laufen. Zuletzt wurde er, im christlichen Glauben beständig bleibend, enthauptet. Die vier Gekrönten, nämlich Severinus, Severianus, Carpophorus und Victorinus, wollten auf Gebot Diokletians dem Abgott Asclepius nicht opfern, darum wurden sie mit Bleizainen totgeschlagen und ihre Leichname den Hunden an die Gassen vorgeworfen. Die begrub Sankt Sebastian mit dem Papst Melchiades bei Nacht. Fides, die heilige Jungfrau, wurde in der Stadt Agen vom Richter Dicianus mit Liebkoserei und auch mit Bedrohung angemutet, den Göttern der Heiden zu opfern. Da sie sich dessen weigerte, wurde sie auf einen ehernen Rost ausgedehnt und mit darunter gestreuten Kohlen gepeinigt und so sanftmütig in der Marter gefunden, dass sie damit viele Leute zu Christus bekehrte. Als Sankt Caprasius (der sich aus Furcht verborgen hatte) die Marter dieser Jungfrau sah, da bat er Gott, sie zu einer Überwinderin zu machen. Da sah er eine schneeweiße Taube vom Himmel steigen und dieser Jungfrau eine lichte Krone von Gold und edlem Gestein auf ihr Haupt setzen und das Feuer auslöschen. Darum opferte er sich als Christ und wurde mitsamt Primus und Felicianus und dieser Jungfrau enthauptet. Euphemia, die edle Jungfrau, wurde bei der Stadt Chalkedon mit anderen siebzig ergriffen und darum, dass sie den Abgott Mars nicht ehren wollte, mit allen Geschlechtern der Pein geängstigt und immerdar beständiglich erfunden bis in den Tod. Felix, der Bischof in Apulien, ist mit Adauctus, Januarius, Fortunatus und Septimus dieser Zeit, als sie lange im Kerker geheiligt wurden, durch ganz Afrika und Sizilien mit viel Ängstigung geführt und zuletzt enthauptet worden. Felix, ein anderer, und Fortunatus, Gebrüder, sind in dieser Verfolgung zu Aquileia an einem Schnellgalgen aufgehängt worden. Die Peiniger hielten brennende Steine diesen zwei Märtyrern an ihre Seiten. Die wurden aus göttlicher Kraft ausgelöscht. Danach wurden sie mit siedendem Öl begossen. Sie blieben aber unverletzt. Zuletzt wurden sie enthauptet am elften Tag des Juni. Blatt CXXVI der Welt. Margaretha, die schönste Jungfrau aus Antiochia, von heidnischen Eltern geboren, einer Nährerin überantwortet, hat sich williglich taufen lassen. Als sie nach Absterben ihrer Mutter bei ihrer Nährerin der Schafe wartete und fünfzehn Jahre alt und fast wohlgestaltet war, da wurde Olibrius in Begierde zu ihr entzündet. Aber da er erkannte, dass sie eine Christin war, legte er sie in den Kerker, und da sie sich den Abgöttern anzubeten widersetzte, ward sie aufgehängt, mit Ruten jämmerlich geschlagen und ihr Fleisch mit eisernen Krallen zerrissen und wieder in den Kerker geworfen. Alda erschien ihr der Teufel in Gestalt eines Drachens, als wollte er sie verschlingen, aber sie machte ein Zeichen des Kreuzes und er verschwand. Danach hieß sie der Richter enthaupten am zwölften Tag des Juli, und sie bat für jedermann, auch für die Verfolger und für die gebärenden Frauen, die sich ihr in der Geburt befehlen. Maximilianus aus der Stadt Celeia, von edlen und andächtigen Eltern geboren, ein hocherfahrener und tugendreicher Mann, wurde nach Absterben Sankt Quirinus', des laureacensischen Bischofs, von jedermann zu einem Bischof daselbst erwählt und zu der Zeit Lari und Numerians, der zwei Kaiser. Darum, dass er die Abgötter nicht ehren wollte, in den Tempel des Mars geführt und von den Hofleuten gemartert zu Celeia außerhalb der Mauer im Jahr Christi 289 am zwölften Tag des Oktober, dem der Herzog zu Bayern gen Passau gebracht hat, da dann sein Gedächtnis gehalten wird. Blasius (der dann in aller Heiligkeit und Sanftmütigkeit blüht) wurde von den Christen in Sebaste, der Stadt Kappadokiens, zu Bischof erwählt. Dieser Blasius ging zur Entfliehung der grausamen Verfolgung in eine Höhle eines Berges, dahin kamen die wilden Tiere, die heilte er. So brachten ihm die Raben Speise. Da das der Richter hörte, hieß er ihn vor sich bringen. Blasius tat unterwegs Zeichen. Er ward in einen Kerker gelegt und von Verschmähung wegen der Abgötter an ein Holz aufgehängt, an seinem Leichnam mit eisernen Krallen gerissen. Sieben christliche Frauen hoben sein Blut auf. Die wurden enthauptet. Desgleichen auch Blasius mit zwei kleinen Söhnen derselben Weiber. Juliana, die durchlauchtigste Jungfrau von Como, der Stadt Galliens, hat dieser Zeit daselbst viel und mancherlei grausamer Marter und Peinigung erlitten und danach öffentlich mit dem Teufel gefochten und ihn ritterlich überwunden und nachfolgend abermals viel Marter geduldet und zuletzt ward sie enthauptet am sechzehnten Tag des Februar. Primus und Felicianus, die Römer und geistlichen Männer, haben in dieser Verfolgung nach viel erdichteter Peinigung, darum dass sie den Abgöttern nicht opfern wollten, durch Enthauptung die Krone der Märtyrer erlangt am neunten Tag des Juni. Pamphilus, ein griechischer Priester und ein Verwandter des Eusebius von Cäsarea, ein trefflicher Lehrer der Heiligen Schrift, ist dieser Zeit bei der Stadt Cäsarea des Landes Palästina gemartert worden am ersten Tag des Monats Juni. Quintinus, ein gallischer Ritter, hat von Maximian dem Kaiser am letzten Tag des Monats Oktober die Marter erlitten, und sein Leichnam ist danach über fünfundfünfzig Jahre unzerstört gefunden worden aus englischer Offenbarung. Ruffus, der hochberühmte römische Ritter, ward von dem Kaiser Diokletian mitsamt allem seinem Hausgesinde mit viel Plagen berührt und zu einem christlichen Ritter gemacht. Und wiewohl unzählig