Schedelsche Weltchronik · Blatt 132

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 132, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 132, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter 130px Die ander zwayung entstund von den arrianischen zwischen liberio vnd Felice dem besten. dann als ein concili zu Mayland gehalten wardt do warden alle die die athanasio anhiengen in dz ellend getriben. also was liberius drey iar von der statt rom vnd sie erwelten an sein stat felicem. der wardt darnach von constantio vertriben vnd liberius widereingesetzt. dauon entsprung also ein heftige verfolgung das die briester vnd ander geweyhten in den kirchen ertoedt warden. FElix der ander ein babst ein roemer wardt nach vertreibuug liberij von den ketzern babst erwelet. oder von den christen an star liberij gefetzt. wiewol the-ronimus setzt soichs von den ketzern beschehen sein. Als er mv m den babsethtunb kome do verfeindet er Constaneinm einen ketzer. vnd anderwait getawst sein. dieweil aber also ein große zwaiung(als vorstet )zwischen liberio vnd felire erwuchs. vnd aber diserfelix in kein weiß vomm rechten glawbenabgewendt werden mocht. dO wardt er von seinen widersachern gesangen vnd mit vil die eine anhiengen erstagen. vnd begraben bey rom amm. rr. tag nouembris. vnnd saß nuer ein iar vier monat vnd. wen tag von wegen der auftritt durch Liberiinn bewegt. Jar der wertt. vm. vckxiij. Jar chrifti. iijc. lxiiij. amafus der babst ein hispanier wus nach liberio zu den Zeiten inliani des kay . sersegar ein gueker man. vnd allerbester wegweiser. Der setzet das uymat inge eicht vor beschehener verhoerung verurteilt werden soir. Er geböte auch bey peen der Verfluchung das nymant auß frenellicher duerstigkeit vnderfteen solt eine die ding von dem ronmischen f tul verllhen zuezeaignen. Nach verkilndung diser gesetze vnd befri-düng der kirchen beschribe er auß tust schriftlicher mueffigkeit das leben aller bebst die vor ime gewesen warn. Er meretauch die gotzhewser vnd goetlichen dienst mir Zierlicher beschreionng der heilligen lerchnam daselbst begraben zn gedechtnns der nachkomenden. Jtem er ordnet das die psalm in den kirchen wechßels weis vnd bey ende eins yeden psalins gloria pacri . gesungen werden solt. Er was der erst der den schuften iheroniiniglawben gegeben hat. banddanor warden allain die schuften ber. lxx. außleger in wirden geuchtet. Er starb amm. xi. tag decenbris. als er. xix. iar drey monat. xitag geseßen was. deßmals feyret der stndl. rri. tag. - Je drit zwayung was zwischen damafo vnd vrßeino. dechalb band zu geprau •chung der gewaltsam vnd der waffin gegriffen wardt. Aber vnlamg darnach wardt damafus mit verwilligung der briester vnd des volcks bestetigt. vnd vrsici- uns an die neapolitanischen kirchen gewisen. Damasus wardtauch eins eebiuchs beschädigt. Aber auffsein entschueldigung vor offem concili als vnschuldin absoluirt vnd sein falsch anclager verdambt vnd von der kirchen außgeworften. Da wardt gesetztleiche hinft. lroymant falschlich beschuldigten oder verelagten. dieselbe sol ten die peen vnnd straffder beschuldigten mißtatselbs tragen. Jarderwerlt. vmvc. lxxxiij. Jarchristi. iijc. lxxriiij. C Jrieins der bast ein ronmer was zu den Zeiten valentiniani. Der ordnet dus die . elostermand der leben bewert wer die heilligen weyhe von der ersten biß zu bischoflicher wirdigkeit annemen moechten. Jten das dieselben weihe von weil zu weil gegeben werden folten. Er verpote den manicheischen ketzern die zu rom warnd mit ben glawbigen nitgemainfehaft zehaben. Die aber die die bußwirdikeit thun. vnd widerkern wollen solt man widerauffnemen wo sie in ein eloster wollen geen vnd sieh al ir tag mit fasten vnd peten helligen. Jtez er ordnet dus ein briester allain vomm bi schoffgeweyhet werden solt. Jtem welcher ein winden oder die andern hawßftaw rn neme der soll von kirchlichem ambt getriben werden. vnnd das die ketzer durch auflegung der hand wider aufzenemen wernd. Als nw die fachen der kirchen zu frid gebracht warden. vnd diser sirieins vil bischoffbriester vnd diacon geweyhet her bo starb er vnd wardtbegraben amm. xrij. tag mitrcij. faß. rv. iar. xi. monat. v. tag. Blat CXXXII der werlt 130px alianits was ein bindet Galli des kaifers. Als Constancius der kaiser allain das kaiserthumb innhielt do hat er disen Julianum seinen vetter zu kaiser geschoepft einder die gallier die Vnder inen aufriir hetten geschickt Vnd eine fein schwester Ver mehelt . des mals warden von ime mit wenig volcks ein große mechtige anzal der teuetschen bey straßpurg erschlagen. vnnd als vnlang darnach die teueschen heer durch beystaud der gallier abgetriben warden do warbt Julianus mir verweil gung der rittterschaft zu hoehrer kaiserlicher wirdigkeir erhebt. Als Constancius dz hoeret do warbt er mit der kranckheit des tropffenschlags beritert also das er starb auß schmertzen vnd schwermiteugkeit do er höret das Julianus widerspenstig wer Nw was diser Julian ein ftirtreffenlich man in fteyen reinsten erfarn. aber in kriech ischer schrift noch gelerter. ftarcker vnd behender redsprechigkeit. paldfahiger ftar ker gedechtnus. gein den freienden milt. gein der landschaft aufgeriCht. der eren vnd des rueins begirig. aber er hat dise ding alle vertuuckelt vnd augßekert. do er sieh zu Verfolgung der Christen gewettdt hat. aber er was eitt listiger verfolger dend die an dern gewesen warn. dand er hat erstlich nit mit newer peinigung. sunder mir belo nung. eren. schniaichlung. lirbkoserey vnd raten mer dnd ob er grawsamer gewe sen wer den merernteil des volcks angeraetzt. Er verpote das die Christen sieh der haidnischen maister lere nit vnderfahen selten. das auch die schuelen nymamt dend den die die goetter vnd gottin erertn selten eröffnet sein Ettlich fprechen das er ein ert stenlicher geweihter man gewesen. Vnnd nachfolgend vondemglawbenab - trunnig worden sey. darnach vnderstndd er sieh ettlicher krieg. die sureter alse vir weißlich dz er darind erseagen ward ein. vij. iar seins reichs vnd im. xxxi. iar seins alters . ouinianus auß l. annonia geporn. wus scheinpers leibs. froelichs gemilts vnd Zn der lernung gefußen vnd wardt zum reich auß einhelliger verwilligndg des heers erwelet. au seins vaters mer dand auß aigner befethnus den eittern betauter vnd wiewol er aber alse zu kaiser eewelet wardt se wolt er sich doch nit laßen ey nen kaiser veriehen vor vnd ee dand allermenigelich sieh Christen sein bekennt. als dz geschähe do name er das kaiserthumb an vnd erlediget das heer von dem barbari schen volek. nachfolgend wendeten sieh die fachen vnd er wardt auß gepruch vnd mangel . den das heer lidde. zwaymal von den ersiern vberwunden. also dz er ein notturftige vnd nit ein redliche richttmg oder frid aufname mit Verwandlung der gegent. das dauor in vil iaru nit geschehen wao. darnach zohe er in kriechische land vnd starb in den gegenten Gallicie eins gehens tods vnd was doch ftmst nit ein vnartig noch vnklndg inan. Ettlich maynen er sey hungerß gestorben. Ettlich halten er sey von dem geschmack der schlafkamer von frischem kalck gemachet vergangen c. im. XXXiij. iar seiirs alters vnd ein. vij. nionat seins raserthuinbs. alentinianus auß der Cibaliensischen pannonia geporn was ein hawbeinan der schuettrager vnd ein gantzer criftenlicher inan. dem gepote Julianus der abtriennig kaiser den goettern zeopffern oder der ritterschaft abzefteen. vnd wiewol er sich der eren der ritterschaft von cristenlicho glawbena wegen willigelich ver Zihe so wardt erdiuchauffertoedtung Juliani vnud auffabsterben Jouiniani an statt seins veefolgers zu kaiser erwelt. diss was ein treffeeilicher kaiser. eins erbern angefyhtztapffers gemndts artigeranfleg. zeitiger red. den lästern vnd suuderlich der geitzigkeit haßig. der red sparig. ernsthaftig. heftig. c. f alens hat nach absterben Valentiniani das orietisch kaiserthumb vier ia ge halten. dieweilGrarianusdersun Valentinianiimnidergang herrscher Di ser Valens von Lucio dem Conftaneinopolitanischen widergetawft verfolget die vnßeren mit seinelicher hand. auch der ihenen die in der wilestnus warnd nit schonen de. sunder gepietende dus dieselben ainsidel fechten oder ritterschaft pflegen solleir welche ab er das nit thun wollen die hieß er erflagen. derselben was ein vnzalliche menig in den wueestnu ffen vnd aynoeden Cgypti. deßinalswarben die Gothier von haymant außgetriben vnd in alle Tracier gegent außgeprayterden rndstet er sich ent gegen aber er warbt nach spater widerersordrumg der bischof vnd aynsidel mir ge schoß verletzet in ein ellends hewßlin getragen vnnd darind durch anzndndung der Gothier verprennt im vierdtenrar seins kaiserthumbs. vnnd diser außpruch der Gothier was ein mberrag des mischen Reichs vnd gantzs welschslannds.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Die zweite Spaltung entstand von den Arianern zwischen Liberius und Felix dem Besten. Denn als ein Konzil in Mailand abgehalten wurde, wurden alle, die Athanasius anhingen, ins Exil getrieben. So war Liberius drei Jahre von der Stadt Rom entfernt, und sie wählten Felix an seine Stelle. Dieser wurde danach von Constantius vertrieben und Liberius wiedereingesetzt. Daraus entsprang eine so heftige Verfolgung, dass Priester und andere Geweihte in den Kirchen getötet wurden. Felix der Zweite, ein römischer Papst, wurde nach der Vertreibung des Liberius von den Ketzern zum Papst gewählt, oder von den Christen an Liberius' statt gesetzt, wiewohl Hieronymus solches von den Ketzern geschehen sein lässt. Als er zum Papsttum kam, da verfeindete er Constantius, einen Ketzer, und ließ sich ein zweites Mal taufen. Weil aber so eine große Spaltung (wie zuvor gesagt) zwischen Liberius und Felix erwuchs, und dieser Felix in keiner Weise vom rechten Glauben abgewendet werden konnte, da wurde er von seinen Widersachern gefangen und mit vielen, die ihm anhingen, erschlagen. Und er wurde bei Rom am 22. Tag des Novembers begraben und saß nur ein Jahr, vier Monate und wenige Tage, wegen der durch Liberius verursachten Unruhen. Jahr der Welt 5833. Jahr Christi 364. Damasus der Papst, ein Spanier, war nach Liberius, zu den Zeiten Julians des Kaisers, ein guter Mann und allerbester Wegweiser. Er setzte fest, dass niemand ohne vorherige Anhörung verurteilt werden sollte. Er gebot auch bei Strafe der Verfluchung, dass niemand aus frevelhafter Kühnheit sich unterstehen sollte, Dinge, die vom römischen Stuhl verliehen wurden, sich anzueignen. Nach Verkündung dieser Gesetze und Befriedung der Kirchen beschrieb er mit großer schriftstellerischer Mühe das Leben aller Päpste, die vor ihm gewesen waren. Er mehrte auch die Gotteshäuser und göttlichen Dienste mit zierlicher Beschreibung der dort begrabenen heiligen Leichname zum Gedächtnis der Nachkommenden. Ferner ordnete er an, dass die Psalmen in den Kirchen abwechselnd und am Ende eines jeden Psalms „Gloria Patri“ gesungen werden sollten. Er war der Erste, der den Schriften des Hieronymus Glauben schenkte. Davor wurden allein die Schriften der siebzig Ausleger in Würden geachtet. Er starb am 11. Tag des Dezembers, nachdem er 19 Jahre, drei Monate, 10 Tage gesessen hatte. Damals feierte der Stuhl den 21. Tag. Die dritte Spaltung war zwischen Damasus und Ursinus, weshalb man zu Gewalt und Waffen griff. Aber unlängst danach wurde Damasus mit Zustimmung der Priester und des Volkes bestätigt und Ursinus an die neapolitanischen Kirchen verwiesen. Damasus wurde auch eines Ehebruchs beschuldigt. Aber auf seine Entschuldigung vor einem offenen Konzil wurde er als unschuldig absolviert, und sein falscher Ankläger wurde verdammt und aus der Kirche ausgestoßen. Da wurde gesetzlich festgelegt, dass, wer jemand fälschlich beschuldigte oder verklagte, derselbe die Pein und Strafe der beschuldigten Missetat selbst tragen sollte. Jahr der Welt 5883. Jahr Christi 374. Siricius der Papst, ein Römer, war zu den Zeiten Valentinians. Er ordnete an, dass die Klostermänner, deren Leben bewährt war, die heiligen Weihen von der ersten bis zur bischöflichen Würde annehmen konnten. Ferner, dass dieselben Weihen von Zeit zu Zeit gegeben werden sollten. Er verbot den manichäischen Ketzern, die in Rom waren, keine Gemeinschaft mit den Gläubigen zu haben. Diejenigen aber, die Buße tun und zurückkehren wollen, sollte man wieder aufnehmen, wenn sie in ein Kloster gehen und sich all ihre Tage mit Fasten und Beten heiligen wollen. Ferner ordnete er an, dass ein Priester allein vom Bischof geweiht werden sollte. Ferner, wer eine Witwe oder andere Hausangestellte nimmt, der soll vom kirchlichen Amt vertrieben werden. Und dass die Ketzer durch Auflegung der Hand wieder aufzunehmen seien. Als nun die Angelegenheiten der Kirche zu Frieden gebracht waren und dieser Siricius viele Bischöfe, Priester und Diakone geweiht hatte, da starb er und wurde am 12. Tag des März begraben, nachdem er 15 Jahre, 11 Monate, 5 Tage gesessen hatte. Julian war ein Verwandter des Kaisers Gallus. Als Kaiser Constantius allein das Kaisertum innehatte, da ernannte er diesen Julian, seinen Vetter, zum Caesar und schickte ihn zu den Galliern, die unter sich Aufruhr hatten, und vermählte ihn mit seiner Schwester. Damals wurden von ihm mit wenig Volk eine große, mächtige Anzahl der Deutschen bei Straßburg erschlagen. Und als unlängst danach die deutschen Heere durch Beistand der Gallier zurückgetrieben wurden, da wurde Julian mit Zustimmung der Ritterschaft zu höherer kaiserlicher Würde erhoben. Als Constantius das hörte, da wurde er von der Krankheit des Schlaganfalls befallen, sodass er aus Schmerzen und Schwermütigkeit starb, als er hörte, dass Julian widerspenstig war. Nun war dieser Julian ein vortrefflicher Mann, erfahren in den reinsten freien Künsten, aber in griechischer Schrift noch gelehrter; von starker und gewandter Redegewandtheit, schnell fassend, von starkem Gedächtnis; milde gegenüber Freunden, seinem Lande zugetan, begierig nach Ehre und Ruhm. Aber er hat diese Dinge alle verdeckt und verkehrt, als er sich zur Verfolgung der Christen gewandt hat. Aber er war ein listigerer Verfolger als die anderen gewesen waren, denn er hat erstlich nicht mit neuer Peinigung, sondern mit Belohnung, Ehren, Schmeichelei, Liebkoserei und Ratschlägen den größeren Teil des Volkes angereizt, als ob er grausamer gewesen wäre. Er verbot, dass die Christen sich der Lehre heidnischer Meister unterfangen sollten, und dass die Schulen niemandem als denen, die die Götter und Göttinnen ehrten, geöffnet sein sollten. Etliche sprechen, dass er ein kirchlich geweihter Mann gewesen und nachfolgend vom Glauben abgefallen sei. Danach unternahm er etliche Kriege, die er so unweise führte, dass er darin erschlagen wurde, im siebten Jahr seines Reiches und im 31. Jahr seines Alters. Jovian, geboren in Pannonien, war von ansehnlichem Körper, fröhlichem Gemüt und der Gelehrsamkeit zugetan und wurde zum Reich durch einhellige Zustimmung des Heeres erwählt. Mehr durch seines Vaters Befehl als durch eigene Entscheidung wurde er den Älteren anvertraut, und wiewohl er als Kaiser erwählt wurde, so wollte er sich doch nicht als Kaiser ausrufen lassen, bevor und ehe sich jedermann als Christ bekannte. Als das geschah, da nahm er das Kaisertum an und befreite das Heer von dem barbarischen Volk. Nachfolgend wendeten sich die Dinge, und er wurde aufgrund von Mangel und Not, die das Heer litt, zweimal von den Persern überwunden, sodass er eine notwendige und nicht ehrenhafte Regelung oder einen Frieden mit Gebietsabtretung annahm, was zuvor in vielen Jahren nicht geschehen war. Danach zog er in griechische Länder und starb in den Gegenden Galatiens eines plötzlichen Todes und war doch sonst kein unartiger noch unkluger Mann. Etliche meinen, er sei Hungers gestorben. Etliche halten, er sei vom Geruch der Schlafgemach, das aus frischem Kalk gemacht war, vergangen, im 33. Jahr seines Alters und im siebten Monat seines Kaisertums. Valentinian, geboren in der Cibaliensischen Pannonien, war...

Anmerkungen

Das sechst alter
Das sechste Zeitalter (Epoche der Weltgeschichte nach der Schedelschen Weltchronik)
130px
Seiten- oder Layoutangabe, nicht Teil des Textes
zwayung
Spaltung, Schisma
arrianischen
Arianer (Anhänger des Arianismus, einer christologischen Lehre, die im 4. Jahrhundert als Häresie verurteilt wurde)
Liberio
Liberius (Papst von 352 bis 366)
Felice
Felix (Gegenpapst Felix II., amtierte 355–358)
concili
Konzil, Kirchenversammlung
Mayland
Mailand
athanasio anhiengen
Athanasius anhingen (Athanasius von Alexandria, Kirchenvater und Bischof von Alexandria, Gegner des Arianismus)
ellend
Exil, Verbannung
rom
Rom
constantio
Constantius (Constantius II., römischer Kaiser 337–361)
briester
Priester
geweyhten
Geweihte, Kleriker
ertoedt
getötet
babst
Papst
roemer
Römer
vertreibuug
Vertreibung
ketzern
Ketzern, Häretikern
an star
an Stelle
the-ronimus
Hieronymus (Kirchenvater, ca. 347–420)
babsethtunb
Papsttum
verfeindet
bekämpfte, sich zum Feind machte
Constaneinm
Constantius (vermutlich Constantius II.)
anderwait getawst
ein zweites Mal getauft
vorstet
zuvor gesagt, vorsteht
felire
Felix (Schreibfehler für Felice)
glawbenabgewendt
vom Glauben abgewendet
widersachern
Widersachern, Gegnern
gesangen
gefangen
erstagen
erschlagen
rr. tag nouembris
22. Tag des Novembers (römisch für 22)
wen tag
wenige Tage
auftritt
Unruhen, Aufstände
Liberiinn
Liberius
Jar der wertt. vm. vckxiij.
Jahr der Welt 5833 (Anno Mundi)
Jar chrifti. iijc. lxiiij.
Jahr Christi 364 (römisch für 300 + 64)
amafus
Damasus (Papst Damasus I., amtierte 366–384)
hispanier
Spanier
inliani des kay . sersegar
Julians des Kaisers (Julian der Abtrünnige, römischer Kaiser 361–363)
gueker man
guter Mann
wegweiser
Wegweiser, Führer
uymat inge eicht vor beschehener verhoerung verurteilt werden soir
niemand sollte ohne vorherige Anhörung verurteilt werden
peen der Verfluchung
Strafe der Verfluchung, Exkommunikation
frenellicher duerstigkeit
frevelhafter Kühnheit, Anmaßung
vnderfteen
sich unterstehen, wagen
ronmischen stul
römischen Stuhl, Heiligen Stuhl
verllhen zuezeaignen
verliehene Dinge sich anzueignen
verkilndung
Verkündung
befri-düng
Befriedung
beschribe
beschrieb
tust schriftlicher mueffigkeit
großer schriftstellerischer Mühe/Fleiß
bebst
Päpste
meretauch
mehrte auch, vergrößerte auch
gotzhewser
Gotteshäuser, Kirchen
goetlichen dienst
göttlichen Dienst, Gottesdienst
Zierlicher beschreionng
zierlicher Beschreibung
heilligen lerchnam
heiligen Leichname, Reliquien
gedechtnns der nachkomenden
Gedächtnis der Nachkommenden
Jtem
Ferner, Desgleichen
ordnet
ordnete an, verfügte
psalm
Psalmen
wechßels weis
abwechselnd
gloria pacri
lat. Gloria Patri – Ehre sei dem Vater (Anfang der Doxologie)
schuften iheroniiniglawben gegeben hat
den Schriften des Hieronymus Glauben geschenkt hat
banddanor
davor, vorher
allain
allein
schuften ber. lxx. außleger
Schriften der siebzig Ausleger (Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments)
wirden geuchtet
in Würden geachtet, in Ehren gehalten
xi. tag decenbris
11. Tag des Dezembers (römisch für 11)
xix. iar drey monat. xitag
19 Jahre, drei Monate, 10 Tage (römisch für 19 und 10)
deßmals feyret der stndl. rri. tag.
damals feierte der Stuhl (der Heilige Stuhl) den 21. Tag (römisch für 21)
damafo
Damasus
vrßeino
Ursinus (Gegenpapst Ursinus, amtierte 366–367)
dechalb
deshalb, weshalb
geprau •chung der gewaltsam vnd der waffin gegriffen ward
zu Gewalt und Waffen gegriffen wurde
vnlamg
unlängst, nicht lange
bestetigt
bestätigt
vrsici- uns
Ursinus
neapolitanischen kirchen
neapolitanischen Kirchen (Kirchen in Neapel)
eebiuchs beschädigt
eines Ehebruchs beschuldigt
entschueldigung
Entschuldigung, Verteidigung
offem concili
offenem Konzil
vnschuldin absoluirt
als unschuldig freigesprochen
falsch anclager verdambt
falscher Ankläger verdammt
gesetztleiche hinft
gesetzlich festgelegt
lroymant
wer jemand (althochdeutsch 'wer ieman')
falschlich beschuldigten oder verelagten
fälschlich beschuldigte oder verklagte
peen vnnd straffder beschuldigten mißtatselbs tragen
Pein und Strafe der beschuldigten Missetat selbst tragen
Jarderwerlt. vmvc. lxxxiij.
Jahr der Welt 5883 (Anno Mundi)
Jarchristi. iijc. lxxriiij.
Jahr Christi 374 (römisch für 300 + 74)
C Jrieins
Siricius (Papst Siricius, amtierte 384–399)
valentiniant
Valentinian (vermutlich Valentinian II., römischer Kaiser 375–392, oder Theodosius I., römischer Kaiser 379–395)
elostermand
Klostermänner, Mönche
leben bewert
Leben bewährt
heilligen weyhe
heiligen Weihen, heiligen Sakramente
bischoflicher wirdigkeit
bischöflichen Würde
annemen moechten
annehmen konnten
von weil zu weil
von Zeit zu Zeit
verpote
verbot
manicheischen ketzern
manichäischen Ketzern (Anhänger des Manichäismus, einer dualistischen Religion)
glawbigen nitgemainfehaft zehaben
keine Gemeinschaft mit den Gläubigen zu haben
bußwirdikeit thun
Buße tun
widerkern
zurückkehren
widerauffnemen
wieder aufnehmen
eloster
Kloster
fasten vnd peten helligen
mit Fasten und Beten heiligen
briester allain vomm bi schoffgeweyhet werden solt
ein Priester allein vom Bischof geweiht werden sollte
welcher ein winden oder die andern hawßftaw rn neme
wer eine Witwe oder andere Hausangestellte nimmt (bezieht sich auf Kleriker, die heiraten oder Konkubinen haben)
kirchlichem ambt getriben werden
vom kirchlichen Amt vertrieben werden
ketzer durch auflegung der hand wider aufzenemen wernd
Ketzer durch Auflegung der Hand wieder aufzunehmen seien
frid gebracht
zu Frieden gebracht
sirieins
Siricius
bischoffbriester vnd diacon geweyhet her bo starb er
Bischöfe, Priester und Diakone geweiht hatte, da starb er
xrij. tag mitrcij
12. Tag des März (römisch für 12)
faß. rv. iar. xi. monat. v. tag.
saß 15 Jahre, 11 Monate, 5 Tage (römisch für 15, 11, 5)
Blat CXXXII der werlt 130px
Seiten- oder Layoutangabe, nicht Teil des Textes
alianits
Julian (Julian der Abtrünnige, römischer Kaiser 361–363)
bindet Galli des kaifers
Verwandter des Kaisers Gallus (Constantius Gallus, Caesar 351–354)
Constancius der kaiser
Kaiser Constantius (Constantius II.)
kaiserthumb innhielt
das Kaisertum innehatte
Julianum seinen vetter zu kaiser geschoepft
Julian, seinen Vetter, zum Caesar ernannt
einder die gallier die Vnder inen aufriir hetten geschickt
und schickte ihn zu den Galliern, die unter sich Aufruhr hatten
Ver mehelt
vermählt
des mals
damals, zu jener Zeit
wenig volcks
wenig Volk, wenige Truppen
teuetschen bey straßpurg erschlagen
Deutsche bei Straßburg erschlagen (Schlacht von Argentoratum/Straßburg 357)
vnlang darnach
unlängst danach, nicht lange danach
teueschen heer
deutsche Heere
beystaud der gallier abgetriben warden
durch Beistand der Gallier zurückgetrieben wurden
Julianus mir verweil gung der rittterschaft zu hoehrer kaiserlicher wirdigkeir erhebt
Julian mit Zustimmung der Ritterschaft zu höherer kaiserlicher Würde erhoben
kranckheit des tropffenschlags beritert
von der Krankheit des Schlaganfalls befallen
starb auß schmertzen vnd schwermiteugkeit
starb aus Schmerzen und Schwermütigkeit
widerspenstig wer
widerspenstig war, rebellisch war
Nw was diser Julian ein ftirtreffenlich man in fteyen reinsten erfarn
Nun war dieser Julian ein vortrefflicher Mann, erfahren in den reinsten freien Künsten
kriech ischer schrift noch gelerter
in griechischer Schrift noch gelehrter
ftarcker vnd behender redsprechigkeit
starker und gewandter Redegewandtheit
paldfahiger ftar ker gedechtnus
schnell fassend, von starkem Gedächtnis
gein den freienden milt
gegenüber Freunden milde, großzügig
gein der landschaft aufgeriCht
dem Lande zugetan, patriotisch
der eren vnd des rueins begirig
nach Ehre und Ruhm begierig
vertuuckelt vnd augßekert
verdeckt und verkehrt, pervertiert
Verfolgung der Christen gewettdt hat
sich zur Verfolgung der Christen gewandt hat
listiger verfolger dend die an dern gewesen warn
listigerer Verfolger als die anderen gewesen waren
erstlich nit mit newer peinigung. sunder mir belo nung. eren. schniaichlung. lirbkoserey vnd raten mer dnd ob er grawsamer gewe sen wer den merernteil des volcks angeraetzt
erstlich nicht mit neuer Peinigung, sondern mit Belohnung, Ehren, Schmeichelei, Liebkoserei und Ratschlägen den größeren Teil des Volkes angereizt, als ob er grausamer gewesen wäre
verpote
verbot
Christen sieh der haidnischen maister lere nit vnderfahen selten
Christen sich der Lehre heidnischer Meister nicht unterfangen sollten
schuelen nymamt dend den die die goetter vnd gottin erertn selten eröffnet sein
Schulen niemandem als denen, die die Götter und Göttinnen ehrten, geöffnet sein sollten
Ettlich fprechen
Etliche sprechen, manche sagen
ert stenlicher geweihter man gewesen
kirchlich geweihter Mann gewesen
nachfolgend vondemglawbenab - trunnig worden sey
nachfolgend vom Glauben abgefallen sei, apostasiert sei
vnderstndd er sieh ettlicher krieg
unternahm er etliche Kriege
sureter alse vir weißlich dz er darind erseagen ward ein
so unweise führte, dass er darin erschlagen wurde
vij. iar seins reichs
siebten Jahr seines Reiches (römisch für 7)
xxxi. iar seins alters
31. Jahr seines Alters (römisch für 31)
ouinianus
Jovian (römischer Kaiser 363–364)
l. annonia geporn
in Pannonien geboren (L. ist hier wahrscheinlich eine Abkürzung oder ein Schreibfehler für Pannonia)
scheinpers leibs
ansehnlichen Körpers
froelichs gemilts
fröhlichen Gemüts
Zn der lernung gefußen
der Gelehrsamkeit zugetan
zum reich auß einhelliger verwilligndg des heers erwelet
zum Reich durch einhellige Zustimmung des Heeres erwählt
au seins vaters mer dand auß aigner befethnus den eittern betauter
mehr durch seines Vaters Befehl als durch eigene Entscheidung den Älteren anvertraut
kaiser veriehen vor vnd ee dand allermenigelich sieh Christen sein bekennt
als Kaiser ausrufen lassen, bevor und ehe sich jedermann als Christ bekannte
kaiserthumb an vnd erlediget das heer von dem barbari schen volek
Kaisertum an und befreite das Heer von dem barbarischen Volk
gepruch vnd mangel . den das heer lidde
Mangel und Not, die das Heer litt
zwaymal von den ersiern vberwunden
zweimal von den Persern überwunden
notturftige vnd nit ein redliche richttmg oder frid aufname mit Verwandlung der gegent
notwendige und nicht ehrenhafte Regelung oder einen Frieden mit Gebietsabtretung annahm
dauor in vil iaru nit geschehen wao
zuvor in vielen Jahren nicht geschehen war
kriechische land
griechische Länder
Gallicie
Galatien (Region in Kleinasien, nicht das heutige Galicien in Spanien)
eins gehens tods
eines plötzlichen Todes
ftmst nit ein vnartig noch vnklndg inan
sonst nicht ein unartiger noch unkluger Mann
hungerß gestorben
Hungers gestorben
geschmack der schlafkamer von frischem kalck gemachet vergangen c
vom Geruch der Schlafgemach, das aus frischem Kalk gemacht war, vergangen (erstickt)
XXXiij. iar seiirs alters
33. Jahr seines Alters (römisch für 33)
vij. nionat seins raserthuinbs
siebten Monat seines Kaisertums (römisch für 7)
alentinianus
Valentinian (Valentinian I., römischer Kaiser 364–375)
Cibaliensischen pannonia geporn
in der Cibaliensischen Pannonien geboren (Cibalae war eine Stadt in Unterpannonien)