Schedelsche Weltchronik · Blatt 134

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 134, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 134, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter Jar der werlt. vm. vc. xciij.Jar Christi. iiijc. xciiij. Anastasius der babst ein roemer nach Sirico vnder dem kaiser Graciano erkorn hat geordnet das die briester in einiche weyse nit sitzen. sunder genaigt vnd erwirdigclivh steen solten so das hailig ewangelium in der kirchen gottes gesungen oder gelesen wuerd. das auch die pilger am vnd allermaist die die vber meer wanderten zu clericken oder geweyhten nit aufgenomen werden solten. es wer denn dz sie fuenff bischoff handschrifft anzaigten. das beschahe (als die sagen) von der Manicheyschen ketzer wegen die des mals in Africa in großer achtung waren vnd zu zerstoerung des glawbens von den iren auch verss außsendeten. Er setzet auch das die ploeden vnd einer hand oder einichs glids manglenden in die zall der clericken oder geweyhten mit genomen solten werden. Als er nw ettwieuil briester diacon vnd bischof gemacht het starb er am. xxvij. tag Aprilis. saß drey iar. x. tag vnd feyret der stuol deßmals. xxi. tag. Innocencius der erst von gepurt ein Albanus zu den zeiten Theodosij des kaysers was ein heilig man. der vil guoter ding zu cristenlichem vnd gaistlichem wesen vnd stand gehoerende in geruosamkeit des roemischen reichs vnd auß guotwillichkeit des keisers betrachtet. vnd ordnet das man am sambstag’ fasten solt. darumb das christus an demselben tag in dem grab gelegen wer vnd sein iungere gefastet hetten. von den iuden vnd haiden vnd auch von den muenchen oder aynsideln setzet er ettlich regel. er wolt das ein kirch eins mals geweyhet nit mer geweyhet werden solt. er vertribe die Cathaphrigrschen ketzer auß der statt rom vnd verdammet Pelaguiz den muench oder aynsidler vnd Celestinus als ketzer. darumb das sie die freyen wilkuer der goettlichen gnad fuersetzten. vnd sprachen das zu erfuellung goettlicher gepote oder gehayße allain der wil gnuegsam wer. Diser babst setzet auch das zu allen hohzeitlichen tagen in den kirchen vor nießung des heiligen sacraments der frid den cristglawbigen menschen gegeben werden solt. Er saße. xv. iar. ij. monat. v. tag vnd starb vnd der stuol ruoet. xxij. tag. z ozimus der babst. ein kriechischer nach Innocencio was zu den zeiten Archadij vnd Honorij der kaiser gar ein heilig vnd frumm mann. der in vil betrueebnussen der goetlichen sachen nit vergessen. sunder gesetzt hat. dz die diaconi so man celebritet die lingken mit tuoch von flachs vnd woll geweben bedecken solten. Er verlyhe das amm heiligen oster obent die osterkertzen in den pfarren geweyhet werden moechten. er verpote den clericken oder geweyten an offen enden zetrincken. vnd das gtranck zeuerkawffen. doch moecht das in den wonungen der glawbigen wol beschehen. So solten die verkawften oder knecht mit zu clerick aufgenomen werden. Sie sagen diser zozimus hab Faustinum den bischoff vnd zwen briester der statt Rom in dz’ Carthayinensisch concili gesendet. das er zaiget das yndert nichtz öffenlich gehandelt solt werden on verwilligung der roemischen kirchen. Als er ein iar drey monat. xij. tag geseßen was do starb er vnnd feyret der stuol. xi. tag. Bonifacius der erst ein roemer was zu den zeiten Honorij. Als er zu babst erkorn wardt do entstuond under den gaistlichen ein zwittracht. dann Bonifacius wardt an einem end. vnd Eulalius an eim andern ort zu rom zu babst erwelet. vnd diss sol die vierdt zwayung der kirchen gewest seyn. Als solchs an den kaiser Honorium (der deßmals zu Maylannd was) gelanget. da warden sie bede auß Rom getriben. vnnd doch Bonifacius darnach im sibenden monat widergefordert vnnd allain babst zu Rom gesetzt. als er nw fridsamlich einkomen was do ordnet er vil stueck zu erberkeit des gaistlichen stands dienende. vnd sunderlich das nymant in seinem abwesen vor gericht in einich weiß angeclagt noch verdambt werden solt. Es solt auch ymant vor xxx. iarn seins alters nit briester geordnet werden. vnnd do er drey iar. acht monat. vij tag geseßen was do starb er. do berueften ettliche auß der briesterschaft Eulalium gein Rom. aber aindweders auß unwilligkeit oder auß verschmehung werltlicher ding verachtet er soclhe berueffung und starb ein iar nach Bonifacio. Gracianus Valentiniani des eltern sun hielt nach absterben Valentis sechs iar das kaiserthumb. wiewol er langst dauor mit Valente seinem vetter vnd Valentiniano seinem bruder geregiret het. Diser wz von seiner iugent aufm ritterschaft gestreng vnd darzu ein guot cristenlich man. dann dieweil er noch zuomal iung was vnd ein vnerschetzliche menig der feind die gegent der roemer vberzogen het do ruostet er sich auff getrawen in christo mit einer clainen. vnd den feinden vngleichen anzall der ritter wider die feind vnd vbet bey straßburg einen erschreckenlichen krieg mit vnglewplicher glueckhaftigkeit vnd erfluog im streyt on niderlag gar wenig roemer mer dann. xxxm. teutscher. das hat er gehabt auß rechter liebe des glawbens. Als Ambrosius zu bischoff erwelet wardt do keret sich alßpald alles Welschßlannd wider zum rechten glawben. do hieß er die zerbrochen cristenlichen kirchen widerauffrichten. Als nw diser Gracianus Traciam vnd Daciam von den Gothiern beseßen vnd auch den gemaynen roemischen stand in großer geferlichkeit sahe do fordert er Theodosium von Hispania vnd befalhe im. imm. xxxiij. iar seins alters mit allermenigclichs gunst bey Sirmium die herrschung des orients vnd Tracie. Diser hat allen seinen getrawen in die hilff christi setzende die machtigen grawsamen Scithier. Alanyer. Hunyer. Gothier kuenlich angegriffen vnnd mit viel großen streytten ernidergelegt. Dazwischen vbet Maximus in Britannia wueeterey vnnd zohe in Galliam vnnd erschluog Gracianum xxix. iar alt bey Lyon. Aber Gracianus was nit wenig gelert. wolgesprech. der speis und des schlafs massig vnd ein vberwinder der flaischgirigkeit. Aheodosius der elter ein Hispanier hielt allain nach absterben Graciani das kayserthumb des roemischen vmbkrais. xi. iar vnd ersluog den tyrannen Maximum. den moerder Graciani bey Aquilegia zu todt. das wardt demselben wueetrich durch Martinum den hailigen man vor verkuendet. Diser Theodosius hat durch goetlichen beystand vil tyrannen verdrucket. dann er was ein pflantzer beschirmer vnd merer des gemaynen nutzs. an sitten vnd leib dem Traiano gleich zusampt der ritterlichen zucht was er sinnreich vnd zu cristenlichen wesen andechtig. dann als er ainsmals zu Mayland in die kirchen geen wolt vnd ime von einer tat wegen verbotten wardt vngebeichtet nit in die kirchen zegeen do name er das also guetigclich auf das er den bischof Ambrosio dancket vnd bußtet. ime wardt vermehelt eine genant Flacilla auß der gepar er Archadius vnd Honorius vnd starb zu Mayland im. I. iar seins alters, vnd liesse seynen suenen das kayserthumb geruosamm und sein leichnam wardt gein Constantinopel gefueert. Archadius Theodosij des großen sun imm oriennt vnnd Honorius sein bruder imm nidergang herrschende regirenten das kaiserthumb gemayn. vnd Archadius lebet nach seins vaters todt. xij. iar. Nw waren sie als ir vater theodosius starb noch iung darumb ließ er inen drey machtig mann die den iungen vorsein solten. nemlich Ruffinum den orient. Stilconem den nidergang vnd Gildonem die gegent Affricam zeregiren. die warden darnach auß begirde zeherrschen also bewegt dz sie sich nach verachtung der iungen des reichs selbs vnderstunden. aber Gildo wardt von seyner grawsamkeit von Masceleger seim bruder vertriben. vnnd starb von gift oder schmertzen seins gemuets. aber als Masceleger auß vberhebung seins sygs weder gots noch der menschen verschonet do wardt er von der ritterschaft erschlagen. Ruffinus wardt von Archadio verdruckt. Stilco fueeget dem gemaynen nutz vil vbels. Aber als er zu lest von den Gothis ernidergelegt wardt vnnd hilff begeret do schiket der kaiser in vngnaden ettlich hawbtlewt die ersluegen Stilconem. Honorius was des vorgenanten Archadij bruder an sitten vnd cristenlichen wesen seim vater Theodosio enlich vnd gleich. als er nach angenomnen kaiserthumb die kreft des gemaynen roemischen stands zu taglichem abfall sahe komen do sendet er Constancium den gestrengen vnd streitpern man mit eim heer in Gallias vnd vermehelt im darnach mit allermenigclichs frolockung Gallam placidam sein schwester. auß der gepare Constantinus Valentinianum seinen sun der darnach das kaiserthumb handelt. darumb name er ine zu Rauenna in die mitherrschung des reichs. der doch voraußgang siben monat verschiede. Dazwischen wardt Placida' von iren bruder Honorio außgetriben vnd kom mit Honorio vnd Valentiniano iren suenen gein orient. do wardt sie von Theodosio erlich empfangen. Als aber Honorius mit dem iungern Theodosio sems bruders sun. xv. iar geregirt het do starb er zu Rom wardt daselbst begraben vnnd ließ keinen leibs erben.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter der Welt. 5593 Jahre. Im Jahre Christi 494. Anastasius, der Papst, ein Römer, nach Siricius unter Kaiser Gratian erwählt, hat angeordnet, dass die Priester in keiner Weise sitzen, sondern geneigt und ehrwürdig stehen sollten, wenn das heilige Evangelium in der Kirche Gottes gesungen oder gelesen wird; dass auch die Pilger, und allermeist jene, die über das Meer wanderten, nicht zu Klerikern oder Geweihten aufgenommen werden sollten, es sei denn, sie zeigten fünf Bischofsschreiben vor. Das geschah (wie man sagt) wegen der manichäischen Ketzer, die damals in Afrika in hohem Ansehen standen und zur Zerstörung des Glaubens von den Ihren auch Verse aussandten. Er setzte auch fest, dass die Gebrechlichen und jene, denen eine Hand oder ein Glied fehlte, nicht in die Zahl der Kleriker oder Geweihten aufgenommen werden sollten. Als er nun etliche Priester, Diakone und Bischöfe gemacht hatte, starb er am 27. Tag des April. Er saß drei Jahre, zehn Tage, und der Stuhl ruhte damals 21 Tage. Innocentius der Erste, von Geburt ein Albaner, war zu den Zeiten Theodosius' des Kaisers ein heiliger Mann, der viele gute Dinge, die zum christlichen und geistlichen Wesen und Stand gehörten, in der Ruhe des Römischen Reiches und aus Gutwilligkeit des Kaisers betrachtete. Und er ordnete an, dass man am Samstag fasten sollte, darum, weil Christus an demselben Tag im Grab gelegen war und seine Jünger gefastet hatten. Von den Juden und Heiden und auch von den Mönchen oder Einsiedlern setzte er etliche Regeln. Er wollte, dass eine einmal geweihte Kirche nicht mehr geweiht werden sollte. Er vertrieb die Kataphrygischen Ketzer aus der Stadt Rom und verdammte Pelagius, den Mönch oder Einsiedler, und Coelestinus als Ketzer, darum, weil sie die freie Willkür der göttlichen Gnade überschätzten und sprachen, dass zur Erfüllung göttlicher Gebote oder Geheiße allein der Wille genügsam wäre. Dieser Papst setzte auch fest, dass an allen hohen Feiertagen in den Kirchen vor dem Genuss des heiligen Sakraments der Friede den christgläubigen Menschen gegeben werden sollte. Er saß 15 Jahre, 2 Monate, 5 Tage und starb, und der Stuhl ruhte 22 Tage. Zosimus, der Papst, ein Grieche, nach Innocentius, war zu den Zeiten der Kaiser Arcadius und Honorius ein sehr heiliger und frommer Mann, der in vielen Betrübnissen die göttlichen Sachen nicht vergessen, sondern gesetzt hat, dass die Diakone, wenn man zelebriert, die linke Hand mit Tuch aus Flachs und Wolle gewebt bedecken sollten. Er verlieh, dass am heiligen Osterabend die Osterkerzen in den Pfarreien geweiht werden durften. Er verbot den Klerikern oder Geweihten, an öffentlichen Orten zu trinken und das Getränk zu verkaufen. Doch durfte das in den Wohnungen der Gläubigen wohl geschehen. So sollten die Sklaven oder Knechte nicht zu Klerikern aufgenommen werden. Man sagt, dieser Zosimus habe Faustinus, den Bischof, und zwei Priester der Stadt Rom in das Karthaginensische Konzil gesandt, damit er zeigte, dass nirgends nichts öffentlich gehandelt werden sollte ohne Einwilligung der römischen Kirche. Als er ein Jahr, drei Monate, zwölf Tage gesessen war, da starb er, und der Stuhl ruhte elf Tage. Bonifacius der Erste, ein Römer, war zu den Zeiten Honorius'. Als er zum Papst erwählt wurde, da entstand unter den Geistlichen ein Zwiespalt, denn Bonifacius wurde an einem Ort und Eulalius an einem anderen Ort in Rom zum Papst erwählt. Und dies soll die vierte Spaltung der Kirche gewesen sein. Als solches an Kaiser Honorius (der damals zu Mailand war) gelangte, da wurden sie beide aus Rom vertrieben. Und doch Bonifacius danach im siebten Monat wiedergefordert und allein als Papst in Rom eingesetzt. Als er nun friedlich eingekommen war, da ordnete er viele Bestimmungen an, die zur Ehrbarkeit des geistlichen Standes dienten, und besonders, dass niemand in seiner Abwesenheit vor Gericht in keiner Weise angeklagt noch verdammt werden sollte. Es sollte auch niemand vor 30 Jahren seines Alters zum Priester geweiht werden. Und als er drei Jahre, acht Monate, sieben Tage gesessen war, da starb er. Da beriefen etliche aus der Priesterschaft Eulalius nach Rom, aber entweder aus Unwilligkeit oder aus Verschmähung weltlicher Dinge verachtete er solche Berufung und starb ein Jahr nach Bonifacius. Gratian, der Sohn Valentinians des Älteren, hielt nach dem Absterben Valens' sechs Jahre das Kaisertum, obwohl er längst davor mit Valens, seinem Onkel, und Valentinian, seinem Bruder, regiert hatte. Dieser war von seiner Jugend auf in der Ritterschaft streng und dazu ein guter christlicher Mann. Denn während er noch damals jung war und eine unschätzbare Menge der Feinde die Gegend der Römer überzogen hatte, da rüstete er sich auf Vertrauen in Christus mit einer kleinen und den Feinden ungleichen Anzahl der Ritter gegen die Feinde und übte bei Straßburg einen erschrecklichen Krieg mit unglaublichem Erfolg und erschlug im Streit ohne Niederlage sehr weniger Römer mehr als 30.000 Deutsche. Das hatte er aus rechter Liebe des Glaubens. Als Ambrosius zum Bischof erwählt wurde, da kehrte sich alsbald alles Welschland wieder zum rechten Glauben. Da hieß er die zerbrochenen christlichen Kirchen wieder aufrichten. Als nun dieser Gratian Thrakien und Dakien von den Goten besetzt und auch den gemeinen römischen Stand in großer Gefährlichkeit sah, da forderte er Theodosius aus Hispanien und befahl ihm im 33. Jahr seines Alters mit jedermanns Gunst bei Sirmium die Herrschaft des Orients und Thrakiens. Dieser hat, all sein Vertrauen auf die Hilfe Christi setzend, die mächtigen, grausamen Skythen, Alanen, Hunnen, Goten kühn angegriffen und mit vielen großen Schlachten niedergeworfen. Dazwischen übte Maximus in Britannien Tyrannei und zog nach Gallien und erschlug Gratian, 29 Jahre alt, bei Lyon. Aber Gratian war sehr gelehrt, redegewandt, mäßig in Speise und Schlaf und ein Überwinder der Fleischeslust. Theodosius der Ältere, ein Hispanier, hielt allein nach dem Absterben Gratians das Kaisertum des römischen Reiches elf Jahre und erschlug den Tyrannen Maximus, den Mörder Gratians, bei Aquileia zu Tode. Das wurde demselben Wüterich durch Martin, den heiligen Mann, zuvor verkündet. Dieser Theodosius hat durch göttlichen Beistand viele Tyrannen unterdrückt, denn er war ein Pflanzer, Beschirmer und Mehrer des Gemeinwohls. An Sitten und Leib dem Trajan gleich, samt der militärischen Disziplin war er sinnreich und zum christlichen Wesen andächtig. Denn als er einstmals zu Mailand in die Kirche gehen wollte und ihm wegen einer Tat verboten wurde, ungebeichtet nicht in die Kirche zu gehen, da nahm er das so gütiglich auf, dass er dem Bischof Ambrosius dankte und büßte. Ihm wurde eine namens Aelia Flacilla vermählt, aus der er Arcadius und Honorius zeugte, und er starb zu Mailand im 60. Jahr seines Alters und hinterließ seinen Söhnen das Kaisertum friedlich, und sein Leichnam wurde nach Konstantinopel geführt. Arcadius, Theodosius' des Großen Sohn, im Orient, und Honorius, sein Bruder, im Westen herrschend, regierten das Kaisertum gemeinsam. Und Arcadius lebte nach seines Vaters Tod zwölf Jahre. Nun waren sie, als ihr Vater Theodosius starb, noch jung, darum ließ er ihnen

Anmerkungen

vm. vc. xciij.
römisch für 5593
iiijc. xciiij.
römisch für 494
babst
historisches dt. für 'Papst'
Sirico
Siricius, Papst von 384 bis 399
Graciano
Gratian, römischer Kaiser von 375 bis 383
einiche weyse
historisches dt. für 'in keiner Weise'
genaigt
historisches dt. für 'geneigt, ehrfürchtig'
erwirdigclivh
historisches dt. für 'ehrwürdig'
ewangelium
historisches dt. für 'Evangelium'
pilger
historisches dt. für 'Pilger'
allermaist
historisches dt. für 'allermeist'
clericken
historisches dt. für 'Kleriker'
geweyhten
historisches dt. für 'Geweihte'
handschrifft
historisches dt. für 'Handschrift', hier im Sinne von 'Empfehlungsschreiben, Zeugnis'
Manicheyschen ketzer
Manichäische Ketzer, Anhänger des Manichäismus
Africa
Afrika
glawbens
historisches dt. für 'Glaubens'
verss
historisches dt. für 'Verse'
ploeden
historisches dt. für 'Gebrechliche, körperlich Beeinträchtigte'
glids
historisches dt. für 'Glied'
zall
historisches dt. für 'Zahl'
nw
historisches dt. für 'nun'
ettwieuil
historisches dt. für 'etliche'
diacon
historisches dt. für 'Diakon'
xxvij.
römisch für 27
drey iar. x. tag
3 Jahre, 10 Tage
feyret der stuol
historisches dt. für 'der Stuhl ruhte', d.h. Sedisvakanz
xxi.
römisch für 21
Innocencius der erst
Innocentius I., Papst von 401 bis 417
gepurt
historisches dt. für 'Geburt'
Albanus
Albaner, hier wohl im Sinne von 'aus Alba Longa' oder 'aus der Region Alba'
Theodosij des kaysers
Theodosius I. (der Große), römischer Kaiser von 379 bis 395
guoter ding
historisches dt. für 'gute Dinge'
cristenlichem
historisches dt. für 'christlichem'
gaistlichem
historisches dt. für 'geistlichem'
geruosamkeit
historisches dt. für 'Ruhe, Friedlichkeit'
sambstag’
historisches dt. für 'Samstag'
iungere
historisches dt. für 'Jünger'
iuden
historisches dt. für 'Juden'
haiden
historisches dt. für 'Heiden'
muenchen
historisches dt. für 'Mönche'
aynsideln
historisches dt. für 'Einsiedler'
ettlich regel
historisches dt. für 'etliche Regeln'
eins mals
historisches dt. für 'einmal'
Cathaphrigrschen ketzer
Kataphrygische Ketzer, eine Bezeichnung für Montanisten
rom
Rom
Pelaguiz
Pelagius, ein Mönch und Theologe, Begründer des Pelagianismus
Celestinus
Coelestinus, hier wohl Coelestius, ein Schüler des Pelagius
freyen wilkuer
historisches dt. für 'freie Willkür'
goettlichen gnad
historisches dt. für 'göttliche Gnade'
gepote oder gehayße
historisches dt. für 'Gebote oder Geheiße'
allain
historisches dt. für 'allein'
gnuegsam
historisches dt. für 'genügsam, ausreichend'
hohzeitlichen tagen
historisches dt. für 'hohe Feiertage'
nießung
historisches dt. für 'Genuss'
sacraments
historisches dt. für 'Sakraments'
frid
historisches dt. für 'Friede'
cristglawbigen
historisches dt. für 'christgläubigen'
xv.
römisch für 15
ij.
römisch für 2
v.
römisch für 5
xxij.
römisch für 22
z ozimus
Zosimus, Papst von 417 bis 418
kriechischer
historisches dt. für 'Grieche'
Innocencio
Innocentius I.
Archadij
Arcadius, römischer Kaiser des Ostens von 395 bis 408
Honorij
Honorius, römischer Kaiser des Westens von 395 bis 423
frumm
historisches dt. für 'fromm'
betrueebnussen
historisches dt. für 'Betrübnissen'
celebritet
lat. celebret – 'wenn man zelebriert'
lingken
historisches dt. für 'linke Hand'
tuoch
historisches dt. für 'Tuch'
flachs
historisches dt. für 'Flachs'
woll
historisches dt. für 'Wolle'
verlyhe
historisches dt. für 'verlieh'
oster obent
historisches dt. für 'Osterabend'
osterkertzen
historisches dt. für 'Osterkerzen'
pfarren
historisches dt. für 'Pfarreien'
verpote
historisches dt. für 'verbot'
offen enden
historisches dt. für 'öffentlichen Orten'
zetrincken
historisches dt. für 'zu trinken'
gtranck
historisches dt. für 'Getränk'
zeuerkawffen
historisches dt. für 'zu verkaufen'
wonungen
historisches dt. für 'Wohnungen'
verkawften
historisches dt. für 'Verkauften', hier im Sinne von 'Sklaven'
knecht
historisches dt. für 'Knechte', hier im Sinne von 'Sklaven'
Faustinum
Faustinus, Bischof von Potentia
Carthayinensisch concili
Konzil von Karthago
yndert
historisches dt. für 'nirgends'
on verwilligung
historisches dt. für 'ohne Einwilligung'
xij.
römisch für 12
xi.
römisch für 11
Bonifacius der erst
Bonifacius I., Papst von 418 bis 422
erkorn
historisches dt. für 'erwählt'
entstuond
historisches dt. für 'entstand'
zwittracht
historisches dt. für 'Zwietracht, Zwiespalt'
Eulalius
Eulalius, Gegenpapst von 418 bis 419
vierdt zwayung
historisches dt. für 'vierte Spaltung'
deßmals
historisches dt. für 'damals'
Maylannd
Mailand
sibenden monat
historisches dt. für 'siebten Monat'
fridsamlich
historisches dt. für 'friedlich'
stueck
historisches dt. für 'Stücke', hier im Sinne von 'Bestimmungen'
erberkeit
historisches dt. für 'Ehrbarkeit'
sunderlich
historisches dt. für 'besonders'
nymant
historisches dt. für 'niemand'
einich weiß
historisches dt. für 'in keiner Weise'
xxx.
römisch für 30
acht monat. vij tag
8 Monate, 7 Tage
berueften
historisches dt. für 'beriefen'
gein
historisches dt. für 'nach'
aindweders
historisches dt. für 'entweder'
unwilligkeit
historisches dt. für 'Unwilligkeit'
verschmehung
historisches dt. für 'Verschmähung'
werltlicher ding
historisches dt. für 'weltlicher Dinge'
Gracianus
Gratian, römischer Kaiser von 375 bis 383
Valentiniani des eltern sun
Sohn Valentinians des Älteren (Valentinian I.)
Valentis
Valens, römischer Kaiser des Ostens von 364 bis 378
vetter
historisches dt. für 'Vetter', hier im Sinne von 'Onkel' (Valens war der Bruder von Gratians Vater Valentinian I.)
Valentiniano
Valentinian II., römischer Kaiser des Westens von 375 bis 392
wz
historisches dt. für 'war'
iugent
historisches dt. für 'Jugend'
ritterschaft gestreng
historisches dt. für 'streng in der Ritterschaft', kriegerisch
zuomal
historisches dt. für 'damals'
vnerschetzliche menig
historisches dt. für 'unschätzbare Menge'
gegent
historisches dt. für 'Gegend'
vberzogen
historisches dt. für 'überzogen, überrannt'
ruostet er sich auff
historisches dt. für 'rüstete er sich auf'
getrawen
historisches dt. für 'Vertrauen'
clainen
historisches dt. für 'kleinen'
vngleichen anzall
historisches dt. für 'ungleichen Anzahl'
vbet
historisches dt. für 'übte'
straßburg
Straßburg
vnglewplicher glueckhaftigkeit
historisches dt. für 'unglaublicher Glückhaftigkeit', d.h. 'unglaublicher Erfolg'
erfluog
historisches dt. für 'erschlug'
on niderlag
historisches dt. für 'ohne Niederlage'
xxxm.
römisch für 30.000
teutscher
historisches dt. für 'Deutsche', hier im Sinne von 'Alamannen oder andere germanische Stämme'
Ambrosius
Ambrosius von Mailand, Bischof von Mailand und Kirchenvater
alßpald
historisches dt. für 'alsbald'
Welschßlannd
historisches dt. für 'Welschland', hier im Sinne von 'Italien'
Traciam
Thrakien, eine römische Provinz
Daciam
Dakien, eine römische Provinz
Gothiern
Goten, ein germanischer Volksstamm
beseßen
historisches dt. für 'besetzt'
gemaynen roemischen stand
historisches dt. für 'gemeinen römischen Stand', d.h. 'das römische Reich'
geferlichkeit
historisches dt. für 'Gefährlichkeit'
Theodosium von Hispania
Theodosius I. (der Große) aus Hispanien
befalhe im
historisches dt. für 'befahl ihm'
xxxiij.
römisch für 33
allermenigclichs gunst
historisches dt. für 'jedermanns Gunst'
Sirmium
Sirmium, eine antike Stadt in Pannonien
orients
Orient, hier: Oströmisches Reich
Tracie
Thrakien
hilff christi
historisches dt. für 'Hilfe Christi'
Scithier
Skythen, ein antikes Reitervolk
Alanyer
Alanen, ein sarmatischer Volksstamm
Hunyer
Hunnen, ein zentralasiatisches Reitervolk
kuenlich
historisches dt. für 'kühn'
streyt
historisches dt. für 'Schlachten'
ernidergelegt
historisches dt. für 'niedergeworfen'
Maximus
Magnus Maximus, römischer Gegenkaiser von 383 bis 388
Britannia
Britannien
wueeterey
historisches dt. für 'Wüterei', hier im Sinne von 'Tyrannei'
Galliam
Gallien
xxix.
römisch für 29
Lyon
Lyon, eine Stadt in Gallien
nit wenig gelert
historisches dt. für 'nicht wenig gelehrt', d.h. 'sehr gelehrt'
wolgesprech
historisches dt. für 'wohlgesprochen', d.h. 'redegewandt'
massig
historisches dt. für 'mäßig'
flaischgirigkeit
historisches dt. für 'Fleischeslust, Wollust'
Aheodosius der elter
Theodosius I. (der Große)
Hispanier
historisches dt. für 'Hispanier', d.h. 'aus Hispanien stammend'
roemischen vmbkrais
historisches dt. für 'römischen Umkreis', d.h. 'römisches Reich'
ersluog
historisches dt. für 'erschlug'
tyrannen Maximum
Tyrann Maximus (Magnus Maximus)
moerder Graciani
Mörder Gratians
Aquilegia
Aquileia, eine antike Stadt in Norditalien
wueetrich
historisches dt. für 'Wüterich', d.h. 'Tyrann'
Martinu
Martin von Tours, Bischof von Tours und Heiliger
goetlichen beystand
historisches dt. für 'göttlichen Beistand'
verdrucket
historisches dt. für 'unterdrückt'
pflantzer beschirmer vnd merer des gemaynen nutzs
historisches dt. für 'Pflanzer, Beschirmer und Mehrer des Gemeinwohls'
sitten vnd leib
historisches dt. für 'Sitten und Leib'
Traiano
Trajan, römischer Kaiser von 98 bis 117
ritterlichen zucht
historisches dt. für 'ritterliche Zucht', d.h. 'militärische Disziplin'
sinnreich
historisches dt. für 'sinnreich, klug'
andechtig
historisches dt. für 'andächtig'
ainsmals
historisches dt. für 'einstmals'
geen wolt
historisches dt. für 'gehen wollte'
tat wegen
historisches dt. für 'wegen einer Tat'
vngebeichtet
historisches dt. für 'ungebeichtet'
zegeen
historisches dt. für 'zu gehen'
guetigclich
historisches dt. für 'gütiglich'
Ambrosio
Ambrosius von Mailand
vermehelt
historisches dt. für 'vermählt'
Flacilla
Aelia Flacilla, erste Frau Theodosius' I.
gepar er
historisches dt. für 'zeugte er'
Archadius
Arcadius, römischer Kaiser des Ostens
Honorius
Honorius, römischer Kaiser des Westens
I.
römisch für 60 (häufiger Druckfehler für LX in dieser Zeit)
geruosamm
historisches dt. für 'friedlich'
leichnam
historisches dt. für 'Leichnam'
Constantinopel
Konstantinopel
Theodosij des großen sun
Sohn Theodosius' des Großen
nidergang
historisches dt. für 'Niedergang', hier im Sinne von 'Westen' (Weströmisches Reich)
gemayn
historisches dt. für 'gemeinsam'
xij.
römisch für 12
ir
historisches dt. für 'ihr'